mini|Axel Milberg, 2019

Axel Theodor Klaus Milberg (* 1. August 1956 in Kiel) ist ein deutscher Schauspieler und Autor sowie Hörspielsprecher. Einem breiteren Publikum ist er insbesondere durch seine Rolle als Tatort-Kommissar Klaus Borowski bekannt.

Leben

Herkunft und Ausbildung Axel Milberg ist Sohn einer Ärztin und eines Rechtsanwaltes aus Kiel. Dort wuchs er im Stadtteil Düsternbrook auf. Milberg hat mehrere Geschwister. Sein Großvater ist der Landwirt und Politiker Theodor Milberg (1889–1972). Nach seinem Abitur auf der Kieler Gelehrtenschule studierte er von 1975 bis 1979 Philosophie, Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität in seiner Heimatstadt. Danach absolvierte er von 1979 bis 1981 eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München.re: Biografie Axel Milberg. In: Munzinger-Archiv, Artikelanfang, aufgerufen am 29. Oktober 2015.

Privates Aus Milbergs erster Ehe stammt ein Sohn (* 1990). Milberg lebt seit 1992 mit der Ägyptologin, Kunsthistorikerin, Designerin und Malerin Judith Milberg zusammen, mit der er seit 2005 verheiratet ist. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, August Milberg (* 2003), mit dem Axel Milberg 2022 einen Tatort gedreht hat. Judith Milberg brachte zwei Kinder mit in die neue Ehe.

Axel Milberg lebt mit seiner Familie in München. Axel und Judith Milberg sind Unterstützer und Botschafter des südafrikanischen Kinderhilfsprojekts Umckaloabo-Stiftung.

Werdegang

Theater 1981 wurde Milberg von dem Intendanten Dieter Dorn an die Münchner Kammerspiele engagiert. Er blieb festes Mitglied des Ensembles bis 1998 und stand unter anderem im Faust von Johann Wolfgang von Goethe, in Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing und in Woyzeck von Georg Büchner auf der Bühne. Einen besonderen Eindruck hinterließ er als skurriler Gegenspieler von Heinz Bennent im Stück Besucher (1988) von Botho Strauß.

Film und Fernsehen Neben seinem Theaterengagement spielt Milberg seit Anfang der 1980er Jahre regelmäßig in Film und Fernsehen. Sein Filmdebüt gab er als Bankangestellter in dem Kinospielfilm Neonstadt. Ab Ende der 1980er Jahre war er in verschiedenen Fernsehserien und -reihen wie Derrick, Die glückliche Familie, Café Meineid von Franz Xaver Bogner und Ein Fall für zwei. In der ZDF-Fernsehserie Immenhof übernahm er eine feste Serienrolle als Peter Graf von Bantz.

Eine seiner ersten großen Kinorollen bekam er 1995 mit der Hauptrolle in der Komödie Nach Fünf im Urwald von Hans-Christian Schmid, wo er den Vater einer 17-jährigen Ausreißerin (Franka Potente) spielte. 1997 übernahm Milberg in der Neuverfilmung von Es geschah am hellichten Tag, einem Drama nach Friedrich Dürrenmatt, die Rolle des Kindermörders Schrott, die im Original von 1958 mit Gert Fröbe besetzt war. Der zweiteilige Film, inszeniert von Nico Hofmann, wurde auf Sat.1 ausgestrahlt. 2000 war Axel Milberg in Margarethe von Trottas Fernseh-Vierteiler Jahrestage zu sehen. Seit 2002 spielt er, beginnend mit der Fernsehkomödie Liebling, bring die Hühner ins Bett, die Hauptrolle des brandenburgischen Steffen Teuffel, zunächst an der Seite von Barbara Rudnik, ab 2009 nach deren Tod mit Katja Flint als Spielpartnerin.

2002 verkörperte Milberg erstmals den eigensinnigen Hauptkommissar Klaus Borowski in der Folge PSI, einer Neuauflage der Krimiserie Stahlnetz, angesiedelt in Hannover. 2003, nach Einstellung von Stahlnetz, wurde Borowski nach Kiel und in den Tatort versetzt. Milberg ermittelt seither als Fernsehkommissar zweimal im Jahr in seiner Heimatstadt. Unterstützt wurde er dabei in den ersten sechs Folgen von Mehdi Moinzadeh als seinem Assistenten. Von 2010 bis 2017 war Sibel Kekilli als Polizeikommissaranwärterin Sarah Brandt an seiner Seite. Der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell schrieb die Vorlagen zu den Folgen Borowski und der vierte Mann, ausgestrahlt am 26. September 2010 in der ARD, und Borowski und der coole Hund, ausgestrahlt am 6. November 2011. In früheren Jahren war Milberg als Dr. Reinhart in Tatort, Folge 398, sowie in zwei weiteren Tatort-Folgen mit einer Gastrolle vertreten. 2025 stieg Milberg als Kommissar Borowski aus dem Kieler Tatort aus.

Von 2007 bis 2009 spielte Milberg im ZDF in 14 Folgen die Titelfigur der Serie Doktor Martin, einen verschrobenen Arzt mit einer Blutphobie, den es aus Berlin in die Provinz nach Ostfriesland verschlagen hat. Für diese Rolle wurde Milberg als bester Schauspieler in der Kategorie „Serien und Reihen“ mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.dpa: In: Filmstarts, 10. Mai 2008, aufgerufen am 29. Oktober 2015.

Seit 2010 tritt Milberg gemeinsam mit seiner Frau in der Kulturreihe des Bayerischen Rundfunks Mit Milbergs im Museum auf.Mit Milbergs im Museum. In: fernsehserien.de, aufgerufen am 29. Oktober 2015. Darin präsentiert Judith Milberg ihrem unvorbereiteten Ehemann ein bestimmtes Kunstwerk, analysiert es zunächst und eröffnet dann mit ihm einen Dialog, in dem er ihr spontan seine Assoziationen mitteilt.Mit Milbergs im Museum im Bayerischen Fernsehen. Durch die Verwendung einer Steadycam-Kamera wird den Sendungen auch auf formaler Ebene Beweglichkeit verliehen.

2012 spielte Milberg mit Iris Berben, Nina Kunzendorf und Peter Simonischek in dem ZDF-Film Liebesjahre von Matti Geschonneck. Für diese Rolle erhielt er gemeinsam mit dem Filmensemble, dem Regisseur und dem Drehbuchautor den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“. In: Grimme-Institut, abgerufen am 1. März 2015. Der Film wurde außerdem in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“ mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. In: Goldene Kamera, abgerufen am 1. März 2015. In dem Kinofilm Hannah Arendt von Margarethe von Trotta verkörperte Milberg im selben Jahr Heinrich Blücher, den Ehemann der Publizistin Hannah Arendt, gespielt von Barbara Sukowa. Der Film feierte am 11. September 2012 beim 37. Toronto International Film Festival Weltpremieredpa: Film: „Hannah Arendt“ begeistert in Toronto. In: Focus, 12. September 2012. und wurde 2013 mit dem Deutschen Filmpreis in Silber in der Kategorie „Bester Spielfilm“ ausgezeichnet. In: Deutsche Filmakademie, abgerufen am 1. März 2015.

Seit 2015 ist Milberg im Rahmen der Fernsehreihe Familie Bundschuh neben Andrea Sawatzki, die seine Filmehefrau spielt, Protagonist in den Verfilmungen von Sawatzkis Romanen rund um Gundula und Gerald Bundschuh. Weitere feste Rollen spielen unter anderem Uwe Ochsenknecht, Judy Winter, Stephan Grossmann und Eva Löbau.; abgerufen am 19. Januar 2020.

Sprechertätigkeit Milberg nahm als Sprecher zahlreiche Hörspiele und Hörbücher auf, darunter mehrere Romane des schwedischen Bestsellerautors Henning Mankell. Für das Mankell-Hörbuch Der Chinese wurde Milberg 2008 mit dem Literaturpreis Corine in der Kategorie „Claudio Hörbuchpreis“ ausgezeichnet. In: Corine, 2008, abgerufen am 1. März 2015. Seit 2017 spricht Milberg den Erzähler in der Hörspielserie Die drei ???. Für die am 29. März 2019 gesendete 1000. Folge der NDR-Comedy-Reihe Wir sind die Freeses übernahm Axel Milberg eine kurze Sprechrolle, in der er sich selbst spielte.

Romanautor Am 2. Mai 2019 erschien Milbergs erster Roman namens Düsternbrook. Er thematisiert darin seine Jugend im gleichnamigen Kieler Stadtteil Düsternbrook, in dem er die ersten 20 Jahre lebte. Es handelt sich – darauf legt Milberg Wert – keineswegs um ein Buch über private Erinnerungen, vielmehr ein Buch über Erfahrungen, die symptomatisch sind für seine Generation und die über die 1960er und 1970er Jahre der Bundesrepublik erzählen.Axel Milberg über das Schreiben: „Wir sind das, was wir tun“. Bei: Deutschlandfunk Kultur, 10. Mai 2019, abgerufen am 10. April 2022

Filmografie

Kino

Fernsehen

Fernsehfilme

Fernsehserien und -reihen

Tatort-Folgen mini|hochkant|Axel Milberg bei Tatort-Dreharbeiten in Kiel, 2007

Mit Milbergs im Museum

Dokumentarfilm zu Milberg Deutschland, deine Künstler – Axel Milberg. Dokumentarfilm, Deutschland, 2014, 43:30 Min., Buch und Regie: Tom Ockers, Produktion: NDR, Reihe: Deutschland, deine Künstler, Erstsendung: 9. November 2014 bei Das Erste, Inhaltsangabe von Das Erste.

Hörspiele (Auswahl) 1988: Bagatellen von Botho Strauß – Regie: Dieter Dorn (Hörspiel – WDR) 2001: Sexy Sushi von Jörg Buttgereit, Produktion: Westdeutscher Rundfunk, Rolle des Hartmut Gerber bei joergbuttgereit.com, aufgerufen am 5. August 2014. 2004: Ich töte, du stirbst von Patrícia Melo, deutsch von Barbara Mesquita, Produktion: Westdeutscher Rundfunk, Rolle des BankangestelltenKriminalhörspiel Ich töte, du stirbst von Patricia Melo. In: Deutschlandradio Kultur, 29. September 2008. seit 2017/Folge 187: Die drei ???, Produktion: Europa, Rolle des Erzählers (übernommen von Thomas Fritsch) 2023: Sisi von Karen Duve (vierteiliges Hörspiel), Rolle: Graf Esterhazy, Regie: Martin Heindel, Produktion: Bayerischer Rundfunk. Als Podcast/Download im BR Hörspiel PoolBR Hörspiel Pool – Duve, Sisi

Roman 2019: Düsternbrook, Piper Verlag München, 288 Seiten, ISBN 978-3-492-05948-0

Hörbücher 2007: Stille von Tim Parks, Verlag Antje Kunstmann München, ISBN 978-3-88897-476-2, gekürzt, 5 CDs, 389 min 2007: Die italienischen Schuhe von Henning Mankell, der Hörverlag, ISBN 978-3-8289-9242-9, ab 2009: ISBN 978-3-86717-441-1, gekürzt, 4 CDs, 292 min 2009: Daisy Sisters von Henning Mankell, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-496-1, gekürzt, 6 CDs, 481 min 2009: Der Tod des Fotografen von Henning Mankell, Random House Audio, ISBN 978-3-8371-0084-6, gekürzt, 2 CDs 2010: Der Feind im Schatten von Henning Mankell, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-543-2, gekürzt, 7 CDs, 496 min 2011: Axel Milberg liest Samuel Pepys, Haffmans Verlag Berlin, ISBN 978-3-942990-02-8. 2011: Der Federmann von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-969-0, ungekürzt, 7 CDs, 512 min 2012: Die Puppenmacherin von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-86717-879-2, ungekürzt, 8 CDs, 555 min 2013: Die Totentänzerin von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-1129-1, ungekürzt, 8 CDs, 552 min 2014: Das Hexenmädchen von Max Bentow, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-1526-8, ungekürzt, 1 MP3-CD, 563 min 2014: Die Wahrheit und andere Lügen von Sascha Arango, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-1434-6, ungekürzt, 1 MP3-CD, 486 min 2015: Exil von Lion Feuchtwanger, Der Audio Verlag, ISBN 978-3-86231-511-6, gekürzt, 5 CDs, ca. 400 min 2016: Die schwedischen Gummistiefel von Henning Mankell, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-2349-2, 631 min 2018: Der Sprengmeister von Henning Mankell, der Hörbuchverlag München, ISBN 978-3-8445-3023-0, ungekürzt, 4 CDs 2020: Lauf, Ludwig, lauf! von Rafael Seligmann, USM Audio München und BR, ISBN 978-3-8032-9218-6, ungekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 700 min 2020: Hannah und Ludwig von Rafael Seligmann, USM Audio München, ISBN 978-3-8032-9238-4, gekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 435 min 2023: Sonne über Gudhjem von Michael Kobr, der Hörverlang München, ISBN 978-3-8445-4964-5, ungekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 700 min 2024: Nebel über Rønne von Michael Kobr, der Hörverlag München, ISBN 978-3-8445-5108-2, ungekürzt, 2 MP3-CDs, ca. 11 h 47 min

Auszeichnungen 2008: Bayerischer Fernsehpreis, Bester Schauspieler in der Kategorie Serien und Reihen für Doktor Martin 2008: Corine für seine Hörbuchlesung von Mankells Der Chinese 2010: Norddeutscher Filmpreis im Rahmen der Nordischen Filmtage 2012: Grimme-Preis für Liebesjahre 2012: Goldene Kamera, Bester Film für Liebesjahre 2013: Silberne Lola, Bester Fernsehfilm für Hannah Arendt 2014: Champagne-Preis für Lebensfreude 2023: Schauspielpreis des Festivals des deutschen Films 2024: Biberacher Filmfestspiele: Ehrenbiber

Weblinks

Axel Milberg bei der Agentur Klostermann & Thamm Mit Milbergs im Museum im Bayerischen Fernsehen

Interviews „Ein anderer Mensch.“ In: Süddeutsche Zeitung, 1. Oktober 2015. Axel Milberg. Für einen Kauz ist das Kauzige normal. In: Planet Interview, 3. April 2010.