Zýkait ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ mit der chemischen Zusammensetzung Fe43+[OHSO4(AsO4)3]·15H2O und damit chemisch gesehen ein wasserhaltiges Eisen-Arsenat mit Hydroxid und Sulfatkomplex als zusätzlichen Anionen

Zýkait kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt kleine, feinnadelige Kristalle bis etwa bis 0,02 Millimeter Länge. Meist findet er sich in Form von knolligen Mineral-Aggregaten bis etwa 3 Zentimetern Durchmesser oder als massige Hohlraumfüllungen. Die durchscheinenden Kristalle und Aggregate sind von grauweißer Farbe mit einem Stich ins Hellgelblichgrüne oder Bräunliche. Die Strichfarbe des Minerals ist dagegen hellgelb.

Etymologie und Geschichte Erstmals entdeckt wurde Zýkait in der „Safary Grube“ bei Kaňk im mittelböhmischen Kreis Kutná Hora in Tschechien. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch F. Čech, J. Jansa und František Novák, die das Mineral nach Václav Zýka (* 1926), dem damaligen Direktor des Instituts für Rohmaterial in Kutná Hora bezeichneten.

Čech, Jansa und Novák sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1976 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1976-039), die den Zýkait als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde 1978 im Fachmagazin Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte veröffentlicht.

Das Typmaterial des Minerals wird in der Mineralogischen Sammlung des Instituts für Mineralogie, Geochemie und Kristallographie (Naturwissenschaftliche Fakultät) der Karls-Universität (; IMA-Kürzel: CUP) in Prag (Tschechien) unter der Inventarnummer 20558, der Mines ParisTech (auch École nationale supérieure des mines; ENSM) in Paris (Frankreich) unter der Inventarnummer 51080 und im National Museum of Natural History (NMNH) in Washington, D.C. (USA) unter den Invantarnummern 144940 und 144941 aufbewahrt.

Klassifikation Zýkait, das erst 1976 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist in der 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz von 1977 noch nicht verzeichnet.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.05-060. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Zýkait zusammen mit Bukovskýit, Destinezit, Diadochit, Hilarionit, Pitticit und Sarmientit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/D.05 bildet.

Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Zýkait ebenfalls in die Abteilung der „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex (RO4). Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 < 1 : 1“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.DB.45 bildet.

Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Zýkait die System- und Mineralnummer 43.05.03.02. Dies entspricht Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung der „Zusammengesetzte Phosphate, Arsenate und Vanadate“ ein. Hier ist er zusammen mit Pitticit in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 43.05.03 zu finden.

Kristallstruktur Zýkait kristallisiert orthorhombisch, wobei die genaue Raumgruppe bisher nicht bestimmt wurde. Die Mineraldatenbank Mindat.org gibt zwar die an, ohne jedoch einen Beleg für diese Angabe zu nennen. Die Gitterparameter lauten a = 20,85 Å; b = 7,03 Å und c = 36,99 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Bildung und Fundorte Zýkait bildet sich sekundär als Verwitterungsprodukt aus Arsenopyrit und Pyrit in den Abraumhalden alter Bergwerke. Als Begleitminerale treten neben Arsenopyrit und Pyrit unter anderem noch Gips, Kaňkit, Limonit, Pitticit, Quarz und Skorodit auf.

Als seltene Mineralbildung konnte Zýkait nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 20 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2026). Außer an seiner Typlokalität „Safary Grube“ bei Kaňk (Mittelböhmen) trat das Mineral in Tschechien nur noch im Giftkiesstollen bei Jáchymov (Sankt Joachimsthal) im Bezirk Karlsbad (Okres Karlovy Vary) auf.

In Deutschland fand sich Zýkait in den Gruben „Vereinigt Feld“, „Reiche Zeche“ und „Christbescherung“ bei Freiberg im sächsischen Erzgebirge und in Polen trat er bisher nur in der „Wilhelm Mine“ bei Stara Góra im Bober-Katzbach-Gebirge (Niederschlesien) zutage.

In Österreich konnte das Mineral bisher nur in den Goldgruben an dessen Südflanke des Kloben in der Katastralgemeinde Zlapp und Hof (Gemeinde Heiligenblut am Großglockner) in Kärnten sowie an dessen Nordflanke im Brennkogel-Gebiet in der Gemeinde Fusch an der Großglocknerstraße im Land Salzburg gefunden werden.

Der bisher einzige bekannte Fundort in der Schweiz liegt an der Nordwand des Fou bei Isérables im Bezirk Martigny des Kantons Wallis.

Weitere Fundorte liegen unter anderm in Griechenland, Neuseeland, Polen und Russland.

Siehe auch Liste der Minerale

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise Fundortliste für Zýkait beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 3. September 2026.

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