hochkant=0.3|rahmenlos|rechts

Ensembles

Ensemble Ortskern Kallmünz miniatur|250px Kallmünz, im Mündungswinkel zwischen den einst für die Oberpfalz wichtigen Flusstälern der Vils und der Naab gelegen und von einem über 100 m hoch aufsteigenden Burgberg überragt, war schon seit der vorgeschichtlichen Zeit Siedlungs- und Verteidigungsstätte.

983 in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Wolfgang an das Kloster St. Paul in Regensburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt, war Kallmünz seit 1188 Vogtei der Wittelsbacher Herzöge, die hier eine Reichszollstätte errichteten. Der 1233 zum Markt erhobene Ort wurde im Schutze der um Mitte des 13. Jahrhunderts errichteten Burg zu einem Hauptstützpunkt der Wittelsbacher auf dem Nordgau mit Sitz eines Landgerichts und Pflegeamtes. Die von den Schweden 1641 zerstörte Burg zeigt sich heute noch im Ruinenzustand, während der damals verschont gebliebene Markt noch die ältere Ortsgestalt in drei voneinander getrennten Bereichen spiegelt:

Den am Fuße des Burgberges gelegenen und die Bergkrümmung nachzeichnenden Inneren Markt, die auf der ehemaligen Naabinsel gelegenen Häuser Am Planl und dem jenseits der Naab gelegenen Äußeren Markt. Die Stelle, an welcher die Naabbrücke auf die langgezogene Straßenanlage des Inneren Marktes trifft, wurde zu einem kleinen Marktplatz erweitert und bildet zusammen mit dem 1603 errichteten Rathaus und der barocken Pfarrkirche den eigentlichen Ortskern. Die hier stattliche Bebauung stuft sich nach außen hin in der Brunngasse und in der Äußeren Vilsgasse zu einer bescheideneren Bebauung von teilweise giebelständigen Handwerkerhäusern ab.

Die Häuser Am Planl bilden die Brückenkopfsituation am Übergang über den Hauptarm der Naab. Der Äußere Markt weist die für Ufersiedlungen typische Grundrissbildung zweier Richtungsachsen auf: Die zur Naab senkrecht verlaufende Lange Gasse in der Fortsetzungsrichtung der Brücke und die zum Fluss parallele Straße am Graben als ehemaliger Uferweg. Die gemischte Bebauung besteht aus Ackerbürger- und Handwerkerhäusern sowie Unterkünften für die ehemals bei der Erz- und Salzschifffahrt auf der Vils bzw. bei der Holzschifffahrt auf der Naab Beschäftigten. Eine Stadelstraße am heutigen Friedhofsplatz begrenzte ursprünglich den Ort nach Osten.

Drei ehemalige Burggüter, das Freihaus der Ritter von Raitenbuch, das nachmalige Alte Schulhaus, das Bertholzhofener Schlösschen sowie das Holzheimer oder das Silbermannsche Schlösschen heben sich heraus. Kallmünz, in dem historische Bausubstanz des 16.–18. Jahrhunderts in ungewöhnlich reichem Maße noch vorhanden ist, hat den Charakter eines nachmittelalterlichen Marktes voll bewahrt.

Aktennummer: E-3-75-156-1.

Baudenkmäler nach Ortsteilen

Kallmünz

Carolinenhütte

Dallackenried

Dinau

Eich

Eiselberg

Fischbach

Krachenhausen

Rohrbach

Schirndorf

Traidendorf

Ehemalige Baudenkmäler

Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Kallmünz

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

In dieser Kartenansicht sind Baudenkmäler ohne Koordinaten mit einem roten bzw. orangen Marker dargestellt und können in der Karte gesetzt werden. Baudenkmäler ohne Bild sind mit einem blauen bzw. roten Marker gekennzeichnet, Baudenkmäler mit Bild mit einem grünen bzw. orangen Marker.

Kallmunz !