Eilsleben ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie ist Sitz der Verbandsgemeinde Obere Aller.

Geografie Lage Eilsleben liegt im Tal der Oberen Aller am Allerbruch, zirka 30 km westlich von Magdeburg.

Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde Eilsleben: Drackenstedt Druxberge Eilsleben Gehringsdorf Ovelgünne Wormsdorf

Geschichte Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1145. Jungsteinzeitliche Funde (Linearbandkeramische Kultur) in der Gemarkung Eilsleben weisen auf eine Besiedlung schon vor weit über 5000 Jahren hin. Das Vorhandensein einer Burg (Beverburg/Bärburg) wird urkundlich erst 1206 im Zusammenhang mit ihrer Zerstörung belegt. Bis 1480 gab es die zwei Orte Westereilsleben und Ostereilsleben, von denen letzterer aufgegeben wurde. Zum Ende des Mittelalters hatte Eilsleben das Ansehen einer Stadt, weil der Ort teilweise von einer Mauer umschlossen war, die zwei Tore aufwies, sowie ein Rathaus, eine Ratswaage und das Recht des Bierbrauens besaß.

Von 1952 bis 1994 lag Eilsleben im Kreis Wanzleben (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Gemeinde zum Bördekreis, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Landkreises Börde.

Eingemeindungen Wormsdorf gehört seit dem 1. Januar 2010 zu Eilsleben.StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010 Am 1. September 2010 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Drackenstedt, Druxberge und Ovelgünne per Gesetz nach Eilsleben eingemeindet.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 2.304 2005 2.273 2010 3.899 2015 3.848 2020 3.738 Jahr Einwohner 2021 3.706 2022 3.599 2023 3.579 2024 3.546 2025 3.509

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Eilsleben besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 16 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,9 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 37,2 % 6 49,6 % 8 AfD 10,1 % 2 18,0 % 1 Freie Wählergemeinschaft Wormsdorf 15,4 % 2 15,7 % 2 Die Linke 13,4 % 2 5,5 % 1 Einzelbewerber Martin Pichl – – 4,2 % 1 Einzelbewerber Pierre von Pressentin – – 3,2 % 1 Einzelbewerber Gert Ellermann – – 2,0 % – Bündnis 90/Die Grünen 4,1 % 1 1,9 % – SPD 11,6 % 2 – – Einzelbewerber 8,1 % 1 – – Insgesamt 100 % 16 100 % 14

Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD drei Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister 1994–2022: Manfred Jordan (parteilos) 2022–2025: Matthias Finke (parteilos) seit 2025: Beatrix Kämz (CDU)

Finke wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 24. April 2022 mit 61,7 % der gültigen Stimmen gewählt. Er trat 2024 aus beruflichen Gründen zurück.

Kämz wurde bei der Bürgermeisterwahl am 16. März 2025 mit 55,1 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 16. März 2025 Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.

Wappen Das Wappen wurde am 10. Oktober 1991 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Das Wappen derer von Eilsleben als altes Familienwappen ist den meisten Bürgern nicht bekannt, wurde aber schon im Orden des Karnevals verwendet. Das Brau-Wappen, als Zunft-Wappen eines Gastwirtes mit Braurecht ist bekannt, weil es schon vom Dorfclub, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Karnevalsverein verwendet wurde. Beide Wappen fanden keine Mehrheit im Gemeinderat. Das nun akzeptierte Wappen ist ein Kompromiss aus beiden vorhandenen Varianten. Die beiden Symbole der alten Wappen wurden in zeitlicher Reihenfolge in die Felder eingeordnet. Das Gemeinsame ist die rot – silberne (weiße) Tinktur. Als Zeichen, dass das Wappen erst in der heutigen Zeit entstanden ist, wurde die Spaltung aus der Mitte gerückt gewählt. Der Buchstabe „E“ wurde als drittes Symbol, das typisch für diesen Landstrich ist, als redendes Element für Eilsleben eingesetzt.

mini|hochkant|rechts|Flagge von Eilsleben Flagge Die Flagge ist horizontal in gleich breite Streifen von Rot (oben) und Weiß (Silber, unten) geteilt. Das Wappen ist mittig aufgelegt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur Die geschützten Kulturdenkmale der Gemeinde sind im örtlichen Denkmalverzeichnis aufgeführt. Seehäuser Stadttor Wasserturm Eilsleben Langer Stein (Menhir von Eilsleben)

mini|Herz-Jesu-Kirche Kirchen Die evangelische Kirche „St. Lorenz“ befindet sich in der Ortsmitte, ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Egeln. Das heutige Kirchenschiff wurde von 1856 bis 1858 erbaut, der Turm stammt aus frühgotischer Zeit. Beachtenswert ist die Orgel von 1858 von Adolf Reubke, die im Jahr 1923 von Wilhelm Rühlmann umgebaut wurde und heute 25 Register auf zwei Manualen und Pedal umfasst.Information auf organindex.de

Die katholische Herz-Jesu-Kirche befindet sich an der Ummendorfer Straße. Sie wurde 1896/97 im Baustil der Neogotik erbaut und gehört heute zur Pfarrei St. Marien mit Sitz in Oschersleben.

mini|Hof des Tischlereimuseums

Museen Das Tischlereimuseum Rüdiger Timme widmet sich der Geschichte des Tischlerhandwerks und der Holzverarbeitung. Es ist seit den 1990er Jahren der Öffentlichkeit zugänglich und befindet sich in einem alten Bauernhof an der Ostendstraße.

Verkehr Eilsleben liegt an der Bundesstraße B 245. Von der Autobahn A 2 erreicht man die Gemeinde über die Anschlussstelle Eilsleben.

Der Bahnhof Eilsleben (b Magdeburg) liegt an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg. Die Bahnstrecke Blumenberg–Eilsleben wird seit 2002 im Personenverkehr nicht mehr bedient, auch der Güterverkehr ruht seitdem.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Sabine Bode (* 1947), Journalistin Carla Bodendorf (* 1953), Leichtathletin

Persönlichkeiten mit Bezug zu Eilsleben Christa Ludewig (* 1953), Politikerin (CDU), Lehrerin in Eilsleben Frank Dreyer (* 1973), Versicherungsvertreter in Eilsleben, Skatweltmeister Dominique Schaak (* 1990), Autorennfahrer, Schulbesuch in Eilsleben

Literatur Kurt Bartels: Familienbuch von Eilsleben mit Ovelgünne (Landkreis Börde), 1720 – 1815. Leipzig: AMF 2010 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 55) Laura Dietrich et al.: LBK outpost of Eilsleben: hunter-farmer encounters in the borderlands of Early Neolithic Central Europe. Cambridge University Press, Cambridge 2026 (englisch)

Weblinks

Internetpräsenz der Gemeinde Eilsleben

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Börde Kategorie:Ort an der Aller Kategorie:Ersterwähnung 1145