mini|Büro und Lager der VDM Heinz Nickel Der Verlag Druckerei Medienvertrieb Heinz Nickel kurz VDM Heinz Nickel ist ein deutsches Verlagshaus und Buchhändler mit Sitz in Zweibrücken.
Der nach seinem Eigentümer, dem Verleger Heinz Nickel, benannte Verlag gibt ein größeres Programm an Büchern und mehrere Zeitschriften mit dem Schwerpunkt Modellbau, Fliegerei, Militaria heraus.
Zu VDM Heinz Nickel gehören auch der Bayerische Militärverlag, Schriften der Geschichte Mecklenburgs (SGM), Blessa Verlag (Belletristik), F-40 (die Flugzeuge der Bundeswehr), Biblio Verlag und der 2004 übernommene rechtsextreme Schild-Verlag.
Neben der eigenen Buchproduktion (Druckerei) existiert ein Buchvertrieb dessen Sparte „Zeitgeschichte“ auf die Kriegsgeschichte des Zweiten Weltkriegs ausgerichtet ist und teilweise in Fachkreisen als geschichtsrevisionistisch geltende Literatur anbietet.
Verlagsgruppe Dem allgemeinen Trend in der Verlagsbranche folgend, sind im letzten Jahren eine größere Zahl von Buchtiteln, einschließlich der Verlage, aus denen diese stammen, zum Teil des eigenen Angebots der Verlagsgruppe des Unternehmens von Heinz Nickel geworden.
Blessa-Gollenstein-Verlag (2002) Bayerische Militärverlag (2003) Schild Verlag (2004) F-40 Verlag (2012) Bremer Hauschild Verlag (2014) Biblio Verlag (2015) Schriften der Geschichte Mecklenburgs (SGM) (2016)
Verlagsprogramm
Zeitschriftenprogramm Der Verlag gibt folgende Special-Interest-Zeitschriften zu Luftfahrt, Modellbau und Militärgeschichte heraus: Internationales Militaria Magazin – Das aktuelle Magazin für Orden, Militaria und Militärgeschichte (erste Ausgabe 1990), JET & PROP – Flugzeuge von Gestern und Heute im Original und im Modell (erste Ausgabe 1991), Steelmaster – Rad- und Kettenfahrzeuge von Gestern und Heute im Original und Modell (erste Ausgabe 1994), Wingmaster – Luftfahrt, Historie, Modellbau (erste Ausgabe 1998).
Zeitweise erschien auch das Deutsche Soldatenjahrbuch, das vormals im Schild-Verlag veröffentlicht wurde, über VDM Heinz Nickel.Deutsches Soldatenjahrbuch in der Deutschen Nationalbibliothek
Buchprogramm
VDM Heinz Nickel Verlag 1991 publizierte der Verlag mit Unterstützung des Militärgeschichtlichen Forschungsamts (MGFA) einen Katalog einer Sonderausstellung des Militärgeschichtlichen Museums der Bundeswehr in Dresden zu deutschen Admiralen von 1848 bis 1945.Axel Turra, Manfred Hagenacker: Deutsche Admirale. Marinegeschichtliche Impressionen 1848 bis 1945. Ausstellungskatalog. Zweibrücken 1991.Christian-Wilhelm von Prittwitz und Gaffron: 100 Jahre Museum im Dresdner Arsenal (1897–1997). Eine Schrift zum Jubiläum. Armee-Sammlung, Arsenal-Sammlung, Königlich Sächsisches Armeemuseum, Sächsisches Armeemuseum, Heeresmuseum Dresden, Armeemuseum Dresden, Städtische Sammlungen Dresden, Armeemuseum der DDR, Militärhistorisches Museum Dresden, Dresden 1997, S. 233.
Spezielle Militaria-Themen werden vom Verlag ebenfalls verlegt. Beispielhaft: Jörg Nimmergut: Das Eiserne Kreuz 1813–1957. Geschichte des Auszeichnungswesens. Sonderausgabe. (1997). Nimmergut ist ein Quereinsteiger in der Ordenskunde.
Zu den Autoren zählen der 1963 geborene Maschinenbautechniker Sven CarlsenAutoreninfo DNB. Abgerufen am 26. Februar 2012 und der 1960 geborenen Kaufmann Michael MeyerAutoreninfo DNB. Abgerufen am 25. August 2021 die 1998 im Verlag Die Flugzeugführerausbildung der Deutschen Luftwaffe 1935–1945. Band I. Von der Grundausbildung bis zur Blindflugschule veröffentlichten.
In diese Reihe, wenn auch der Buchautor Thomas Fischer nur die Erlebnisse von Wilhelm Mohnke zusammenstellt, gehört auch das in der Schild-Verlag-Edition in zwei Auflagen 2007 und 2008 erschienene Buch Die Verteidigung der Reichskanzlei 1945. Kampfkommandant Mohnke berichtet.Dieses Werk basiert auf Aussagen des SS-Brigadeführers Mohnke und gibt laut Verlagsangabe „Interna aus der Machtzentrale des 3. Reiches preis“ (Angabe auf der Verlagsseite zum Buch)
Ein weiteres Beispiel ist Ausbildung und Einsatz eines Nachtjägers im II. Weltkrieg – Erinnerung aus dem Kriegstagebuch (VDM Nickel, 2006) von Heinz Rökker. Laut Verlagsbeschreibung des Buches ist Rökker ein „Ritterkreuzträger mit Eichenlaub, war Staffelkapitän der 2./Nachtjagdgeschwader 2. In diesem Buch schreibt er seine Erinnerungen nieder, die er in der Ausbildung und im Zweiten Weltkrieg erlebt hat. Es ist die Sicht eines Mannes, der wie viele seiner Generation von der Politik mißbraucht wurden, die im Einsatz aber ihre soldatische Pflicht erfüllten.“Angaben aus der Verlagsmeldung DNB. Abgerufen am 26. Juni 2012
Zu militärischen Themen, besonders zum Dritten Reich, veröffentlicht der Verlag Bücher, deren Autoren Laien im Fachgebiet Militärgeschichte sind und deren Zielgruppe im Bereich der militärischen Hobbybücher zu suchen ist. Hierzu gehört Jens Grützner, 1966 geborener IndustriekaufmannAutoreninfo DNB. Abgerufen am 25. August 2021 der über Kapitän zur See Ernst Lindemann – der Bismarck-Kommandant (2010) veröffentlichte. Der Verlag weist darauf hin, dass das Buch „[mit] der Unterstützung der Familie Lindemanns und überlebender Augenzeugen“ geschrieben worden sei. Es enthalte auch als „ein interessante[s] zeitgeschichtlichen Dokument ‚Lindemanns Tagebuch‘, das er als Korvettenkapitän während des Spanischen Bürgerkriegs verfasste, ein ausführliches Kapitel gewidmet. Zahlreiche Anmerkungen und viele bisher unveröffentlichte Fotos und Dokumente runden die Lebensbeschreibung dieses außergewöhnlichen Seeoffiziers ab.“Inhaltstext DNB
Schild Verlag Unter den vom Verlag selbst verlegten Büchern finden sich auch Werke von Kriegsteilnehmern, die im Dritten Reich als Kriegshelden verehrt wurden. Etwa das Buch Grenadiere des SS-Offiziers, HIAG-Funktionärs und verurteilten Kriegsverbrechers Kurt Meyer, das in vielen Auflagen zunächst 1957 im rechtsextremen Schild-Verlag erschien und mit der 11. Auflage 2006 bei VDM Heinz Nickel weiterverlegt wird. Dieses Buch gehört zur verheerendsten, apologetischen und tendenziösen Literatur ehemaliger SS-Militärs.Charles W. Sydnor Jr.: The History of the SS Totenkopfdivision and the Postwar Mythology of the Waffen SS. In: Central European History (1973), 6: pp 339–362 "Kurt Meyer's popular Grenadiere (Munich, 1957), is perhaps the boldest and most truculent of the apologist works, arguing flatly that the Waffen SS was never involved in the commission of criminal acts. Not all of the apologist literature, however, is so tendentious." (S. 341) truculent ist mit verheerend übersetzbar, die anderen Bedeutungen wären: grausam, grob, vernichtend, widerspenstig, wild www.leo.org
Die Publikationen des Schild-Verlages werden als „VDMedien SCHILD VERLAG“ weitervertrieben, darunter auch „Grenadiere“ des verurteilten Kriegsverbrechers Kurt Meyer, das 2006 auch in einer Neuauflage bei VDM Nickel erschien.
Buchhandlung und Antiquariat
Neben der eigenen Buchproduktion existiert ein Buchvertrieb dessen Sparte „Zeitgeschichte“ auf die Kriegsgeschichte des Zweiten Weltkriegs ausgerichtet ist und teilweise ebenso geschichtsrevisionistische Literatur anbietet.
Das Online-Angebot der Buchhandlung und des Antiquariats umfasste in der Vergangenheit in der Rubrik „Zeitgeschichte“ zahlreiche Angebote, die als einzelne Werke, deren jeweilige Autoren oder einschlägig bekannte Verlage dem geschichtsrevisionistischen Spektrum zuzuordnen sind.
Ein gleich mehrfach vertretener Autor ist Franz Kurowski. Er ist unter anderem mit seinem siebenbändigen Werk „So war der 2. Weltkrieg“. Das in der Erstauflage vom rechtsextremen Verleger Gert Sudholt für die Verlagsgesellschaft Berg, das heißt den rechtsextremen Druffel-Verlag initiierte Werk wurde von Hans Sarkowicz als „deutschnationale[s] Schlachtengemälde“ bezeichnet.Hans Sarkowicz: Publizistik der Grau- und Braunzone. In: Wolfgang Benz Hrsg.: Rechtsextremismus in Deutschland. Fischer Verlag Frankfurt Main (1994), S. 78. Jeder Band „So war der 2. Weltkrieg“ behandelt ein „Kriegsjahr“ ab 1939. 2007 erschienen die Bände 1–4 als Sonderauflagen beim Flechsig Verlag. 1939: Das Jahr der Entscheidung; 1940: Blitzkriege; 1941: Der Weg zum Weltkrieg; 1942: Die Welt im Krieg; 2008 folgten im gleichen Verlag die Bände 5–7 1943: Die Wende; 1944: Die Rückzüge; 1945: Der Zusammenbruch. (Einträge der DNB) Zwei weitere Bücher Kurowskis beschäftigen sich mit der militärischen Niederlage: Armee Wenck: Die 12. Armee zwischen Elbe und Oder – Endkampf um Berlin (erschienen beim Förderkreis für deutsche Geschichte) und Bedingungslose Kapitulation: Inferno in Deutschland 1945 (erschienen im Druffel-Verlag) sowie zwei über den Luftkrieg über Deutschland: Chronik des Bombenkrieges (erschienen im Motorbuch Verlag oder Flechsig-Verlag und Dresden – Februar 1945. Keith StimelyKeith Stimely ist bis 1984 ein namhafter Mitarbeiter (engl. „notable Staff“) des IHR. Webseite der Anti-Defamation League über das IHR aufgerufen am 14. März 2012 rezensierte Kurowkis Buch Bedingungslose Kapitulation im geschichtsrevisionistischen Journal of Historical Review des Institute for Historical Review, der weltweit führenden Organisation der Holocaustleugnung. Er bescheinigte dem Werk, dass es General history, from a revisionist perspective" betreibe.Reviewed by Keith Stimely. Journal of Historical Review, Band 5, Nummer 2, 3, 4 (Winter 1984), S. 420. Kurowskis Bücher zu den Luftangriffe auf Dresden weisen geschichtsrevisionistische Tendenzen auf und nutzen zum Teil längst von der Fachwissenschaft widerlegte Zahlen und Tatsachenbehauptungen, die teilweise noch auf Verlautbarungen des Propagandaministeriums zurückgehen.Lars-Broder Keil, Sven Felix Kellerhoff: Deutsche Legenden: vom "Dolchstoss" und anderen Mythen der Geschichte. Ch. Links Verlag, Berlin 2002. S. 136 Rezension bei PerlentaucherSven Felix Kellerhoff: Eine Null anhängen. Wie viele Menschen starben 1945 im Feuersturm von Dresden? In: Die Welt, 25. Januar 2005Matthias Meinhard: Der Mythos vom 'Alten Dresden' als Bauplan. In: Andreas Ranft, Stephan Selzer Hrsg. (2004): Städte aus Trümmern: Katastrophenbewältigung zwischen Antike und Moderne. Vandenhoeck & Ruprecht S. 175 onlineBastiaan Robert von Benda-Beckmann (2010): A German catastrophe? German historians and the Allied bombings, 1945 Kapitel 3: A Past becomes History. The professionalizing of military historiography of the air war in the Federal Republic since the 1970s online aufgerufen am 18. März 2012, hier S. 173, 174, 204, 206.Bastiaan Robert von Benda-Beckmann (2010): A German catastrophe? German historians and the Allied bombings, 1945 Kapitel 1: Putting the Allies on trial. Historical accounts of the Allied air war in the early Federal Republic, 1945–1970 online aufgerufen am 19. März 2012. S. 87f. (Darstellung zu Fullers Funktion für diese deutschen Autoren), S. 90 (Darstellung der politischen Zugehörigkeit Fullers), S. 91 (Hinweis auf die Nutzung von Fullers Aussagen bei Kurowski). Der rechtsextreme Arndt-Verlag ist mit mehreren Büchern vertreten: Hauptstadt der Bewegung – München 1939–1941, Bernhard Frank: Als Hitlers Kommandant – Von der Wewelsburg zum Berghof oder Henry Pedersen: Germanische Freiwillige – Als dänischer Waffen-SS-Mann an der Ostfront, Theodor Kellenter: Das Erbe Hitlers – Fortbestehende Bauwerke, Erfindungen, Gesetze und Verordnungen aus dem Dritten Reich – Ein Lexikon. Daneben finden sich der Winkelried-Verlag mit Eric Kaden: Das Wort als Waffe. Der Propagandakrieg der Waffen-SS und die SS-Standarte Kurt Eggers, oder Felix Steiner: General der Waffen-SS aus dem Deutsche-Stimme-Verlag sowie aus dem auf Verschwörungstheorien bekannten Kopp Verlag: Edgar Mayer & Thomas Mehner: Die Lügen der Alliierten und die deutschen Wunderwaffen – Das Dritte Reich, die Atombombe und der 6. August 1945. Im rechtsextremen DSZ-Verlag erschien 2005 Astrid Horns Glanzlichter deutscher Geschichte, Frank Bauer und Gert Pfeifers Erinnern – Bewahren – Nacherleben im Kurt Vowinckel-Verlag.