Alberschwende ist eine Gemeinde und ein Dorf mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Bregenz des österreichischen Bundeslands Vorarlberg.

Geografie Lage Alberschwende liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz südlich des Bodensees im Bregenzerwald, nordöstlich oberhalb von Dornbirn und südlich der Bregenzer Ach.

37 Prozent der Fläche sind bewaldet. Topografisch liegt Alberschwende auf der Alberschwender Passschwelle (702 bis 725 m ü. A.) zwischen den drei Bergen der Lorenaberge (Schneiderkopf, Brüggelekopf und Geißkopf). Die Lorenaberge sind der nördlichste Teil des Bregenzerwaldgebirges.

Alberschwende liegt am Schnittpunkt des Vorarlberger Rheintals und des Vorderen Bregenzerwaldes und ist mit Abstand der wichtigste Zugang zum Bregenzerwald über die Bregenzerwaldstraße.

Seehöhe Den höchsten Punkt bildet mit der Brüggelekopf, der Hausberg der Gemeinde, das Gegenstück dazu, der tiefste Punkt im Gemeindegebiet, findet sich mit im Flussbett der Bregenzerach. Der Dorfplatz im Dorfzentrum von Alberschwende liegt in

Gemeindegliederung Es gibt nur eine Ortschaft und Katastralgemeinde Alberschwende. Die vier Gemeindeteile sind Müselbach, Fischbach, Dreßlen und Hof. Hauptort ist das Dorf Alberschwende.

Nachbargemeinden mini|Grenzverlauf zwischen den Gemeinden Alberschwende und Langen/Doren

Die Gemeinde Alberschwende grenzt mit ihrem Gemeindegebiet an neun andere Vorarlberger Gemeinden. Acht davon liegen ebenfalls im politischen Bezirk Bregenz, nämlich Bildstein, Buch, Langen bei Bregenz, Doren, Langenegg, Lingenau, Egg und Schwarzenberg. Einzig die südwestlich von Alberschwende gelegene Stadt Dornbirn befindet sich in einem anderen politischen Bezirk, dem Bezirk Dornbirn. Die Beziehungen zu den einzelnen Gemeinden sind auf Grund der unterschiedlichen Verkehrsverbindungen verschieden.Gemeinde Alberschwende (Hrsg.): Alberschwende. Heimat zwischen Rheintal und Bregenzerwald. Eigenverlag, Alberschwende 1996, , S. 21ff.

Grenze zur Gemeinde Langen bei Bregenz Die gemeinsame Grenze verläuft über ein kurzes Teilstück von rund 450 Metern im Flussbett der Bregenzerach im äußersten Norden des Gemeindegebiets zwischen der Einmündung der Rotach und der Einmündung des Läuberbaches, der die Grenze zur Gemeinde Buch bildet. Zwischen den Gemeinden Alberschwende und Langen gibt es keine direkten Wegverbindungen.

Grenze zur Gemeinde Doren mini|Steg zwischen Alberschwende und Doren Die Bregenzerach bildet die Grenze zwischen Alberschwende und Doren im Teilstück zwischen der Einmündungen von Rotach und Weißach. Über den Fußgängersteg in Bozenau besteht eine direkte Verbindung. Diese ist jedoch für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Grenze zur Gemeinde Langenegg Zwischen Alberschwende und Langenegg bildet die Bregenzerach die Grenze zwischen der Einmündung der Weißach und der Einmündung des Bommerngrabens. Zwischen Langenegg und dem Dorf Müselbach besteht eine Straßenverbindung.

Grenze zur Gemeinde Lingenau mini|Lingenauer Hochbrücke Die Grenze verläuft auch hier entlang der Bregenzerach zwischen der Einmündung des Bommerngrabens und der Einmündung der Subersach in die Bregenzerach. Da sowohl die Gebiete der Gemeinde Alberschwende als auch Lingenaus seit frühester Zeit zum Kloster Mehrerau gehörten, gab es bereits früh eine Wegeverbindung über den Lingenauer Tobel. Zwischen 1964 und 1969 wurde die Lingenauer Hochbrücke als eine der größten Stahlbeton-Bogenbrücken Mitteleuropas erbaut. Die Hittisauer Straße verbindet über die 370 Meter lange Brücke Lingenau mit dem Dorf Müselbach.

Grenze zur Marktgemeinde Egg Für ein kurzes Stück bildet die Bregenzerach die Grenze zwischen Alberschwende und Egg. Ab der Einmündung des Vogelkähnerbaches folgt die gemeinsame Gemeindegrenze dem Bachverlauf, vorbei an den Parzellen Tuppen und Kaltenbrunnen bis zu seinem Ursprung am Brüggelekopf. Dieser Punkt ist gleichzeitig Grenzpunkt zur Gemeinde Schwarzenberg. Im Bereich von Tuppen verlässt die Bregenzerwaldstraße das Gemeindegebiet von Alberschwende und verläuft im Gemeindegebiet von Egg weiter. Im Bereich des Brüggelekopfes gibt es zahlreiche Forststraßen und Wanderwege als Verbindung zwischen den beiden Gemeinden. Einige Gebäude auf Egger Gemeindegebiet sind nur von Alberschwende aus erreichbar.Vorarlberg GIS

Grenze zur Gemeinde Schwarzenberg Ab der Quelle des Vogelkennerbaches verläuft der Grenzverlauf in einem anscheinend willkürlich gezogenem Grenzverlauf bis zur Parzelle Schwanteln. Ab dort verläuft die Grenze Richtung Nordwesten, entlang des Scheidbaches bis zur Einmündung in den Losenbach unterhalb der Parzelle Maltach. An dieser Stelle treffen die Gemeindegrenzen von Alberschwende, Schwarzenberg und Dornbirn aufeinander. Historisch bedeutsam ist der Weg über den Lorenapass. Heute sind alle Verbindungswege Forststraßen, Wanderwege oder Anrainerstraßen. Der Schwarzenberger Ortsteil Maltach ist nur über Alberschwende ans Straßennetz angeschlossen.

Grenze zur Gemeinde Dornbirn Ab der Grenze zu Dornbirn heißt der Grenzbach Stauderbach. Nach der Durchquerung des Staudertobels mündet der Bach in die Schwarzach. Ein kurzes Stück folgt die Gemeindegrenze der Schwarzach. Die Achrainstraße überquert im Bereich der Ortslage Achrain die Gemeindegrenzen.

Grenze zur Gemeinde Bildstein Die Grenze zwischen Alberschwende und Bildstein hat einen scheinbar willkürlichen Verlauf im Zickzack. Zuerst verläuft sie gegen Nordwesten Richtung Farnach, dann Richtung Nordosten bis zum Ursprung des Rotachbaches (auch Gfellerbach, vorbei an Abendreute. Der Grenzverlauf verläuft entlang des Baches bis zur Grenze mit der Gemeinde Buch. Die Bregenzerwaldstraße überquert die Gemeindegrenze im Bereich des Schwarzachtobels die Gemeindegrenzen. Auch die Schwarzachtobelstraße (L 7) Richtung Farnach verbindet Alberschwende mit Bildstein. Im Bereich des Farnachmoos ist eine weitere Verbindung. Der Alberschwender Ortsteil Bereute ist nur über Bildsteiner Gemeindegebiet erreichbar.

Grenze zur Gemeinde Buch Zwischen den Parzellen Rotach und Halder treffen sich die Gemeindegrenzen von Alberschwende und Buch im Rotachbach. Ab hier heißt der Bach Grenzgraben. Dieser wird im weiteren Verlauf zum Läuberbach. An dessen Mündung in die Bregenzerach treffen sich die Grenzen von Alberschwende, Buch und Langen bei Bregenz. Die Gemeinden sind durch die Bucher Straße (L 14) miteinander verbunden. Daneben gibt es nur einen weiteren Wanderweg als Verbindung.

Geotope, Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler Das Europaschutzgebiet Bregenzerachschlucht und das Naturschutzgebiet Farnachmoos befinden sich zum Teil in Alberschwende. Die Dorflinde bei der Kirche ist ein Naturdenkmal.

Klima

Geschichte Namensgeschichte Der Ortsname leitet sich ab von einer Rodung (Schwende) durch einen Alberich oder Albrich, der insofern im Rodungsnamen als erster Siedler Erwähnung fand. Alberschwende wird als Albrichsswendi in einer Schutzurkunde Papst Gregors IX. für das Kloster Mehrerau vom 23. Dezember 1227 erstmals urkundlich erwähnt. 1231 wird es in einer Päpstlichen Schutzurkunde als Albrichsuendi erwähnt. 1290 wird es in der Mehrerauer Zinsrodel als Albriswende, zehn Jahre später als Albrichsswendi genannt. Die Montforter Zinsrodel von 1379 spricht von Albrisschwendi.Gemeinde Alberschwende (Hrsg.): Alberschwende. Heimat zwischen Rheintal und Bregenzerwald. 1996, S. 46.

Alberschwende vor der Besiedelung Alberschwende war in den letzten 1,5 Millionen Jahren mehrmals von Eiszeiten betroffen. Das heutige Gemeindegebiet lag unter einer mehrere hundert Meter dicken Eisschicht. Vermutlich war das Hochälpele der nächstgelegene Punkt, der nicht von Eis bedeckt war. Während von den früheren Eiszeiten kaum gesicherte Informationen vorliegen, gibt es zur letzten Kältephase, der Würmeiszeit genauere Vorstellungen. Vor zirka 24.000 Jahren dürfte sich der Rhein- und Illgletscher so weit vorgearbeitet haben, dass sie das Gemeindegebiet von Alberschwende bedeckten. Der Höhepunkt dieser Eiszeit dürfte zwischen 18.500 und 17.500 Jahre vor der heutigen Zeit erreicht worden sein. Zu diesem Zeitpunkt reichte der Rheingletscher bis nach Singen und über die deutsche Donau hinaus. Der Rhein-Ill-Gletscher wurde, aus dem Walgau kommend, über den Sattel von Alberschwende in den Vorderwald abgedrängt. Auf dem Bödele stießen der Ill- und Bregenzerwaldgletscher zusammen. Die Obergrenze der eiszeitlichen Gletscher lag bei 1.350 Metern. Der nach Nordwesten schiebende Bregenzerwaldgletscher wurde im Gebiet von Alberschwende durch den Rhein-Ill-Gletscher angestaut. Über dem heutigen Alberschwende bildeten sich große, flache Firnflächen, die die Gletschermassen überdeckten. Vor ca. 17.000 Jahren begannen die Gletscher stufenweise abzuschmelzen. An den tieferen Rändern der abschmelzenden Eismassen bildeten sich Eisrandterrassen deutlich heraus, so etwa bei Vorholz, Tannen und Reute in 755 bis 690 Metern Seehöhe. Während die Gletscher langsam zurückgingen, bildete sich zwischen dem bei Müselbach stauenden Rhein-Ill-Gletscher und dem bereits zurückgegangenen Bregenzerwaldgletscher ein natürlicher Stausee. Der Abfluss erfolgte über Oberstaufen. Wenige Jahrhunderte später war der See durch zahlreiche Flüsse, etwa der Bregenzerach, großteils wieder aufgefüllt. Der Rhein-Ill-Gletscher bewegte sich Richtung Nordosten und räumte die Landschaft zwischen Bildstein und Fischbach aus. Die heute noch bestehenden Feuchtwiesen und Moore sind Relikte aus dieser Zeit.

Von den Anfängen der Besiedelung bis 1338 Besiedelung Als die Römer 15 vor Christus den Großteil Vorarlbergs in Besitz nahmen, lebten hier bereits zwei keltische Stämme: die Vindeliker sowie die Brigantier. Nach zweitgenanntem Stamm benannten die Römer ihr neu aufgebautes Handels- und Militärzentrum Brigantium, das heutige Bregenz. Die Einwohner dieser frühen Siedlung waren auf Lebensmittel aus der Umgebung angewiesen. Da das Alpenrheintal zu dieser Zeit dauernd überschwemmt wurde und der Rhein oftmals den Verlauf änderte, begannen die Römer auf die Flanken des Rheintals auszuweichen. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass die Römer in der damaligen Zeit das, dem Rheintal naheliegende Gemeindegebiet von Alberschwende, als Jagdgebiet nutzten. Es wird jedoch angenommen, dass bereits vor der Ankunft der Römer Teile des Bregenzerwaldes im Sommer zur Alpwirtschaft genutzt wurden. So stammen Flurnamen wie „Lorena“, „Bullersch“, „Subers“ oder „Schadona“ aus keltischer Besiedlungszeit.

Im Jahr 259 nach Christus eroberten und zerstörten die Alamannen Brigantium und das umliegende Land. Die kriegerischen Auseinandersetzungen dauerten etwa bis ins Jahr 400 vor Christus an. Während der Römerzeit wurde ein Großteil Vorarlbergs besiedelt und kultiviert. Vorerst war Alberschwende Jagd-, in späterer Zeit auch Alpgebiet. Nach den Wirren der Völkerwanderung wurde es noch vor dem Jahr 1000 dauerhaft besiedelt. In weiterer Folge eroberten zuerst die Goten und später die Franken Vorarlberg. Nicht bestätigt ist die Möglichkeit, dass sich schon zu jener Zeit einzelne Menschen in das Gebiet rund um Alberschwende zurückzogen, da die kriegerischen Auseinandersetzungen fast ausschließlich im Rheintal ausgetragen wurden. Trotzdem erfolgte die Besiedlung und allgemeine Landnahme erst einige Zeit später.

Während der Vorderwald vom Allgäu aus besiedelt wurde, erfolgte die Besiedelung in Alberschwende sowie dem gesamten Hinterwald aus dem Bregenzer Raum. Die Hauptsiedlungsroute dürfte über Wolfurt, Buggenegg und Roßgaß erfolgt sein, teilweise könnte die Besiedlung auch über Schwarzach und Farnach verlaufen sein. Damit ist Alberschwende Schlüsselpunkt der Besiedelung des Bregenzerwaldes. Es ist jünger als die Orte im Rheintal, jedoch älter als alle Siedlungen im Bregenzerwald.

Grafen von Bregenz