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Ensembles Ensemble Altstadt Scheinfeld mini|150px|Hauptstraße, Westseite, von Norden, 2021 mini|150px|Hauptstraße, Südabschnitt, von Norden mini|150px|Kirchstraße, von Osten Scheinfeld liegt in einer Talmulde der Scheine im Steigerwald, südwestlich unterhalb der Burg Schwarzenberg. Das Ensemble umfasst neben der Altstadt und dem Burgberg die Schwarzenberger Straße, eine Lindenallee, die als planmäßig im 17. Jh. angelegte Verbindungsachse den historischen Zusammenhang bis heute anschaulich widerspiegelt.
Scheinfeld wird in Quellen der Jahre 776/96 und 816 erstmals genannt. 1415 wurde Niederscheinfeld, wie man den Marktort seinerzeit nannte, Teil der Herrschaft Schwarzenberg und in diesem Zuge mit Gelnhäuser Stadtrecht ausgestattet. Erkinger von Seinsheim erwarb die Burganlage 1405/11, nannte sich ab 1433 nach Schwarzenberg und wurde so zum Stammvater des 1429 in den Reichsfreiherrenstand aufgestiegenen Adelsgeschlechts. Nach einem Brand 1607 wurde die im Kern ins 12. Jh. datierende Burg unter der Leitung des Augsburger Stadtbaumeisters Elias Holl weitreichend umgestaltet. 1669 entstand der Nordflügel, und anlässlich der Erhebung in den Reichsfürstenstand ließ man 1671 Befestigungsanlagen sowie den sog. Schwarzen Turm errichten. Er ist das Wahrzeichen der Anlage und dominiert auch das Stadtbild von Scheinfeld. Die Altstadt von Scheinfeld umgab bereits seit dem ersten Viertel des 15. Jh. ein kreisförmiger Befestigungsring mit drei Toren, Graben und Wall. Vom Oberen Tor und dem sog. Hebammenturm abgesehen, legte man diesen im 19. Jh. zwar weitgehend nieder; der ursprüngliche Verlauf der Stadtmauer aber ist im Verlauf von Bogenstraße, Lange Gasse sowie Innerer Wachgasse und Herzoggäßchen bis heute sehr gut nachzuvollziehen. Gleiches gilt für den ehem. Graben, dessen Freifläche spätestens seit dem frühen 19. Jh. Nutzgärten strukturieren, sowie für den ehem. Wall. Als äußerster Bestandteil der Befestigung folgte er einst auf den Graben und ist in der Wachgasse bis heute überliefert, die als schmaler Fußweg die Altstadt mit einem Abstand von circa 15 m vollständig umzieht. Die hohen Bruchsteinmauern im Bereich des westlichen Herzoggäßchens, die die nördlich angrenzenden Grundstücke von Würzburger Straße und Hauptstraße rückwärtig beschließen, zeigen, dass die Stadtmauer zumindest im Südwesten eine zweite, innere Mauer begleitete. Es handelte sich hier einerseits um die Feldseite der Stadt, in deren Rücken sich schützend die Burg erhebt, andererseits um die mitunter stattlichsten Grundstücke innerhalb der Mauern, mithin die vermögendsten Bürger Scheinfelds.
Die sternförmige Binnenstruktur der Altstadt resultiert aus den breiten Straßenräumen der beim Rathaus zusammentreffenden Kirchstraße, Würzburger Straße und Hauptstraße. Diese Anlage ist insbesondere für die Stadtbaukunst des 15. Jh. charakteristisch und in Scheinfeld in hoher baulicher Geschlossenheit erhalten. Darunter hat die vom Oberen Tor kommende, gerade geführte Hauptstraße marktartigen Charakter. Auf tiefen Grundstücken säumen sie, dicht gedrängt, zweigeschossige, zumeist giebelständige Fachwerkhäuser des 17./18. Jh.; ihre Fassaden sind bisweilen verputzt, die Dachlandschaft ist mit Sattel-, Mansard-, Halbwalm- und Walmdächern reich differenziert. An der Westseite der Kirchstraße erhebt sich inmitten einer platzartigen Ausweitung die 1766/67 nach einem Entwurf von Joh. Philipp Geigel anstelle eines spätgotischen Vorgängerbaus neu errichtete kath. Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Der Chor weist nach Westen, sodass die geschweifte Fassade mit gerundeten Ecken und vorspringendem Eingangsturm das Straßenbild beherrscht. Als einziger Monumentalbau innerhalb der ehem. Mauern ist sie bereits aus der Ferne gut zu erkennen und prägt das Bild der Altstadt entscheidend. Spätestens mit dem Bau der Kapelle St. Jodok 1605/06 wurde der bis dato die Stadtpfarrkirche umgebende Friedhof vor die Tore verlegt. Die Kirchstraße kennzeichnet eine Flucht bemerkenswert gut erhaltener, zum Teil reich dekorierter Bürgerhäuser, zweigeschossige, verputzte Fachwerkbauten des 18./19. Jh. Die im Westen und Osten anschließenden, kleinteiligen Strukturen lassen auf den sozial niedrigeren Stand der einstigen Bewohner schließen; in der Bogenstraße, wo sich seit 1651 eine Synagoge befand (1938 niedergebrannt), wohnten die Juden. Östlich außerhalb der Stadtmauer legte man im Spätmittelalter zur Versorgung der Feuerlöschbrunnen den großen Stadtsee an. Er erstreckte sich ursprünglich bis zur Schwarzenberger Straße, die hier beim Oberen Tor in die Hauptstraße mündet. Die Altstadt und Schloss Schwarzenberg optisch wie städtebaulich verbindende, ursprünglich vierzeilig bepflanzte Lindenallee war zentraler Bestandteil der Umformung der mittelalterlichen Burg zum fürstlichen Residenzschloss und stellt daher ein bedeutendes Zeugnis der Straßenbaukunst und Landschaftsgestaltung im Bayern des 17. Jh. dar. Im südlichen Abschnitt säumen sie seit um 1800 traufseitige, zweigeschossige Satteldachbauten im Stil des Klassizismus, ursprünglich Verwaltungsbauten bzw. Beamtenhäuser. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jh. setzte man die Bebauung gen Norden mit historistischen Villen und Gartenwohnhäusern fort, dazu kamen 1903 das ehem. Amtsgericht und das ehem. Gefängnis. Die Gebäude sind von der Straße deutlich zurückgesetzt und ordnen sich so dem barocken Straßenraum unter. Die Lindenbepflanzung beginnt auf der Höhe Schwarzenberger Straße 21 und 22a. Aktennummer: E-5-75-161-1.
Stadtbefestigung Die ehemalige Stadtbefestigung war einst eine dreitorige Anlage mit Bruchsteinmauerwerk, die wohl nach 1415 errichtet worden war. Sie wurde bis auf Oberen Turm, Hebammenturm und wenige kurze Mauerabschnitte im 19. Jahrhundert geschleift. Die heutige Wachgasse entspricht dem einstigen Mauerverlauf im Süden. Der Graben, im südöstlichen Bereich zwischen Herzoggäßchen und Wachgasse (Herzoggäßchen 11, 15 bis Wachgasse 4), ist gut erhalten. Aktennummer: D-5-75-161-1.
Baudenkmäler nach Gemeindeteilen
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Grappertshofen
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Oberlaimbach
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Schwarzenberg Burgbefestigung: Befestigungsmauer aus Bruchstein, im Südosten halbkreisförmiger Verlauf, schließt sechs Türme ein, zumeist Rundtürme mit oktogonalem Pyramidendach, in Untergeschossen mittelalterlich, Obergeschosse 17. Jahrhundert. Turmbezeichnungen im Uhrzeigersinn, begonnen im Südosten: Glocken- oder Uhrturm (), mit Zwiebelhaube Bauernturm () Stückturm (), mit halbrundem Grundriss mit Loggia und breiter Rundbogenöffnung Hungerturm () Kirchturm () Küchenturm () Aktennummer: D-5-75-161-136.
Gartenhäuschen im nordöstlichen Garten (), 18./19. Jahrhundert Gartenhäuschen im nordöstlichen Garten (), 18./19. Jahrhundert Gartenhäuschen im südlichen Garten (), 18./19. Jahrhundert Gartenhäuschen im südlichen Garten (), 18./19. Jahrhundert Gartenhäuschen im südöstlichen Garten (), 18./19. Jahrhundert
Thierberg
Unterlaimbach
Ehemalige Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Scheinfeld
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
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