„Der große Navigator – Gott ist auch nur ein Mensch“ ist ein 80-minütiger Dokumentarfilm, der 2007 in Deutschland entstand. Autorinnen sind die Filmemacherinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier, die durch Schotter wie Heu bekannt wurden und der Künstlergruppe „Böller und Brot“ angehören. Sujets sind die ostdeutsche Provinz und das Thema Glauben.

Entstehung und Veröffentlichung Der Film der Grimme-Preisträgerinnen, Grimme-Institut, Porträt der Preisträgerinnen, abgerufen am 23. Juni 2012., Grimme-Institut, Pressemeldung zur Preisvergabe 2012 vom 13. März 2012. wurde über den Zeitraum von fast einem Jahr auf DV und Super-16mm in Neubrandenburg, Schwerin, Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) und Bad Liebenzell im Schwarzwald gedreht. Der große Navigator wurde von der Produktionsfirma „Böller und Brot“ in Koproduktion mit dem ZDF (Das kleine Fernsehspiel) hergestellt. Das Projekt wurde von Medien und Filmförderung Baden-Württemberg, Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern sowie Akademie Schloss Solitude gefördert. Der große Navigator lief am 22. Dezember und 24. Dezember 2007 im ZDF in der Reihe „Das Kleine Fernsehspiel“. Kinostart war am 6. Dezember 2007 (Im Verleih GMfilms). auf der Datenbankseite des Verleihers GMfilms, abgerufen am 23. Juni 2012.

Inhaltliche Schwerpunkte Die Filmemacherinnen begleiten einen schwäbischen Christen in seinem neuen, ungewohnten Arbeitsgebiet bei Gesprächen mit Punks, Landratsangestellten und ehemaligen Sportlern., Lausitzer Rundschau vom 25. Februar 2009. Der evangelische Missionar Jakob Walter wird 1993 nach 22-jähriger Missionstätigkeit unter ehemaligen Kannibalen in Papua-Neuguinea nach Ostdeutschland versetzt. An verschiedenen Einsatzorten in Mecklenburg-Vorpommern stößt der Pietist von der Liebenzeller Mission an die Grenzen seiner pastoralen Möglichkeiten und hat angesichts seines Scheiterns selbst mit Glaubenszweifeln zu kämpfen.Matthias Heine: Ein Missionar in McPomm: „Der Große Navigator“, Die Welt online vom 8. Mai 2008. Der Dokumentarfilm lebt von vielen „klug-ironischen Metaphern und sagt über Glaubensfragen hinaus einiges über deutsch-deutsche Befindlichkeiten aus“. Arbeitsprinzip und Ideal der Autorinnen ist der „real existierenden Realismus“. Der Titel „Der große Navigator“ ist eine Anspielung auf das Navigationssystem, mit dem Jakob Walter durch Mecklenburg-Vorpommern fährt und auch eine Anspielung auf Gott.„Der große Navigator – Auf dem Lande“, F.A.Z. Nr. 286 / Seite 40 vom 8. Dezember 2007.

Handlung Mit Gott können die meisten Menschen in der einstigen Bezirksstadt Neubrandenburg nichts anfangen. Um ihnen näher zu kommen, spricht Walter die Leute in den unterschiedlichsten Lebensbereichen an: in Gymnastikgruppen, Spaßbädern und Einkaufszentren. Doch seine Fragen erscheinen hier lebensfremd. Dann versagt auch noch das Navigationssystem des Wagens, das den Mann zu den Landbewohnern führen soll. Nur über Umwege erreicht er sein Ziel auf dem Land. mini|Missionar Jakob Walter bei einer Taufe in Papua-Neuguinea

Zu Missionsarbeit des Hauptdarstellers, die er zwei Jahrzehnte in dem pazifischen Inselstaat verrichtete, gehörte auch praktisches Handwerk. Über 20 Kirchen hat er mit eigenen Händen gebaut. Die praktische Veranlagung kommt ihm bei seiner missionarischen Tätigkeit zwar auch zugute. Aber die Schwierigkeiten liegen auf der mentalen, atmosphärischen Ebene. Der Alltag von Walters Gesprächspartnern sind Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Angst und Armut. Sie wollen sich hart machen für den Daseinskampf. Mit dieser Abhärtung hat der Missionar zu kämpfen.

Walter verteilt das Kirchenblatt auf dem Wochenmarkt, doch kaum jemand will es haben. Die Frau vom Amt wehrt alle Versuche Walters ab, sich auf ein Glaubensgespräch einzulassen. Dazu hört man den Oktoberklub-Song: „Sag mir wo Du stehst“. In der zweiten Strophe heißt es darin: „Du gibst, wenn du redest, vielleicht dir die Blöße,/ noch nie überlegt zu haben, wohin. Du schmälerst durch Schweigen die eigene Größe. / Ich sag dir: Dann fehlt deinem Leben der Sinn!“Lutz Lichtenberger: „Der Dokfilm ‘Der große Navigator’ begleitet einen schwäbischen Missionar – Mit Gott in Ostdeutschland“, Berliner Zeitung vom 13. Mai 2008. Walter versucht – meist vergeblich – Jugendliche zur christlichen Disko einzuladen. Mittels Straßenumfrage strebt er Kontakte an. Gesammelte Kurzinterviews gehören zu einer wiederholten Methode des Filmes.

Kritik

Sonstiges Der Hauptdarsteller Jakob Walter verstarb nach längerer schwerer Krankheit am 12. Dezember 2008 in Neubrandenburg. vom 12. Dezember 2008.

Weblinks

Missionar und „Hauptdarsteller“ Jakob Walter im Interview mit pro-medienmagazin.de Internet-Präsenz des Dokumentarfilmes „Der große Navigator“ Trailer zum Film „Oase im Reitbahnviertel“ – Sozialmissionarisches Gemeindegründungsprojekt Jakob Walters in Neubrandenburg

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2007 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Deutscher Film