Glan-Münchweiler ist eine Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Oberes Glantal im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz, am Fluss Glan gelegen. Bis zum 1. Januar 2017 war sie Verwaltungssitz einer gleichnamigen Verbandsgemeinde. Glan-Münchweiler ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Geographie Die Gemeinde liegt im Nordpfälzer Bergland in einer Mulde des Glantals. Die beiden Ortsteile sind Glan-Münchweiler und Bettenhausen.

Geschichte

In der Römerzeit kreuzten sich an der Stelle des heutigen Glan-Münchweiler zwei Fernstraßen. Aus dieser Zeit stammen die sogenannten Viergöttersteine.

Der Ort wurde im Jahr 1296 als Munchwilr urkundlich erwähnt,Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 165. Bettenhausen als Bottenhusen im Jahr 1393.Martin Dolch, Albrecht Greule: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz. Speyer, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1991, S. 59. Im Jahr 1885 wurde Münchweiler am Glan in Glan-Münchweiler umbenannt.

Von 1468 bis Ende des 18. Jahrhunderts stand Glan-Münchweiler unter der Herrschaft der Adelsfamilie von der Leyen. Daran erinnert ein Straßenname im Ort.

In Vorbereitung auf den Frankreichfeldzug des Zweiten Weltkrieges wurde durch die Organisation Todt in Glan-Münchweiler das Führerhauptquartier Waldwiese errichtet. Dieses wurde zwar fertiggestellt, jedoch nie als Führerhauptquartier im eigentlichen Sinne genutzt. Inzwischen ist die Anlage komplett zurückgebaut.

Am 7. Juni 1969 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Bettenhausen aus dem Landkreis Kaiserslautern aus- und in den Landkreis Kusel eingegliedert. Gleichzeitig wurde aus den Gemeinden Glan-Münchweiler und Bettenhausen die heutige Ortsgemeinde Glan-Münchweiler neu gebildet. 1972 wurde der Ort Verwaltungssitz der neu geschaffenen Verbandsgemeinde.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Glan-Münchweiler besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne WGL Gesamt 2024 4 6 2 4 16 Sitze 2019 9 7 – – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 7 9 – – 16 Sitze 2009 7 9 – – 16 Sitze 2004 7 9 – – 16 Sitze

Bürgermeister Karl-Michael Grimm (SPD) wurde am 21. August 2019 Ortsbürgermeister von Glan-Münchweiler. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 64,44 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 56,7 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Grimms Vorgänger als Ortsbürgermeister waren Fred Müller (CDU), der das Amt von 2009 bis 2019 ausübte, und Hans Becker.

Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde liegt an der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel (Bahnhof Glan-Münchweiler) und an der Bundesautobahn 62 (Anschlussstelle Glan-Münchweiler).

Von 1904 bis 1981 war Glan-Münchweiler außerdem an die aus strategischen Gründen errichtete Glantalbahn angebunden, die bis kurz vor Altenglan gemeinsam mit der Strecke nach Kusel verlief. Auf dem südlichen Abschnitt Homburg–Glan-Münchweiler wurde der Personenverkehr 1981 eingestellt; bereits zuvor war dort der Güterverkehr zwischen Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler eingestellt worden. Ende der 1980er Jahre wurden die Gleise abgebaut.

Sehenswürdigkeiten mini|Viergöttersteine Neben einigen bedeutenden Kulturdenkmälern ist die Gemeinde auch für die sogenannten „Viergöttersteine“ bekannt. Sie sind heute neben der Protestantischen Kirche ausgestellt. Sie wurden 1771 entdeckt, als das Langhaus der Kirche erneuert wurde, wobei sie in das Fundament eingefügt waren. Sie weisen auf die römischen Ursprünge des Ortes hin.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Georg Heinrich Vogt (1809–1889), Pfarrer und Dekan, Abgeordneter des Bayerischen Landtags Julius Schwartz (1880–1949), Politiker (SPD, SPS) Julius Loßmann (1882–1957), Politiker (SPD) Armin Reichel (* 1958), Fußballspieler

Personen, die im Ort gewirkt haben bzw. wirken Johann Klinkner (1889–1972), Politiker (CDU), 1946 bis 1956 Bürgermeister in Glan-Münchweiler Otto Feick (1890–1959), Erfinder des Rhönrads, lebte einige Jahre in Glan-Münchweiler. Ihm zu Ehren hat die Ortsgemeinde ein Rhönrad als Denkmal im Kreisel der Bundesstraße 423 im Ortsteil Bettenhausen erstellt. Lorenz Harth (1913–2002), starb vor Ort Axel A. Weber (* 1957), ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank, verbrachte einen Großteil seiner Jugend in Glan-Münchweiler. Andreas Hartenfels (* 1966), Politiker (GRÜNE), besitzt im Ort ein Planungsbüro.

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Glan-Münchweiler Liste der Naturdenkmale in Glan-Münchweiler

Literatur

Weblinks

Ortsgemeinde Glan-Münchweiler auf den Seiten der Verbandsgemeinde Oberes Glantal Glan-Münchweiler bei regionalgeschichte.net

Einzelnachweise

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