Die Grünroute ist ein Radwanderweg von etwa 370 Kilometern Länge. Sie verbindet Düren in Deutschland mit Beringen in Belgien über Heerlen in den Niederlanden. Dabei führt sie durch Naturgebiete des ehemals größten Steinkohlereviers Europas. Sie ermöglicht, die Grünmetropole mit dem Fahrrad zu entdecken, und verbindet dabei Industriedenkmäler mit der neuen Naturverbundenheit der Region.

Charakteristik Die Grünroute führt von Düren über 370 Kilometer durch die Kreise Düren und Heinsberg sowie durch die Städteregion Aachen nach Niederländisch-Limburg und Belgisch-Limburg. Auf der Strecke kann man die von der ehemaligen Steinkohlegewinnung geprägte industrielle Folgelandschaft im Wandel der Strukturen neu entdecken. Die Route verläuft durch Wiesen-, Äcker- und Weidelandschaften, vorbei an begrünten und bewaldeten Naherholungsgebieten sowie Wasserläufen, ehemaligen Zechenstandorten und Halden. Sie ist weitgehend flach mit einigen hügeligen Abschnitten. Stärkere Steigungen sind nur kurz. Die Wege sind zumeist asphaltiert oder haben eine wassergebundene Oberfläche. Sie sind autofrei. Ab Stolberg kann man sich anhand des Knotenpunktsystems orientieren.

Streckenbeschreibung Die Beschreibung der Strecke erfolgt in mehreren Etappen. Sie folgt dabei der Unterteilung des ADFC und gibt die dort angegebene Charakteristik wieder. Der ADFC bezeichnet als leicht: 0–2 % Steigung für Ungeübte und Kinder, als mittel: 2–6 % Steigung für wenig Geübte, kurze oder mittlere Steigungen, als schwer: 6–10 % Steigung, Kondition erforderlich, auch längere Steigungen, als sportlich: Steigung mit mehr als 10 %, sehr gute Kondition erforderlich, längere und/oder extreme Steigungen.

Soweit das aus Belgien und den Niederlanden übernommene Knotenpunktsystem für die Radwegekennzeichnung eingesetzt wird, sind diese jeweils vermerkt (z. B.: Knotenpunkt (91, Stolberg)).

Düren – Aldenhoven Länge 28,3 km; Steigungen 159 Höhenmeter; Gefälle 131 Höhenmeter. Ca. 25 % der Strecke sind rennradgeeignet; der Rest für Tourenräder. ADFC-Schwierigkeitsgrad: leicht ca. 80 %; mittel ca. 9 %; schwer ca. 11 %. Verkehrsbelastung: keine bis geringe.

Die Grünroute startet am Bahnhof von Düren, führt durch die Innenstadt zum Markt und vorbei am Leopold-Hoesch-Museum zum Rurufer. Zusammen mit dem RurUfer-Radweg führt der Weg entlang der Rur bis Jülich, das nach ca. 19 km erreicht wird. Unterwegs besteht Anbindung an die Bahnhöfe Huchem-Stammeln, Selhausen, Krauthausen, Jülich-Selgersdorf und Jülich Forschungszentrum der Rurtalbahn. Auf der Strecke kann ein Abstecher nach Westen zum Braunkohletagebau Inden unternommen werden. Auf einer 12 km langen Schleife kann dieser umrundet werden, wobei der stählerne Aussichtsturm Indemann einen guten Rundumblick ermöglicht. Östlich des Weges in Niederzier liegt das „Haus Horn“, eines der letzten noch erhaltenen Wohnspeicherhäuser aus dem 17./18. Jahrhundert. Außerdem befindet sich dort die Wasserburg Niederzier, in der sich heute die Gemeindeverwaltung befindet. In Jülich bieten sich die Zitadelle aus der Renaissance und der Brückenkopf-Park aus napoleonischer Zeit für einen Besuch an. Auf den letzten ca. 8 km bis Jülich wird der Radweg auch von der Wasserburgen-Route begleitet. Von der Jülicher Innenstadt führt die Route entlang der Großen Rurstraße ans Rurufer und folgt diesem Richtung Süden. Nach nicht ganz zwei Kilometern wird die Rur nach einem Baggersee Richtung Westen verlassen und führt am Ortsrand von Kirchberg ins Braunkohletagebaugebiet Inden. Hier führt der Weg ca. zwei Kilometer entlang der wegen des Tagebaus umgeleiteten Inde, bevor er in nordwestliche Richtung nach Aldenhoven abbiegt, das nach weiteren zwei Kilometern erreicht wird. In Aldenhoven befindet sich das Ludwig-Gall-Haus. Benannt nach dem bekannten Sozialreformer, der 1791 in Aldenhoven geboren wurde, gehört das Haus zu den ältesten Gebäuden des Ortes. Ebenfalls hier befindet sich das Museum Bergmannshaus, ein Bergbaumuseum und Informationszentrum für Stein- und Braunkohle.

Aldenhoven – Eschweiler Länge 24,9 km; Steigungen 107 Höhenmeter; Gefälle 77 Höhenmeter. Ca. 13 % der Strecke sind rennradgeeignet; der Rest für Tourenräder. ADFC-Schwierigkeitsgrad: leicht ca. 75 %; mittel ca. 25 %. Verkehrsbelastung: keine bis geringe.

Vorbei am Freizeit- und Erholungsbad Römerpark verlässt der Radweg Aldenhoven, führt vorbei an Niedermerz und folgt einem bewaldeten Weg zum ca. 7 km entfernten Blausteinsee. Dieser entstand im Rahmen der Rekultivierung des ehemaligen Braunkohletagebaus Zukunft durch die Auffüllung des Tagebaurestlochs mit Oberflächenwasser und dient heute als Naherholungsgebiet für die umliegenden Städte. Die Route verlässt den See nach kurzer Zeit und führt über Fronhoven in östlicher Richtung zurück zur Inde, die nach 4,5 km erreicht wird. Mit ihr verläuft der Radweg über Lamersdorf und Weisweiler ins ca. 13 km entfernte Eschweiler. In Weisweiler und Eschweiler besteht Bahnanschluss. Von Lamerdorf ist leicht ein Abstecher zum Aussichtsturm Indemann möglich. Er liegt nur ca. 900 m abseits der Route auf der ca. 35 m hohen, rekultivierten Abraumhalde Goltsteinkuppe. Die 36 m hohe Stahl-Konstruktion bietet den Besuchern auf drei Ebenen einen Rundblick über das Umland und den in direkter Nähe liegenden Tagebau Inden. Kurz vor Weisweiler führt die Route am Haus Palant vorbei. Die heutige Hofanlage ist um 1600 im Stil der niederländischen Renaissance als quadratische Anlage erbaut worden. In ihr ist heute ein landwirtschaftlicher Betrieb untergebracht. Sie ist daher nicht zu besichtigen. In unmittelbarer Nähe liegt das weit sichtbare Braunkohlekraftwerk Weisweiler, in der die Kohle des Tagebau Inden verstromt wird. Das aus fünf Blöcken bestehende Kraftwerk hat eine Nennleistung von 2097 MW und dient der RWE AG als Grundlastkraftwerk. Von Eschweilers Altstadt sind heute noch einige sehenswerte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Am Markt liegt die Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul. Sie beherbergt die 125 Zentimeter hohe und 70 Kilogramm schwere Kalbslederpietà aus dem 14. Jahrhundert (um 1360). In Deutschland existieren nur zwei weitere Skulpturen diese Art.

Eschweiler – Herzogenrath Länge 39 km; Steigungen 377 Höhenmeter; Gefälle 386 Höhenmeter. Ca. 45 % der Strecke sind rennradgeeignet; der Rest für Tourenräder. ADFC-Schwierigkeitsgrad: leicht ca. 40 %; mittel ca. 60 %. Verkehrsbelastung: keine bis geringe.

Die Route verlässt Eschweiler führt vorbei am Talbahnhof Eschweiler durch den Stadtteil Röthgen, durchquert den Eschweiler Stadtwald und erreicht Oberstolberg (Knotenpunkt 91, Stolberg) nach circa 8,6 km. Dabei ist auf circa 5 km ein leichter Aufstieg mit 140 Höhenmetern bei 2 bis 3 % Steigung zu überwinden. In Oberstolberg befindet sich die Stolberger Altstadt. Sie reicht bis zu den Ursprüngen der Stadt zurück und bildet zusammen mit der Burg Stolberg den historischen Stadtkern. Mit Stolberg hat die Radroute Anschluss an die Bahnstrecke zum Hauptbahnhof Stolberg und von dort weiter Richtung Aachen und Köln sowie zur Euregiobahn. Mit dem Vichtbach verläuft die Radroute jetzt Richtung Norden durch mehrere Stolberger Stadtteile zum Knotenpunkt (87, Stolberg) in circa drei Kilometern Entfernung. Kurz vorher wird die Inde überquert, und circa 400 m nach dem Knotenpunkt wird ein Waldgebiet erreicht, durch das die Route bis zum 3 km entfernten Forthaus Schwarzenbruch führt. Kurz darauf quert der Radweg die Autobahn A44 und erreicht mit der Ortschaft Verlautenheide Aachener Stadtgebiet. Die Strecke läuft nun weiter durch Nirm, das zum Stadtteil Eilendorf gehört, und überquert mit der Nirmer Straße die Autobahn A544. Nach der Autobahn beginnt der Stadtteil Haaren, der durchquert wird. Entlang der Wurm am Rande der Innenstadt wird der große Kreisel am Europaplatz erreicht. Danach führt der Weg vorbei am Ludwig Forum für Internationale Kunst und durch den Kurgarten zur Altstadt. Die Entfernung vom Knotenpunkt 87 bis hier beträgt circa 13 Kilometer. Die Stadt Aachen bildet mit einer Reihe von Sehenswürdigkeiten sicherlich einen kulturellen Höhepunkt der Route. Sie bietet unter anderem den Aachener Dom, das Aachener Rathaus, das sogenannte Grashaus am Fischmarkt, das Haus Löwenstein am Markt sowie die Reste der Aachener Stadtbefestigung. Die letzten 400 m zum Markt sind als Stichstrecke ausgeschildert. Über diese führt dann der Weg aus der Stadt zurück zum Lousberg, der in circa einem Kilometer Entfernung erreicht wird. Die 264 Meter hohe, markante Erhebung im Norden der Stadt kann auf beiden Seiten auf der alternativ ausgeschilderten Route umfahren werden. Es geht danach weiter durch Wiesen und Felder zur Schleifmühle, die circa 3,5 km vom Marktplatz entfernt liegt. Danach wird die Autobahn A4 überquert und nach circa 3,5 km der Knotenpunkt (9, Würselen) und mit ihm erneut das Wurmtal erreicht. Der Weg folgt jetzt dem Lauf der Wurm durch Wiesen und kleine Waldstücke in leicht hügligem Gelände und erreicht nach circa 4,8 km über den Knotenpunkt (10, Herzogenrath) den Knotenpunkt (12, Herzogenrath). Von hier ist die Burg Wilhelmstein am anderen Wurmufer zu erkennen. Durch den Randbereich von Kohlscheid, das zur Stadt Herzogenrath gehört, wird das Wurmtal erreicht und nach circa 10 km Herzogenrath. Die letzten drei Kilometer werden von der Bahnstrecke Düren – Herzogenrath begleitet, außerdem werden die Knotenpunkte (13, Herzogenrath), (18, Herzogenrath) und (20, Herzogenrath) passiert. In der Stadt befindet sich die um 1100 erbaute Grenz- und Zollburg Burg Rode. Zwischen 1913 und 1978 diente die restaurierte Burg als Rathaus der Stadt Herzogenrath. Heute führt der Verein „Burg Rode Herzogenrath e. V.“ regelmäßige Veranstaltungen durch und bietet Führungen an.

Herzogenrath – Gillrath Länge 20,4 km; Steigungen 57 Höhenmeter; Gefälle 93 Höhenmeter. Ca. 50 % der Strecke sind rennradgeeignet; der Rest für Tourenräder. ADFC-Schwierigkeitsgrad: leicht ca. 95 %; mittel ca. 5 %. Verkehrsbelastung: keine bis geringe.