mini|Das von Paul Buchner entworfene Stallgebäude am Jüdenhof in einer Abbildung von 1680Paul Buchner (* Juni 1531 in Nürnberg; † 13. November 1607 in Dresden) war ein deutscher Architekt, Feldzeugmeister, Geometer, Tischler und Schraubenmacher aus Nürnberg.
Leben mini|Dresden Portal Schlossgasse Residenzschloss Kupferstich aus der Weckschen Chronik 1680 Buchner war der Sohn des Offiziers Georg Buchner (1508–1573).Vgl. Abschnitt zur Genealogie seines Sohnes, des Dichters August Buchner in der Neuen Deutschen Biographie: Borcherdt, Hans Heinrich: Buchner, Augustus. In: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 703–704. Online-Version. Zu den Lebensdaten Georg Buchners vgl. Genealogisches Handbuch Bürgerlicher Familien. Hrsg. v. Bernhard Koerner. Mit Zeichnungen v. Gustav Adolf Gloß, Bd. 69. Görlitz, 1930, S. 1–19. Er wuchs in Nürnberg auf und erlernte bei seinem Vetter Leonhard Danner das Tischlerhandwerk sowie die Schraubenmacherkunst. 1556 trat er in London in den Dienst der englischen Königin Elisabeth I. Seine Aufgabe bestand darin, Schraubenwerke herzustellen, die zur Zerstörung von Befestigungsanlagen eingesetzt werden sollten. 1557 holte ihn Herzog Emanuel Philibert von Savoyen nach Brüssel.
Empfohlen von Leonhard Danner, der für den sächsischen Hof militärisches Gerät lieferte, berief Kurfürst August von Sachsen Buchner 1558 nach Dresden. Anfangs stellte er Schraubenwerkzeuge her und wurde 1559 zum kurfürstlichen Werkmeister und 1563 zum Kommandanten des Dresdner Zeughauses ernannt. Dabei arbeitete er mit Caspar Vogt von Wierandt, einem erfahrenen Architekten und Oberzeugmeister, zusammen. Ab 1567 führte er die Oberaufsicht über den Ausbau der Dresdner Befestigungsanlagen. Aufgrund seiner umfassenden Kenntnisse in der Festungsbaukunst und der Waffentechnik wurde Buchner 1575 zum Haus- und Landzeugmeister ernannt. Damit war er zuständig für alle Befestigungsanlagen, Zeughäuser und Waffen in Sachsen. Paul Buchner war 1582 als Hauszeugmeister mit dem Statthalter Graf Burckhardt zu Barby, Kammermeister Hans Harrer und Johann Jenitz als Kammersecretarius Teil der Kurfürstlichen Verwaltung in Sachsen.Heinrich Kramm: Studien über die Oberschichten der mitteldeutschen Städte im 16. Jahrhundert. Sachsen, Thüringen, Anhalt. Teilbände I und II, In: Mitteldeutsche Forschungen; 87/I und 87/II, Böhlau, Köln 1981, S. 852, ISBN 3-412-04880-1. Regesta Imperii
1586 bis 1590 erbaute Paul Buchner das Stall- und Harnischkammergebäude unter Kurfürst Christian I.Esther Hoppe-Münzberg: Das Kurfürstliche Stall- und Harnischkammergebäude mit Langem Gang und Stallhof – eine neue Bauaufgabe im Komplex des Dresdner Residenzschlosses in: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen (Hrsg.): Das Residenzschloss zu Dresden. Band 2: Die Schlossanlage der Renaissance und ihre frühbarocken Um- und Ausgestaltungen. Petersberg 2019, S. 397–419. Für die diskutierte Beteiligung des Baumeisters Hans Irmisch an Entwurf oder Baugeschehen gibt es nach der aktuellen Forschungs- und Quellenlage keine Grundlage. Esther Hoppe-Münzberg, 2019 (S. 404).
Buchner verstarb 1607 in Dresden und wurde auf dem Frauenkirchhof beigesetzt.
Der Medailleur Tobias Wolff fertigte eine Porträtmedaille von Paul Buchner an, die ihn im Alter von 49 Jahren zeigt.Die undatierte Medaille befindet sich im Bestand des Kunsthistorischen Museums Wien, Münzkabinett, eine Abbildung ist in der Deutschen Digitalen Bibliothek zu finden: Abbildung der Medaille
Verheiratet war Paul Buchner mit Maria Kröß, Tochter des kursächsischen Kammerdieners und Dresdner Bürgermeisters Bastian Kröß. Er war der Vater des berühmten Gelehrten August Buchner.
Rezeption Richard Steche zu Paul Buchners Wirken:
Fritz Löffler beurteilt Paul Buchner wie folgt:
Werk Mitarbeit am Dresdner Zeughaus 1559–1563 (nach mehrfachen Umbauten heute Albertinum, Dresden) Umbau Wilsdruffer Tor Dresden 1568 Pulvermühle Dresden 1574/75 Umbau der Wasserburg Gommern zum Jagdschloss ab 1578 Stallgebäude und Stallhof (1586–1589) des Dresdner Schlosses (Johanneum, heute Verkehrsmuseum Dresden) Altes Schloss Zabeltitz 1588–1598 Ausbau der Festung Königstein ab 1589 (Torhaus, Altes Zeughaus, Gardehaus, Christiansburg) Pirnaisches Tor Dresden 1590/91 altes Gewandhaus Dresden 1591
mini|Buchnerstraße, Dresden
Ehrungen Die Buchnerstraße in Dresden-Strehlen ist nach Paul Buchner benannt.
Literatur
Bernhard Körner (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch. Band 69, Darmstädter Geschlechterbuch, C. A. Starke, Görlitz 1930, S. 5 1. Dezember 2006.
Weitere Literatur Franz Richard Steche: Hans von Dehn-Rothfelser. Ein Beitrag zur Kunstgeschichte Sachsens, Verlag E. Blochmann & Sohn, Dresden 1877. Zugleich Inaugural-Dissertation der philosophischen Facultät Leipzig S. 36–43. Online
Weblinks
Einzelnachweise
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