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mini|250px|Alte Ansichtskarte: Monheims oberer Marktplatz
Ensembles Ensemble Marktplatz
Der mäßig lange und relativ breite, von Süden nach Nordosten in leichter Krümmung verlaufende Marktplatz bildet mit seiner Begrenzung durch das Donauwörther Tor im Süden und das Weißenburger Tor im Norden den Kern der Stadt Monheim und ist ein Ensemble.
Der etwa 240 Meter lange, zwischen die beiden Stadttore eingespannte Teil der Hauptverkehrsader, die bereits im Mittelalter Augsburg mit Nürnberg verband, erweitert sich innerhalb des ehemals ganz ummauerten Bereichs straßenplatzartig und dokumentiert die ursprüngliche Bedeutung dieser Hauptverkehrsachse, Markt- und Handelsstraße. Die Häuser des Marktes stehen nicht nur auf mittelalterlichem Grundriss, sie bergen zum Teil noch einen mittelalterlichen Kern und verweisen im Aufrissbild auf einen kleinstädtisch-gewerblichen Funktionszusammenhang.
Um den vermutlich im 14. Jahrhundert abgesteckten Straßenmarkt hatte sich zu dieser Zeit eine Siedlung entwickelt, in unregelmäßiger Rundform ummauert, ursprünglich entstanden aus einer bayerischen Gründung des 7./8. Jahrhunderts, dann Dorf mit Eigenkloster, der Ort Monheim bis ins 13. Jahrhundert gemeinsamer Besitz dieses Klosters und des Bischofs von Eichstätt, gelegen in der Grafschaft Graisbach. Die Übertragung der Reliquien der Hl. Walburga von Eichstätt nach Monheim rief in dem Ort eine berühmte Wallfahrt hervor und hatte eine Weiterentwicklung des Dorfes an der Straße Donauwörth-Weißenburg zur Folge. mini|Historische Ortsansicht von Monheim Um 1330/40 schließlich erhielt Monheim Stadtrecht durch die Grafen von Oettingen, die das eichstättische Lehen erworben hatten. Im Laufe des 14. Jahrhunderts haben Stadtherrschaft und Landeshoheit über Monheim wiederholt gewechselt, 1397 kommt es an die Herzöge von Bayern, 1505 an das damals neugegründete Fürstentum Pfalz-Neuburg, wo es bis 1808 verblieb. 1523 war die Verlegung des Landgerichtssitzes von Schloss Graisbach nach Monheim erfolgt; für den pfalz-neuburgischen Pfleger und Landvogt des Pflegamts Graisbach-Monheim entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts das Schloss am nordöstlichen Ende des Straßenmarktes. Mit der Verlegung des Kastenamtssitzes 1750 ist Monheim endgültig Verwaltungsmittelpunkt des pfalz-neuburgischen Amtes.
Obwohl Monheim heute zum Teil Ackerbürgerstadt ist, sind die Häuser doch meist zweigeschossig mit kleinstädtischem, nicht ländlichem Charakter. Ausschlaggebend dürfte das bis ins späte 18. Jahrhundert umfangreich entwickelte Nadlerhandwerk gewesen sein, ein für die Stadt einträgliches Gewerbe. Der nach Nordosten leicht abfallende und sich verengende Marktplatz ist mit giebelständig zur Straße stehenden Häusern bebaut, wobei sich die Giebelfronten axial der Krümmung anpassen, also nicht gestaffelt, sondern parallel zur Straßenführung verlaufen. Die vorwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammenden Bauten sind meist verputzt, vereinzelt ist auch Fachwerk vertreten. Die Bebauung ist relativ geschlossen, aber unregelmäßig infolge unterschiedlicher Giebel- und Stockwerkshöhen, Vor- und Rücksprünge der Fronten. Das nordwestlich stehende Rathaus, ein stattlicher dreigeschossiger Walmdachbau, dominiert über die Bauten mit kleinstädtischem Gepräge. Abschließende Markierungen des Straßenplatzes bilden das südliche Donauwörther Tor mit seinem steilen Giebeldach und das barock übergangene nördliche Weißenburger Tor, das stilistisch dem repräsentativen Schlossbau angeglichen ist, der sich ihm nach Osten hin anschließt.
Aktennummer: E-7-79-186-1
Stadtbefestigung
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Ehemalige Baudenkmäler
Abgegangene Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Monheim (Schwaben)
Anmerkungen
Literatur Georg Lill (Hrsg.), Adam Horn (Bearbeiter): Die Kunstdenkmäler von Bayern. Landkreis Donauwörth. In der Reihe: Die Kunstdenkmäler von Bayern. Die Kunstdenkmäler von Schwaben. Band III. Landkreis Donauwörth. R. Oldenbourg Verlag, München 1951.
Weblinks
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