Die folgende Liste führt die bekanntesten Werke (Bauwerke, Inneneinrichtungen, Einzelobjekte usw.) des Aachener Baumeisters Johann Joseph Couven (1701–1763) auf, soweit sie sich anhand der Quellen zuordnen lassen. Sofern keine neueren Erkenntnisse dagegen sprechen, bezieht sich die Auswahl auf die Auflistung von Joseph Buchkremer in dessen Publikation: Die Architekten Johann Joseph Couven und Jakob Couven in der Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, in der einzelne Bauten exemplarisch näher beschrieben sind. Ein Großteil der Bauwerke Johann Joseph Couvens wurde im Zweiten Weltkrieg durch den Bombenhagel zerstört, teilweise wieder aufgebaut oder in Teilen transloziert.
Erhaltene Gebäude (Auswahl) Bürgerhäuser Bezeichnung Lage Bauzeit Beschreibung Bild Wylre’sches Haus Aachen, Jakobstraße 35 () ab 1735 auch Haus Heusch oder Palais Heusch nach der Aachener Familie Heusch genannt. Zeitgemäße Renovierung des von Laurenz Mefferdatis entworfenen Hauses, vor allem der Fassade, der barocken Innenausstattung und des Balkongitters. Weiterführung des begonnenen Umbaus nach Johann Joseph Couvens Tod durch den Sohn Jakob Couven 120px|Wylre’sches Hausweitere Bilder Gartenhaus Mantels Aachen, Lousberg () 1737 auch Kerstenscher Pavillon genannt, ursprünglich am Annuntiatenbach Nr. 20, 1905 bis 1907 zusammen mit der Freitreppe, dem Brunnen und der barocken Zaunanlage zum Lousberg transloziert 120px|Kerstenscher Pavillonweitere Bilder Gartenhaus Nuellens Aachen, jetzt Kurpark Burtscheid () 1740 auch Nuellens-Pavillon genannt, ursprünglich für den Tuchmacher Johann Heupgen im Garten des Grundstückes Friedrich-Wilhelm-Platz 6 errichtet, von 1840 bis 1927 als Gartenpavillon des Hotel Nuellens genutzt, 1927 in den Garten des Hauses Fey, Seilgraben 34 versetzt. Nach dessen Zerstörung am 14. Juli 1943 wurde der Gartenpavillon 1961 im Burtscheider Kurpark wieder aufgebaut, die dazugehörige Treppenanlage befindet sich nach wie vor im Garten vom Grundstück Seilgraben 34. 120px|Gartenhaus Nuellensweitere Bilder Stadtpalais (Museum) d’Ansembourg Lüttich (B) 1738–1741 erbaut für den Bankier Michel Willems, Architektur und dekorative Kunst im Lütticher Régence-Stil 120px|Musée d'Ansembourgweitere Bilder Haus Grand Ry/Mennicken/Signon Eupen (B), Werthplatz 1–3 1741–1744 ehemaliges Kaufmannshaus für die Familie Jean Gilles Grand Ry. Der massige, strenge dreigeschossiger Bau mit einem eleganten dreiflügeligem Innenhof ist Couvens größtes Bürgerhaus in Eupen. Frontseite mit 39 Stichbogenfenster, einer geschwungenen Freitreppe und halbrunden Giebel mit dem Relief der Fortuna 120px|Haus Signonweitere Bilder Quirinusbad Aachen, Hof 7 1745 errichtet auf den Fundamenten des alten Blasius-Spitals, Innenausbau durch Couven, um- und neu aufgebaut durch Adam Franz Friedrich Leydel im Jahr 1825 120px|Quirinusbad Haus Nispert Eupen (B), Nispert 18 1747 Umgebautes Herrenhauses mit Stallungen und Wirtschaftsgebäude des Färbereibesitzers Erich Adolf Goertz, eingebettet in einer barocken Parkanlage 120px|Haus Fettweiss mit Kapelle weitere Bilder Haus Vercken Eupen (B), Marktplatz 1 1752 dreigeschossiges Haupthaus mit anliegendem Schererwinkel für den Tuchkaufmann Leonhard Vercken. Verknüpfung französischen Régence-Stils mit süddeutschem Barock. Schönstes erhaltenes Bürgerhaus Couvens in Eupen, seit 1857 Kloster der Franziskanerinnen von der Heiligen Familie), daher auch Klösterchen genannt 120px|Haus Verckenweitere Bilder Haus zum Horn Aachen, Jakobstraße 24 () 1757 Teil der damaligen Nadelfabrik Chorus, zweiachsiger Erweiterungsbau für den Nadelfabrikanten Cornelius Chorus, gilt aufgrund seiner vertikal ausgerichteten Proportionen und der feinen Fensterprofilierungen als ein edles Beispiel des Aachener Rokokos zentriert|120px|Haus zum Horn Haus Grand Ry Eupen (B), Klötzerbahn 32 1760–1763 bürgerliches Spätwerk Couvens als französische Hofanlage für den Tuchfabrikanten Nicolas Joseph Grand Ry, heute Regierungssitz der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens 120px|Haus Grand Ryweitere Bilder Wohnhaus Aachen, Großkölnstraße 78 Mitte 18. Jh. 120px|Großkölnstraße 78 Wohnhaus Aachen, Jakobstraße 1 Mitte 18. Jh. nur Teile erhalten geblieben 120px|Jakobstraße 1 Wohnhaus Aachen, Jakobstraße 6 Mitte 18. Jh. 120px|Jakobstraße 6 Wohnhaus Aachen, Jakobstraße 16 Mitte 18. Jh. 120px|Jakobstraße 16 Wohnhaus Aachen, Jakobstraße 88 Mitte 18. Jh. 120px|Jakobstraße 88 Wohnhaus Aachen, Kockerellstraße 22 Mitte 18. Jh. dreigeschossiges und vierachsiges Wohnhaus mit barocker Fassade. Backsteinbau mit Gewänden aus Blaustein. 120px|Kockerellstraße 22 Wohnhaus Aachen, Krämerstraße 1 Mitte 18. Jh. Umbau; eingebaute Nische der abgerundeten Hausecke zur Aufnahme einer zierlichen Madonnenfigur. Nach oben abgeschlossen von einer Muschel und einem Baldachin, nach unten von einer schmiedeeisernen Konsole und einem Rokoko-Ornament 120px|Krämerstraße 1 Wohnhaus Aachen, Mörgensstraße 5 Mitte 18. Jh. ehemaliges Stadthaus der Familie Moirke (stellte mehrere Bürgermeister der Reichsstadt Aachen). Später Teil der Tuchfabrik C. Nellessen, J. M. Sohn 120px|Mörgensstraße 5 Wohnhaus Aachen, Münsterplatz 19 Mitte 18. Jh. 120px|Münsterplatz 19 Wohnhaus Aachen, Münsterplatz 20 Mitte 18. Jh. 120px|Münsterplatz 20 Wohnhaus Aachen, Neupforte 24–26 Mitte 18. Jh. 120px|Neupforte 24–26 Wohnhaus Aachen, Rosstraße 9 Mitte 18. Jh. 120px|Rosstraße 11 Wohnhaus Burtscheid, Altdorfstraße 35 Mitte 18. Jh. 120px|Altdorfstraße 35
Schlossanlagen Bezeichnung Lage Bauzeit Beschreibung Bild Schloss Thor Astenet, Nierstraße 5 (B) 1733 Couven errichtete für die Walhorner Familie Heyendal den Toreingang zum Gut, was dem ganzen Anwesen nun den Namen Haus Thor bzw. Château Thor verlieh. Schlussstein des Bogens zeigt zur Straßenseite hin das Wappen der Heyendals und die Jahreszahl 1733 120px|Torhaus Schloss Thor Schloss Neuburg (Limburg) Gulpen-Wittem (NL) 1733–1735 Schlossgebäude erbaut von Johann Conrad Schlaun. Couven führte die Bauaufsicht und entwarf die beiden turmbewehrten Seitenflügel und einen hinteren Flügel 120px|Schloss Neuburgweitere Bilder Schloss Lemiers Lemiers (NL) vor 1750 Toranlage, Brücke und Gartenmauer im Louis-seize-StilEintrag Kasteel Lemiers auf rijksmonumenten.nl (ndl.) 120px|Eingang Schloss Lemiersweitere Bilder Schloss Jägerhof Düsseldorf 1748–1763 Planung und Umsetzung eines repräsentativeren Jägerhofs im Stil eines Lustschlosses des Rokoko im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor von Pfalz und Bayern. Ein erster Entwurf Couvens von 1749 sah ein dreigeschossiges Gebäude mit mittlerem Turm und Flügelbauten vor, um das die Düssel geleitet werden sollte. Der Oberbaudirektor Nicolas de Pigage setzte jedoch nur einen Teil der ursprünglich geplanten Baumaßnahmen um. So wurde das Gebäude 1762 ohne Seitenflügel fertiggestellt 120px|Schloss Jägerhof um 1860weitere Bilder Gut Kalkofen Aachen, Talbotstraße 33–37 () 1750–1753 Umbau zum Lustschloss im Auftrag von Johann von Wespien. Couven behielt den nahezu quadratischen Grundriss Kalkofens bei und bezog ältere Teile wie Türme und Umfassungsmauer in den Neubau ein. Lediglich den nördlichen Teil der nordöstlichen Ringmauer ließ Couven niederlegen, um vom Herrenhaus den Blick auf ein neues Gartenparterre freizugeben 120px|Gut Kalkofen – Eingangsbereich um 1900weitere Bilder Schloss Breill Geilenkirchen 1754 einziges Bauwerk Couvens im Kreis Heinsberg. Umbau des zweigeschossigen barocken Flügels mit markantem Mansarddach sowie des Gartens für den Statthalter des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, dem Grafen Johann Ludwig von Goltstein 120px|Schloss Breillweitere Bilder Schloss Genhoes Valkenburg aan de Geul (NL) Mitte 18. Jh. Torhaus mit Brücke und Anbauten 120px|Schloss Alt-Valkenburg
Sakrale Bauten Bezeichnung Lage Bauzeit Beschreibung Bild St. Agatha Eys (NL) 1732–1734 Im Auftrag von Graf Ferdinand von Plettenberg im barocken Stil nach einem Entwurf des westfälischen Architekten Johann Conrad Schlaun errichtet. Couven beteiligte sich mit eigenen Teil-Entwürfen und führte die Bauaufsicht. Bauausführung durch das Bauunternehmen Franz und Paul Klausener 120px|St. Agathaweitere Bilder Kirche des Klosters Wittem Wittem (NL) 1732–1734 Im Auftrag von Graf Ferdinand von Plettenberg als Schlosskapelle und Regionalkirche zusammen mit dem zugehörigen Kloster nach einem Entwurf von Johann Conrad Schlaun errichtet. Couven beteiligte sich mit eigenen Teil-Entwürfen und führte die Bauaufsicht. Bauausführung durch das Bauunternehmen Franz und Paul Klausener 120px|Kloster Wittemweitere Bilder St. Johann Aachen-Burtscheid () 1736–1741 (Westturm), 1748–1754 (Chor) Bau einer neuen Abteikirche. Nach mehreren Entwürfen entschied sich Couven für ein kurzes Langhaus mit einer Zentralkuppel sowie einem vorgelagerten viergeschossigen quadratischen Westturm mit abgeschrägten Dachkanten an der Turmhaube. Bauausführung durch das Bauunternehmen Franz und Paul Klausener 120px|St. Johann, Burtscheidweitere Bilder St. Michael Aachen-Burtscheid () 1747–1763 Bis auf den Turm Neubau des alten baufälligen Bauwerkes als barocke dreischiffige Pfeilerbasilika. Durch Kostensteigerung vereinfachte Ausführung von Couvens ursprünglichen Plänen. Bauausführung durch das Bauunternehmen Franz und Paul Klausener. Innenausstattung, im Besonderen Hochaltar, Tabernakelaltar und Kommunionbank, ebenfalls nach Entwürfen Couvens um 1751 errichtet 120px|St. Michael, Burtscheidweitere Bilder Kapelle Enthauptung Johannes des Täufers Eupen (B), Nispert 18 1747 Neubau der dem Haus Nispert angegliederten Johanneskapelle sowie komplette Innenausstattung nach Couvens Plänen 120px|Haus Fettweiss mit Kapelleweitere Bilder Annakirche Aachen, Annastraße () 1748–1749 Um- und Erweiterungsbau der Klosterkapelle der Benediktinerinnen aus dem Jahre 1532 zu einer KlosterkircheGeschichte der Annakirche in Aachen 120px|Annakirche – Straßenansichtweitere Bilder Kloster Sinnich Teuven (B) 1750–1754 Torbau, Vorgiebel und Fassade nach Entwürfen CouvensPorträt Schloss Sinnich 120px|Schloss und Kloster Sinnich Johannes der Täufer-Kirche Oud Valkenburg 1757 Chor und Teile der Innenausstattung von CouvenPorträt Johanneskirche Alt-Valkenburg (ndl.) 120px|Johanneskirche Alt Valkenburgweitere Bilder Kloster Munsterbilzen Munsterbilzen (B) 1757–1759 Um- und Erweiterungsbau im Louis-seize-Stil im Auftrag der Äbtissin Antoinette Gräfin von Eltz-Kempenich (1756–1771) 120px|Abteigebäude Kloster Münsterbilzenweitere Bilder Stift St. Gerlach Houthem bei Valkenburg aan de Geul (NL) 1759–1763 von Laurenz Mefferdatis erbaute barocke Klosteranlage, die dem Grab des Gerlach von Houthem (1100–1177), Heiliger, Ritter und Einsiedler in Houthem bei Valkenburg, gewidmet wurde. Erweiterungsbau(ten) als Gemeinschaftswerk von Vater und Sohn Couven: Johann Joseph Couven wird das Ökonomiegebäude, seinem Sohn der Pachthof zugeschrieben, wobei es sich dabei auch um ein und dasselbe Gebäude handeln kannDe Pachthof van Houthem Sint Gerlach (ndl.) (siehe Bilderstrecke)ausführliche Beschreibung St. Gerlach auf dbnl (ndl.) 120px|Hotelgebäude und Klosterkirche St. Gerlachweitere Bilder Roskapellchen Aachen, Rosstraße o. Nr. 1758/1759 Buchkremer schreibt das Roskapellchen Johann Joseph Couven zu, andere Quellen Laurenz Mefferdatis, der aber im Entstehungsjahr bereits verstorben war. 120px|Roskapellchenweitere Bilder
Abgegangene Gebäude