Die Rechte – Partei für Volksabstimmung, Souveränität und Heimatschutz (Kurzbezeichnung DIE RECHTE) war eine rechtsextreme und neonazistische KleinstparteiKonrad-Adenauer-Stiftung: 2018. in Deutschland. An der Gründung der Partei am 27. Mai 2012 waren hauptsächlich ehemalige Mitglieder der inzwischen aufgelösten Deutschen Volksunion, die im Mai 2012 mit der NPD fusioniert hatte, beteiligt. Eine zentrale Rolle spielte der aus Kameradschaftskreisen bekannte Neonazi Christian Worch. Wegen dieser und anderer personeller Überschneidungen wird ihr von verschiedenen Gruppen vorgeworfen, im Ruhrgebiet eine Nachfolgeorganisation des verbotenen neonazistischen Nationalen Widerstands Dortmund (NWDO) zu sein.Warum „Die Rechte“ in Dortmund Sammelbecken für Autonome Nationalisten sein darf. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 10. Januar 2014. Im März 2025 gab die Partei ihre Auflösung bekannt. Einige bekannte Kader traten im Anschluss der 2023 neugegründeten NPD bei.
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Die Partei sah sich als Alternative zu bestehenden rechtsextremen Parteien in Deutschland und gab an, „weniger radikal als die NPD“, aber „radikaler als die REPs und die PRO-Bewegung“ zu sein. Da diese Parteien, so Die Rechte, es nicht schafften, sich klar zu positionieren, sei mit ihnen „nicht wirklich viel anzufangen“. Das Parteiprogramm sei grundsätzlich von der nicht mehr existierenden DVU übernommen, allerdings laut Worch „in etlichen Punkten […] sprachlich wie inhaltlich modernisiert und ergänzt“.Friederike Hunke: Braune Kopie www.sueddeutsche.de, 31. Juli 2012Philipp Wittrock, Florian Diekmann, Christina Hebel: Neue Rechtspartei will NPD ersetzen. www.spiegel.de, 27. Juli 2012. Die Rechte wurde jedoch bei diversen politischen Beobachtern als offen neonazistisch und noch radikaler als die NPD eingestuft.. 25. November 2014.
Die Partei sprach sich gegen den Parlamentarismus und für mehr direktdemokratische Elemente aus. Ihre zentralen Forderungen hatten einen völkisch-nationalistischen Hintergrund wie die Änderung der Asylpolitik, die Aufhebung der Duldung von Flüchtlingen oder die Beschleunigung von Abschiebungen.Jakob Schuchardt: Die Rechte. www.bpb.de, 3. Mai 2019.
Der Verfassungsschutz sah in der Partei sowohl Ideologie als auch Aktivitäten verbotener Neonazi-Kameradschaften fortgeführt und stellt eine „ideologische Wesensverwandtschaft zum historischen Nationalsozialismus und aggressiv-kämpferisches Auftreten“ fest.
Der Soziologe Hendrik Puls bezeichnete Die Rechte als „Vertreterin des Typus der neonazistischen Bewegungspartei“, deren Praxis über den parlamentarischen Rahmen hinausweise und durch eine „ständige Protestmobilisierung“ geprägt sei.
Für den Historiker Elmar Vieregge war die Partei Die Rechte nur formal eine Partei, nicht jedoch nach ihrem inneren Wesen. Es handelte sich vielmehr um eine klassische Neonazi-Organisation, die den Parteienstatus und das damit verbundene Parteienprivileg nutzte, um sich vor einem möglichen Verbot zu schützen.
Geschichte Die Partei wurde 2012 von dem Neonazi Christian Worch gegründet, gemeinsam mit vielen Mitgliedern der DVU, die sich aus Protest gegen die Fusion der DVU mit der NPD anschlossen.Marc Brandstetter: DIE RECHTE – Wer sie ist, was sie will. In: Endstation Rechts, 15. Juni 2012. Bereits im Mai 2012 wurde aus Kreisen der aufgelösten DVU angekündigt, dass die Gründung einer neuen rechten Partei in Konkurrenz zur NPD geplant sei.taz.de: Auf den Trümmern der DVU, abgerufen am 18. Juni 2012 Im Juni 2012 lagen die Satzung und das Programm der Partei beim Bundeswahlleiter zur Prüfung vor. Am 13. Oktober 2012 fand in Ludwigshafen am Rhein der zweite Bundesparteitag von Die Rechte statt.
Im Januar 2013 kam die Staatsanwaltschaft Dortmund zu dem Ergebnis, dass die Gründung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes keinen Anlass für ein Ermittlungsverfahren biete. Geprüft wurde ein Verstoß gegen das im August 2012 ausgesprochene Vereinsverbot für den Nationalen Widerstand Dortmund. Der „harte Kern“ des NWDO um Dennis Giemsch, Michael Brück und Siegfried Borchardt hatte sich in einem am 15. September 2012 gegründeten Landesverband der Partei reorganisiert.
Am 5. Juli 2014 fand in Hamm (NRW) der 5. Bundesparteitag statt, dort wurde Christian Worch erneut zum Bundesvorsitzenden gewählt. Ingeborg Lobocki legte ihre Ämter als stellvertretende Vorsitzende und Schatzmeisterin aus gesundheitlichen Gründen nieder. Zur Nachfolgerin als Schatzmeisterin wurde Tatjana Berner gewählt.
Am 13. Januar 2016 wurde bekannt, dass die Websites der Partei im sozialen Netzwerk Facebook wegen Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen gelöscht wurden.
Am 28. Oktober 2017 wurde Worch auf dem Bundesparteitag der Kleinpartei mit 78,4 % der gültigen Stimmen in seinem Amt als Parteivorsitzender bestätigt. Anschließend gab es jedoch einen Antrag des Thüringer Landesverbandes, in dem gefordert wurde, dass der Bundesparteitag beschließen solle, „daß die Partei Die Rechte sich voll und ganz zur deutschen Volksgemeinschaft bekennt“. Worch hielt „eine Gegenrede und erklärte, daß er den Antrag vor allem aus juristischen, aber auch aus politischen Gründen ablehne“. Es kam zum Eklat, da die Mehrheit der Mitglieder nicht Worch, sondern dem Thüringer Landesverband folgte. Worch legte daraufhin das Tagungspräsidium nieder und verließ den Parteitag. Anschließend erklärte er, „daß er zum 31. Oktober sein Amt als Bundesvorsitzender niederlegen und dies in einem internen Rundschreiben begründen würde“. Anfang Januar 2019 kehrte Worch jedoch auf dem Bundesparteitag als Schatzmeister und Beisitzer in den Bundesvorstand zurück.Sebastian Weiermann: „Die Rechte“ verliert Vorsitzenden. Störungsmelder, 2. November 2017.Theo Schneider: Abtrünnige Parteichefs. In: Blick nach Rechts, 3. November 2017.Stefan Laurin: Die Rechte: Christian Worch hat hingeworfen – Der kleine, braune Minion vom Schwulenparkplatz ist sein Nachfolger. In: Ruhrbarone, 2. November 2017.Verfassungsschutzbericht 2019, S. 79
Worchs kommissarischer Nachfolger war der mehrfach vorbestrafte Dortmunder Neonazi-Kader Christoph Drewer.https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2017/11/02/die-rechte-verliert-vorsitzenden_24926 Am 1. April 2018 wurden auf einem Bundesparteitag Michael Brück und Sascha Krolzig als gleichberechtigte Bundesvorsitzende gewählt.
Für den Wahlkampf zur Europawahl 2019 stellte Die Rechte die zu dieser Zeit inhaftierte, mehrmals verurteilte damals 90-jährige Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck als Spitzenkandidatin auf.
Am 20. April 2019, also an Adolf Hitlers Geburtsdatum, beteiligte sich Die Rechte neben rechtsextremistischen Organisationen aus Bulgarien, Frankreich, Ungarn, Tschechien und Polen an der Gründung des Bündnisses „Festung Europa“. In diesem Zusammenhang gab die Partei bekannt, fortan über einen Auslandsbeauftragten zu verfügen.Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2019, S. 101
Bei einer rechtsextremen Demonstration in Kassel am 20. Juli 2019, nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke durch einen Rechtsextremisten, führten Personen aus dem Umkreis der Partei aus Nordrhein-Westfalen ein Banner mit dem Slogan „Schluss mit Pressehetze und Verbotsphantasien: Nationale Gegenofenssive“ mit sich. Das Wort „Gegenofenssive“ stellte dabei durch den doppelten Buchstaben „S“ eine Anspielung auf die Abkürzung der nationalsozialistischen „Schutzstaffel“ (SS) dar, zum anderen spielte der Wortbestandteil „ofen“ auf die Konzentrationslager der Nationalsozialisten an.Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über das Jahr 2019, S. 106 f.
In dem von dem Bundesvorsitzenden Krolzig verantworteten neonazistischen Publikationsorgan „N.S. HEUTE“ schrieb der Co-Bundesvorsitzende Sven Skoda Anfang 2020: „Wir sind keine Opfer dieses Systems, wir sind seine Feinde und müssen diesen Anspruch dort mit Leben füllen, wo uns das Schicksal hin verschlägt. Das ist der Geist, der eine Bewegung prägen muss, die Deutschland eines Tages verändern will.“, S. 177.
Unter dem Stichwort „Nationale Solidarität“ bot die Partei 2020 in Dortmund eine „Einkaufshilfe während der COVID-19-Pandemie“ an. Gleichzeitig wurde an die „Volksgemeinschaft“ appelliert.Lucius Teidelbaum: Rechte Reaktionen auf Corona. www.hagalil.com, 24. März 2020. Nachdem in der Anfangszeit der Corona-Krise mehrere Aufmärsche der Partei gerichtlich untersagt worden waren, teilte die Partei mit, dass sie in Worms am 1. Mai eine kleine Kundgebung habe abhalten können, mit der man auch „ein Zeichen gegen den Coronawahn“ gesetzt habe.Michael Klarmann: Mobilmachung gegen die „Corona-Diktatur“. www.bnr.de, 4. Mai 2020. Die Coronamaßnahmen, so die Partei, seien „ein willkommener Anlass […], auszutesten, was der Bundesbürger sich so alles an Einschränkungen seiner persönlichen Freiheit gefallen“ lasse.Konrad Litschko: „‚Nie war ein Systemwechsel so greifbar.‘ Neonazis bei den Coronaprotesten.“ In: Heike Kleffner, Matthias Meisner (Hrsg.): Fehlender Mindestabstand. Die Coronakrise und die Netzwerke der Demokratiefeinde. Herder, Freiburg 2021, S. 184. Der Co-Bundesvorsitzende Sven Skoda äußerte sich auf der Parteihomepage zwar kritisch über in der rechtsextremen Szene verbreitete Verschwörungstheorien zur Coronakrise und schloss „bis zu einem Gegenbeweis“ aus, dass die Pandemie künstlich geschaffen sei, um „aus der Krise Kapital [zu] schlagen“. Dennoch schrieb er, das deutsche Volk sei „den Machthabern, abgesehen von seiner Arbeitsleistung, völlig egal“ und jede „Verschärfung der Zustände“ habe „auch immer das Potential alles bisherige ins Wanken zu bringen“., S. 61 f.
Im Februar 2022 präsentierte die Partei auf der jährlichen Kundgebung von Rechtsextremisten in Dresden anlässlich des Jahrestags der Luftangriffe auf Dresden im Zweiten Weltkrieg ein revisionistisches Transparent mit der Aufschrift „Bombenholocaust“ und einer angeblichen Opferzahl, die zehnmal höher liegt als die von anerkannten Historikern angegebene Zahl. Die Staatsanwaltschaft Dresden sah jedoch, wie bereits im Vorjahr, durch die Verwendung des Begriffs „Bombenholocaust“ den Straftatbestand der Volksverhetzung als nicht erfüllt an.Edgar Lopez: Uneinigkeit über Begriff „Bombenholocaust“ – Volksverhetzung ja oder nein? www.mdr.de, 18. Februar 2022.
Nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine schrieb der Kreisverband Dortmund Anfang März 2022 auf Telegram, „die zwei Supermächte USA […] sowie der russische Kreml“ hätten für einen Krieg gesorgt, der „auf dem Rücken des tapfer kämpfenden, ukrainischen Volkes“ stattfinde. Nachdem die Partei in der Vergangenheit Kontakte sowohl zu ukrainischen als auch russischen Rechtsextremisten unterhalten hatte, wurden zu dem von der Partei Ende April 2022 veranstalteten „Fortress Europe Kongress“ weder rechtsextremistische Gruppen aus der Ukraine noch aus Russland eingeladen und auch in Berichten zu der Veranstaltung wurde der Angriffskrieg nicht erwähnt, was laut dem Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen daran liegen könnte, dass man angesichts unterschiedlicher Ansichten in der Anhängerschaft interne Konflikte vermeiden wollte., S. 74 f.
Im März 2025 gab die Partei auf Telegram ihre Auflösung bekannt. Nach der Auflösung traten einzelne ehemalige Kader, wie Martin Kiese und Holger Niemann, in die 2023 wieder gegründete Nationaldemokratische Partei Deutschlands ein. Bereits vor der Auflösung haben die beiden Parteien mehrfach gemeinsame Kundgebungen abgehalten. Parteivorsitz Ehemalige Parteivorsitzende waren Sascha Krolzig und Sven Skoda, stellvertretende Vorsitzende sind bereits Michael Brück und Kevin Koch gewesen. Beisitzer waren unter anderem Leon Dreixler, Markus Walter, Christian Worch, Christoph Drewer und Alexander von Malek.
Ab 2021 wurde Christian Worch erneut Parteivorsitzender und Schatzmeister. Sascha Krolzig war ab 2021 nur noch Beisitzender des Bundesvorstands.