Hallo ist im Deutschen ein mündlicher oder schriftlicher, nicht förmlicher Gruß, insbesondere unter Bekannten oder Freunden. Als Interjektion wird der Ausdruck auch ähnlich dem veralteten Anruf „Heda!“ gebraucht, um auf sich aufmerksam zu machen: „Hallo, ist da jemand?“ Eine weitere Interjektion – „Aber hallo!“ – hat die Bedeutung einer Bekräftigung (etwa: „Da hast du sowas von Recht!“) oder auch eines Widersprechens (etwa: „Da übersiehst du etwas Wesentliches!“). Seit einigen Jahren vermehrt aufgekommen ist der Gebrauch als Frage „Hallo?“ mit abweichender Betonung, um jemanden zur Besinnung zu rufen. Wesentlich für die jeweilige Bedeutung ist die gewählte Betonung, Mimik und Gestik des Sprechenden. Von dem Ausruf leitet sich die substantivierte, im Gegensatz zu den anderen Formen auf der zweiten Silbe betonte Form „ein Hallo“ ab, die ein (fröhliches) lärmendes Durcheinander bezeichnet („Er wurde mit großem Hallo empfangen.“).

Herkunft Der imperativische Ruf „hallo“ ist im Deutschen wie im Englischen„hallo“ und „hello“, in: Etymonline, abgerufen am 5. Juni 2025. alt. Die frühesten literarischen Belege im Deutschen stammen aus dem 15. Jahrhundert.„HALLO, halloh“, in Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/25, <https://www.woerterbuchnetz.de/DWB>, abgerufen am 5. Juni 2025; in der gedruckten Ausgabe: Bd. 10, Sp. 235. Mit „hallo“ wird der Fährmann vom gegenüberliegenden Ufer herbei gerufen oder wörtlich geholt. Der Ausdruck stammt ebenso wie das nahe „holla“ von althochdeutsch , mittelhochdeutsch für „rufen, holen“ (daraus neuhochdeutsch holen). Beide Ausdrücke sind klanglich intensivierte Imperative dieses Verbs.„hallo, holla“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de>, abgerufen am 5. Juni 2025. „Hallo“ oder „halloh“ kommt später auch als Hetzruf bei der Jagd, auch an Hunde, zum Einsatz.

Eine Popularisierung erfuhr das Wort durch die Erfindung des Telefons. Das erste Wort, das Thomas Alva Edison mit dem von ihm im Jahr 1877 erfundenen Phonographen aufzeichnete und wiedergab, war hallo bzw. .Allen Koenigsberg: The patent history of the phonograph, 1877-1912. A source book containing 2,118 U.S. sound recording patents & 1,013 inventors arranged numerically, chronologically, and alphabetically: illustrated by 101 original patent drawings with detailed commentaries on each: additional historical essays on the U.S. patent system. APM Press, Brooklyn, New York, um 1990, ISBN 0-937612-10-3, S. ?. Zur selben Zeit entwickelte Edison den durch Alexander Graham Bell 1876 patentierten Fernsprecher weiter und setzte sich mit seinem Vorschlag gegen Bell durch, der ahoy als Begrüßung favorisierte. war vor den 1880er Jahren in den USA als Begrüßung unüblich und soll von Halloo, einem Ruf an einen Fährmann, abgeleitet sein. Nach anderen war hallo oder hello (als amerikanische Schreibweise) zumal an der westlichen Frontier seit Mitte des 19. Jahrhunderts üblich. „Hallo, the house“ war demnach der gewöhnliche Gruß, wenn man eine Siedlung erreichte. Im Französischen hat allô seinen Ursprung als reine Telefonbegrüßung bewahrt, in der persönlichen Begrüßung wird stattdessen „salut“ genutzt.pons.eu

Möglicherweise ist der Gruß aber auch ungarischer Herkunft. Beim Testen der ersten amerikanischen Telefonzentrale, die von ungarischen Wissenschaftlern (Tivadar Puskás) entwickelt wurde, soll das Wort (ungarisch: „ich höre es“) benutzt worden sein, bzw. (ungarisch: „hörst du?“).

Ähnliche Begrüßungen in anderen Sprachen Albanisch: , am Telefon: Arabisch: oder , am Telefon: Bairisch: , „habe die Ehre“ Bengalisch: (, gesprochen nomoschkar) Bulgarisch: (, Duzform), (, |Siezform) Chinesisch: (); am Telefon: () Dänisch: Dzongkha: (, formal), (freundschaftlich) Englisch: , gelegentlich auch Esperanto: Estnisch: Fidschi: Finnisch: Französisch: , am Telefon: Georgisch: , (, wörtlich „sei siegreich“), Siezform/Plural: () Griechisch: (), am Telefon: () Hawaiisch: Hebräisch: () Hindi: (, höflich), (, formal), (, respektvoll), am Telefon: () Indonesisch: Italienisch: (freundschaftlich), (formal), am Telefon: Japanisch: (, formal), (, freundschaftlich), am Telefon: () Khmer: () Koreanisch: () Kroatisch: („Grüß Gott!“) Latein: (bzw. im Plural ) Lettisch: Litauisch: Malagasy: Malaysisch: Māori: Mongolisch: () Niederdeutsch: Niederländisch: Norwegisch: Persisch: , am Telefon: Polnisch: (Begrüßung), nur am Telefon: Portugiesisch: (in Portugal), am Telefon (in Brasilien): Rumänisch: (freundschaftlich), (formal) oder einfach nur (letzteres unter Freunden und Bekannten vornehmlich im Süden Rumäniens), (ausschließlich am Telefon), ciao (freundschaftlich), (deutsch „küss die Hand“, heutzutage nur noch in Siebenbürgen gegenüber Frauen verwendet) Russisch: (), am Telefon: () Sanskrit: (, formell), (, höflich), (, „Willkommen“), (, enthusiastisch) Schwedisch: Schweizerdeutsch: Serbisch: (am Telefon) Slowakisch: (am Telefon) Spanisch: , am Telefon: Tamil: () Thailändisch: () Tschechisch: , am Telefon: Türkisch: (zur Begrüßung), am Telefon: Ukrainisch: () Ungarisch: (freundschaftlich), (formal), am Telefon: Vietnamesisch:

Siehe auch Ahoi Grüß Gott Moin Gude Servus Tschüs

Literatur Klaus Mampell: „Hallo“ übers Telefon und auch sonst. In: Sprachspiegel. Schweizerische Zeitschrift für die deutsche Muttersprache. 63. Jahrgang 2007, Heft 5 (Oktober), S. 160–161 (Digitalisat).

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Einzelnachweise

Kategorie:Grußformel