Die Baureihe 140 von Mercedes-Benz bezeichnet Fahrzeuge der Oberklasse, die im März 1991 als Nachfolger der Baureihe 126 auf dem Genfer Auto-Salon debütierten. Sie wurde unter der Bezeichnung Mercedes-Benz S-Klasse zwischen Juli 1991 und September 1998 gebaut. Das Fahrzeug wurde als Limousine (W 140), verlängerte Limousine (V 140) und als Coupé (C 140) angeboten. Es wurden 406.717 Limousinen und 26.025 Coupés hergestellt, davon wurden über 100.000 Fahrzeuge in Deutschland abgesetzt.focus.de vom 9. September 2015, Verkaufserfolg trotz Übermaß, abgerufen am 27. September 2020. Seit etwa 1996 gab es eine Pullman-Limousine des Herstellers als Repräsentationsfahrzeug,mb-w140.de, Menüpunkt Modellgeschichte, Modelljahr 1996, abgerufen am 27. September 2020. siehe auch Abschnitt S 600 Pullman. Für Papst Johannes Paul II. wurde 1997 eine Sonderanfertigung ausgeliefert, ein S 500 lang Landaulet.focus.de vom 9. Mai 2015, Helmut Kohls dickste Karre, Modellhistorie und Produktionszahlen, abgerufen am 27. September 2020.
Modellgeschichte Allgemeines
links|mini|Erste Serie: Ansicht von hinten Die Entwicklung begann 1981, der Produktionsstart war ursprünglich für Oktober 1989 vorgesehen. Bei Entwicklungsbeginn war der Entwicklungsaufwand mit etwa drei Milliarden Mark geplant.auto-motor-und-sport.de-MotorKlassik, S-Klasse mit 12-Zylinder im Check, abgerufen am 27. September 2020. Der Chef-Designer war Bruno Sacco.Modellgeschichte, mb-w140.de Zwischen 1982 und 1986 wurden mehrere Gestaltungsentwürfe erarbeitet, am 9. Dezember 1986 wurde einer davon von Olivier Boulay ausgewählt. Mehrere Prototypen wurden danach getestet, und das endgültige Produktions-Design wurde 1987 eingefroren, deutsche Patente wurden am 23. Februar 1988 angemeldet.https://register.dpma.de/DPMAregister/gsm/register?GSNR=M9300970-0001 1987 verlor die Mercedes-Benz Baureihe 126 mit V8-Spitzenmodel 560 SEL den auto-motor-und-sport-VergleichstestDas beste Auto der Welt? – BMW 750iL überholt Mercedes 560 SEL: Im großen Test-Duell treten der neue BMW 750iL und der Mercedes 560 SEL gegeneinander an. Welche Limousine bietet mehr Luxus, Leistung und Komfort? https://www.ams-antiquariat.de/auto-zeitung-1987/19870926-ams gegen die 1986 eingeführte zweite BMW-7er-Generation (BMW E32) weil BMW zwischenzeitlich den kleinen 325i-M20-Sechszylinder zum geschmeidigen BMW M70-Zwölfzylindermotor im BMW 750iL verdoppelt hatte. Mercedes reagierte 1988 mit dem gleichen Rezept, der 300er-Reihensechser M103 bzw. als Vierventiler M104 wurde zum M120 V12 dupliziert.
Auf dem wichtigen US-Markt hatte 1989 Toyota die neue Nobel-Marke Lexus mit der Oberklassen-Limousine LS 400 vorgestellt. Als Antwort auf deren Qualität und Vollausstattung bei günstigerem Preis sah sich Daimler-Benz gezwungen, kurz vor dem Serienstart im Jahr 1991 noch Verbesserungen vorzunehmen, um die Marktpositionierung des W 140 zu festigen. (englisch)Rosengarten, Philipp. Premium Power: Das Geheimnis des Erfolgs von Mercedes-Benz, BMW, Porsche und Audi. Wiley-VCH, 2005, pp. 78–80. ISBN 3-527-50217-3"Motoring" The Bulletin. 1992-05. v. 5743-50, o. 49 Das führte zu einer Kostenüberschreitung und der Daimler-Benz-Chefentwickler Wolfgang Peter wurde entlassen.
Der W 140 markiert mit Vernetzung der Steuergeräte per CAN-Bus und Doppelverglasung einen Technologiesprung bei Mercedes-Benz. Aber auch mit den deutlich gewachsenen Außenabmessungen sollte der Führungsanspruch von Mercedes-Benz innerhalb der Oberklasse deutlich gemacht werden. Durch die Ergänzung des Motorenangebots durch das große V12-Aggregat reagierte man auf den Wettbewerber BMW, der 1987 den E32 750i mit einem Zwölfzylindermotor auf den Markt gebracht hatte.
Das Kofferraumvolumen liegt bei 525 l (Limousine) respektive 505 l (Coupé). Der cw-Wert konnte gegenüber dem Vorgänger um über 16 Prozent verringert werden, die mit in den Luftwiderstand einfließende Stirnfläche stieg jedoch von 2,13 m² auf 2,39 m² bei der Limousine. So ergeben sich eine für den Luftwiderstand wirksame Querschnittsfläche (cw × A) zu 0,30 × 2,39 m² bei der Limousine und 0,29 × 2,33 m² beim Coupé.mb-w140.de, Menüpunkt Die Limousine, abgerufen am 27. September 2020.
Der W 140 verfügt über eine Kugelumlauflenkung mit Parameterfunktion. Die Fußbremse ist eine hydraulische Zweikreis-Bremsanlage mit Unterdruck-Bremskraftverstärker und innenbelüfteten Scheibenbremsen vorne und hinten; die Feststellbremse ist fußbetätigt und wirkt mechanisch auf die Hinterräder.
Technik und Innovation mini|Ursprünglich für den japanischen Markt entwickelt: Navigationssystem mit Bildschirm, TV-Empfang und Autotelefon In der Baureihe 140 wurde eine Vernetzung von Steuergeräten über den CAN-Bus realisiert (fünf CAN-Bus-Knoten). Die aus dem Mercedes-Benz 190 bekannte Mehrlenkerhinterachse („Raumlenkerachse“) wurde nun auch in der S-Klasse verwendet.motor-talk.de vom 10. April 2017, Die beste jemals gebaute S-Klasse, abgerufen am 27. September 2020. Bei der Konstruktion wurde auf die Möglichkeit zum weitgehenden Recycling des Fahrzeugs Wert gelegt. Dafür wurden auch kleinste Kunststoffteile nach Sorten gekennzeichnet. Hauptsächlich deswegen wurde der S-Klasse 1992 der US-amerikanische „Stratospheric Ozone Protection Award“ der Environmental Protection Agency (EPA) verliehen. Ab 1992 hatten auch die Sechszylinder eine Verstellung der Einlassnockenwelle. Mercedes war mit der ab 1996 in der Baureihe 140 eingeführten optionalen Sprachsteuerung (LINGUATRONIC) der weltweit erste Hersteller, der ein solches System anbot. Es erlaubt die sprecherunabhängige Steuerung des fest eingebauten Autotelefons von AEG. Die heute in vielen Fahrzeugen vorhandene Einparkhilfe auf Ultraschallbasis (Markteinführung Toyota 1982) wurde ab Mai 1995 erstmals in der S-Klasse unter der Produktbezeichnung PARKTRONIC als Option angeboten; beim S 600 war sie serienmäßig. Zuvor baute Mercedes-Benz in den hinteren Kotflügeln Peilstäbe ein, die bei Einlegen des Rückwärtsganges etwa 6,5 und ab Juli 1993 8,5 Zentimetermb-w140.de, Menüpunkt Modellgeschichte, 07.1993, abgerufen am 27. September 2020. ausfuhren und das Rangieren des großen Fahrzeuges erleichtern sollten.blog.mercedes-benz-passion.com, auto-motor-und-sport.de-MotorKlassik, Schwächen und Stärken des Youngtimers, abgerufen am 27. September 2020. Eine weitere wichtige Neuentwicklung war das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) 1995, das in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Bosch entwickelt wurde und seit 2014 in der EU für alle Neufahrzeuge Pflichtausstattung ist.Heise Online vom 17. März 2009, Europäisches Parlament stimmt ESP-Pflicht zu, abgerufen am 27. September 2020. Die Innovation des SL (R 129) von 1989, das Adaptive Dämpfungs-System (ADS), eine elektronische Dämpferkontrolle, wurde 1991 auch im W 140 eingeführt. Erstmals wurde für die Seitenscheiben serienmäßig doppeltes Verbundsicherheitsglas verwendet, um die Wärme- und Schalldämmung zu verbessern. Der Kofferraumdeckel hatte einen pneumatisch ausfahrbaren Griff. Für Komfortfunktionen waren bis zu 60 Elektromotoren eingebaut.welt.de/motor vom 17. Mai 2016, Tradition: 25 Jahre Mercedes-Benz S-Klasse (W 140), abgerufen am 27. September 2020.
Erste Modellpflege Auf dem Genfer Auto-Salon im März 1994 präsentierte Mercedes-Benz das überarbeitete Modell der Baureihe 140.
Der Einzug der unteren Partien der Stoßfänger und Flankenschutzflächen war ausgeprägter, zudem wurde beides durch eine umlaufende Sicke horizontal gegliedert. Das Kühlerschutzgitter und die Scheinwerfer wurden verändert, sie erschienen breiter. Die Sechszylinder- und Achtzylindermodelle erhielten ein neu gestaltetes Kühlergitter mit einer vertikalen Knickkante in der Mitte. Für die V12-Motoren kam gleichzeitig eine eigenständige Ausführung mit verchromten Querlamellen und deutlich verbreitertem Chromrahmen zum Einsatz. Auch die Heckpartie wurde überarbeitet: Das Heck erschien insgesamt breiter und niedriger. Einige Monate nach der Präsentation des Faceliftmodells wurden auch die Außenspiegel leicht abgerundet und mit einer horizontal verlaufenden Sicke versehen.
Zweite Modellpflege Eine zweite Überarbeitung gab es im Juni 1996. Einige Anbauteile, die zuvor in Kontrastfarbe gehalten waren, waren nun in Wagenfarbe erhältlich. Zudem erhielten die in die Rückleuchten integrierten Blinker eine weiße Abdeckung. Weitere Veränderungen waren:
Das 5-Gang-Automatikgetriebe mit Wandler-Überbrückungskupplung und elektronischer Steuerung war nun bei allen Typen (außer beim S 280) Serienausstattung. Die Antriebsschlupfregelung (ASR) war nun serienmäßig Serienmäßige Ausrüstung aller Modelle mit seitlichen Airbags für Fahrer und Beifahrer Sitzbelegungserkennung für die Auslösung des Beifahrer-Airbags Regensensor, der das Wischintervall abhängig von der Regenmenge regelt Gepäcknetze im Kofferraum und Beifahrerfußraum Xenon-Scheinwerfer (nur für Abblendlicht) mit Scheinwerfer-Reinigungsanlage und dynamischer Leuchtweitenregulierung (Sonderwunsch) Es gab weitere Änderungen in der Serienproduktion, die nicht zu diesen Modellpflege-Zeitpunkten eingeführt wurden, wie etwa die serienmäßig in allen Modellen verfügbare Wegfahrsperre im Dezember 1993.
Motoren Die Motorenpalette reicht bei den Ottomotoren von Sechszylinder-Reihenmotoren über Achtzylinder-V-Motoren bis zu einem Zwölfzylinder-V-Motor. Der V12-Motor im S 600 und S 600 Lang kostete einen Aufpreis von 65.000 DM gegenüber dem Achtzylinder, das war ein Drittel des Gesamtpreises. Ursprünglich war sogar ein 800 SEL mit Sechzehnzylindermotor und rund 397 kW (540 PS) als Spitzenmodell geplant. Aufgrund der Kritik seitens der Presse bei Erscheinen der Baureihe 140 wurde von einer Markteinführung des fertig entwickelten V16 abgesehen.motor-car.net, Mercedes M 120 V12 engine (englisch), abgerufen am 29. September 2020. Der kleinste Motor im S 280 bietet eine Leistung von 142 kW (193 PS) bei 5500/min und beschleunigt das Fahrzeug auf eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Der Grundpreis für den S 280 betrug bei seiner Markteinführung 88.467,50 DM und bei der Einstellung der Produktion im April 1998 92.104,00 DM. Ab 1992 war auch ein Dieselmotor als Sechszylinder-Vorkammerdiesel mit Turbolader erhältlich, der nur in den Limousinen angeboten wurde. Das Triebwerk hat 3,5 Liter Hubraum und leistet 110 kW (150 PS). Der Nachfolger des S 350 Turbodiesel war 1996 der S 300 Turbodiesel, nun ein 24-Ventil-Motor. Dieses Triebwerk leistet 130 kW (177 PS), die Höchstgeschwindigkeit beträgt 206 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei den Ottomotoren im Bereich von 215 bis 250 km/h (bei S 500 und S 600, abgeregelt) und bei den Dieselmotoren im Bereich von 185 bis 206 km/h.
Ottomotoren Sechszylinder mini|Mercedes-Benz M 104