U 52 war ein U-Boot welches im Rahmen eines Kriegsauftrags als MS-(Mobilmachungs)-Typ für die deutsche Kaiserliche Marine gebaut wurde.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 48.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 34. Es war eine verbesserte Version des U-Boots U 41.Eberhard Rössler: Geschichte des deutschen U-Bootbaus, Band 1. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1996, ISBN 3-86047-153-8, S. 262.
Bau und Indienststellung Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, welches als Hochseeboot für die ozeanische Verwendung in einem Amtsentwurf konzipiert wurde. Der Auftrag zum Bau dieses U-Bootes wurde am 23. August 1914 an die Germaniawerft in Kiel vergeben. Die Kiellegung erfolgte am 13. März 1914, der Stapellauf am 8. Dezember 1915. Die Indienststellung unter dem Kommando von Kapitänleutnant Hans Walther fand schließlich am 16. März 1916 statt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 68.U 52 auf uboat.net englisch, abgerufen am 7. August 2026.
Das Boot gehörte nach seiner Indienststellung bis zum 25. Mai 1916 der I. Flottille an. Ab dem 25. Mai 1916 bis zum 24. Dezember 1916 der II. Flottille und wurde danach bis zum 27. April 1917 ins Mittelmeer zur Pola Flottille verlegt. Ab hier gehörte das U-Boot wieder zur II. Flottille.
Technik Das U-Boot war 65,2 m lang, 6,4 bis 6,44 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,6 bis 3,64 m sowie eine Verdrängung von 715 Tonnen über und 902 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 36 Mann, wovon vier Offiziere waren. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren zwei Sechs-Zylinder-Viertakt Dieselmotoren S 6 V 45/42 von MAN mit zusammen 1.765 kW (2.400 PS). Zur Unterwasserfahrt kamen zwei SSW-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit 880 kW (1.200 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 17,1 kn (über Wasser) bzw. 9,1 kn (unter Wasser) möglich. Der Aktionsradius betrug bis zu 9.400 NM bei 8 kn Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn wurden 55 NM erreicht bei einer maximalen Tauchtiefe von 50 Meter. Die acht mitgeführten Torpedos konnten über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden. Ebenso waren zwei 8,8-cm-Schnellfeuergeschütze installiert.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 37.
Einsätze und Verbleib U 52 führte während des Ersten Weltkriegs vier Feindfahrten nach anderen Quellen neun FeindfahrtenBodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 123. im östlichen Nordatlantik und im Mittelmeer durch. Dabei wurden insgesamt 28 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 71.225 BRT versenkt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 101. Außerdem gelang die Versenkung mehrerer Kriegsschiffe. Unter anderem wurde am 19. August 1916 der britische Leichte Kreuzer Nottingham mit 5.400 BRT vor der Küste Schottlands versenkt. Am 25. November 1916 konnte U 52 das französische Linienschiff Suffren mit 12.750 BRT in der Nähe von Lissabon versenken. Beschädigt aber nicht versenkt wurden vier Handelsschiffe und ein Kriegsschiff. Das britische U-Boot C34 wurde am 21. Juli 1917 nach einer einstündigen Verfolgung nahe von Sumburgh Head versenkt. Die Besatzung nahm einen Überlebenden an BordHarald Bendert: U-Boote im Duell, E. S. Mittler & Sohn GmbH, Hamburg, Berlin, Bonn, 1996, 2. Auflage 2004, ISBN 3-8132-0832-X, S. 37.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 120.Eintrag der C34 in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 7. August 2026.
mini|links|hochkant|Ehrenmal auf dem Nordfriedhof Kiel
Ende Oktober 1917 kam es bei Kiel, am Eingang zum Kaiser-Wilhelm-Kanal, zu einer Torpedoexplosion im Hecktorpedoraum, infolgedessen U 52 etwa auf der Position sank. Sechs Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unfall ums Leben. Auf dem Nordfriedhof Kiel gibt es ein Ehrenmal mit den Namen der Getöteten. Am 31. Oktober 1917 wurde das U-Boot gehoben und wieder instand gesetzt. Am 21. November 1918 wurde U 52 an das Vereinigte Königreich ausgeliefert und 1922 in Swansea verschrottet.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 89.
Kommandanten + Kommandanten von U 52 Dienstgrad Name von bis Kapitänleutnant Hans Walther 16. März 1916 18. September 1917 Oberleutnant zur See Johannes Spieß 19. September 1917 29. Oktober 1917 Kapitänleutnant Siegfried Claaßen 17. November 1917 28. Februar 1918 Kapitänleutnant Waldemar Haumann 1. März 1918 5. Mai 1918 Kapitänleutnant Franz Krapohl 6. Mai 1918 11. November 1918
Versenkte Schiffe (Auswahl) Die folgende Liste enthält Schiffe mit einer Tonnage von mehr als 1000 Bruttoregistertonnen.Versenkungsliste von U 52 auf uboat.net englisch, abgerufen am 7. August 2026.
Weblinks
Gedenktafel für U 52 am U-Boot-Ehrenmal Möltenort
Einzelnachweise
Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Militärschiff (Germaniawerft) Kategorie:Abwrackung in Swansea