mini|hochkant=1.3|Hauptgebäude (Südostansicht) Die Kooperative Gesamtschule Schneverdingen, auch KGS Schneverdingen, ist eine Kooperative Gesamtschule in der niedersächsischen Stadt Schneverdingen. Sie wurde 1976 gegründet und ist heute die einzige weiterführende Schule in dem mitten in der Lüneburger Heide liegenden Fremdenverkehrsort Schneverdingen, der zum Landkreis Heidekreis sowie auch zur Metropolregion Hamburg gehört. Schulträger ist der Landkreis.

Die drei Schulzweige der KGS Schneverdingen umfassen Hauptschule, Realschule sowie Gymnasium mit zum Abitur führender Oberstufe. Von Montag bis Mittwoch gibt es ein offenes Ganztagsangebot. Mit etwa 1600 Schülern und 135 Lehrkräften (Schuljahr 2011/12) ist sie eine der größten allgemeinbildenden Schulen in Niedersachsen. Das von der Schule 2011 gestartete Projekt JOBwärts zur Vermittlung von Hauptschulabgängern in eine Berufsausbildung gilt als „deutschlandweit einmalige[s] Schulprojekt“Martina Brinkmann: Schulprojekt: „Jobwärts“ in den Beruf starten. Ein einzigartiges Projekt der Gesamtschule Schneverdingen vermittelt mehr Neuntklässler als erwartet in eine Ausbildung. In: Hamburger Abendblatt. 28. Februar 2012. Abgerufen am 16. Juni 2012. und findet auch überregional Beachtung.

Geschichte Gründung Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Bevölkerung von Schneverdingen schnell wuchs, wollte die Gemeinde 1966 ihr Schulangebot erweitern und fragte beim damaligen niedersächsischen Kultusminister Richard Langeheine sowie beim damaligen niedersächsischen Justizminister Gustav Bosselmann an, ob man in Schneverdingen ein Gymnasium errichten könne. Zwar wurde der Bitte nicht entsprochen, aber Ende 1968 wurde der Stadt eine kooperative Gesamtschule (KGS) als Schulversuch angeboten.Magret Hartig (Red.); Förderverein der KGS Schneverdingen (Hrsg.): 1976–1996. 20 Jahre KGS Schneverdingen. Druckerei Wrage, Munster 1996.

Am 10. Oktober 1973 beschloss der Rat der Gemeinde Schneverdingen, eine KGS nach dem so genannten „Modell B“ mit Orientierungsstufe und Gymnasium zu beantragen. Im Dezember 1973 konstituierte sich eine Initiativgruppe für die Errichtung einer KGS in Schneverdingen unter der Leitung des Realschulkonrektors Oskar Eckert. Im April 1974 wurde dann entschieden, dass eine KGS als Angebotsschule in Schneverdingen vorzusehen sei. Anfänglichen Vorbehalten gegen die neue Schulform wurde mit intensiven Informationsveranstaltungen im Jahr 1974 begegnet. Bei einer von der Landesregierung verlangten Abstimmung stimmten 80 % der betroffenen Eltern und 63 % der Lehrer der kooperativen Gesamtschule zu.

Im Februar 1976 konstituierte sich die Planungsgruppe unter dem Vorsitz von Oskar Eckert und dessen Stellvertreter Günter Maltz. Schließlich wurde mit Erlass vom 16. Juli 1976 die Einrichtung einer kooperativen Gesamtschule in Schneverdingen genehmigt, die dann die schon errichtete Orientierungsstufe übernahm und sich ab 1. August 1976 von der 7. Jahrgangsstufe bis zur 10. Jahrgangsstufe entwickelte. Mit Wirkung vom 1. Januar 1976 übernahm der damalige Landkreis Soltau-Fallingbostel (seit 2011 Heidekreis) die Schulträgerschaft. Die erste Gesamtkonferenz der KGS Schneverdingen fand am 29. November 1976 statt.

Erweiterung um eine gymnasiale Oberstufe Im Januar 1992 gründete sich eine Elterninitiative zur Einführung einer Sekundarstufe II an der KGS Schneverdingen, deren Vorsitz Irmela Schubert innehatte. Im März 1992 beantragte die Schulleitung bei der Bezirksregierung in Lüneburg die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe. Im Dezember 1993 stimmte der Kreisschulausschuss diesem Antrag zu, der dann jedoch im Januar 1994 im Kreisausschuss abgelehnt wurde. Nach weiteren Diskussionen wurde schließlich im April 1994 mit den Stimmen der SPD, FDP und der Grünen dem Antrag stattgegeben.

Nach Umbauten konnte ab 1. September 1994 der erste 11. Jahrgang mit 35 Schülern beschult werden.

Schulleiter Der erste Schulleiter war Oskar Eckert, der die Gründungsphase aktiv begleitet hatte. Ihm folgten Günter Nielebock, Waldemar Lück und Wolfgang Winter. Wolfgang Winter ging im Juni 2013 in den Ruhestand, sein Nachfolger wurde zum 1. August 2013 der vormalige Hauptschulzweigleiter Mani Taghi-Khani.

Architektur und Gebäude 1972 wurde auf dem heutigen Schulgelände in einem ersten Bauabschnitt ein Schulgebäude für die damalige Schulform der Orientierungsstufe errichtet. 1973 wurde der in einem zweiten Bauabschnitt erstellte Erweiterungsbau für die Hauptschule bezogen. Der Bau wird heute als Nebengebäude bezeichnet.

Als dritter Bauabschnitt kam 1976 das heutige Hauptgebäude hinzu; es wurde nach den Plänen des Schneverdinger Architekturbüros Carsten Rieke Architekten, in der Nähe der Grundschule am Osterwald und des Osterwald-Stadions als Schulgebäude für die neu gegründete Gesamtschule errichtet.Vgl. Projekte – Kommunalbau: Auf: Website des Architekturbüros Carsten Rieke Architekten, Schneverdingen. Abgerufen am 18. Juni 2012. Der Baukörper erhielt in den nachfolgenden Jahrzehnten mehrere Anbauten und stellt zusammen mit diesen den Großteil des heutigen Hauptgebäudes der Schule dar.

1977 wurde die von den Soltauer Architekten Hornbogen und Krampitz entworfene Großturnhalle eingeweiht. Die Baukosten betrugen 2,4 Mio. DM.

1986 mussten die Mauern und Dächer der Bauabschnitte I und II saniert werden. Bei der Sanierung wurde das Gebäude durch ein Forum und eine Lehrküche ergänzt. Zusätzlich konnten die Funktionsräume ausgestattet werden.

2003–2004 erfolgten eine Erweiterung und ein Umbau der Schule. Dabei wurde in Anlehnung an die vorhandene Gebäudestruktur ein zweigeschossiger Erweiterungsbau als Verbindungsflügel zwischen der Realschule und dem Gymnasium erstellt und die einzelnen Baukörper so zum heutigen Hauptgebäude der Schule zusammengefasst. Die dabei hinzugekommenen Unterrichts-, Fachunterrichts- und Sammlungsräume sind durch Glasverbindungsgänge im EG und OG erschlossen. Die Baukosten lagen bei etwa 3,0 Mio. Euro, Bauherr war der Landkreis Soltau-Fallingbostel und die Architektenleistungen wurden vom Soltauer Architekturbüro Krampitz Architekten erbracht.. Auf: Website der Architektenkammer Niedersachsen von 2004. PDF-Datei, 42 kB; abgerufen am 16. Juni 2012.

Aufgrund der steigenden Zahl der Ganztagsschüler und Teilnehmer am Schulessen wurde 2008 nach den Plänen des Schneverdinger Architekturbüros Hans-Jürgen Schmidt neben dem Schulgebäude eine Mensa errichtet. Das eingeschossige und mit einem Pultdach versehene „Ganztagsgebäude“ enthält außer der Mensa eine als Selbstlernzentrum ausgebildete Schulbibliothek mit Medienbereich,, Projektbericht von 2008. PDF-Datei, 3,32 MB; abgerufen am 19. Juni 2012. einen Multifunktionsraum, Büros für die Sozialpädagogen der Schule und sanitäre Anlagen. Die Kosten für Bau und Ausstattung betrugen insgesamt etwa 1,75 Mio. Euro; Bauherr war wiederum der Landkreis, wobei Stadt und Land sich an den Kosten beteiligten.(mk): . In: Heide-Kurier. 5. November 2008, S. 2. PDF-Datei, 5,99 MB; abgerufen am 19. Juni 2012.

2009 wurde der Schulhof des Nebengebäudes naturnah umgestaltet.

Die Unterrichtsräume der KGS Schneverdingen befinden sich heute im Hauptgebäude sowie in einem Nebengebäude, in dem der fünfte und sechste Jahrgang unterrichtet wird. Die übrigen Jahrgänge werden im Hauptgebäude unterrichtet. Zusätzlich werden die Sporthalle an der Harburger Straße und das Osterwaldstadion genutzt.

Zahlen, Daten und Organisation Allgemein Das Lehrerkollegium setzt sich im Schuljahr 2011/12 zusammen aus 135 Lehrkräften und 2 Sozialpädagogen. Sie betreuen im Schuljahr 2011/12 knapp 1600 Schüler.

Seit dem Schuljahr 2004/05 gibt es von Montag bis Mittwoch ein offenes Ganztagsangebot. Seit dem Schuljahr 2012/13 ist dieses Angebot um den Donnerstag erweitert worden.

Seit dem Schuljahr 2010/11 wird in dem sogenannten Blockmodell unterrichtet, indem von der 45-Minuten-Schulstunde auf den 90-Minuten-Block (90-Minuten-Takt) gewechselt wurde. Jede Pause hat eine Dauer von 20 Minuten. Zwischen dem 3. und 4. Block gibt es eine Mittagspause.

Schülerzahlen Die Schülerzahl lag 1977–1978 bei etwa 1590 Schülern und sank dann ab 1979 kontinuierlich (1980: etwa 1530, 1985: etwa 1110), bis sie 1989–1990 mit etwa 820 Schülern ihren bisherigen Tiefstand erreichte. Seitdem stieg die Schülerzahl kontinuierlich wieder an (1995: etwa 1080) und liegt seit Mitte der 2000er-Jahre konstant bei etwa 1600 Schülern,Vgl. z. B. Angaben für das Schuljahr 2006/07 in: , Projektbericht von 2008. PDF-Datei, 3,32 MB; abgerufen am 16. Juni 2012. obwohl die Gesamtschülerzahl der allgemeinbildenden Schulen im Heidekreis von 2006 bis 2010 um rund 5,1 % gesunken ist.Landkreis Heidekreis (Hrsg.): . Druck & Medien Kontor Fahlbusch + Hamelberg, Rotenburg (Wümme) 2012, S. 54. PDF-Datei als Download (erfordert Adobe Acrobat 4.x), 4,71 MB; abgerufen am 20. Juni 2012.

Pädagogisches Konzept Allgemeines Mitte der 1990er-Jahre nahm die Schule am Projekt „Zeitung in der Schule“ der Süddeutschen Zeitung teil. Im März 1996 konnten die Schüler sogar drei Artikel in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichen.Am 23. und 24. März 1996 erschienen in der Süddeutschen Zeitung folgende Artikel, die von Schülern der KGS Schneverdingen stammten: 170 Mitarbeiter im Wettlauf gegen die Zeit; Ein kurzes, trauriges Dasein und Sonderangebote gibt’s nicht.

Die KGS Schneverdingen beteiligte sich als eine von rund 200 Modellschulen in 15 Bundesländern an dem 2004 abgeschlossenen BLK-Programm „21“ – Bildung für eine nachhaltige Entwicklung mit einem fächerverbindenden Unterrichtsvorhaben in der Sekundarstufe II zu den Schneverdinger Stadtparkteichen.Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Box 21. In: umwelterziehung praktisch aktuell. II + III/2005, S. 12–14; herausgegeben vom Pädagogischen Zentrum des Landes Rheinland-Pfalz. PDF-Datei, 1,23 MB; abgerufen am 19. Juni 2012.

Im Rahmen eines schulinternen Rhetorikprojekts nimmt die Schule seit 2004 regelmäßig am bundesweiten Schülerwettbewerb „Jugend debattiert“ teil. mini|Das SOR-SMC-Logo

Erziehung zur Toleranz Die KGS Schneverdingen ist Mitglied im Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC). Die Patenschaft dafür wurde am 19. März 2007 von Monika Griefahn übernommen.. Bericht in der Böhme-Zeitung vom 20. März 2007 / Pressespiegel auf der Website des Netzwerks Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Abgerufen am 16. Juni 2012. Außerdem engagieren sich die Schule und die Schüler im Schneverdinger Bürgerbündnis bunt statt braun, das gegen Rechtsradikalismus arbeitet und dem die Schule seit der Gründung des Aktionsbündnisses im Jahr 2008 angehört. Auf: Website von bunt statt braun schneverdingen, Schneverdinger Bürgerbündnis gegen Radikalismus und Extremismus. Abgerufen am 16. Juni 2012. Zudem setzen sich der achte und neunte Schülerjahrgang regelmäßig während einer zweijährlich stattfindenden Projektwoche mit dem Thema Rassismus auseinander.

JOBwärts Seit Beginn des Schuljahrs 2011/12 findet am Hauptschulzweig das von der Schule entwickelte Projekt JOBwärts statt. Die Hauptschulabgänger – die derzeit allgemein nur sehr geringe Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben – werden bei der Berufsfindung unterstützt und nach Möglichkeit in eine Berufsausbildung vermittelt. Projektpartner sind unter anderem die Bundesagentur für Arbeit/Agentur für Arbeit Uelzen, die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) am Standort Soltau und die Soltauer Außenstelle der Technischen Ausbildungsstätte Uelzen (TAS). In dem Projekt werden Schüler des 9. Jahrganges des Hauptschulzweiges einmal pro Woche fachpraktisch ausgebildet, wobei die wesentlichen Inhalte des 1. Ausbildungsjahres vermittelt werden.