mini|300px|Neuseeland mit dem unter dem Meeresspiegel liegenden Kontinent

Die geologischen Verhältnisse Neuseelands sind in erheblichen Maße durch die tektonischen Aktivitäten der Pazifischen und der Australischen Platte geprägt. Das Aufeinandertreffen der beiden Platten, anfangs divergierend, später dann konvergierend, formte das Land mit seinen beiden Hauptinseln über Jahrmillionen und tut dies noch heute. Die äußerlichen Erscheinungsformen dieser Prozesse können mit Gebirgsfaltungen, Vulkanismus, Erdbeben und zahlreichen geothermische Aktivitäten beobachtet werden. Speziell auf der Nordinsel führt das Zusammentreffen der beiden Platten zu erhöhter vulkanischer Aktivität, wobei einige der aktivsten Vulkane der Erde sich in der Mitte der Nordinsel und nördlich davon befinden und sich in der (TVZ) konzentrieren. Neuseeland gehört damit zu den Ländern des pazifischen Raums, die direkt auf dem Pazifischen Feuerring (englisch: ) liegen, einem Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umschließt.

Geologischer Rückblick mini|Entstehung Neuseelands (animiert) Vor etwa 280 Millionen Jahren gehörte die Landmasse, die heute Neuseeland zugeordnet wird, zu dem der Küste vorgelagerten nordöstlichen Teil des Urkontinents . Unter dem Druck der westwärts wandernden Pazifischen Platte begann sich vor etwa 200 Millionen Jahren in diesem Seebett ein gebirgiger Streifen zu bilden und aus dem Meer zu erheben. Mit einer Ostwärtsdrift wurde die Erhebung vor etwa 70 Millionen Jahren von dem Urkontinent abgespalten und ließ den unter dem Meeresspiegel liegenden Kontinent sowie die entstehen. Die bereits auf dem Gebirgsstreifen lebenden Pflanzen und Tiere entwickelten sich von diesem Zeitpunkt an unabhängig weiter und wurden so zu Endemiten.

Vor etwa 60 Millionen Jahren war die Landmasse Neuseelands weitaus größer als heute. Aber ständige Erosionsprozesse ließen die Berge zu Hügeln und zu Ebenen verflachen. Durch kontinuierliche Landabtragungen verschob das Meer die Küstenlinie weiter landeinwärts. Tektonische Prozesse drehten den südlichen Teil des Landes schneller gegen den Uhrzeigersinn, als das mit dem nördlichen Teil geschehen konnte. Die dadurch entstehenden beiden Hauptinseln legten die Grundlage für die Zweiteilung Neuseelands. Etwa 35 Millionen Jahre später befand sich rund 60 % der heutigen Landfläche unter Wasser. Die weiter voranschreitende und unterschiedlich schnelle Drehung der beiden Hauptinseln ließ zwischen der Pazifischen Platte und der Australischen Platte einen Grabenbruch () entstehen, die . Um diese Verwerfung herum verschoben sich die Nord- und die Südinsel weiter linksdrehend und richtete Neuseeland auf einer nordöstlich verlaufenden Achse aus. Neben der bildete sich südlich davon der und im nördlichen Verlauf der und der aus.

Auf der Nordinsel, wo sich die Pazifische Platte noch heute unter die Australische Platte schiebt, entstanden vulkanisch aktive Gebiete und auf der Südinsel, wo sich die Pazifische Platte südwestwärts an der Australischen Platte entlang schiebt, entstanden durch Auffaltungen die Neuseeländischen Alpen.

Geologische Beschaffenheit Der geologische Aufbau Neuseelands lässt sich von seiner Entstehungsgeschichte her grob drei erdgeschichtlichen Zyklen zuordnen:

Dem frühen bis mittleren Paläozoikum, in dem der westliche Bereich Neuseelands entstand. Dem späten Paläozoikum bis hin zur frühen Kreidezeit, in dem der östliche Teil entstand. Der späten Kreidezeit bis in das Känozoikum hinein, in dem die Sedimente und die Gesteine vulkanischen Ursprungs entstanden.

Einer der ältesten bekannten Sedimentaufschlüsse Neuseelands, rund 100 km nordwestlich von im -Schichtkomplex ehemaliger Inselbögen, besteht aus mittelkambrischen Sedimentabfolgen der Junction-Formation und wird im Wesentlichen von turbiditischen Sandsteinen, Schluffgesteinen und Konglomeraten sowie einigen basaltischen und andesitischen Einheiten gebildet. Die in den Lagen der Haupiri-Gruppe enthaltenen Trilobitenversteinerungen sind die ältesten Fossilien von Neuseeland.

Eine etwas detailliertere Einordnung des geologischen Aufbaus von Neuseeland kann der folgenden Karte mit der zugehörigen Tabelle entnommen werden.

300px|links|mini|Karte der geologischen Verhältnisse von NeuseelandDatenquelle: Institute of Geological and Nuclear Sciences, Neuseeland Legende zur nebenstehenden Karte Pos Gesteinsarten Erdzeitalter Alter (mya) 1 Sedimente Kreide Känozoikum 145,5 – 65,5 und 55,8 – 0 2 Grauwacken Perm bis Trias 299 – 199,6 3 Glimmerschiefer Karbon bis Kreide 359,2 – 65,5 4 vulkanisches Gestein Kreide und Känozoikum 145,5 – 65,5 und 55,8 – 0 5 Sedimente und OphiolitheNorthland- und East Coast-Einheiten Kreide und Oligozän 145,5 – 65,5 und 33,9 – 23,03 6 Pyroklastika Trias bis Jura 251 – 145,5 7 Kalkstein, Klastika und vulkanisches Gestein(Zentrale- und Östliche Sedimentzone) Kambrium bis Devon 542 – 359,2 8 Granitoide Paläozoikum und Kreide 542 - 251 und 145,5 – 65,5 9 metamorphe Zonen(Western-Fiordland-Zone) Paläozoikum und Kreide 542 - 251 und 145,5 – 65,5 10 Ophiolith und Pyroklastika Perm 299 – 251 11 Pyroklastika und vulkanisches Gestein Perm 299 – 251 12 mafische Komplexe, wie Ultramafitite Paläozoikum und Kreide 542 - 251 und 145,5 – 65,5 13 Grauwacken(Western-Sedimentzone) Kambrium bis Ordovizium 542 - 443,7

Geologische Regionen Die Hauptinseln von Neuseeland werden durch ein Gebirgsrelief bestimmt, das sich in einer Nordost-Südwest-Ausrichtung durch die beiden Inseln zieht und sich dabei als Teil eines weitläufigen Gebirgssystems darstellt, welches entlang des Pazifischen Feuerrings den gesamten pazifische Raum umschließt. Die beiden Inseln weisen aber deutliche Reliefunterschiede auf. Diese Unterschiede resultieren aus den unterschiedlich wirkenden tektonischen Prozessen, die Neuseeland geformt haben.

Nordinsel Die Berglandschaften der Nordinsel sind von Bruchtektonik und Vulkanismus bestimmt, wobei flachere Regionen ihre Prägungen durch Sedimentablagerungen bekamen. Die Regionen im Einzelnen:

Entlang des Hauptverwerfungssystems, das sich von Süd nach Nord durch die Nordinsel zieht und durch die , , und dann fast parallel verlaufend aufgespalten durch die , , , vertreten wird, hat sich eine für die Nordinsel bedeutsame Bergregion gebildet. Grauwacke ist hier in den , , , , , , das bestimmende Gestein. Die (TVZ), die sich vom submarinen -Vulkan, rund 80 km nordnordöstlich von / gelegen, in südsüdwestlicher Richtung bis zum über eine Länge von 350 km ausdehnt und ursprünglich bis über 100 km breit war, stellt der vulkanisch aktivste Teil Neuseelands dar. Zeitlich in drei Kategorien eingeteilt, hat sich die über die sogenannte „alte Zone“ (vor 2 bis 0,34 Millionen Jahren), über die „junge Zone“ (vor 0,34 Millionen Jahren bis 65.000 Jahren) bis hin in die im Englischen genannten „modern Zone“ (vor 65.000 Jahren bis heute) in seiner Breitenausdehnung ständig weiter verkleinert. Heute befinden sich die erheblichen Verwerfungen und die aktivsten vulkanischen Bereiche in einem Band von bis zu 50 km. Mehrere große Seen, wie der , der und der , sowie die größten Vulkane, dem mit seinen 2797 m, dem mit 2291 m Höhe und dem mit 1967 m befinden sich dort auf einer Linie. Die Kontinentale Erdkruste misst in der um die 15 km dicke, im Gegensatz zu den üblichen 35 km unter den Ebenen. Das ist eine zentrale Hochebene in der Mitte der Nordinsel, die den südlichen Teil der miteinschließt. Bemerkenswert hier ist der , eine unfruchtbare wüstenähnliche Landschaft mit Sanddünen und bizarren Auswaschungen, die dabei den Schichtenaufbau sichtbar machen. liegt im südöstlichen Teil des Plateaus. Der östliche Teil der Nordinsel mit den Regionen , , und , und der westliche Teil mit den Regionen bis zum und dem westlichen Teil der bis hinauf kurz vor bestehen aus flach lagerndem Sandstein der Kreidezeit und Ablagerungen aus dem Miozän und dem Pliozän. Schwemmland ist unter anderem in den unteren Flusslandschaften der größten Flüsse, und , sowie in dem Küstentiefland der zu finden. Die Gegend um den ist vulkanischen Ursprungs und bildet damit in den umliegenden sedimentbestimmten Regionen eine Ausnahme.

Südinsel Die Südinsel ist größtenteils, vor allem aber im westlichen Teil der Insel durch Gebirgsfaltungen und Vergletscherung geprägt. Der Untergrund in flacheren Regionen besteht vornehmlich aus Sedimenten. Die Regionen im Einzelnen:

Die Gebirgslandschaft, die sich von Norden von der Nordinsel fortsetzend längs durch die Südinsel zieht, hat alpinen Charakter und findet ihren Höhepunkt in dem Gletschergebiet um den höchsten Berg des Landes herum, dem /. Mesozoischer Gneis, Grauwacke und Glimmerschiefer sind vorwiegend am Gesteinsaufbau der neuseeländischen Alpen beteiligt. Ein schmales Band an der Westküste von Haast bis hinauf in die Gegend um ist von Sedimentgesteinen geprägt, wobei der nördliche Teil von Regionen durchsetzt ist, in denen Granit das bestimmende Gestein im Untergrund ist. Ein nördlich bis in die / verlaufendes Gebiet ist allerdings vulkanischen Ursprungs und mit Vorkommen von Kalkstein durchsetzt. Östlich der neuseeländischen Alpen bis an den Rand der besteht der Untergrund hauptsächlich aus Grauwacken, wobei sich ein schmales Band aus Glimmerschiefern hinunter bis in die Region ausbreitet und dort das vorherrschende Gestein darstellen. Die im mittleren östlichen Küstenbereich besteht ausschließlich aus Sedimenten. Die wenigen Gebiete rein vulkanischen Ursprungs liegen auf der Südinsel auf der unweit von und weiter südlich das Stadtgebiet von umfassend mit der und dem . , im äußersten Südwesten der Südinsel hingegen, besteht hauptsächlich aus metamorphen Gesteinen und stellt mit seiner zerklüfteten Küstenlandschaft und bis über 2700 m hohen Bergen die südliche Verlängerung der Neuseeländischen Alpen dar.

Geologischer Aufschluss Bei den Aufnahmearbeiten am Dun Mountain bei Nelson erkundete Ferdinand von Hochstetter eine damals noch nicht klassifizierte Gesteinsart und benannte sie nach dieser Typlokalität Dunit. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Gesteins veröffentlichte er im Jahre 1864.F. Hochstetter: Geologie von Neuseeland. Beiträge zur Geologie der Provinzen Auckland und Nelson. Wien 1864, S. 218.

Bodenschätze Neuseeland ist im Vergleich zu anderen Nationen arm an Bodenschätzen. Vor allem Metalle, wie Gold, Silber und Platinmetalle, sowie Kohle, verschiedene ökonomisch bedeutsame Minerale kommen in größeren Mengen vor und werden zu wirtschaftlichen Bedingungen abgebaut. Hier die Wichtigsten:

Kohle Neuseeland besitzt umfangreiche Braunkohlevorkommen, die hauptsächlich in den Regionen und der Nordinsel und an der Westküste, in und im Süden der Südinsel zu finden sind. Die Ressource werden auf etwa 15 Milliarden Tonnen geschätzt, wobei sich 80 % der Vorkommen auf der Südinsel verteilen. Die Braunkohle der Südinsel eignet sich Untersuchungen zur Folge u. a. als Rohmaterial zur Erzeugung von Treibstoffen, Briketts und Düngemitteln in petrochemischen Großanlagen.

Gold Verglichen weltweit mit anderen Ländern, in denen Gold gefördert wird, ist die Fördermenge an Gold in Neuseeland mit rund 13,5 Tonnen im Jahr 2009 vergleichsweise klein. Doch gehört Gold, zusammen mit Silber, zu den wichtigsten Rohstoffen in Neuseeland, die gefördert werden.

Goldvorkommen sind auf beiden Inseln vorhanden, wobei sie aus vier verschiedenen Lagerstättensituationen stammen können:

Mesothermale Quarzadern in Grauwacke, entstanden im Paläozoikum, Mesothermale Quarzadern in Schiefergestein, entstanden im Mesozoikum, Epithermale Quarzadern in vulkanischem Gestein, entstanden im Känozoikum, Seifen in Kies oder Sand, ebenfalls entstanden im Känozoikum.

Andere Mineralisierungen von Gold sind in Kupfer und in hydrothermalen Ablagerungen zu finden, haben aber bezogen auf ihre Vorkommen keine große Bedeutung.