Die größte Stadt der Türkei, Istanbul, erstreckt sich über etwa 50 Kilometer in west-östlicher wie in nord-südlicher Richtung und wird durch den Bosporus in eine europäische und eine asiatische Seite geteilt. Das alte, im Süden der europäischen Seite gelegene, Stadtzentrum wird zusätzlich durch das Goldene Horn von den nördlicher gelegenen Stadtteilen getrennt.
In der Auflistung sind alle Stadtbezirke von Istanbul, aber nicht alle Viertel vollständig genannt.
Zur Aussprache siehe Türkische Sprache.
__TOC__
mini|400px|Satellitenaufnahme von Istanbul mit eingetragenen Teilen mini|400px|Gesamtansicht der Provinz Istanbul. Das dunklere Rechteck markiert den Bereich der Satellitenaufnahme mit der Stadt Istanbul.
İlçe İlçe ist ein staatlicher Verwaltungsbezirk unterhalb der Provinzebene. Oft werden auch die Gemeinden, die Sitz einer solchen Verwaltung sind, damit bezeichnet. In Großstadtgemeinden (Büyükşehir Belediyesi) wie Istanbul bestehen in einem İlçe zwei parallele Verwaltungen, eine staatliche unter dem Kaymakam, und eine kommunale (Belediye), die als Stadtbezirksgemeinde angesprochen werden kann, unter der Leitung eines Bürgermeisters (Belediye Başkanı). Territorial haben beide Verwaltungen denselben Zuständigkeitsbereich. Der Kaymakam untersteht dem Provinzgouverneur (Vali), die Bezirksgemeinde ist mit den anderen Bezirksgemeinden der Provinz zu einer Großstadtgemeinde zusammengeschlossen, die unter der Leitung eines Büyükşehir Belediye Başkanı steht. Im Deutschen wird dieser meist als „Oberbürgermeister“ bezeichnet.
Kontinent Bezirk Distrikt Einwohner Fläche km² Einw./km² 2018 ± % Asien Adalar 16.119 8,13 11 1.465 Europa Arnavutköy 270.549 3,40 453 597 Asien Ataşehir 416.318 -1,67 25 16.653 Europa Avcılar 435.625 -0,01 50 8.713 Europa Bağcılar 734.369 -1,89 23 31.929 Europa Bahçelievler 594.053 -0,74 17 34.944 Europa Bakırköy 222.668 0,13 29 7.678 Europa Başakşehir 427.835 7,84 107 3.998 Europa Bayrampaşa 271.073 -1,14 9 30.119 Europa Beşiktaş 181.074 -2,36 18 10.060 Asien Beykoz 246.700 -1,75 310 796 Europa Beylikdüzü 331.525 5,36 39 8.501 Europa Beyoğlu 230.526 -2,57 9 25.614 Europa Büyükçekmece 247.736 1,75 173 1.432 Europa Çatalca 72.966 5,66 1.142 64 Asien Çekmeköy 251.937 1,24 152 1.657 Europa Esenler 444.561 -2,20 19 23.398 Europa Esenyurt 891.120 5,27 43 20.724 Europa Eyüp 383.909 0,73 228 1.684 Europa Fatih (incl. Eminönü) 436.539 0,61 15 29.103 Europa Gaziosmanpaşa 487.046 -2,19 12 40.587 Europa Güngören 289.331 -2,57 7 41.333 Asien Kadıköy 458.638 1,59 25 18.346 Europa Kağıthane 437.026 -1,28 15 29.135 Asien Kartal 461.155 -0,49 38 12.136 Europa Küçükçekmece 770.317 -0,01 44 17.507 Asien Maltepe 497.034 -0,11 53 9.378 Asien Pendik 693.599 -0,67 190 3.651 Asien Sancaktepe 414.143 2,92 63 6.574 Europa Sarıyer 342.503 -0,69 177 1.935 Europa Silivri 187.621 3,93 858 219 Asien Sultanbeyli 327.798 -0,66 29 11.303 Europa Sultangazi 523.765 -0,90 37 14.156 Asien Şile 36.516 3,94 800 46 Europa Şişli 274.289 0,03 10 27.429 Asien Tuzla 255.468 1,01 138 1.851 Asien Ümraniye 690.193 -1,39 46 15.004 Asien Üsküdar 529.145 -0,83 35 15.118 Europa Zeytinburnu 284.935 -0,85 12 23.745 Europa Stadt İSTANBUL 9.772.961 Asien Stadt İSTANBUL 5.294.763 15.067.724 0,26 5.461 2.759 mini|Stadtbezirke von Istanbul
Europäische Seite Altstadt
Die historische Halbinsel von Byzantion, Konstantinopel befindet sich im Süden des heutigen Istanbul auf einer Halbinsel zwischen Marmarameer und Goldenem Horn (Haliç), die den Übergang vom offenen Meer zum Bosporus (Boğaziçi) markiert. Sie wird von der Theodosianischen Landmauer im Westen begrenzt. Der Landkreis Fatih entspricht weitgehend der historischen Altstadt.
Eminönü mini|Blick von der Hagia Sophia zur Sultan-Ahmet-Moschee mini|Sultanahmet im Sonnenuntergang, vom Bosporus aus gesehen Der ehemalige Stadtbezirk Eminönü liegt im Bereich der ältesten Siedlung von Byzantion, die im 7. Jh. v. Chr. von Megarern aus der Peloponnes gegründet wurde.
In Eminönü – an der Spitze der Halbinsel gelegen – liegt das historische Zentrum der Stadt mit der ehemaligen Kathedrale Hagia Sophia (Ayasofya Müzesi), der nahegelegenen Kirche Hagia Irene (Aya İrini Müzesi), den Resten des byzantinischen Kaiserpalastes (Mosaikenmuseum, Mozaik Müzesi), den antiken Zisternen (Yerebatan Sarnıcı), dem Hippodrom (At Meydanı), dem ehemaligen Sultanspalast (Topkapı Sarayı) und bedeutenden Moscheen (der „Blauen Moschee“ Sultan Ahmed, der Süleymaniye-Moschee, der Rüstem-Pascha-Moschee und der Beyazıt-Moschee, der ältesten der Stadt). Die älteste Stadtmauer umgibt diesen Stadtteil.
Weitere wichtige Museen sind das Archäologische Museum in der Nähe des Topkapi-Palastes und das Türkisch-Islamische Museum am At Meydani.
Die Hauptstraße von Konstantinopel, die Mese, begann beim Milion, dessen Überreste nahe der heutigen Hagia Sophia gefunden wurden, und führte über das Forum Konstantin (Çemberlitaş), wo eine der größten Agoren der Welt liegt, der überdachte Basar Kapalicarsi, das Forum Tauri (Theodosius-Forum, Beyazıt) und das Arcadius-Forum (Aksaray) zum Goldenen Tor an der Landmauer des Theodosius. Beim Forum Tauri (Beyazıt) verzweigt sich die Mittelstraße von Byzanz (Mese) Richtung Nordwesten und bildet dort das Forum (Agora) Philadelphion (Şehzadebaşı).
Dort befinden sich auch das wichtigste Basarviertel Istanbuls mit dem Ägyptischen Basar (Mısır Çarşısı) und dem großen gedeckten Basar (Kapalı Çarşı) mit rund 4000 Geschäften, die Hauptgebäude der Universität, der Kopfbahnhof Sirkeci Garı für Züge aus dem Westen, einst Endstation des Orient-Express, und gegenüber die wichtigsten Landungsbrücken für den Fährverkehr. Dort führt auch die Galatabrücke über das Goldene Horn nach Pera und weiter in den Norden der europäischen Seite.
Viertel von Eminönü sind (von Norden nach Süden und Osten nach Westen) Eminönü, Cağaloğlu, Sultanahmet, Beyazıt, Kumkapı, Küçükpazar, Şehzadebaşı und Lâleli.
Im Jahr 2008 wurde der Stadtbezirk Eminönü aufgelöst und dem Bezirk Fatih zugeordnet. Begründet wurde die Maßnahme mit der geringen Bevölkerung des Bezirks.
Fatih mini|Die Fatih-Moschee ist eines der historischen Zentren des Viertels Fatih liegt zwischen Eminönü im Osten und der Stadtmauer im Westen. Getrennt werden die Stadtteile heute vom Atatürk Bulvarı, einer Schnellstraße, die über die Atatürk-Brücke eine zweite Verbindung zum Norden der Stadt herstellt. Der Atatürk Bulvarı wird überspannt vom im 4. Jahrhundert erbauten Valens-Aquädukt (Bozdoğan Kemeri), der Fatih und Eminönü verbindet. Fatih ist seit Mehmed dem Eroberer berühmt für seine Medresen und Moscheen und war ein Bezirk der Gelehrten und Dichter.
Die Hauptstraße von Fatih begann im Mittelalter im Philadelphion (Sehzadebasi), und wo heute die Fatih-Moschee steht, war die zweitgrößte Kirche von Byzanz, die Apostelkirche mit dem Grab Konstantins des Großen. Nicht weit von Philadelphion steht die Markian-Säule (Kiztasi).
Orthodoxe Kirchen in dem Stadtteil, die in den osmanischen Jahrhunderten zu Moscheen umgewandelt wurden, sind unter anderem die Jesus-Pantokrator-Kirche (Zeyrek-Moschee) und die Pammakaristos-Kirche (Fethiye-Moschee). Auf dem Gelände des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel (Rum Patrikhanesi) befindet sich die orthodoxe Kirche Hagios Georgios (Sankt Georg). Viertel von Fatih sind (von Norden nach Süden und Osten nach Westen) Fener, Çarşamba, Aksaray, Cerrahpaşa, Topkapı, Şehremini, Koca Mustafa Paşa (ehem. Psamathia) und Yedikule. Balat ist das traditionelle jüdische Quartier in Fatih. Karagümrük befindet sich im Norden der Innenstadt und liegt noch innerhalb der Stadtmauer, die aus der byzantinischen Zeit stammt. Eine bekannte Sehenswürdigkeit ist die ehemalige Chora-Kirche, außerdem befindet sich in diesem Stadtteil der Sitz des Staatsensembles für klassische türkische Musik in der Tekke der Dscherrahi-Tarīqa.
mini|Die Landmauer aus dem 5. Jahrhundert
Der Westen Außerhalb der Theodosianischen Landmauer schließen sich im Westen weitere Stadtteile an:
Esenler Esenler ist ein Stadtteil auf der europäischen Seite von İstanbul.
Esenyurt Esenyurt ist ein Stadtteil auf der europäischen Seite von Istanbul.
Silivri Silivri ist ein Randbezirk von Istanbul. Es liegt knapp 80 km entfernt und hat viele Küstenregionen. Eines davon ist Hamitbey – Selimpasa.
Zeytinburnu Zeytinburnu liegt an der Küste des Marmarameers direkt an der Theodosianischen Landmauer. Siehe Hauptartikel Zeytinburnu.
Güngören Güngören war früher ein von Griechen bewohntes und Vidos genanntes Dorf. Im 17. Jahrhundert war die Gegend um das heutige Güngören für den Sultan Osman II. ein beliebtes Ausflugsziel für die Jagd. Sultan Osman ließ dort deswegen eine heute nach ihm benannte und bis heute erhaltene Moschee und eine Jagdvilla mit Hamam (Bad) errichten. Auch ließ er zwei Brunnen auf der rechten und auf der linken Seite der Moschee errichten. Der rechte davon ist bis zum heutigen Tag erhalten. Nachdem Sultan Osman von Mitgliedern der osmanischen Eliteeinheit den Janitscharen ermordet worden war, ließ sein Nachfolger Murat IV. alle Janitscharen, die in Gebäuden um die Moschee und die Jagdvilla untergebracht waren, umbringen. Als im Jahre 1936 die griechischen Ortschaftsnamen in türkische umgeändert wurden, bekam der Ort Vidos den Namen Güngören. In der Volkszählung im Jahre 1955 wurden im Dorf Güngören 237 Bewohner registriert. Nach dieser Zeit wuchs Güngören explosionsartig, bis es zum Jahre 2000 eine Einwohnerzahl von 272.950 Menschen erreichte. Offizielle Website der Gemeinde Güngören (türkisch) Güngören erlangte im Jahre 1992 den Status eines Stadtteils von Istanbul. Davor gehörte es zum Stadtteil Bakırköy. Istanbul.net (türkisch)
Das Geschäfts- und Wohnviertel Merter gehört hauptsächlich zum Stadtteil Güngören und ist nach dem 1960 verstorbenen Gutsbesitzer Ahmet Muhtar Merter benannt worden. Einem am 7. September 2003 gedruckten Artikel der Zeitung Hürriyet zufolge hieß das Viertel, als es noch ein Landgut war, Haznedar. Die Fläche des Stadtviertels beträgt laut MESIAD (Verein der Industriellen und Geschäftsleute von Merter) 500.000 Quadratmeter. Die Bedeutung des Namens lautet edler Soldat oder Mann.
Bahçelievler Das Wort Bahçelievler bedeutet ins Deutsche übersetzt Häuser mit Gärten.
Die Einwohnerzahl Bahcelievlers betrug im Jahre 1960 noch 8000 Einwohner, im Jahr 1965 schon 20.881, 1975 sogar 100.000 und laut Daten der Volkszählung am 22. Oktober 2000 zufolge 474.070. Die Fläche des Stadtviertels beträgt 16,7 Quadratkilometer. Offizielle Website des Landratsamtes Bahcelievler (türkisch) Bahçelievler besteht aus elf Stadtvierteln: Cumhuriyet, Çobançeşme, Fevziçakmak, Hürriyet, Yenibosna, Kocasinan, Siyavuşpaşa, Soğanlı, Şirinevler, Zafer und das wie die Gemeinde heißende Viertel Bahçelievler und das zum Teil im Viertel Bahçelievler liegende Merter. Offizielle Website der Gemeinde Bahçelievler (türkisch)
Sehenswürdigkeiten In Bahçelievlers größter Parkanlage, dem Nationalen Unabhängigkeits-Park, steht eine Steinvilla aus dem 16. Jahrhundert benannt nach Siyavus Pascha, der unter Sultan Mehmet dem Dritten eine Zeitlang die Regierungsgeschäfte führte. Eine andere Sehenswürdigkeit, die aus der Zeit Ostroms stammt, ist die Çobançeşme-Brücke über dem Ayamama-Bach am Autobahnkreuz Atatürk-Flughafen. Der auch in Bahçelievler liegende Viran Bosna genannte, ehemals Bosnienpalast heißende und aus der osmanischen Zeit stammende Palast ist heute nur noch als Ruine erhalten. Offizielle Website des Landratsamtes Bahcelievler (türkisch)
mini|Atatürk-Flughafen mini|Eyüp-Sultan-Moschee
Bağcılar Bağcılar ist ein beständig wachsender Stadtteil im westlichen Teil Istanbuls. Früher lebten in Bağcılar Bauern, die Trauben anpflanzten. Bağ bedeutet auch Rebstöcke. Bağcılar ist immer besser an die Metropole angeschlossen: Die Tramstation ist fertig, eine U-Bahn wird im Moment gebaut. Bağcılar ist mit etwa 1.000.000 Einwohnern Istanbuls bevölkerungsreichster Stadtteil.
Bakırköy