Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 war die 23. Auflage des bedeutendsten Turniers für Fußballnationalmannschaften, wurde vom Weltverband FIFA veranstaltet und fand vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA statt.
Weltmeister wurde der amtierende Europameister Spanien, der das Finale in East Rutherford mit 1:0 nach Verlängerung gegen den Titelverteidiger Argentinien für sich entscheiden konnte. Spanien krönte sich damit zum zweiten Mal nach 2010 zum Weltmeister.
Die Mannschaften aller drei DACH-Länder konnten sich für das Turnier qualifizieren. Die DFB-Elf und die österreichische Nationalmannschaft schieden jeweils im Sechzehntelfinale aus, die Schweizer Mannschaft im Viertelfinale.
Als eine der größten Überraschungsmannschaften galt Kap Verde, das sich zum ersten Mal für eine WM qualifizieren konnte und nach einem 0:0 im Auftaktspiel gegen Spanien sowie nach zwei Unentschieden gegen Uruguay (2:2) und Saudi-Arabien (0:0) in der Gruppe H als Gruppenzweiter das Sechzehntelfinale erreichen konnte, wo man knapp nach Verlängerung an Argentinien scheiterte (3:2).
Bewerbungsverfahren und Vergabe
Der Kongress der FIFA legte während seiner Sitzung in Bahrain am 11. Mai 2017 fest, dass das Interesse an der Ausrichtung bis zum 11. August 2017 hinterlegt werden müsse. Eine vorzeitige Vergabe an die bis dahin einzige Bewerbung (Kanada, Mexiko und Vereinigte Staaten) wurde abgelehnt. Bis zum Stichtag erklärte auch Marokko sein Interesse an der WM-Ausrichtung. Bis März 2018 mussten die vollständigen Bewerbungsunterlagen eingereicht werden. Diese wurden von der FIFA geprüft. Aufgrund des resultierenden Prüfberichts entschied der FIFA-Rat, beide Bewerbungen dem FIFA-Kongress zur Entscheidung vorzulegen, der erstmals anstelle des inzwischen aufgelösten FIFA-Exekutivkomitees über den Austragungsort abstimmen sollte. Bei dieser Abstimmung hatte jeder der 207 Verbände eine Stimme.
Mitglieder des asiatischen und des europäischen Verbandes durften sich nach den derzeitigen FIFA-Regularien nicht bewerben, weil die Weltmeisterschaft 2022 in Katar und die WM 2018 in Russland ausgetragen worden war und sich die Konföderationen der FIFA als Ausrichter abwechseln sollen. Erstmals spielte für die Vergabe die Menschenrechtslage in den Bewerberstaaten eine Rolle. In: FIFA, 14. Dezember 2015.
Als Gastgeber der WM 2026 wurden von der FIFA am 13. Juni 2018 – dem Vortag des Eröffnungsspiels der WM 2018 – Kanada neben Mexiko und den Vereinigten Staaten („United 2026“) bekannt gegeben.Fifa fordert offenbar Steuervergünstigungen von WM-Gastgeber 2026, www.zeit.de, 15. März 2018. Sie setzten sich in der Wahl mit 134:65 Stimmen – bei drei Enthaltungen – gegen Marokko durch. Es war die erste Vergabe unter dem seit 2016 amtierenden FIFA-Präsidenten Gianni Infantino.
Nach 1970 und 1986 war es die dritte WM in Mexiko (und Mexiko damit das einzige Land mit drei WM-Ausrichtungen), nach 1994 die zweite in den USA und die erste in Kanada.
Reform des Spielmodus FIFA-Präsident Gianni Infantino warb mit einer geplanten Aufstockung auf 40 teilnehmende Nationen erfolgreich um Stimmen kleinerer nichteuropäischer Staaten für seine Wahl am 26. Februar 2016. Die europäischen Fußballverbände waren dagegen.
Am 10. Januar 2017 beschloss die FIFA, dass nun 48 Staaten in 16 Dreier-Gruppen hätten teilnehmen sollen. Die Zahl der Vorrundenspiele wäre damit gegenüber dem alten Modus mit 32 Teilnehmern in 8 Vierer-Gruppen gleich geblieben, da bei doppelt so vielen Gruppen jede Gruppe nur halb so viele Spiele gehabt hätte – drei statt sechs. Im K.-o.-System wäre erstmals ein Sechzehntelfinale hinzugekommen; damit hätte sich die Anzahl der Spiele in der K.-o.-Phase verdoppelt, und insgesamt wären 80 statt 64 Begegnungen ausgetragen worden.
Während der Fußball-WM in Katar im Dezember 2022 berichteten mehrere Medien, dass dieser Spielmodus wegen der Gefahr von Spielabsprachen auch intern umstritten war, weswegen man sich eine weitere Reform vorbehielt. Denkbar, so der FIFA-Chef für globale Fußballentwicklung Arsène Wenger und Präsident Gianni Infantino, sei auch eine Austragung in zwölf Gruppen mit je vier Mannschaften, von denen sich die Gruppenersten und -zweiten sowie acht Gruppendritte für die Runde der letzten 32 qualifizieren. Eine weitere Variante sähe vor, dass die 48 Mannschaften zwei Vorrunden mit je 24 Teams – ebenfalls in Vierergruppen – ausspielen und sich die Sieger der beiden Hälften des Turnierbaums im Finale gegenüberstünden. Da die beiden Hälften hier bereits nach der Auslosung feststünden, wäre es nicht mehr möglich, durch eine taktische Niederlage im letzten Gruppenspiel in die möglicherweise leichtere Turnierhälfte zu kommen.
In beiden Varianten mit Vierergruppen würden 104 Partien ausgetragen werden und die Zahl der Spiele einer Mannschaft bis zum Finale von sieben auf acht steigen. Dabei rechnete die FIFA mit erheblich höheren Einnahmen, auch müsse das Turnier wohl um mindestens eine Woche verlängert werden.
Am 14. März 2023 wurde auf dem 73. FIFA-Kongress in Kigali die Aufstockung der Spiele auf insgesamt 104 Partien beschlossen. Der Modus sah nun zunächst eine Gruppenphase mit zwölf Vierer-Gruppen vor; das Turnier sollte ca. sechs Wochen dauern.
Neue Regeln und Abläufe Zur Weltmeisterschaft 2026 wurden mehrere neue Fußballregeln eingeführt bzw. ausprobiert:
Zwei Trinkpausen pro Spiel Wetterunabhängig finden pro Spiel zwei festgelegte Trinkpausen, ungefähr nach 22 und 67 Minuten, für jeweils drei Minuten statt.
Gelbe Karten – Löschung bereits vor Beginn der Finalrunden Weil beim Turnier durch 48 statt 32 Mannschaften eine weitere K.-o.-Runde, das Sechzehntelfinale, hinzukommt, werden die Gelben Karten vor Beginn der Finalrunden und (wie bisher bei den Fußball-Weltmeisterschaften) nach den Viertelfinals gestrichen.
5-Sekunden-Zeitregel für Einwürfe und Abstöße Für Einwürfe und Abstöße wurde eine 5-Sekunden-Zeitregel zur Ausführung eingeführt. Wird die Missachtung geahndet, geht der Ballbesitz an das gegnerische Team über.
10-Sekunden-Zeitregel beim Auswechseln Für auszuwechselnde Spieler wurde eine 10-Sekunden-Zeitregel zum Verlassen des Spielfeldes eingeführt; wird diese nicht eingehalten und geahndet, muss der einzuwechselnde Spieler bis zur nächsten Spielunterbrechung, mindestens jedoch eine Minute, auf seine Einwechslung warten.
Umgang mit Verletzten – Spielfeld verlassen und 1-Minuten-Regel Verletzte Spieler, die auf dem Platz behandelt werden, müssen ihn anschließend verlassen und eine Minute warten, ehe sie wieder am Spiel teilnehmen dürfen.
Neue Sanktionsmöglichkeiten Spieler, die in einem Disput mit dem Gegenspieler mit vor den Mund gehaltener Hand kommunizieren, können bei der WM mit der Roten Karte bestraft werden. Spieler, die aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung den Platz verlassen, können ebenfalls derart bestraft werden. Verlässt eine Mannschaft aus Protest das Feld, wird die Partie für den Gegner gewertet.
Video-Assistent – Weitere Einsatzszenarien Der Video-Assistent (VAR) darf bei der WM drei weitere Situationen überprüfen und bei Fehlern des Schiedsrichters eingreifen: bei unkorrekt gegebenen Ecken (sofern der Check sofort und ohne Verzögerung durchgeführt werden kann), bei einer Spielerverwechslung, die zu einer Roten oder Gelben Karte für einen falschen Spieler führt, und bei einer zweiten Gelben Karte, die zu Gelb-Rot für einen Spieler führt.
Hymne – Alle 26 Akteure je Mannschaft auf dem Spielfeld Zur Weltmeisterschaft 2026 änderte die FIFA außerdem den zeremoniellen Ablauf vor dem Anpfiff. „Alle Spieler, die sich im Kader für den Spieltag befinden, werden im Rampenlicht stehen“, kündigte die FIFA an: „Während der Nationalhymnen versammeln sich alle 26 Akteure jedes Teams um das Banner im Mittelkreis, damit jeder einzelne von ihnen – also nicht nur die Startelf – diesen symbolträchtigen Moment voller Stolz und Emotionen erleben kann, wenn er sein Land auf der größten Fußballbühne der Welt vertritt.“
Spielorte Die Entscheidung über die 16 Austragungsorte fiel am 16. Juni 2022. Am 4. Februar 2024 gab die FIFA in einer Liveshow in Miami bekannt, dass die Weltmeisterschaft am 11. Juni 2026 im Aztekenstadion im Stadtteil Coyoacán der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt mit der mexikanischen Fußballnationalmannschaft eröffnet wird; für das Endspiel am 19. Juli wurde das MetLife Stadium im US-amerikanischen East Rutherford (New Jersey) ausgewählt. Die meisten der insgesamt 104 Spiele, nämlich neun Partien, wurden im ebenfalls US-amerikanischen AT&T Stadium in Arlington (Texas) ausgetragen. Während des Turniers trugen die Stadien geänderte Namen ohne Sponsorenbezug.
Anders als bei der WM 2002 als die Spiele paritätisch zwischen den Austragungsländern Japan und Südkorea aufgeteilt wurden, fanden 2026 75 % der Spiele in den USA und nur je 12,5 % der Spiele in Kanada und Mexiko statt. Die USA löste Deutschland (102) mit nun 130 Spielen als Land mit den meisten WM-Spielen sowie Brasilien, Italien und Spanien (je 17) mit nun 20 Stadien als Land mit den meisten WM-Stadien ab.
Ort Stadion(FIFA-Bezeichnung) Kapazität Anzahl der Spiele Foto Toronto (Kanada) BMO Field(Toronto-Stadion) 45.000 5 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale 200px Vancouver (Kanada) BC Place Stadium(Vancouver-Stadion) 54.000 5 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 Achtelfinale 200px Guadalupe(Monterrey, Mexiko) Estadio BBVA(Monterrey-Stadion) 53.500 3 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale 200px Mexiko-Stadt, Mexiko Aztekenstadion(Mexiko-Stadt-Stadion) 83.000 3 Gruppenspiele (darunter das Eröffnungsspiel)1 Sechzehntelfinale1 Achtelfinale 200px Zapopan(Guadalajara, Mexiko) Estadio Akron(Guadalajara-Stadion) 48.000 4 Gruppenspiele 200px Arlington(Dallas, USA) AT&T Stadium(Dallas-Stadion) 94.000 5 Gruppenspiele2 Sechzehntelfinale1 Achtelfinale1 Halbfinale 200px Atlanta, USA Mercedes-Benz Stadium(Atlanta-Stadion) 75.000 5 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 Achtelfinale1 Halbfinale 200px East Rutherford(New York / New Jersey), USA MetLife Stadium(New-York-New-Jersey-Stadion) 82.500 5 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 AchtelfinaleFinale 200px Foxborough(Boston), USA Gillette Stadium(Boston-Stadion) 65.000 5 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 Viertelfinale 200px Houston, USA NRG Stadium(Houston-Stadion) 72.000 5 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 Achtelfinale 200px Inglewood(Los Angeles), USA SoFi Stadium(Los-Angeles-Stadion) 70.000 5 Gruppenspiele2 Sechzehntelfinale1 Viertelfinale 200px Kansas City, USA Arrowhead Stadium(Kansas-City-Stadion) 73.000 4 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 Viertelfinale 200px Miami Gardens(Miami), USA Hard Rock Stadium(Miami-Stadion) 65.000 4 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 ViertelfinaleSpiel um Platz 3 200px Philadelphia, USA Lincoln Financial Field(Philadelphia-Stadion) 69.000 5 Gruppenspiele1 Achtelfinale 200px Santa Clara(San Francisco Bay Area), USA Levi’s Stadium(San-Francisco-Bay-Area-Stadion) 71.000 5 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale 200px Seattle, USA Lumen Field(Seattle-Stadion) 69.000 4 Gruppenspiele1 Sechzehntelfinale1 Achtelfinale 200px
Quartiere der Mannschaften Siehe auch: Fußball-Weltmeisterschaft 2026/Statistik#Quartiere und Trainingsstätten für eine Tabelle mit den genauen Orten
Quelle: fifa.com: Alle Teamquartiere der WM 2026 im Überblick
Qualifikation und Teilnehmer Überblick mini|hochkant=2.3|
Die 48 Startplätze für die Endrunde wurden wie folgt vergeben:
Europa: 16 Startplätze (+ 3 gegenüber 2022) Afrika: 9 Plätze (+ 4) Asien (einschl. Australien): 8 Plätze (+ 3,5) Südamerika: 6 Plätze (+ 1,5) Nord- und Mittelamerika, Karibik: 6 Plätze (+ 2,5) Ozeanien: 1 Platz (+ 0,5)
Die restlichen zwei Startplätze wurden bei einem Play-off-Turnier unter sechs Ländern ausgespielt. Jede Konföderation (außer der europäischen UEFA) entsandte dazu einen Teilnehmer, die ausrichtende nord- und mittelamerikanische CONCACAF stellte zwei Starter.