178px|John Singer Sargent: Dame Ethel Smyth Ethel Smyth komponiert The March of Women, der zur Hymne der Suffragettenbewegung wird. 172px|Ernst von Schuch dirigiert den Rosenkavalier Der Rosenkavalier von Richard Strauss wird am Königlichen Opernhaus in Dresden uraufgeführt. 350px|Von Josef Hoffmann entworfenes Grabmal Gustav Mahlers auf dem Grinzinger Friedhof Gustav Mahler stirbt mit 51 Jahren in Wien. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1911.
Ereignisse Uraufführungen Oper mini|links|hochkant|Margarethe Siems in Der Rosenkavalier 1911 mini|Rosenkavalier Uraufführung 1911 Dresden 26. Januar: Die Oper Der Rosenkavalier von Richard Strauss hat mit dem Dirigenten Ernst von Schuch in der Inszenierung von Max Reinhardt ihre Uraufführung in der Dresdner Hofoper. Die Kostüme stammen von Alfred Roller. Dem Werk mit dem Libretto des österreichischen Schriftstellers Hugo von Hofmannsthal, dessen Titel bis zum Schluss umstritten war, ist ein überwältigender Erfolg beschieden. Margarethe Siems singt die Feldmarschallin von Werdenberg, in weiteren Rollen brillieren Carl Perron, Eva von der Osten, Karl Scheidemantel, Minnie Nast, Riza Eibenschütz und Fritz Soot. 28. März: Die komische Oper Der Jahrmarkt von Sorotschinzy von Modest Petrowitsch Mussorgski nach einer Erzählung von Nikolai Wassiljewitsch Gogol aus der Sammlung Abende auf dem Weiler bei Dikanka wird Jahrzehnte nach dem Tod des Komponisten in Sankt Petersburg uraufgeführt. 19. Mai: An der Opéra-Comique in Paris erfolgt die Uraufführung des Einakters Die spanische Stunde von Maurice Ravel auf ein Libretto von Franc-Nohain. Die „musikalische Komödie“ wird von Publikum und Kritik mit Ablehnung quittiert. 2. Juni: Die Oper Isabeau von Pietro Mascagni wird unter der Leitung des Komponisten am Teatro Colón in Buenos Aires uraufgeführt. Das Libretto der leggenda drammatica in drei Akten stammt von Luigi Illica. Als Inspiration diente die Geschichte von Lady Godiva. Die Oper wird schnell populär und inspiriert eine Reihe anderer Opern nach Legenden. 23. November: An der Volksoper Wien wird das musikalische Schauspiel Der Kuhreigen von Wilhelm Kienzl unter der Regie von Rainer Simons uraufgeführt. Das Libretto stammt von Richard Batka frei nach der Novelle Die kleine Blanchefleur von Rudolf Hans Bartsch. 23. Dezember: In der Olympia Hall in London wird Das Mirakel von Karl Gustav Vollmoeller mit der Musik von Engelbert Humperdinck in der Inszenierung von Max Reinhardt welturaufgeführt.
Operette 1. April: Die Uraufführung der Operette Sein Herzensjunge von Walter Kollo findet am Thalia-Theater in Wuppertal-Elberfeld statt. 1. Mai: Im Ronacher Etablissement in Wien wird die Operette Das goldene Strumpfband von Leo Ascher uraufgeführt. 25. März: Die Uraufführung der Operette Grigri von Paul Lincke findet am Metropol-Theater in Köln statt. 9. November: Die Oper Der Bergsee von Julius Bittner wird an der Wiener Hofburg uraufgeführt. 24. November: Am Theater an der Wien in Wien erfolgt die Uraufführung der Operette Eva von Franz Lehár mit dem Libretto von Alfred Maria Willner und Robert Bodanzky. 23. Dezember: Am Carltheater in Wien wird die Operette Alt-Wien nach Musik von Joseph Lanner, zusammengestellt und bearbeitet von Emil Stern, uraufgeführt. Das Libretto verfassten Gustav Kadelburg, Julius Wilhelm und M. A. Weikone. 31. Dezember: Die Uraufführung der Operette Große Rosinen von Walter Kollo erfolgt am Berliner Theater in Berlin.
Weitere Operettenuraufführungen Edmund Eysler: Das Zirkuskind und Der Frauenfresser (zwei Operetten) Carl Michael Ziehrer: Ball bei Hof (in Stettin uraufgeführt). Leo Fall: Der ewige Walzer und Sirene (zwei Operetten) Heinrich Berté: Kreolenblut (in Hamburg). Robert Stolz: Der Minenkönig und Die Eiserne Jungfrau (zwei Operetten, beide in Wien uraufgeführt) Ralph Benatzky: Laridon (Operette) Cherchez la femme(Operette); Pomponette (Operette); Kokettchens Mission (Operette); Das blonde Abenteuer (Operette)
Weitere Uraufführungen 21. Januar: The March of Women von Ethel Smyth wird in der Pall Mall in London uraufgeführt. Eine weitere Aufführung erfolgt am 23. März in der Royal Albert Hall, von wo aus das Lied eine rasche Verbreitung in England erfährt, und zur Hymne der englischen Suffragettenbewegung wird. mini|hochkant|Ida Rubinstein als Saint Sebastian in Le Martyre de Saint Sebastian 22. Mai: Die Uraufführung von Le Martyre de Saint Sébastien (Das Martyrium des Heiligen Sebastian), einem „Mysterium in fünf Akten“ von Gabriele D’Annunzio mit Musik von Claude Debussy in Zusammenarbeit mit André Caplet, am Théâtre du Châtelet in Paris gerät zu einem Skandal. Der Erzbischof von Paris, Léon-Adolphe Amette, verbietet allen Katholiken den Besuch der Vorstellungen wegen der Darstellung des Heiligen durch eine leichtbekleidete jüdische und russische Frau, die Tänzerin Ida Rubinstein. Das Publikum reagiert brüskiert oder wegen der Dauer des Stückes gelangweilt. mini|links|hochkant|Vaslav Nijinsky als Petruschka der Uraufführung (mit Igor Strawinski links) 13. Juni: Mit Vaslav Nijinsky in der Titelrolle wird in Paris Igor Strawinskys Ballett Petruschka uraufgeführt. Die pantomimische Choreographie stammt von Michel Fokine, die Kostüme und das Bühnenbild von Alexander Benois. 20. November: Ein halbes Jahr nach dem Tod des Komponisten wird in München Gustav Mahlers Das Lied von der Erde unter der Leitung von Bruno Walter uraufgeführt. Unter Vermeidung des Wortes Sinfonie hat Mahler das Werk als „sinfonischen Liederzyklus“ bezeichnet, aus Angst, eine 9. Sinfonie könnte – wie bei seinen Vorbildern Ludwig van Beethoven und Anton Bruckner – seine letzte sein. 9. Dezember: Uraufführung des Chorwerks Friede auf Erden op. 13 von Arnold Schönberg im Großen Musikvereinssaal in Wien.
Instrumentalmusik 3. April: Uraufführung der 4. Sinfonie a-moll op. 63 von Jean Sibelius.
Vokalmusik Nikolai Medtner: Acht Gedichte op. 24
Sonstiges 19. Februar: Arnold Schönberg komponiert „wie in einem Rausch an einem einzigen Tag“ fünf seiner Sechs kleinen Klavierstücke. Das sechste Stück entsteht am 17. Juni in Erinnerung an den einen Monat zuvor verstorbenen Gustav Mahler. 21. Februar: Gustav Mahler dirigiert in New York sein letztes Konzert. mini|links|Das Teatro Municipal 1911 12. September: Das neu errichtete Theatro Municipal de São Paulo wird mit einer Aufführung der Oper Hamlet von Ambroise Thomas eröffnet. mini|Eine von Thomas Alva Edison entwickelte Edison Diamond Disc auf einem Phonographen. Der von Thomas Alva Edison entwickelte Edison Diamond Disc Phonograph wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Thorvald Aagaard gibt Melodier til Sangbog for Skolen og Hjemmes (Melodien zum Liederbuch für Heim und Schule) bei Konrad Jørgensen in Kolding heraus. Arnold Schönberg komponiert das Kunstlied für hohen Sopran, Celesta, Harmonium und Harfe Herzgewächse op. 20. Scott Joplin veröffentlicht den Klavierauszug seiner Oper Treemonisha im Selbstverlag. Das Partitur-Manuskript ist verschollen.
Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Album Weitere Informationen Alexander’s Ragtime Band Irving Berlin Irving Berlin Victor Records 18. März 1911 Jazz Jazzstandard The Preacher and the Slave Joe Hill Harry McClintock 1911 Arbeiterlied Parodie des christlichen Kirchenliedes In the Sweet By-and-By. Erstmals 1911 in der 4. Ausgabe des Little Red Songbook veröffentlicht.
Geboren Januar bis März 4. Januar: Noro Morales, puerto-ricanischer Mambo- und Rumbamusiker († 1964) 8. Januar: Andrej Očenáš, slowakischer Komponist († 1995) 9. Januar: Franz Nauber, deutscher Hornist († 2001) 11. Januar: Tommy Duncan, US-amerikanischer Country-Sänger († 1967) 11. Januar: V. Lakshminarayana, indischer Sänger, Geiger, Komponist und Musikpädagoge († 1990) 13. Januar: Hedwig Müller von Asow, deutsche Musikwissenschaftlerin und Musikepistolographin († 1976) 14. Januar: Hans-Martin Majewski, deutscher Filmkomponist († 1997) 14. Januar: George Tremblay, US-amerikanischer Komponist († 1982) 15. Januar: Nasib Gajasowitsch Schiganow, tatarischer Komponist († 1988) 16. Januar: Roberto Quiroga, argentinischer Tangosänger und Gitarrist († 1965) 18. Januar: Gábor Darvas, ungarischer Komponist und Musikwissenschaftler († 1985) 19. Januar: Ken Nelson, US-amerikanischer Musikproduzent († 2008) 21. Januar: Bjørn Hjelmborg, dänischer Komponist, Organist und Musikhistoriker († 1994) 22. Januar: Roberto García Morillo, argentinischer Komponist († 2003) mini|hochkant=0.6|Norbert Schultze; * 26. Januar 26. Januar: Norbert Schultze, deutscher Komponist († 2002) mini|hochkant=0.6|Roy Eldridge; * 30. Januar 30. Januar: Roy Eldridge, US-amerikanischer Jazztrompeter († 1989) 31. Januar: Gregorio Barrios, argentinischer Sänger und Schauspieler († 1978) 1. Februar: Johan Christian Castberg, norwegischer Zeichner, Maler und klassischer Geiger († 1988) 2. Februar: Jussi Björling, schwedischer Sänger († 1960) 2. Februar: Jean-Jacques Grunenwald, französischer Organist, Komponist und Musikpädagoge († 1982) 2. Februar: Karl Pfannhauser, österreichischer Musikwissenschaftler († 1984) 2. Februar: Hans Wolf, deutscher Orgelbauer († 1971) 3. Februar: Jehan Alain, französischer Organist und Komponist († 1940) 4. Februar: Hal Mooney, US-amerikanischer Komponist, Orchesterleiter und Arrangeur († 1995) 14. Februar: Mercedes Sagredo, dominikanische Komponistin († 1998) 5. März: Andrés Pardo Tovar, kolumbianischer Soziologe, Musikethnologe und Folklorist († 1972) 7. März: Stefan Kisielewski, polnischer Komponist und Schriftsteller († 1991) 8. März: Alan Hovhaness, US-amerikanischer Komponist († 2000) 9. März: Clara Rockmore, russische Theremin-Virtuosin († 1998) 10. März: Remigi Blättler, Schweizer Klarinettist und Volksmusiker († 2003) 10. März: Jorge Omar, argentinischer Tangosänger († 1998) 13. März: José Ardévol, kubanischer Komponist († 1981) 13. März: Kikuko Kanai, japanische Komponistin († 1986) 23. März: Hans Zeisner, österreichischer Komponist, Geiger und Kapellmeister († 1978) 31. März: Elisabeth Grümmer, deutsche Opern- und Kammersängerin (Sopran) († 1986)
April bis Juni 1. April: Jan Behr, tschechoslowakisch-amerikanischer Pianist und Dirigent († 1996) 1. April: Karl O. Koch, deutscher Musikmanager, Produzent und Opernregisseur († 1982) 6. April: Russ Cheever, US-amerikanischer Jazz- und Studiomusiker (Saxophone, Klarinette) († 1987) 9. April: Hermann Hauser II, deutscher Gitarrenbauer († 1988) 10. April: Martin Denny, US-amerikanischer Jazzpianist († 2005) 11. April: Berry Peritz, Schweizer Jazzmusiker (Schlagzeug, Bandleader) († 2000) 13. April: José Tinelli, argentinischer Tangopianist, Bandleader und Komponist († 1960) 21. April: Johnny Blowers, US-amerikanischer Jazzmusiker († 2006) 21. April: Zilas Görling, schwedischer Jazzmusiker († 1960) 21. April: Leonard Warren, US-amerikanischer Bariton († 1960) 23. April: Gerhard Fritzsche, deutscher evangelisch-lutherischer Autor und Liedtexter († 1944) 27. April: Bob Huber, Schweizer Bandleader († 1992) 28. April: Nicolás Casimiro, dominikanischer Sänger († 1964) 8. Mai: Robert Johnson, US-amerikanischer Bluesmusiker († 1938) 14. Mai: Hans Vogt, deutscher Komponist († 1992) mini|links|hochkant|Bildfolge mit Leo Fuchs, tanzend 15. Mai: Leo Fuchs, polnisch-US-amerikanischer, jiddischer Schauspieler, Komiker, Sänger und Tänzer († 1994) 17. Mai: Jillert Cammenga, niederländischer Komponist und Dirigent († 1993) 17. Mai: André Jaunet, schweizerischer Flötist († 1988) 17. Mai: Ludwig Wastlhuber, deutscher Orgelbauer († 1975) mini|hochkant=0.6|Big Joe Turner; * 18. Mai 18. Mai: Joe Turner, US-amerikanischer Blues- und Rock-’n’-Roll-Sänger († 1985) 29. Mai: Vivi Janiss, US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin († 1988) 29. Mai: Charles Jay, französischer Komponist († 1988) Mai: Gholam Hossein Banan, iranischer Sänger († 1986)