Eric Plessow (eigentlich Erich Ewald Walter Plessow, * 25. November 1899 in Berlin; † 13. Juni 1977 in West-Berlin) war ein deutscher Komponist, Pianist, Kapellmeister, Textdichter und Musikverleger von Unterhaltungsmusik. Er veröffentlichte auch unter den Namen Erich Plessow, Ewald Walter, Manuel Estvilla und P. Lesso Valerio.
Leben Er wurde 1899 in Berlin-Oranienburg geboren. 1914 begann er eine Lehre als Musikalienhändler beim Verlag Rühle, die er 1917 mit Auszeichnung abschloss. Anschließend wurde er zum Kriegsdienst eingezogen.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er in die alte Firma zurück und unternahm erste Versuche als Komponist. In den 1920er Jahren bekam er Engagements als Pianist und Kapellmeister in Mannheim und Heidelberg. 1931 gründete er seinen eigenen Musikverlag Edition Standard wozu er seine Komposition Warum küßt mich dein Mund so heiß, Lied und Tango, einbrachte. Dazu schrieb er unter Verwendung seiner beiden weiteren Vornamen als ‚Ewald Walter‘ auch den Text. Als Arrangeur war Plessow in den 1930er Jahren mit Schlager-Potpourris wie Wir bitten zum Tanz und Von Erfolg zu Erfolg, die auch auf Schallplatte erschienen, gefragt. Er förderte außerdem junge, noch unbekannte Talente, beispielsweise den Berliner Komiker Fredy Sieg. Dessen Couplets, vor allem Zickenschulze aus Bernau, wurden in kurzer Zeit zu berlinischen evergreens, die ihrem Verleger bald mehr als nur seinen Einsatz wieder hereinbrachten.
Als Textdichter hatte er durchschlagenden Erfolg mit dem Schlager Das Fräulein Gerda, dessen Musik von Helmuth Wernicke stammte. Als Tango-Komponist nannte er sich hispanisierend ‚Lesso-Valério‘ oder auch ‚Manuel Estvilla‘, seinen Geburtsnamen anglisierte er für moderne Tanzkompositionen zu ‚Eric Plessow‘. Es gelang ihm bald, eine führende Stelle unter den Berliner Musikverlegern zu erringen. In der folgenden Zeit erwarb er noch den Berliner AKLA-Musiverlag und den Hermann Schulenburg UFA Musikverlag dazu. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging auch der Verlag Robert Reibenstein in seinen Besitz über. 1950 bezog er neue Geschäftsräume in der Nürnberger Straße und fasste die Verlage unter der Erich Plessow Musik-Edition GmbH + Co. OHG zusammen. Für Plessow arbeiteten unter anderem Edmund Kötscher, Helmut Gardens und Werner Lenz. Heute gehört der Verlag zu den Meisel Musikverlagen.
Werke Schlager Mondnacht in Abbazia Du fragst, warum ich weine ...? Warum? (Tango) Wenn die Sonja russisch tanzt, (komponiert mit Edmund Kötscher), T.: Gerd Karlick, bekannt geworden durch die Comedian Harmonists 1934 Portorico Ein Abschiedsbrief Tonight, 1933 Hallo, kleines Fräulein, 1933 Frauen sind so schön, wenn sie lieben, T.: Bruno Balz, 1936 Weil ich dich verehre, 1937 Roter Teufel Eine Seefahrt, die ist lustig Tango der Sehnsucht T.: Klaus S. Richter, Berlin 1938 Ja, der Peter, T.: Bruno Balz, Berlin 1939 Es fährt ein Schiff zur Südsee, Reibenstein & Co., Berlin 1949 Mein Jonny macht Musik, Reibenstein & Co., Berlin 1949 Nächte am La Plata, Reibenstein & Co, 1951 Serenade in blue, Berlin 1952 Lustiger Sang beim Walzerklang, Berlin 1952 Novelty-Rhythm, Robert Reibenstein, Berlin 1952 Virtuose Finger, Reibenstein & Co., Berlin 1952 Ein Liebesbrief, Ed. Standard, 1952 Perché, Reibenstein & Co, Berlin 1952 4 Tango-Erfolge, Berlin 1954 Aloha-Oé, Ed. Metropol, Berlin 1957 Warum küßt mich dein Mund so heiß?, 1958
Operetten Paprika Die Hochzeitsreise
Filmmusik Inge und die Millionen, Regie: Erich Engel, Berlin (Ufa) 1933 (als "P. Lesso Valério", Textdichter war Gerd Karlick, die Bearbeitung besorgte Hans Otto Borgmann). Filmplakat bei . Klavierstücke The devil is playing Baby Gaby und die Spieluhr Molly and Jolly Play of the marionettes Novelty Characteristic Piano Solos, hrsg. in der Ed. Metropol Berlin
Hörbeispiele Baby Gaby und die Spieluhr, Tanz-Orchester Dajos Béla, Odeon, 1929 Tonight, Orchester Marek Weber, Electrola, 1933 Varför (Warum ?), schwedische Version, gesungen von Sven Olof Sandberg, mit Orchester Sune Waldimir, Odeon, 1934 Frauen sind so schön wenn sie lieben, Rudi Schuricke mit Adalbert Lutter u. s. Tanzorchester, Telefunken, 1935 Das Fräulein Gerda, Tanz-Orchester Egon Kaiser mit Refraingesang: Kurt Mühlhardt, Grammophon, 1938 Roter Teufel, Orchester Barnabás von Géczy, Electrola, 1938
Literatur Fried Poestges: Eric Plessow, in: Fox auf 78, Herbst 2002, Seite 66–67. Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 5654f. online
Kategorie:Komponist (Schlager) Kategorie:Komponist (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1899 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann