mini|ERikm (Paris 1999)

eRikm (* 1970 in Mülhausen als Eric Matt) ist ein französischer Künstler und Komponist, der sich seit Anfang der 1990er-Jahre vor allem auf dem Gebiet des Turntablism, der Digital Concrète und der Installationskunst hervorgetan hat. Er lebt und arbeitet in Marseille.

Leben und Werk eRikm spielte bereits in den 1980er-Jahren in verschiedenen französischen Noise-Bands und widmete sich der Street Art. Nach Arbeiten als Licht- und Tontechniker am Theater hatte er im Alter von 22 Jahren eine erste Ausstellung von Lichtcollagen, die er in einer weiteren Ausstellung mit Musik unterlegte. Nach verschiedenen Projekten und Performances mit anderen Protagonisten der Soundart gelang ihm 1996 der internationale Durchbruch als unabhängiger Künstler und Klangkunst-Virtuose, der ihn u. a. 1997 auf die Biennale der Jungen Kunst (Biennale Internazionale Arte Giovane) nach Turin (Italien) führte.

Es folgten zahlreiche Kollaborationen mit namhaften Vertretern der Neuen- und Alternativen Musik, u. a. mit Luc Ferrari, Christian Marclay, Otomo Yoshihide, Voice Crack und FM Einheit (bekannt als ehemaliges Mitglied der Musikgruppe Einstürzende Neubauten), als auch genreübergreifende Kompositionen und Installationen für Theater und zeitgenössischen Tanz, den Rundfunk, Festivals und Kunstzentren (u. a. für das Institute of Contemporary Arts in London, die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, das Liquid Architecture Festival in Sydney, das Museu d’Art Contemporani de Barcelona und die Kölner Philharmonie).

Auf Grund der zahlreichen und sehr unterschiedlichen Einflüsse, die seinen Werdegang prägten, bewegt sich die Musik eRikms stets zwischen den Polen von Populärkultur und Avantgardekunst, Komposition und Improvisation. Eine besondere Rolle spielt hierbei die Synthese von Natur und Technik. Zum einen durch das Ausreizen der Möglichkeiten technischer Artefakte wie des Plattenspielers im Zusammenspiel mit dem Kolorit der menschlichen Stimme (vgl. seine Arbeit mit der belgischen Sängerin Catherine Jauniaux), zum anderen in Form von Aufzeichnungen natürlicher Klänge und technischer Störgeräusche und deren Rekombination. Diese Programmatik ließ ihn auch ins Blickfeld der Wissenschaften geraten und führte zu einer Zusammenarbeit mit dem französischen Philosophen und ehemaligen Direktors des Pariser Institut de recherche et coordination acoustique/musique, Bernard Stiegler.

Seit Anfang der 2000er-Jahre widmet er sich vermehrt den visuellen Künsten (Zeichnungen, Fotografie und Plastik) um diese mit seinem musikalischen Schaffen zu vereinen und damit der Vision einer ganzheitlichen Kunst gerecht zu werden. Neben seiner dauerhaften Schaffensstätte bei La Friche de la Belle de Mai in Marseille wurden diese Arbeiten bisher u. a. in der Kunsthalle St. Gallen, der Clover Hall der Doshisha University Kyoto und der Manifestation Internationale d’Art in Québec (Kanada) ausgestellt.

Hauptwerke 1999: Zygosis – Sonoris 1999: Frame – Metamkine 2001: MonO FaCe MirRor – Sonoris 2006: Sixperiodes – Sirr Records 2007: Variations Opportunistes – Label Ronda 2008: Steme – Room 40 2010: Lux Payllettes – Entr’acte 2012: Austral – D’autres cordes records 2012: Transfall – Room 40 2015: Select archive I – L’Art de la fuite – Sonoris 2016: Doubse Hystérie – Monotype records 2018: Flow – bandcamp 2018: Mistpouffers – Empreintes Digitales 2018: Drum-MachineseRikm & Les Percussions de Strasbourg – PDS 2019: Echoplasme eRikm & HANATSUmiroir – Bisou records 2023: Fata Morgana Ensemble Dedalus + eRikm: – Relative Pitch Records 2023: Douze Horizons – Ouïe/Dire 2026: Bidule 2.0, objets sonores inédits de Pierre Henry - Sonoris

Musik für Instrumentalensemble 2009: Austral pour L’ensemble Laborintus 2016: Drum-machines pour Les Percussions de Strasbourg 2017: Particules pour L’ensemble Phoenix Basel 2019: Echoplasme pour l’ensemble HANATSU miroir 2021: Fata Morgana pour l’ensemble Dédalus 2026: Soleil Noir //Murmuration// pour A/B Ensemble Barcelone

Re-Organisation & Re-Zusammensetzung 2003: What a wonderful world mit Jérôme Noetinger – Erstwhile Records 2007: ©haos ©lub mit Dieb13 – Erstwhile Records 2012: Cartouche mit Natacha Muslera – Monotype Records 2014: Ecotone mit Martin Brandlmayr – Mikroton Recordings 2026: Observations avec Pierre Bastien - Sub Rosa

Weitere Kollaborationen

2004: Archives Sauvées des Eaux Luc Ferrari mit eRikm: – Angle Records 2004: Complementary Contrasts • Donaueschingen 2003 eRikm & Fennesz: – HatOLOGY 2005: Trace Cuts mit Otomo Yoshihide & Martin Tetreault – Musica gênera 2011: Visitation eRikm & Luc Ferrari: – Alga Marghen 2011: Stodgy eRikm & Norbert Möslang: – Mikroton Recordings

Mit Poire_Z 1999: Poire Z – For4ears records mit Andy Guhl, Günter Müller, Norbert Möslang 2001: Presque_Chic – Sonoris 2002: +, mit Otomo Yoshihide • Sachiko M • Christian Marclay – Erstwhile Records 2004: Q, mit Phil Minton – For4ears records

Weblinks Offizielle Homepage Komplette Diskografie auf Discogs.com Interview mit Jacqueline Caux (englisch) Rezension von Transfall (2012) auf Jahrgangsgeräusche.de Rezension von Transfall (2012) auf fluid-radio.co.uk (englisch)

Einzelnachweise

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