CAC Engineering ist ein international agierendes Unternehmen für Anlagenbau und Verfahrenstechnik. Das Leistungsportfolio des Unternehmens umfasst sämtliche Engineering-Leistungen, von der Planung bis hin zur Inbetriebnahme von Anlagen der chemischen Industrie. Die Schwerpunkte der Geschäftsfelder liegen in den Bereichen: Chlor-Alkali-Elektrolyse, Schwefelsäure, Erdgasspeicherung, Raffinerietechnik, Petrochemie und Erdgasaufbereitung. Der Chemieanlagenbau verfügt über Standorte in sechs Ländern und hat seinen Hauptsitz in Chemnitz/Sachsen.
Geschichte Unternehmensgründung zu Zeiten der Industriellen Revolution miniatur|
Am 19. April 1811 gründete Johann Samuel Schwalbe (* 18. März 1778 in Brand; † 4. Juli 1845 in Chemnitz) die Maschinenbaufabrik „J. S. Schwalbe“ in Chemnitz. Mit dem Wechsel von seinem ursprünglichen Zimmermannshandwerk hin zum Bau von Spinn- und Krempelmaschinen zeigte Schwalbe sein Gespür für das Potential der aufstrebenden Maschinenbaubranche.Sven Bardua: Kühlhäuser auf Rädern, Industriekultur 4.19 (Die historische Anzeige), LWL, 2019
Im Vorfeld der Gründung seines eigenen Unternehmens eignete sich Schwalbe in verschiedenen Betrieben der Chemnitzer Region notwendiges maschinenbauspezifisches Wissen an. Außerdem kam ihm seine Ausbildung als Zimmermann zugute (Maschinen bestanden Anfang des 19. Jahrhunderts bis auf wenige metallische Kleinteile aus Holz). Dank der positiven wirtschaftlichen Entwicklung seiner Firma konnte er expandieren und eine eigene Baumwollspinnerei aufbauen.
Innerhalb der folgenden Jahre erweiterte sich das Absatzgebiet der sächsischen Textil- und Maschinenbauwirtschaft. Schwalbe profitierte von dieser Entwicklung und konnte 1828 sein Unternehmen weiter ausbauen – dieses Mal mit einer neu errichteten Spinnerei, die mit Wasserkraft angetrieben wurde, im südlich von Chemnitz gelegenen Burkhardtsdorf. Da sich der Firmeninhaber nicht gleichzeitig um zwei Werkstätten kümmern konnte, übertrug Schwalbe seinem ältesten Sohn Friedrich August die Leitung der neuen Niederlassung, die später nach Gornsdorf verlegt wurde.
Trotz Kontinentalsperre konnte Schwalbe mit einem in zwei Jahrzehnten gewachsenen Unternehmen stabile Erfolge verzeichnen. So baute der Firmeninhaber in den 1830er Jahren weitere Spinnereien und Manufakturen und konnte diese entweder gewinnbringend veräußern, beziehungsweise seinen drei Söhnen Friedrich August, Christian Eduard und Franz Louis zur Weiterführung überlassen. Er widmente sich auch der Verfeinerung seiner mechanischen Anlagen, so brachte er leistungsfähigere Maschinen auf den Markt, die nicht mehr von Hand betrieben wurden, sondern fortschrittliche Antriebsarten wie Dampf, Wasser oder Göpel nutzten. Dabei waren seine Söhne Friedrich August und Christian Eduard Fabrikleiter der Zweigstellen in Gornsdorf und Rochsburg. Der Jüngste, Franz Louis, trat 1839 in den väterlichen Betrieb ein. Der gelernte Maschinenbauer wurde am 7. November Teil des Unternehmens, das seit diesem Tag unter dem Namen „J. S. Schwalbe & Sohn“ firmierte. Im Vorfeld hatte der damals 25-jährige Franz Louis eine fundierte Ausbildung erfahren und neben praktischen Aufenthalten in Italien sein theoretisches Wissen an der Technischen Hochschule in Dresden ausgebaut. Nach dem Tod seines Vaters am 4. Juli 1845 führte Franz Louis die Geschicke des Maschinenbaubetriebs allein. Ein Jahr später zog „J. S. Schwalbe & Sohn“ in neue großzügige Fabrikräume in der damaligen Chemnitzer Angergasse ein und rüstete die Anlagen auf Dampfbetrieb um.
Politische Umbrüche und ihre Auswirkungen mini| miniatur| mini| miniatur|
Nach der Deutschen Revolution nutzte Franz Louis Schwalbe die Jahre des Aufbruchs und entschied sich für den Erwerb eines größeren Firmendomizils an der heutigen Fabrikstraße, in dem nun die Spinnereianlagen mit dem Maschinenbauzweig kombiniert untergebracht werden konnten. Neu hinzugefügt wurden Anlagen zur Herstellung von Textilien, die die bereits vorhandenen Spinnereianlagen erweiterten. Um sich von wirtschaftlichen Schwankungen der Baumwollindustrie unabhängig zu machen, beschloss der Sohn des Firmengründers, sein Portfolio zu ergänzen. Ende der 1850er Jahre begann demnach die Herstellung von Maschinen für das Brauerei- und Mälzereigewerbe durch die Firma Schwalbe.Maschinenfabrik Germania, Die Großindustrie des Königreichs Sachsen in Wort und Bild, Eckert & Pflug Kunstverlag, Leipzig, 1893 Die Entscheidung für den Ausbau des Tätigkeitsfeldes kam der Firma „J. S. Schwalbe & Sohn“ zugute, als die Auswirkungen des 1861 begonnenen amerikanischen Sezessionskrieges auch in Deutschland zu spüren waren. Infolge der verteuerten Rohstoffpreise waren viele sächsische Spinnereibetriebe in ihrer Existenz bedroht. Zwar musste „J. S. Schwalbe & Sohn“ ebenfalls wirtschaftliche Einbußen hinnehmen, überstand die Baumwollkrise jedoch nicht zuletzt dank der Abteilung, die Brauereianlagen produzierte. Des Weiteren konnte die Herstellung von Dampfmaschinen begonnen werden.
Am 5. Juni 1870 verstarb der Firmeninhaber Franz Louis Schwalbe nach einem langen Lungenleiden und die nächste Generation, bestehend aus seinen Söhnen Bruno, Richard und Emil, nahm sich der Weiterführung des Chemnitzer Betriebes an. Nachdem er als Soldat aus dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 zurückkam, wurde auch der vierte Sohn Otto in die Firma aufgenommen und ersetzte den ältesten Bruder Bruno, der 1871 nach langer Krankheit starb.
In Anpassung an die gegenwärtige wirtschaftliche Situation und die langfristigen Auswirkungen der US-amerikanischen Baumwollkrise gab „J. S. Schwalbe & Sohn“ den Produktionszweig Spinnmaschinenbau auf und ersetzte diese Abteilung mit der Herstellung von Anlagen für Mühlen und Zementfabriken sowie Turbinen und Wasserrädern. Darüber hinaus stellte „J. S. Schwalbe & Sohn“ fortan auch Dampfkessel her – 1872 wurde eine Eisengießerei mit angeschlossener Metallgießerei in Betrieb genommen und avancierte damit zu einem bedeutenden deutschen Unternehmen.Industriearchitektur als Facette sächsischer Industriekultur, S. 96, Sächsische Landesstelle für Museumswesen, Chemnitz, 2013
Maschinenfabrik Germania ab 1873 Das Jahr 1873 markierte eine weitere wichtige Veränderung für den Betrieb: Im Zuge der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft änderte sich der Firmenname in „Maschinenfabrik Germania vormals J. S. Schwalbe & Sohn“.Andre Marks: Chemnitz und seine Verkehrswege, S. 12, VGB-Verlag / Klartext-Verlag, Essen, 2017 Mit dieser formellen Veränderung ging eine weitere räumliche Umstrukturierung einher: Das Firmengelände an der Fabrikstraße wurde um neue Produktionshallen, Kesselhäuser und Einfriedungen erweitert und nach einem Jahr Bauzeit konnte die Modernisierung 1873 abgeschlossen werden. Das erste Jahrzehnt als Aktiengesellschaft war jedoch von wirtschaftlichen Krisenzeiten infolge des Gründerkrachs begleitet.
Mit Beginn des folgenden Jahrzehnts stabilisierte sich das Tagesgeschäft bei Germania wieder, was eine Erweiterung der eigenen Gießerei sowie den Aufbau eines neuen Putzereigebäudes und die Anschaffung größerer Werkzeugmaschinen zur Folge hatte. Des Weiteren verfügte die Maschinenfabrik fortan über ein neues Drehereigebäude und optimierte Maschinen für den Betrieb der Baumwollspinnerei. Als zusätzlicher Zweig der Produktion kamen 1878 Anlagen für Holzschleifereien und Pappenfabriken hinzu. Wenige Jahre später ergänzten die Gebrüder Schwalbe Einrichtungen zur Anfertigung von Eis- und Kühlmaschinen – zunächst arbeitete man nach dem Patent Osenbrück, später nach eigenen Entwicklungen. Emil Schwalbe verließ im Jahr 1885 den Betriebsvorstand, genau wie schon sein Bruder Otto knapp 10 Jahre zuvor, so dass Richard Schwalbe den Betrieb allein als Direktor weiterführte. 1895 veranlasste er die Erweiterung des Firmenumfangs durch den Kauf eines Geländes in Altchemnitz, auf dem eine neue Kesselschmiede mit Gleisanschluss entstand. Durch diesen Neubau konnte man sich in der Hauptfabrik verstärkt der Herstellung von Kühl- und Dampfanlagen widmen.
Im Vergleich zu anderen Unternehmen aus der Textilindustrie und dem Anlagenbau überstand die Maschinenfabrik Germania die konjunkturschwachen ersten Jahre des 20. Jahrhunderts mehr oder minder gut. Das Exportgebiet erstreckte sich weiterhin nicht nur auf Metropolen im europäischen Raum, sondern auch auf Südamerika sowie Russland, Japan und Australien. Die Zeit des Ersten Weltkrieges hatte gravierende Auswirkungen auf die Firmenentwicklung der Chemnitzer Maschinenfabrik Germania.
Zeit nach dem Ersten Weltkrieg Nach 1918 lag das Hauptaugenmerk auf der Herstellung von Brauereianlagen und Kühlvorrichtungen. Auch die Lieferungen in außereuropäische Länder konnten weitergeführt werden – so gingen unter anderem umfangreiche Brauereianlagen auf die Reise nach Japan.
Mit dem Jahresende 1928 sah sich die Chemnitzer Maschinenbaufirma in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und war dazu gezwungen, den Betrieb zu verkleinern. Um stetig wachsenden Schulden entgegenzuwirken, wurde das firmeneigene Grundstück an die Stadt Chemnitz veräußert. Die Produktion der Germania lief am alten Standort weiter – mit dem Unterschied, dass das Domizil nun gemietet wurde und nicht mehr der Maschinenfabrik gehörte. Die Maschinenfabrik Germania war ab 1930 dazu gezwungen, sowohl die Arbeitszeiten zu verkürzen als auch Mitarbeiter zu entlassen. Allen widrigen Umständen zum Trotz wurde am 9. Oktober 1930 ein Kaufvertrag abgeschlossen, der den Dampfmaschinen-, Kompressoren- und Pumpenbau der sächsischen Maschinenfabrik, vormals Richard Hartmann AG, an die Maschinenfabrik Germania angliederte. Nach der offiziellen Übereignung erhielt die Germania sämtliche Konstruktionsunterlagen des aufgekauften Unternehmens und verfügte somit sowohl auf der Planungs- als auch auf der Fertigungsseite über eine vollständige Abteilung für Großmaschinenbau.
Anhaltende wirtschaftliche Probleme und politischer Umbruch Der wirtschaftliche Abstieg gipfelte 1933 in der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Zunächst wirkte sich dieser politische Wechsel für die Geschäfte der Maschinenfabrik Germania günstig aus. Das Chemnitzer Unternehmen verzeichnete einen Auftragszuwachs von 30 Prozent und die Zahl der Beschäftigten stieg um 38 Prozent. Zudem markierte 1933 den Beginn der Produktion von Gewindeschneid- und Revolverdrehmaschinen in der Maschinenfabrik Germania. Die dennoch anhaltenden wirtschaftlichen Probleme erzwangen im Oktober 1936 die Entscheidung, die Produktion von Brauereianlagen und Wasserturbinen aufzugeben. Künftig wurden auch keine Klein-, Eis- und Kältemaschinen mehr hergestellt. Dadurch konnte sich die Maschinenfabrik Germania auf den Ausbau der noch vorhandenen Zweige konzentrieren. Der Fokus lag dabei auf der Produktion von Dampfmaschinen.
Als sich das Tagesgeschäft der Maschinenfabrik Germania zu stabilisieren begann, stand Deutschland vor einer neuen Umbruchsituation, dem Zweiten Weltkrieg. Die Maschinenfabrik Germania erhielt zu Kriegsbeginn Aufträge, welche die nationale Rüstungsindustrie unterstützten. Außerdem fanden sich in den Auftragsbüchern Projekte, die mit der Herstellung von Werkzeugmaschinen und Kälteanlagen den Wiederaufbau nach dem herbeigesehnten Kriegsende beschleunigen sollten. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte die Maschinenfabrik Germania neben Torpedoluftkesseln und Granatenböden auch Werkzeugmaschinen. Um die Kriegslieferungen trotz abgezogener Fabrikarbeiter bewerkstelligen zu können, mussten andere Produktionszweige zurückgestellt werden. So wurden beispielsweise der Kälteanlagen- und der Kompressorenbau auf ein Minimum begrenzt. Wichtigstes Standbein der laufenden Fertigung war jedoch der Werkzeugmaschinenbau. Neben verschiedenen Modellen von Revolverdrehbänken kamen auch Gewindeschneidmaschinen und Gewindeschneidköpfe zur Auslieferung, so dass die Serienproduktion zufriedenstellend lief.