Franz Johann Rudolf SchärerVerzeichniss sämmtlicher Burger der Stadt Bern auf 1. Jenner 1848. Stämpfli, Bern 1848, S. 100. (* 22. August 1823 in Unterseen; † 16. Februar 1890 in Bern) war ein Schweizer Psychiater.

Leben Der Sohn des Rudolf B. Franz Schärer († 1844), Pfarrer an der Nydeggkirche, studierte Medizin und promovierteSchärer, Rudolf. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Saur, München. Bd. 8 (2007), S. 746 f. (online).. Als Student erteilte er an den bernischen Schulen Schwimm- und Turnunterricht.Hermann Böschenstein: Bundesrat Carl Schenk (1823–1895): Ein Lebensbild des Menschen und des Politikers in seiner Zeit. Züst, Bern-Bümpliz 1946, S. 24. 1846 wurde Schärer Sekundararzt am Äusseren Krankenhaus, einer Zweigstelle des Inselspitals. Ab 1855 war er in der neu errichteten Irrenanstalt Waldau tätig, deren Direktor er 1859 wurde. Er hielt ab 1861 dort auch klinisch-psychiatrische Vorlesungen ab.Robert Blaser, Heinrich Buess (Hrsg.): Aktuelle Probleme aus der Geschichte der Medizin: Verhandlungen des 19. Internationalen Kongresses für Geschichte der Medizin, Basel, 7.–11. September 1964. Karger, Basel 1966, S. 476. 1863 wurde er habilitiert und am 23. Mai 1874 zum ausserordentlichen Professor für Psychiatrie an der Universität Bern ernannt.Schaerer, Rudolf. In: Die Dozenten der bernischen Hochschule 1528–1984. Universität Bern, Bern 1984 (online).Berner Chronik: Das Jahr 1874. In: Berner Taschenbuch. Bd. 26 (1876), S. 283–306, hier S. 295 (online). 1890 musste er wegen einer schweren Krankheit zurücktreten, sein Nachfolger als Klinikdirektor und Psychiatrieprofessor wurde Wilhelm von Speyr.Fritz Walther: Wilhelm von Speyr 1852–1939. In: Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. Bd. 120 (1940/41), S. 494–502, hier S. 495 f. (online).

Schärer war ein Anhänger des Freiluftturnens, Wanderns, Schwingens und Schiessens. Er verfasste auch einen Leitfaden für Schwinger. Für die Waldau erreichte er den Kauf eines landwirtschaftlichen Gutes; er führte landwirtschaftliche Arbeit und Feste für die Patienten ein.

Rudolf Schärers Schwester Luise Stauffer-Schärer war die Mutter des Malers Karl Stauffer-Bern.Bernhard von Arx: Der Fall Karl Stauffer: Chronik eines Skandals. Hallwag, Bern 1969, S. 204.

Schriften Anleitung zum Schwingen und Ringen. Rudolf Jenni, Bern 1864 (online).

Literatur Schaerer, Rudolf. In: Die Dozenten der bernischen Hochschule 1528–1984. Universität Bern, Bern 1984 (online).

Einzelnachweise

Kategorie:Psychiater Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bern) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1823 Kategorie:Gestorben 1890 Kategorie:Mann