Bei der Suchoi Su-7 (, NATO-Codename: Fitter) handelt es sich um ein einsitziges sowjetisches Kampfflugzeug, das vor allem zum Angriff auf Bodenziele eingesetzt wurde. Die Bezeichnung Su-7 wurde 1944 schon einmal für ein Versuchsjagdflugzeug verwendet.

Entwicklung mini|Ljulka AL-7F Die Entwicklung der Su-7, die ursprünglich als Abfangjäger geplant war, begann um 1950 und wurde im Sommer 1954 abgeschlossen. Am 7. September 1955 flog der erste Prototyp mit dem Namen S-1 Strelka („стрелка“, für Pfeilflügel), ausgerüstet mit einem AL-7F-Triebwerk, mit Pilot Andrei Kotschetkow. Während des Testprogramms konnte mit Einsatz des Nachbrenners eine Geschwindigkeit von 2070 km/h erreicht werden. Am 24. Juli 1956 wurde die Su-7 bei der alljährlichen Luftparade von Tuschino erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Von dieser Ausführung entstanden bis 1961 im staatlichen Flugzeugwerk Nr. 126 in Komsomolsk-na-Amure 133 Exemplare.

Der Prototyp S-22-1 flog am 24. April 1959 erstmals und wurde als Su-7B ab 1961 an die sowjetischen Streitkräfte geliefert. Sie war mit einem modernisierten Triebwerk AL-7F-1 ausgestattet und konnte bis zu 2000 kg Waffenzuladung mitführen. Die Su-7B ist die Umwandlung des Abfangjägers zum Jagdbomber nach einer entsprechenden Forderung des Ministerrates der UdSSR vom März 1956 und wurde zum taktischen Standard-Jagdbombenflugzeug der sowjetischen Luftstreitkräfte. Gebaut von 1958 bis 1976 wurde die Su-7B ständig verbessert, Nachfolgemuster wurde der Schwenkflügel-Jagdbomber Su-17. Hauptversionen waren weiterhin die Su-7BKL mit verstärktem Fahrwerk für den Einsatz auf unbefestigten Pisten und als meistproduzierte Ausführung die Su-7BM mit stärkerem AL-7F-1-Triebwerk, zwei zusätzlichen Außenlastträgern unter den Tragflächen, verbessertem Schleudersitz und leistungsstärkerem „Sirena 3“-Radarwarngerät. Für Schulungsaufgaben entstanden 1966 die zweisitzigen Varianten Su-7U und Su-7UM.

Die als Mitteldecker ausgelegte Su-7 verfügt über jeweils eine 30-Millimeter-Kanone NR-30 mit je 70 Schuss an den beiden Flügelansätzen und kann an zwei bis vier Unterflügel-Außenlaststationen Bomben, Raketen oder Raketenbehälter sowie an zwei Rumpfstationen Kraftstoffzusatzbehälter mit einem Gesamtgewicht von bis zu 4000 Kilogramm tragen. Die V-förmigen Tragflächen mit 62° Vorderkantenpfeilung sitzen leicht unter der Mittellinie des Flugzeug-Hauptkörpers, in dem das Triebwerk untergebracht ist. Die Luftansaugung erfolgt über die stumpfe Nase des Flugzeugs.

Die Su-7 wurde in den sowjetischen Luftstreitkräften bis 1985 geflogen.Gerber, S. 462 Heute befindet sich die Su-7 nur noch in der Luftwaffe von Nordkorea im Einsatz.

Entführung einer Su-7 1973 Mitten im Kalten Krieg desertierte am 27. Mai 1973 ein Flugzeugführer der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) in der Deutschen Demokratischen Republik mit einer Su-7BM (Bj. 1964, Wnr. 5411) mit der Bordnummer 52Lutz Freundt (Hrsg.): Himmelsstürmer. Flugunfälle und Fliegergräber der Sowjetarmee in Deutschland. Aerolit, 2008, ISBN 978-3-935525-13-8, S. 86–89. im Tiefflug in die Bundesrepublik Deutschland. Der Leutnant Jewgeni Lwoitsch war beim 497. Jagdbombenfliegerregiment in Großenhain stationiert. Mangels Flugerfahrung auf der Su-7 vermied er eine risikobehaftete Notlandung und verließ um 11:47 Uhr zwischen Klein Schöppenstedt und Hötzum im Landkreis Wolfenbüttel nah an der Stadtgrenze von Braunschweig das Flugzeug per Schleudersitz. Nach erfolgreicher Landung beantragte Lwoitsch politisches Asyl. Die Su-7 schlug nahe Klein Schöppenstedt etwa 400 m südlich der Bundesstraße 1 auf. Die Erstsicherung der Absturzstelle wurde durch Soldaten der in Sichtweite liegenden Hindenburg-Kaserne geleistet. Die Reste der Su-7 wurden am 31. Mai am Grenzübergang Helmstedt den sowjetischen Behörden übergeben.

Militärische Nutzer miniatur|Suchoi Su-7BM miniatur|Eine seltene Su-7U

/ / : 185 Su-7BMK/Su-7UMK / / / / : 24 Su-7BMK + 16 Su-7U ab 1972 : 22 Su-7BMK : 140 ab 1968Rakshak, Bharat. IAF History. Abgerufen; 28. Januar 2011. : 54 Su-7BMK/UMK : 30 Su-7BMK/-7UMK : 6 Su-7BM, 33 Su-7BKL + 8 Su-7U von 1964 bis 1990

: 60+ Su-7BMK + 5 Su-7UM von 1968 bis 1991 : 64 Su-7BM, 31 Su-7BKL + Su-7U von 1963 bis 1990

Technische Daten miniatur|Dreiseitenriss Kenngröße Daten Su-7BM Besatzung 1 Länge 17,37 m Spannweite 8,93 m Höhe 4,57 m Flügelfläche 27,60 m² Flügelstreckung 2,9 Flächenbelastung minimal 312 kg/m²maximal 489 kg/m² Leermasse 8.620 kg Startmasse maximal 13.500 kg Tankkapazität intern 2.353 lextern: zwei bis vier 1.200-l-Zusatzbehälter unter dem Rumpf und inneren Außenlastträgern Antrieb ein Nachbrenner-Strahltriebwerk Ljulka AL-7F-1 mit 98,1 kN Standschub Höchstgeschwindigkeit Mach 1,6 bzw. 1.699 km/h in 12.200 m Höhe (ohne Außenlasten)Mach 1,1 bzw. 1.352 km/h auf Meereshöhe Dienstgipfelhöhe 15.150 m Steiggeschwindigkeit 152 m/s in Bodennähe Einsatzradius 250 km (mit Zusatztanks) Reichweite maximal 1.450 km mit vier Zusatzbehältern Startstrecke 2.400 m

Bewaffnung festinstallierte Bewaffnung in den Tragflächenwurzeln auf jeder Seite 2 × 30-mm-Maschinenkanone Nudelman-Richter NR-30 mit bis zu 70 Schuss Munition. Am Rumpf wurden auf Höhe der Kanonenmündungen Verstärkungsbleche angebracht.

Waffenzuladung von 2000 kg an sechs Unterflügelstationen

Luft-Luft-Lenkflugkörper 2 × BD-60-21U-Startschienen für je 1 × Wympel R-3S (AA-2 „Atoll“) – infrarotgelenkt, selbstzielsuchend für Kurzstrecken

Ungelenkte Luft-Boden-Raketen mini|UB-16 und Zusatzbehälter an einer Su-7BM 2 × UB-32-57UM-Raketen-Rohrstartbehälter für 32 ungelenkte S-5-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 57 mm 4 × UB-16-57UM-Raketen-Rohrstartbehälter für 16 ungelenkte S-5-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 57 mm 6 × APU-12-40U-Startschiene mit je einer ungelenkten Luft-Boden-Rakete S-24 (ARS-240); Kaliber 240 mm (235 kg) 4 × APU-14A-Startschiene mit je einer ungelenkten Luft-Boden-Rakete ARS-160 „Pika“; Kaliber 160 mm

Ungelenkte Bomben 4 × Basalt FAB-500M-54 (500-kg-Freifallbombe) 8 × Basalt FAB-250M-54 (234-kg-Freifallbombe) 8 × Basalt OFAB-250 (250-kg-Splitter-Sprengbombe) 6 × Basalt FAB-100 (100-kg-Freifallbombe) 2 × RDS-4 (8U69 „Tatjana“) (freifallende 5-kT-Nuklearbombe)

Externe Behälter 2 × UPK-23-250-Maschinenkanonen-Behälter (doppelläufige 23-mm-Maschinenkanone GSch-23L mit 260 Schuss Munition) 2 × abwerfbarer Zusatztank für je 950 Liter Kerosin 4 × abwerfbarer Zusatztank für je 600 Liter Kerosin

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Su07 Kategorie:Jagdbomber Kategorie:Abfangjäger Kategorie:Jagdflugzeug (1950–1959) Kategorie:Einstrahliges Flugzeug Kategorie:Militärluftfahrzeug (Sowjetunion) Kategorie:Erstflug 1955