mini|Ortsschild des abgebrochenen Ortes Geisendorf Geisendorf, , war ein Ort in der Niederlausitz, das im Jahr 2001 für den Tagebau Welzow-Süd abgebrochen wurde. 41 Einwohner wurden nach Neupetershain umgesiedelt.Archiv verschwundener Orte (Hrsg.): Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen. Forst 2010, S. 159 Abweichend von den ursprünglichen Planungen blieb der unter Denkmalschutz stehende Gutshof Geisendorf erhalten.
mini|Ausschnitt Messtischblatt 1919 Lage Geisendorf lag in der Niederlausitz nordöstlich von Neupetershain. Es wurde durch den Tagebau Welzow-Süd in Anspruch genommen.
Geschichte mini|Gutshaus Geisendorf im Jahr 2021 Der Ort wurde 1455 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1844 wurden für Geisendorf 158 Einwohner angegeben. Weit über die Hälfte von ihnen waren Sorben (Wenden). Am Rande des Ortes lagen drei Teiche, die als Pferdetränke, zur Karpfenzucht und als Schlossteich genutzt wurden. Die Teiche trockneten auf Grund der großräumigen Wasserabsenkung durch den Tagebau Welzow-Süd bereits in den 1950er Jahren aus. Geisendorf war ein Straßendorf mit zwei Mühlen, aber ohne Kirche. Die Einwohner gingen in die Kirche des Ortes Steinitz. Das Herrenhaus des Gutes Geisendorf blieb als einziges Gebäude des ehemaligen Dorfes erhalten.Archiv verschwundener Orte (Hrsg.): Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen. Forst 2010, S. 158.
Am 1. Januar 1928 wurde Geisendorf nach Neupetershain eingemeindet.
Gutshaus Geisendorf mini|Plastik auf dem Hof des Gutes 2012 mini|Blick auf den Tagebau Welzow-Süd am Rande des Gutes, 2012
Das Herrenhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert. Mehrfache Erweiterungen hatten stilistische Überformungen zur Folge. Gegenwärtig überwiegen barocke und klassizistische Formen. Der letzte Erbe des Gutes war Alfred von Muschwitz (1858–1937). Er überließ das Gut Hansen Burscher von Saher zum Weißenstein, der es bis 1945 in seinem Besitz hatte. Im Zuge der Bodenreform wurde er enteignet.
Das Gutshaus wurde 1996 von der Lausitzer Braunkohle AG erworben und saniert. Seit dieser Zeit hat in dem Haus das Kulturforum seinen Platz. Im Jahr 2009 erreichte der Vorschnittbagger des Tagebaus Welzow-Süd das Gut Geisendorf. Es liegt nunmehr unmittelbar am Rande der rekultivierten Fläche des ehemaligen Tagebaus.Vattenfall (Hrsg.): Gut Geisendorf - Das Kulturforum der Lausitzer Braunkohle.
Siehe auch Liste der abgebrochenen Orte im Lausitzer Kohlerevier Archiv verschwundener Orte
Literatur Archiv verschwundener Orte (Hrsg.): Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen. Forst 2010. Vattenfall (Hrsg.): Gut Geisendorf – Das Kulturforum der Lausitzer Braunkohle. Frank Förster: Verschwundene Dörfer im Lausitzer Braunkohlenrevier. 3., bearbeitete und erweiterte Auflage, Domowina-Verlag, Bautzen 2014, S. 67–70.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) Kategorie:Wüstung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Wüstung in der Lausitz Kategorie:Neupetershain Kategorie:Ersterwähnung 1455 Kategorie:Gemeindeauflösung 1928