Die Verbandsliga Niedersachsen war zwischen 1964 und 1979 die zweithöchste Spielklasse im niedersächsischen Männerfußball. Sie war bis 1974 auf der viert- und danach auf der fünfthöchsten Ebene im deutschen Ligensystem angesiedelt.

Geschichte und Modus

Die Verbandsliga wurde im Jahre 1964 als Unterbau zur Landesliga eingeführt. Der Zuschnitt der vier Staffeln erfolgte streng nach Bezirkszugehörigkeit. So spielten in der Verbandsliga Nord Vereine aus den Bezirken Ostfriesland und Stade, in der Verbandsliga West Vereine aus den Bezirken Oldenburg und Osnabrück, in der Verbandsliga Ost Vereine aus den Bezirken Braunschweig und Heide sowie in der Verbandsliga Süd Vereine aus den Bezirken Hannover und Hildesheim. Jede Verbandsligastaffel spielte grundsätzlich mit 16 Mannschaften.

In den ersten beiden Spielzeiten durften die Verbandsligameister direkt in die Landesliga aufsteigen. Nachdem sich jedoch herausstellte, dass eine Landesliga mit 18 Mannschaften terminlich schwer zu organisieren war, wurde die Landesliga im Jahre 1966 auf 16 Mannschaften verkleinert. Als Folge ermittelten die vier Verbandsligameister in einer Aufstiegsrunde zwei Aufsteiger aus. Von 1973 bis 1975 durften auch die Vizemeister an der Aufstiegsrunde teilnehmen, die dann in zwei Vierergruppen ausgespielt wurde. Den Unterbau zu den Verbandsligen bildeten die acht Bezirksligen, deren Meister in die Verbandsliga aufstiegen. Dementsprechend stiegen aus jeder Verbandsliga in der Regel zwei Mannschaften ab.

Eine Besonderheit stellte die Regelung dar, nach der zwischen zwei Mannschaften des gleichen Vereins mindestens eine Spielklasse Abstand bestehen muss. So durfte 1967 die zweite Amateurmannschaft von Hannover 96 nicht in die Verbandsliga aufsteigen, weil die erste Amateurmannschaft in der Landesliga spielte. Im Jahre 1971 musste die Amateurmannschaft des VfB Oldenburg als amtierender Meister der Verbandsliga Nord zwangsweise in die Bezirksliga absteigen, da die Profimannschaft in die Landesliga abstieg.

Im Jahre 1979 wurde die Verbandsliga abgeschafft. Die Landesliga als höchste niedersächsische Spielklasse wurde in Verbandsliga umbenannt. Neuer Unterbau wurde die zweigleisige Landesliga.

Die Meister

Fett geschriebene Vereinsnamen kennzeichnen eine Mannschaft, die in die Landesliga aufgestiegen ist.

Jahr Nord West Ost Süd 1965 Blau-Weiss Borssum Eintracht Osnabrück Sportfreunde Salzgitter SuS Northeim 1966 Germania Wilhelmshaven Blau-Weiß Lohne Wolfenbütteler SV Tuspo Holzminden 1967 TuS Einswarden VfL Osnabrück Am. Sportfreunde Salzgitter Niedersachsen Döhren 1968 VfL Oldenburg Viktoria Georgsmarienhütte Teutonia Uelzen OSV Hannover 1969 VfL Oldenburg Viktoria Georgsmarienhütte SV Union Salzgitter 1. SC Göttingen 05 Am. 1970 Kickers Emden Roland Delmenhorst Sportfreunde Salzgitter SpVgg Preußen Hameln 1971 VfB Oldenburg Am. Germania Papenburg FC Schöningen 08 SpVgg Preußen Hameln 1972 VfL Brake VfL Osnabrück Am. TuS Bodenteich HSC Hannover 1973 VfL Brake TuS Lingen TSV Helmstedt SpVgg Bad Pyrmont 1974 1. FC Osterholz-Scharmbeck TuS Lingen TSV Helmstedt SuS Northeim 1975 VfL Brake SV Atlas Delmenhorst FG Winsen/Luhe 1. FC Wunstorf 1976 1. FC Osterholz-Scharmbeck Falke Steinfeld TuS Bodenteich 1. FC Wunstorf 1977 VfL Germania Leer SC Twistringen MTV Gifhorn SVG Göttingen 07 1978 TuS Esens Blau-Weiß Lohne Lüneburger SK TuS Hessisch Oldendorf 1979 1. FC Osterholz-Scharmbeck TuS Syke Germania Walsrode SVG Göttingen 07

Literatur

Verbandsliga Niedersachsen