mini|Johann Jakob Erhardt Johann Jakob Erhardt (* 17. April 1823 in Bönnigheim; † 14. August 1901 in Stuttgart) war ein deutscher Missionar, der in Afrika und Indien tätig war.

Leben Erhardt war ein Sohn des Schneidermeisters Christian Konrad Erhardt († 1840) und seiner zweiten Frau Katharina Laiss. Nach der Lateinschule ging er in seiner Vaterstadt bei einem Küfer in die Lehre. Über die in Bönnigheim tätigen Pietisten kam er dann zur Basler Mission, wo er von 1841 bis 1846 zum Missionar ausgebildet wurde.Elisabeth Zipperlen: Bedeutende Persönlichkeiten aus Bönnigheim, I, S. 47–48 (abgerufen am 6. August 2026) Von 1846 bis 1848 war er bei der Church Mission Society in London, wo er 1848 ordiniert wurde. Danach wurde er nach Ostafrika entsandt, wo er mit Johann Ludwig Krapf und Johannes Rebmann missionarisch tätig warVgl. Heinrich Bursik: „Wissenschaft u. Mission soll sich aufs innigste miteinander befreunden“. Geographie und Sprachwissenschaft als Instrumente der Mission – der Afrikareisende Johann Ludwig Krapf. Diplomarbeit Universität Wien 2008 doi:10.25365/thesis.404.. Wie Krapf und Rebmann betätigte sich auch Erhardt außer an der missionarischen Arbeit noch an Forschungen zu Geologie und Sprache und kümmerte sich später, als Krapf sich fast nur noch Forschungsreisen widmete, gemeinsam mit Rebmann um den Ausbau der Missionsstation Rabbai Mpia bei Mombasa.

Aus gesundheitlichen Gründen kehrte Erhardt 1855 nach Europa zurück. 1856 heiratete er in Basel und veröffentlichte eine Ostafrika-KarteMémoire zur Erläuterung der von ihm und Johannes Rebmann zusammengestellten Karte von Ost- und Central-Afrika. Nebst Bemerkungen von W. Desborough Cooley und August Petermann. In: Petermanns Geographische Mitteilungen (Gotha 1856) S. 19–32., in die auch Ergebnisse aus den Forschungen von Krapf und Rebmann eingeflossen waren und die von Zeitgenossen zunächst angezweifelt wurde (u. a. hielt man schneebedeckte Berge in Afrika für unmöglich). Seine Publikation fand Interesse bei den britischen Entdeckern Richard Francis Burton und John Hanning Speke, die 1857 und 1858 von Bagamoyo zum Tanganjikasee reisten und den Viktoriasee sahen.

1857 legte Erhardt ein Wörterbuch zur Übertragung der Masai-Sprache ins Englische vorVocabulary of the Enguduk Iloigob, as spoken by the Masai-Tribes in East-Africa. Hrsg. von Johann Ludwig Krapf. Ludwigsburg 1857..

Bis 1891 war er für die Basler Mission noch an vier verschiedenen Missionsstationen in Indien tätig. Auch dort betrieb er Sprachstudien und verfasste zwei Liederbücher in den örtlichen Sprachen.

Seinen Ruhestand verbrachte Erhardt in Stuttgart, wo er 1901 starb.

In Bönnigheim wurde die Jakob-Erhardt-Straße nach ihm benannt.

Literatur E. Mayer: Missionar Johann Jakob Erhardt aus Bönnigheim 1823-1901, in: Zeitschrift des Zabergäuvereins, Jahrgang 1960, S. 33–48. Karl Seeger: Missionar Johann Jakob Erhardt, in: Ganerbenblätter 5, Bönnigheim 1982. Elisabeth Zipperlen: Bedeutende Persönlichkeiten aus Bönnigheim, I, 1982, S. 47–48 (doi:10.53458/qxp6qd11).

Weblinks Johann Jakob Erhardt, Basel Mission Archives, Website bmarchivers.org (2026).

Einzelnachweise

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