Groß Flottbek ist ein Stadtteil Hamburgs. Er liegt im Bezirk Altona. Der Ort hat seinen Namen von der Flottbek, einem südwärts zur Elbe fließenden Bach.
Geografie mini|Groß Flottbek am Bahnhof Othmarschen Groß Flottbek liegt zentral im Bezirk Altona und ist bezogen auf seine Fläche ein eher kleiner Stadtteil Hamburgs. Er ist wesentlich von Wohngebieten geprägt und hat sich aus einer dörflichen Struktur heraus entwickelt. Wegen seiner stadtnahen Lage, seiner günstigen Verkehrsverbindungen, der kurzen Wege zu Schulen und Einkaufsmöglichkeiten, unter anderem in der Waitzstraße sowie im Elbe-Einkaufszentrum, wegen seiner vielen verkehrsberuhigten Zonen mit überwiegend Einzelhäusern sowie der Nähe zur Elbe ist Groß Flottbek ein bevorzugtes Wohngebiet.
Nachbarstadtteile Westlich schließt sich an Groß Flottbek Osdorf an, nördlich und östlich Bahrenfeld sowie südlich, zum Teil abgegrenzt durch die S-Bahn-Verbindung, Othmarschen.
Der südwestlichste Punkt von Groß Flottbek ist die Unterquerung der S-Bahnlinie durch die Baron-Voght-Straße. Von dort verläuft die westliche Grenze des Stadtteils entlang der Heinrich-Plett-Straße nach Norden, bis zur Osdorfer Landstraße. Dort biegt die Grenze nach Osten ab, folgt der Osdorfer Landstraße, dann dem Osdorfer Weg, bis hin zur Baurstraße. Die Grenze folgt nun der Baurstraße in Richtung Süden, überquert mit dieser die A7, hin bis zur Trasse der Altona-Blankeneser Eisenbahn. Dieser Bahnlinie folgt die Grenze in Richtung Westen, bis zum südwestlichen Ausgangspunkt zurück.
Geologie mini|Biotop und Erdfall südlich des Flottbeker Markts. Hier entspringt die Röbbek. Der Stadtteil Flottbek liegt im seismischen Zentrum des Salzstockes Langenfelde-Othmarschen, der sich nördlich bis nach Quickborn (Prophetensee) erstreckt. Durch Auswaschungen des Salzes kann es einerseits zur Kontaminierung des Grundwassers kommen, andererseits fallen die dadurch entstehenden Hohlräume von Zeit zu Zeit in sich zusammen und bilden oberirdisch sogenannte Erdfälle. Um einen solchen handelt es sich beim Bahrenfelder See, in dem etwa 1860 ein Bauer samt Pferdefuhrwerk spurlos verschwand. Schon am 24. Januar 1834 waren 300 m südwestlich davon fünf 30 Fuß hohe Eichen über Nacht in einem Erdfall versunken. 1938 brach vor dem Christianeum die Straßendecke ein. Die letzten Erschütterungen wurden am 8. April 2000 und am 8. April 2009 von aufgeschreckten Bewohnern der Polizei gemeldet. Das letzte Beben wurde von drei lokalen seismischen Stationen in der Nähe (Deutsches Elektronen-Synchrotron und Erdbebenwarte Hamburg) aufgezeichnet. Das Bezirksamt Altona hat daraufhin Empfehlungen für Bauherren im „Erdbebengebiet“ herausgegeben, woraufhin der Neubau eines Supermarktes an anderer Stelle errichtet wurde.
Geschichte Frühgeschichte mini|Steinzeitliches Hünengrab (um 1870 abgetragen) Die Besiedelung der Gegend von Jägern, Sammlern und Jägern ist ab etwa 8.000 v. Chr. nachzuweisen. Ab etwa 2.800 v. Chr. gab es feste Siedlungen von Menschen der sogenannten Trichterbecherkultur, die ursprünglich aus dem Lausitzer Raum kommt und von Siedlern elbabwärts verbreitet wurde. Aus dieser Zeit stammt das Hünengrab, welches sich auf dem jetzigen Sportplatz Wilhelmshöh befand. Dieses wurde jedoch nacheinander von kaiserlichen Offizieren geplündert, von Bauern eingeebnet, die Felssteine gesprengt und für den Brückenbau verwendet. Die Fundorte kennzeichnen die heutigen Straßennamen „Zum Hünengrab“ und „Urnenfeld“. Artefakte dieser Ausgrabungen befinden sich im Helms-Museum in Hamburg-Harburg.
Mittelalter und Neuzeit mini|Erste Landwirtschaftliche Winterschule des Lucas Andreas Staudinger Notgeld der Gemeinde Groß Flottbek, 1,00 Mark Die erste urkundliche Erwähnung von Klein und Groß Flottbek (plattdeutsch: Lütten un Groten Flöbbeek) ist auf das Jahr 1305 datiert. Damit begründete sich die 700-Jahr-Feier im Stadtteil im Sommer 2005.Groß Flottbek: Wissens- und Sehenswertes, abgerufen am 6. September 2020. Großflottbek (wie es sich noch Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb) gehörte zunächst zur Grafschaft Stormarn, ab 1304 bzw. 1307 zur Grafschaft Holstein-Pinneberg, die ab 1640 in Personalunion von den dänischen Königen regiert wurde, und fiel 1866 an Preußen. Über Jahrhunderte hinweg war die Kirche in Nienstedten die nächstgelegene Kirche, 1912 erfolgte die Fertigstellung der ersten eigenen Kirche. 1921 Herausgabe einer Serie eigenen Notgeldes (8 Werte) mit Darstellungen lokaler Persönlichkeiten und Begebenheiten. 1927 wurde die selbständige pinnebergische Landgemeinde durch das Groß-Altona-Gesetz zum Vorort der Großstadt Altona/Elbe und wurde 1938 zusammen mit Altona an die Hansestadt Hamburg angeschlossen. Mit Wirkung zum 11. Mai 1951 wurde durch das Gesetz über die Bezirksverwaltung in der Freien und Hansestadt Hamburg (1949) Groß Flottbek als Stadtteil aus dem damaligen Bezirk Flottbek-Othmarschen ausgegliedert.
Statistik (Quelle: Hamburger Stadtteil-Profile: Berichtsjahr 2023)
Anteil der unter 18-Jährigen: 19,7 % (Hamburger Durchschnitt: 16,8 % (Dezember 2023)) Anteil der über 64-Jährigen: 20,4 % (Hamburger Durchschnitt: 17,8 % (Dezember 2023)) Ausländeranteil: 14,4 % (Hamburger Durchschnitt: 20,7 % (Dezember 2023)) Arbeitslosenquote: 2,4 % (Hamburger Durchschnitt: 6,2 % (Dezember 2023))
Groß Flottbek gehört zu den reichsten Stadtteilen Hamburgs. Das durchschnittliche Einkommen je Steuerpflichtigem beträgt hier 112.126 Euro jährlich (2020) und ist somit mehr als doppelt so hoch wie der Hamburger Gesamtdurchschnitt (48.035 Euro).
Politik Für die Wahl zur Bürgerschaft gehört Groß Flottbek seit 2015 zum Wahlkreis Blankenese. Zuvor war der Stadtteil 2008 und 2011 Bestandteil des Wahlkreises Altona. Bei Bezirksversammlungswahlen gehört der Stadtteil zum Wahlkreis Bahrenfeld-West / Groß Flottbek / Othmarschen und bei Bundestagswahlen zählt Groß Flottbek zum Bundestagswahlkreis Altona.
Wahlergebnisse
Die Bürgerschaftswahlen seit 1966 führten in Groß Flottbek zu folgenden Ergebnissen:
CDUSPDGrüneFDPLinkeAfDÜbrigeBürgerschaftswahl 202530,0 %27,7 %22,0 %6,1 %5,9 %3,3 %5,0 %Bürgerschaftswahl 202013,7 %35,2 %27,7 %10,3 %5,7 %2,7 %4,7 %Bürgerschaftswahl 201518,2 %40,0 %13,7 %16,5 %5,0 %4,4 %2,2 %Bürgerschaftswahl 201125,0 %42,4 %11,8 %13,6 %3,3 % –3,9 %Bürgerschaftswahl 200851,3 %25,4 %11,1 %7,7 %3,0 % –1,4 %Bürgerschaftswahl 200455,8 %21,7 %14,9 %4,1 % – –3,5 %Bürgerschaftswahl 200133,5 %28,0 %12,3 %11,9 %0,2 % –14,1 %Bürgerschaftswahl 199740,1 %23,7 %16,2 %7,4 %0,3 % –12,3 %Bürgerschaftswahl 199334,7 %26,1 %15,7 %8,5 % – –15,0 %Bürgerschaftswahl 199146,9 %30,4 %8,3 %11,8 %0,2 % –2,4 %Bürgerschaftswahl 198748,1 %30,9 %6,7 %13,8 % – –0,5 %Bürgerschaftswahl 198652,4 %25,0 %10,0 %12,1 % – –0,5 %Bürgerschaftswahl Dez. 198255,1 %30,1 %7,3 %7,1 % – –0,4 %Bürgerschaftswahl Juni 198258,3 %24,3 %8,1 %7,8 % – –1,5 %Bürgerschaftswahl 197856,7 %27,4 %4,7 %8,5 % – –2,7 %Bürgerschaftswahl 197460,6 %22,0 % –14,3 % – –3,1 %Bürgerschaftswahl 197050,1 %32,3 % –13,6 % – –4,0 %Bürgerschaftswahl 196647,9 %34,7 % –11,9 % – –5,5 %
Bei der Bundestagswahl 2025 ergaben sich folgende Zweitstimmenanteile der Parteien in Prozent, in Klammern die Ergebnisse von Hamburg insgesamt: CDU 33,3 (20,7); Grüne 24,9 (19,3); SPD 16,4 (22,7); FDP 8,5 (4,5); Die Linke 8,4 (14,5); AfD 4,6 (10,9); Übrige 3,9 (7,4).
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Denkmalgeschützte ehemalige Schule in der Straße Röbbek In Groß Flottbek finden sich – entsprechend der Bevölkerungsstruktur – in erster Linie größere Einzelhäuser, vielfach Villen, und einzelne Reihenhaussiedlungen. Nennenswerte Gebäude sind: Die von Raabe & Wöhlecke entworfene und 1912 geweihte evangelisch-lutherische Flottbeker Kirche, Die Schulen am Windmühlenweg und in der Straße Röbbek (1874, 1898/99 und 1905 erbaut), Das Gebäude der Volkshochschule an der Waitzstraße, ursprünglich das Bertha-Lyceum, Sechs Reetdach-Fachwerkhäuser im alten Dorfkern rund um die Kirche, wie das unter Denkmalschutz stehende Landhaus Flottbek in der Baron-Voght-Straße. Ein Porzellanglockenspiel mit 16 Glocken aus Meißner Porzellan befindet sich seit dem Jahre 2000 in der Waitzstraße.
Kirchen mini|Flottbeker Kirche Neben der 1912 erbauten Flottbeker Kirche gibt es an der Straße Bei der Flottbeker Mühle noch die 1964/65 erbaute Bugenhagenkirche. Die Gemeinden haben sich 2002 zur Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bugenhagen-Groß FlottbekEvangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bugenhagen – Groß Flottbek. zusammengeschlossen. An der Ebertallee liegen die evangelische Melanchthonkirche und die katholische St.-Paulus-Augustinus-Kirche, deren Gemeinde seit dem Jahr 2006 zur Pfarrei Maria Grün in Blankenese gehört.
Friedhof Der Friedhof Groß Flottbek ist größtenteils mit geometrisch angeordneten Wegen geordnet, aber es gibt auch einen kleinen Bereich, der dem älteren Teil des Ohlsdorfer Friedhofs ähnelt; scheinbar unstrukturiert angeordnete Gräber, die unter Bäumen liegen und durch Rhododendren abgegrenzt sind. Auf dem Friedhof wurden Reste eines in der Nähe gelegenen steinzeitlichen Hünengrabes als Grabsteine verwendet. Der Schriftsteller Siegfried Lenz ist auf dem Friedhof begraben.
Sport Bekannt ist der Norddeutsche und Flottbeker Reiterverein, der Mitveranstalter des international bedeutsamen Deutschen Spring- und Dressurderbys ist, das alljährlich im Mai auf dem Reitturnierplatz südlich des Klein Flottbeker S-Bahnhofs stattfindet. Zudem sind mit dem Großflottbeker THGC (Tennis, Hockey, Golf), der Großflottbeker Spielvereinigung (GFSV v. 1912 e. V.), dem Turnverein von 1901 Groß-Flottbek e. V. und den Tennisvereinen Vier Jahreszeiten und Flottmarscher Sportclub e. V. fünf weitere Sportvereine im Stadtteil ansässig bzw. tragen dessen Namen.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|B 431 in Höhe Groß Flottbek im Winter
Markante Verkehrswege bilden drei der Grenzen von Groß Flottbek: Die in West-Ost-Richtung verlaufende B 431 (Osdorfer Landstraße / Osdorfer Weg) bildet die nördliche Grenze des Stadtteils zu Bahrenfeld. Die in Nord-Süd-Richtung zum Elbtunnel verlaufende Autobahn A 7 bildet die östliche Grenze des Stadtteils, ebenfalls nach Bahrenfeld. Nach Süden wird der Stadtteil von der S-Bahn-Strecke zwischen Altona und Blankenese-Wedel begrenzt, an die Othmarschen anschließt. An der S-Bahn-Strecke befindet sich der unter Denkmalschutz stehende S-Bahnhof Othmarschen; er ist barrierefrei ausgebaut und mit einem Aufzug versehen. Über einen 10-Minuten-Takt-Fahrplan der Linie S1, der in der Hauptverkehrszeit verdichtet wird, sind der Hamburger Rathausmarkt und der Jungfernstieg in 17 Minuten erreichbar. Zudem gibt es mehrere Buslinien, die Groß Flottbek anfahren.
Ansässige Unternehmen Groß Flottbek beherbergt zahlreiche Handwerksbetriebe. Von den ursprünglich im Stadtteil vorhandenen drei Kinos besteht heute kein einziges mehr. Die Waitzstraße am S-Bahnhof Othmarschen ist eine Einkaufsstraße. Mittwochs und sonnabends vormittags (Stand Juli 2026) findet an der Osdorfer Landstraße/Ecke Groß Flottbeker Straße der Wochenmarkt statt, der 2009 umgestaltet und erheblich vergrößert wurde.
Öffentliche Einrichtungen
Die Freiwillige Feuerwehr hat ihr Feuerwehrhaus in der Baron-Voght-Straße.
Bildung mini|Schule Windmühlenweg, Kreuzbau (2020) mini|Stadtteilschule Flottbek, Neubau (2019) In Groß Flottbek befindet sich eine Grundschule und eine Stadtteilschule.
Die Schule Windmühlenweg wurde im Schuljahr 2017/18 von 383 Schülern der Primarstufe besucht.Bildungsatlas Hamburg, Angaben für das Schuljahr 2017/18. Die Schule hat eine für Hamburg der 1950er Jahre typische Pavillonarchitektur mit Serienbauten wie dem Kreuzbau.