miniatur|Mataráschwestern in Santiago de Compostela
Die Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau Maria von Matará (Ordenskürzel: SSVM) sind auch unter der Bezeichnung Matará-Schwestern bekannt. Die Gemeinschaft wurde am 19. März 1988, dem Hochfest des hl. Josef, in Argentinien gegründet.
Entwicklung Die Kongregation wurde 1988 von dem aus Buenos Aires stammenden Diözesanpriester Carlos Miguel Buela (1941–2023) in San Rafael in Argentinien als Teil der von ihm gestifteten Ordensfamilie vom fleischgewordenen Wort gegründet, zu der auch eine 1984 errichtete Ordensgemeinschaft für Männer (das Institut des fleischgewordenen Wortes, IVE) und ein Drittorden gehören. Die Matará-Schwestern sind in zwei Zweige unterteilt: einen apostolisch tätigen und einen kontemplativen Zweig, die Anbetungsschwestern des kostbaren Blutes und die Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matará.
Nachdem die Leitung zunächst direkt von Buela in Argentinien ausgeübt worden war, wurden die Matará-Schwestern am 24. März 2004 wenige Wochen vor dem IVE als Kongregation bischöflichen Rechts vom Bischof Andrea Maria Erba, dem Diözesanbischof von Velletri-Segni, approbiert.Nuove, piccole e grandi realtà della Chiesa. Fides-Dossier (Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke) vom 28. Juli 2007, S. 18.Nuestra Historia. Servidoras del Señor y de la Virgen de Matará, abgerufen am 16. August 2026 (spanisch). Im Juli 2007 gehörten dem Institut 624 Ordensschwestern an, davon 286 mit feierlichen Gelübden, 293 mit zeitlichen Gelübden und 45 Novizinnen. Dazu kamen 148 Anwärterinnen (Postulantinnen und Aspirantinnen). Die Schwestern sind auf vier Kontinenten in damals 25 Ländern tätig.Nuove, piccole e grandi realtà della Chiesa. Fides-Dossier vom 28. Juli 2007, S. 20. Die Mitgliedszahl stieg bis 2010 an und liegt gegenwärtig bei über 1100 Schwestern, die in 35 Ländern wirken.Madre Anima Christi – Superiora General. Mitteilung auf der Webseite der Kongregation, abgerufen am 31. Mai 2021.
Wie erst im November 2015 in der Öffentlichkeit bekannt wurdeDurch Veröffentlichung des päpstlichen Dekrets vom 22. Januar 2010 auf Blogs von Ex-Mitgliedern., führten Missbrauchsvorwürfe innerhalb der Ordensfamilie bereits Anfang 2010 dazu, dass der Vatikan den Gründervater Buela als Haupt der Ordensfamilie absetzte und ein Kontaktverbot verhängte, sodass er die Schwestern offiziell nicht mehr besuchen und anleiten durfte. Bis zu den Ende 2015 gegen die Ordensleitung des männlichen Zweiges ergriffenen Maßnahmen der Ordenskongregation hielten sich die Gemeinschaften aber nicht konsequent an das Verbot.Cambia la dirección del IVE y se confirma la condena al P. Buela por abusos. Bericht auf InfoCatólica vom 5. August 2016 (spanisch), abgerufen am 7. August 2016. Öffentlich stellte die Ordensfamilie den Rückzug des Gründers lange Zeit als altersbedingten Ruhestand dar. Biografie des Gründers auf der ordenseigenen Webseite iveamerica.org, abgerufen am 7. August 2016. In Wirklichkeit wurde er wegen psychologischen Missbrauchs und massiver, jahrzehntelang wiederholter sexueller Übergriffe gegenüber (volljährigen) Ordensangehörigen vom Priesteramt suspendiert und sollte sich auf Anordnung von Papst Franziskus bereits seit 2013 in einem Kloster in Spanien aufhalten, woran er sich aber nicht hielt.Los abusos del fundador del Instituto del Verbo Encarnado, in: Religión Digital vom 1. Dezember 2016, abgerufen am gleichen Tag (spanisch). Im Sommer 2016 wurde zeitgleich mit dem vom Vatikan beaufsichtigten Austausch der männlichen Ordensleitung auch die Leitung des weiblichen Zweiges neu gewählt, die 18 Jahre lang in den Händen einer engen Vertrauten des Gründers gelegen hatte.
Im Januar 2025 stellte das Dikasterium für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens die Gemeinschaften Buelas längerfristig unter die Aufsicht päpstlicher Delegaten. Die Matará-Schwestern werden von der baskischen Ordensfrau Clara Echarte geleitet, die der ignatianisch geprägten spanischen Gemeinschaft der Hijas de Jesús („Töchter Jesu“, auch „Jesuitinnen“ genannt) angehört. Ihre Aufgabe, die Kongregation neu auszurichten und aufzustellen, wird in Fachkreisen als eine Art „Neugründung“ der Schwesterngemeinschaft beschrieben. Die Priester-Gemeinschaft Institut des fleischgewordenen Wortes wurde dem spanischen Bischof José Antonio Satué Huerto unterstellt. Beide Beauftragte haben volle Leitungsgewalt und sollen die Gemeinschaften in den Bereichen Ausbildung, Ordensdisziplin, Apostolat und Leitung begleiten. Zwar bleiben die Schwestern rechtlich weiterhin ein Institut der Diözese Segni, durch die Ernennung einer päpstlichen Legatin sind sie jedoch nicht mehr dem Bischof von Segni unterstellt, sondern unterstehen nun unmittelbar dem Papst.
Spiritualität, Aufgabe, Erscheinungsbild Die Ordensschwestern pflegen das Gebet und wirken in der karitativen und pastoralen Arbeit. Mit ihrer Lebensweise wollen sie an die Frauen erinnern, die Jesus Christus in seinem Leben und Tod begleiteten und schließlich unter dem Kreuz standen (). Daher sehen die Schwestern es als ihre besondere Aufgabe an, das Evangelium in die Welt zu tragen und junge Menschen dabei zu helfen, ihre Berufung zu finden. Sie widmen sich insbesondere der Verkündigung des Wortes Gottes in all ihren Formen. Sie sind im Rahmen von Volksmissionen, geistlichen Einkehrtagen, im Religionsunterricht und in Einrichtungen für Waisenkinder, Behinderte, Kranke und Senioren tätig. Außerdem veröffentlichen die Schwestern Bücher, Zeitschriften usw.
Die Schwestern tragen einen Habit mit einer grauen Tunika und einem blauen Skapulier. Die Schwestern, die die Profess abgelegt haben, tragen einen blauen Schleier, die Novizinnen einen weißen. Nach der feierlichen Profess tragen die Ordensfrauen einen Ring und das sogenannte Kreuz von Matará, das eine Nachbildung des aus dem Jahre 1594 stammenden Kreuzes und das älteste bekannte christliche Zeugnis Argentiniens ist.
Ordensprovinzen, Niederlassungen und Missionsstätten Die Ordensgemeinschaft ist in Ordensprovinzen, Niederlassungen, Delegationen und Missionsstationen gegliedert und auf der ganzen Welt verbreitet.
Ordensprovinzen Italien Argentinien und Chile Peru Brasilien Vereinigte Staaten, Kanada und Guyana Ägypten, Tunesien, Palästina, Israel, Jordanien und Irak China, Taiwan und Philippinen
Niederlassungen Ecuador, Superiorin Ukraine
Delegationen Papua-Neuguinea Zentralasien, Tadschikistan und Kasachstan Spanien
Missionsstationen in Europa Missionsstationen in West-, Mittel- und Nordeuropa gibt es in den Niederlanden (in Heiloo,Klooster blauwe zusters ingewijd (niederländisch), abgerufen am 31. Mai 2021. in Brunssum, in Den Haag und in Valkenburg) In: Katholiek Nieuwsblad, 14. Oktober 2015 (niederländisch). in Island, in Irland, in Litauen und in Luxemburg.
Generalat Die erste, von Buela als seine Stellvertreterin eingesetzte Leiterin der Gemeinschaft war die Argentinierin María de Itatí Llorente, die auch später noch Leitungsfunktionen in der Gruppierung innehatte.. Servants of the Lord and the Virgin of Matara (englisch). Ihr folgte als zweite Generalsuperiorin die Argentinierin María de la Providencia Nuñez, die von 1996 bis 1998 amtierte. In ihrer Amtszeit wurde das Generalat der Schwestern von Mendoza nach Italien verlegt, wo sie zunächst in einen Vorort von Rom unterkamen. Seit der kirchenrechtlichen Approbation als Kongregation diözesanen Rechts im Frühjahr 2004 befindet sich der rechtliche Hauptsitz der Gemeinschaft in Segni, das Generalat verblieb jedoch in Rom. Seit 2011 befindet sich die Generalkurie der Schwestern von Matará im Zentrum der Heiligen Stadt. Dritte Generalsuperiorin war von 1998 bis 2016 die Niederländerin Sr. María de Anima Christi van Eijck.M. Anima Christi kijkt ‘met dankbaarheid’ terug op tijd als overste Blauwe Zusters. In: Katholiek Nieuwsblad, 4. Juli 2016 (niederländisch), abgerufen am 31. Mai 2021. Beim IV. Generalkapitel der Kongregation wurde am 4. Juli 2016 die Argentinierin Sr. María Corredentora Rodríguez zu ihrer Nachfolgerin gewählt.Kommunique Nr. 9 des Generalkapitels und Meldung von der Webseite der Schwestern (spanisch), beide abgerufen am 7. August 2016. Seit der Absetzung von Rodríguez und der gesamten Generalleitung durch das Dekret vom Januar 2025, mit dem die Kongregation unter päpstliche Aufsicht gestellt wurde, gibt es kein ordenseigenes Generalat mehr und die Gemeinschaft wird durch die vom Papst ernannte externe Delegatin geleitet.
Weblinks Weltweite Webpräsenz SSVM
Einzelnachweise
Kategorie:Frauenorden Kategorie:Christliche Organisation (Rom) Kategorie:Gründung einer religiösen Organisation 1988
en:Institute of the Incarnate Word#Second Order: Servants of the Lord and the Virgin of Matará it:Famiglia religiosa del Verbo Incarnato#Le Serve del Signore e della Vergine di Matarà