mini|Hofkirche von Breslau mini|Innenansicht zum Hauptaltar Die Kirche der Göttlichen Vorsehung (), bis 1946 Hofkirche (daher polnisch auch Kościół dworski), ist eine Kirche am südwestlichen Rand der Breslauer Altstadt. Sie ist Bischofssitz der Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen. Die Kirche steht an der in den 1970er Jahren fertiggestellten Ost-West-Straße. Sie hat etwa 1000 Sitzplätze.
Geschichte Die spätbarocke Kirche wurde nach Plänen von Jonas Friedrich Arnold und Jan Bouman ab 1747 errichtet und am 27. Oktober 1750 eingeweiht. Nach dem neben der Kirche befindlichen Stadtschloss König Friedrichs II. erhielt die Kirche im Jahr 1830 anlässlich des 300. Jahrestages des Augsburger Bekenntnisses den Namen Hofkirche.
Den Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche unbeschädigt. Nach der Enteignung der Elisabethkirche am 2. Juli 1946 und Umwandlung in eine römisch-katholische Garnisonskirche tagte die Provinzialsynode der altpreußischen Kirchenprovinz Schlesien, erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg, hier am 22. und 23. Juli 1946.Christian-Erdmann Schott: Geh aus Deinem Vaterland … : Vertreibung – Integration – Vermächtnis der evangelischen Schlesier. Vorträge, Aufsätze, Predigten (= Beiträge zu Theologie, Kirche und Gesellschaft im 20. Jahrhundert, Bd. 13). Lit-Verlag, Berlin [u. a.] 2008, ISBN 3-8258-0801-7, S. 20. Vertreten waren Synodale aus 40 Kirchenkreisen, aber keine aus den fünf in der Oberlausitz, während die Zahl der Evangelischen durch die laufenden Vertreibungen aus Schlesien ständig sank.SBZ-Handbuch: staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre Führungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945–1949. Herausgegeben von Martin Broszat, mit Beiträgen von Hermann Weber und Gerhard Braas. Oldenbourg, München 1990, ISBN 3-486-55261-9, S. 822. Oberkirchenrat Robert Berger wies auf der Synode das Ansinnen des Provinzialbischofs Otto Zänker zurück, von der Britischen Besatzungszone aus wieder als Oberhaupt der Schlesischen Kirche zu fungieren. Die Synode bestätigte dann die Anfang Mai 1945 gebildete provisorische Kirchenleitung und wählte den bisherigen Präses Ernst Hornig zum Bischof.
Nach Ausweisung der schlesischen Kirchenleitung ab Oktober 1946 und des Bischofs Ernst Hornig im Dezember des Jahres verblieben nur noch einige Mitarbeiter der Kirchenleitung bis Mai 1947 in Breslau, um die Übernahme der wenigen verbleibenden Kirchenstrukturen durch den Bevollmächtigten des Konsistoriums der Evangelischen Kirche A.B. in Polen zu begleiten. Hornig und die Kirchenleitung nahmen im schlesischen Görlitz ihren Sitz.Peter Pragal: Wir sehen uns wieder, mein Schlesierland. Piper, München 2012, S. 101.
Die ehemals evangelisch-reformierte Hofkirche wurde Bischofssitz der lutherischen Diözese Breslau, Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen. Heute ist die Hofkirche neben der Christophorikirche und der 1996 rückübertragenen Gustav-Adolf-Kirche eines von drei Gotteshäusern der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Breslau.
Architektur Die Kirche ist etwa 30 m lang und 17,5 m breit. Sie ist in Nord-Süd-Richtung orientiert. Sie hat einen ovalen Grundriss, zwei Emporen. Zwei Logen befinden sich rechts und links neben, die Kanzel über dem Altar. Die Innenausstattung ist in cremigem Weiß mit Gold ausgeführt.
Orgel mini|hochkant|Orgel der Hofkirche mini|Spieltisch Die Orgel wurde 1922 von dem Orgelbauer G. F. Steinmeyer & Co. als op. 1339 mit ursprünglich 47 Registern erbaut. Das Taschenladen-Instrument hat heute 50 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Die Trakturen sind elektrisch.Informationen zur (polnisch)
I Hauptwerk C–a3 Bourdon 16′ Principal 8′ Viola di Gamba 8′ Dolce 8′ Hohlflöte 8′ Gedeckt 8′ Octav 4′ Rohrflöte 4′ Octav 2′ Mixtur IV Trompete 8′ II Schwellwerk C–a3 Rohrflöte 16′ Geigenprincipal 8′ Salicional 8′ Rohrflöte 8′ Quintatön 8′ Principal 4′ Flauto dolce 4′ Octav 2′ Flautino 2' Rauschquinte ′ Klarinette 8′ Tremolo III Schwellwerk C–a3 Lieblich Gedeckt 16′ Hornprincipal 8′ Gemshorn 8′ Viola alta 8′ Aeoline 8′ Vox coelestis 8′ Soloflöte 8′ Principal 4′ Violine 4′ Flauto traverso 4′ Nasard ′ Flageolett 2′ Terzflöte ′ Trompete 8′ Tremolo Pedal C–f1 Kontrabaß 16′ Harmonicabaß 16′ Subbaß 16′ Echobaß 16′ Bourdon 16′ Quintbaß ′ Octavbaß 8′ Violoncello 8′ Gemshorn 4′ Posaune 16′ Trompete 8′
Literatur Reiner Sörries: Von Kaisers Gnaden – Protestantische Kirchenbauten im Habsburger Reich. Böhlau Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-412-20154-8, S. 128.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Breslau Breslau Kategorie:Kulturdenkmal in Breslau Breslau Kategorie:Erbaut im 18. Jahrhundert Breslau Breslau Breslau Breslau Breslau Breslau