Die Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Mexiko 2012 fand am 1. Juli statt. Gewählt wurden der Präsident, die 500 Mitglieder der Abgeordnetenkammer und die 128 Mitglieder des Senats.

Bei der Präsidentschaftswahl traten Enrique Peña Nieto (PRI), Josefina Vázquez Mota (PAN), Andrés Manuel López Obrador (PRD) und Gabriel Quadri de la Torre (Nueva Alianza, PANAL) gegeneinander an. Gewählt für die einmalige Amtsdauer von sechs Jahren wurde der Kandidat mit den meisten Stimmen. Ein zweiter Wahlgang ist im mexikanischen Wahlsystem nicht vorgesehen.

Nach dem vorläufigen Endergebnis gewann Enrique Peña Nieto die Wahl mit 38,15 Prozent der Stimmen. López Obrador, der Platz zwei belegte, legte daraufhin Klage bei der Nationalen Wahlbehörde IFE ein, da es bei der Wahl mehrere Verfassungsbrüche gegeben und die Gegenseite Stimmen im großen Stil eingekauft hätte.Wahlergebnis in Mexiko: Linkspolitiker Obrador will Wahlergebnis anfechten bei focus.de, 3. Juli 2012 (abgerufen am 3. Juli 2012). Die Wahlbehörde gab daraufhin am 4. Juli 2012 bekannt, die Stimmzettel aus 54,5 Prozent der Urnen neu auszählen zu lassen. Die Neuauszählung änderte aber nichts am Ergebnis und für Peña Nieto verblieben fast sieben Prozentpunkte Vorsprung auf López Obrador.Mexiko: Nachzählung bestätigt Wahlsieg von Peña Nieto bei zeit.de, 6. Juli 2012 (abgerufen am 8. Juli 2012). Der PRD-Politiker hatte eine komplette Neuauszählung gefordert und gab an, dass es bei mehr als 113.000 der 143.000 Wahlurnen zu „Ungereimtheiten“ gekommen sei.Wahl des Präsidenten in Mexiko: Die Hälfte aller Wahlzettel wird neu ausgezählt bei focus.de, 5. Juli 2012 (abgerufen am 5. Juli 2012). Am 31. August 2012 erklärte das oberste mexikanische Wahlgericht Enrique Peña Nieto zum gewählten Präsidenten und wies die Forderung des unterlegenen López Obrador auf Annullierung der Wahl zurück.

Zeitgleich zur Präsidentschaftswahl wurden auch 300 Abgeordnete und 128 Senatoren in das mexikanische Parlament gewählt. Auf Ebene der Bundesstaaten wurden zudem 6 Gouverneure und 13 regionale Parlamente sowie ungefähr 400 Bürgermeister gewählt.

Wahlkampf Favorit für die Nachfolge von Felipe Calderón war Enrique Peña Nieto (PRI). Laut diversen Meinungsumfragen im Frühling 2012 konnte er im Durchschnitt mit 47 % aller Stimmen rechnen. Josefina Vázquez Mota von der amtierenden Regierungspartei PAN kam auf einen Anteil von 27 % und Andrés Manuel López Obrador (PRD) auf 24 %. Abgeschlagen mit 2 % Wähleranteil lag Gabriel Quadri de la Torre (PANAL) an letzter Position.

Hauptsächliche Themen im Wahlkampf waren die schwache Wirtschaft und die akute Krise der inneren Sicherheit, insbesondere der Kampf gegen die organisierte Kriminalität (Drogenkrieg in Mexiko), die zu einer Verschlechterung der Lebensqualität geführt hatten.

Offiziell begann der Wahlkampf am 30. März 2012. Eine erste Fernsehdebatte mit den Präsidentschaftskandidaten fand am 6. Mai 2012 statt. Ab Mitte Mai 2012 kam es zu Demonstrationen von Studierenden aus privaten und öffentlichen Universitäten. Sie warfen Zeitungen und Fernsehsendern (vor allem Televisa und TV Azteca) vor, in ihrer Berichterstattung über die bevorstehende Präsidentschaftswahl den Kandidaten Enrique Peña Nieto und die PRI zu bevorteilen.

Listen und Parteien mini|300px|Stimmzettel Listen in dem Stimmzettel Wahlbündnis Präsidentschaftskandidaten 40x40px Partido Revolucionario Institucional Compromiso por México 100px Enrique Peña Nieto 40x40px Partido Verde Ecologista de México 40x40px Partido de la Revolución Democrática Movimiento Progresista 100px Andrés Manuel López Obrador 40x40px Partido del Trabajo 40x40px Movimiento Ciudadano 40x40px Partido Acción Nacional 100px Josefina Vázquez Mota 40x40px Partido Nueva Alianza 100px Gabriel Quadri de la Torre

Ergebnis

Parlamentswahl Abgeordnetenkammer

Senat

Weblinks

Rocio Bravo Salazar: Vor den Wahlen in Mexiko: Rückkehr der PRI an die Macht?, Ibero-Analysen, Heft 24, Mai 2012 (PDF, 742 KiB)

Einzelnachweise

2012 2012 Mexiko Mexiko Kategorie:Geschichte Mexikos (21. Jahrhundert)