Leichtathletik bei denXV. Olympischen Spielen 80px|zentriert|Olympische Ringe 80px|zentriert|Leichtathletik Informationen Datum: 20. bis 27. Juli Wettkampfort: Austragungsort: Olympiastadion Entscheidungen: Männer: 24/Frauen: 9 Teilnehmende Nationen: 57 Teilnehmer: Männer: 1011/Frauen: 267 ← London 1948 Melbourne 1956 → 170x170px|Logo der Olympischen Spiele 1952 Olympische Spiele 1952Medaillenspiegel Leichtathletik Platz Mannschaft 16px|Goldmedaillen 16px|Silbermedaillen 16px|Bronzemedaillen Total 1 15 10 6 31 2 4 1 – 5 3 3 – 1 4 4 2 8 7 17 5 2 3 – 5 6 1 1 – 2 1 1 – 2 8 1 – 4 5 9 1 – 2 3 10 1 – 1 2 1 – 1 2 12 1 – – 1 13 – 3 5 8 14 – 2 – 2 15 – 1 4 5 16 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 – 1 19 – – 1 1 – – 1 1 Bei den XV. Olympischen Spielen 1952 in der finnischen Hauptstadt Helsinki fanden 33 Wettkämpfe in der Leichtathletik statt.
Teilnehmer Nachdem bei den Olympischen Spielen 1948 bedingt durch die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs Deutschland und Japan noch von der Teilnahme ausgeschlossen waren, durften sie in Helsinki wieder dabei sein. Außerdem entsandte jetzt auch die Sowjetunion Teilnehmer, die gleich sehr erfolgreich auftraten. Insgesamt gab es 1342 gemeldete Leichtathleten – 267 Frauen und 1011 Männer – aus 57 Nationen.Ekkehard zur Megede: Die Geschichte der olympischen Leichtathletik. Band 2: 1948–1968. Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 60.
Stadion Austragungsort war das Olympiastadion von Helsinki, erbaut von 1934 bis 1936 im Hinblick auf die eventuelle Austragung der Olympischen Spiele 1940, die dann nach Tokio vergeben worden und schließlich kriegsbedingt ganz ausgefallen waren. Für die Austragung der Leichtathletikwettbewerbe hatte man eine Aschenbahn als 400-Meter-Rundbahn angelegt. Diese befand sich trotz schlechter Witterungsbedingungen mit häufig teilweise heftig auftretenden Regenfällen in durchgängig guter Verfassung.
Das Stadion fasste rund 70.000 Zuschauer und hatte erstmals eine elektronische Anzeigetafel vorzuweisen. Das erleichterte dem Publikum das Verfolgen der Disziplinen und der Ergebnisse erheblich.Ekkehard zur Megede: Die Geschichte der olympischen Leichtathletik. Band 2: 1948–1968. Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 61 f.
Wettbewerbe Das Wettbewerbsangebot war identisch mit dem der letzten Spiele in London. Es gab 24 Disziplinen im Männerbereich und neun für die Frauen, die sich immer noch mit drei Einzellaufangeboten – 100 Meter, 200 Meter und 80 Meter Hürden – begnügen mussten. Weiterhin gab es keine einzige Mittel- oder Langstrecke. Im Laufbereich wurde darüber hinaus nur noch die 4-mal-100-Meter-Staffel ausgetragen. Mit Hoch- und Weitsprung gab es weiterhin zwei Sprungdisziplinen sowie mit Kugelstoßen, Diskus- und Speerwurf drei Stoß-/Wurfwettbewerbe. An diesem Programm änderte sich auch bei den kommenden Spielen 1956 nichts. Erst 1960 wurde zusätzlich der 800-Meter-Lauf für die Frauen wieder ins olympische Programm genommen.
Sportliche Erfolge Das Leistungsniveau brachte insgesamt noch einmal eine deutliche Steigerung gegenüber den vorangegangenen Großveranstaltungen. In der Fachzeitschrift 'Leichtathletik' war zu lesen, dass die Leistungen oberhalb der Grenzen liegen, die ein Mensch sich vorstellen könne. So gab es in zehn Disziplinen fünfzehn egalisierte oder neue Weltrekorde und eine Weltbestleistung. In 24 Disziplinen gab es darüber hinaus 41 neue oder egalisierte olympische Rekorde.Ekkehard zur Megede: Die Geschichte der olympischen Leichtathletik. Band 2: 1948–1968. Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 2. Auflage 1970, S. 62 bis 64. Weltrekorde im Einzelnen: 4-mal-400-Meter-Staffel, Männer: 3:03,9 min – Jamaika (Arthur Wint, Leslie Laing, Herb McKenley, George Rhoden), Finale Dreisprung, Männer: 16,12 m – Adhemar da Silva (Brasilien), Finale Dreisprung, Männer: 16,22 m – Adhemar da Silva (Brasilien), Finale Hammerwurf, Männer: 60,34 m – József Csermák (Ungarn), Finale Zehnkampf, Männer: 7887 P (1952er Wertung) / 7580 P (1985er Wertung) – Bob Mathias (USA) 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,5 s – Marjorie Jackson (Australien), Halbfinale 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,5 s – Marjorie Jackson (Australien), Finale 200-Meter-Lauf, Frauen: 23,6 s (egalisiert) – Marjorie Jackson (Australien), Vorlauf 200-Meter-Lauf, Frauen: 23,4 s (egalisiert) – Marjorie Jackson (Australien), Halbfinale 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 11,0 s (egalisiert) – Shirley Strickland (Australien), Vorlauf 80-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 10,9 s – Shirley Strickland (Australien), Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen: 46,1 s – Australien (Shirley Strickland, Verna Johnston, Winsome Cripps, Marjorie Jackson) Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen: 45,9 s – USA (Mae Faggs, Barbara Jones, Janet Moreau, Catherine Hardy) Finale 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen: 45,9 s – Deutschland (Ursula Knab, Maria Sander, Helga Klein, Marga Petersen), Finale Kugelstoßen, Frauen: 15,28 m – Galina Sybina (Sowjetunion), Finale Weltbestleistung: 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:45,4 min – Horace Ashenfelter (USA) Finale Olympische Rekorde im Einzelnen: 200-Meter-Lauf, Männer: 20,7 s (egalisiert) – Andy Stanfield (USA), Finale 400-Meter-Lauf, Männer: 45,9 s – George Rhoden (Jamaika), Finale 400-Meter-Lauf, Männer: 45,9 s – Herb McKenley (Jamaika), Finale 800-Meter-Lauf, Männer: 1:49,2 min – Mal Whitfield (USA), Finale 1500-Meter-Lauf, Männer: 3:45,2 min – Josy Barthel (Luxemburg), Finale 1500-Meter-Lauf, Männer: 3:45,2 min – Bob McMillen (USA), Finale 5000-Meter-Lauf, Männer: 14:15,4 min – Herbert Schade (BR Deutschland), Vorlauf 5000-Meter-Lauf, Männer: 14:06,6 min – Emil Zátopek (Tschechoslowakei), Finale 10.000-Meter-Lauf, Männer: 29:17,0 min – Emil Zátopek (Tschechoslowakei) Marathonlauf, Männer: 2:23:04 h – Emil Zátopek (Tschechoslowakei) 110-Meter-Hürdenlauf, Männer: 13,9 s (egalisiert) – Harrison Dillard (USA), Vorlauf 110-Meter-Hürdenlauf, Männer: 13,7 s – Harrison Dillard (USA), Finale 110-Meter-Hürdenlauf, Männer: 13,7 s – Jack Davis (USA), Finale 400-Meter-Hürdenlauf, Männer: 50,8 s – Charles Moore (USA), Viertelfinale 400-Meter-Hürdenlauf, Männer: 50,8 s (egalisiert) – Charles Moore (USA), Finale 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:58,0 min – Wladimir Kasanzew (Sowjetunion), Vorlauf 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:51,0 min – Horace Ashenfelter (USA), Vorlauf 10.000-Meter-Bahngehen, Männer: 45:02,8 min – John Mikaelsson (Schweden) 50-km-Gehen, Männer: 4:28:08 h – Giuseppe Dordoni (Italien), Finale Hochsprung, Männer: 2,04 m – Walt Davis (USA), Finale Stabhochsprung, Männer: 4,55 m – Bob Richards (USA), Finale Kugelstoßen, Männer: 17,41 m – Parry O’Brien (USA), Finale Diskuswurf, Männer: 53,47 m – Sim Iness (USA), Finale Diskuswurf, Männer: 53,78 m – Adolfo Consolini (Italien), Finale Diskuswurf, Männer: 53,60 m – Sim Iness (USA), Finale Diskuswurf, Männer: 55,03 m – Sim Iness (USA), Finale Hammerwurf, Männer: 57,20 m – József Csermák (Ungarn), Qualifikation Hammerwurf, Männer: 58,45 m – József Csermák (Ungarn), Finale Speerwurf, Männer: 73,78 m – Cy Young (USA), Finale 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,9 s (egalisiert) – Catherine Hardy (USA), Vorlauf 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,6 s – Marjorie Jackson (Australien), Vorlauf 100-Meter-Lauf, Frauen: 11,6 s (egalisiert) – Marjorie Jackson (Australien), Viertelfinale 200-Meter-Lauf, Frauen: 24,3 s (egalisiert) – Nadeschda Chnykina (Sowjetunion), Vorlauf Weitsprung, Frauen: 6,16 m – Yvette Williams (Neuseeland), Qualifikation Weitsprung, Frauen: 6,24 m – Yvette Williams (Neuseeland), Finale Kugelstoßen, Frauen: 13,88 m – Klawdija Totschonowa (Sowjetunion), Qualifikation Kugelstoßen, Frauen: 15,00 m – Galina Sybina (Sowjetunion), Finale Diskuswurf, Frauen: 50,84 m – Nina Romaschkowa (Sowjetunion), Finale Diskuswurf, Frauen: 51,42 m – Nina Romaschkowa (Sowjetunion), Finale Speerwurf, Frauen: 46,17 m – Alexandra Tschudina (Sowjetunion), Qualifikation Speerwurf, Frauen: 50,47 m – Dana Zátopková (Tschechoslowakei), Finale Erfolgreichste Nation waren wie bei allen Spielen in der Leichtathletik zuvor die Vereinigten Staaten mit fünfzehn Goldmedaillen. Mit deutlichem Abstand rangierte die Tschechoslowakei mit vier Olympiasiegen auf dem zweiten Platz knapp vor Australien, das dreimal ganz vorne lag. Je zwei Goldmedaillen errangen die Sowjetunion und Jamaika. Das UdSSR-Team stellte sich bei seiner ersten Teilnahme nach dem Zweiten Weltkrieg als Leichtathletikgroßmacht vor. Neben den zwei Goldmedaillen errang die Mannschaft noch acht Silber- und sieben Bronzemedaillen.
Herausragender Sportler dieser Spiele war der Langstreckenläufer Emil Zátopek aus der Tschechoslowakei. Er wurde zunächst Doppelolympiasieger über 5000 und 10.000 Meter. Am Schlusstag nahm er dann auch noch am Marathonlauf teil und errang trotz seiner Unerfahrenheit auf dieser Distanz seine dritte Goldmedaille. Die Leistung, sämtliche Langstreckenwettbewerbe im selben Jahr bei Olympischen Spielen zu gewinnen, ist bis heute einmalig in der Leichtathletikgeschichte.
Es gab fünf weitere Sportler, die je zwei Goldmedaillen bei diesen Spielen errangen: Marjorie Jackson (Australien): 100- und 200-Meter-Lauf. Sie war die Sprintkönigin von Helsinki. Lindy Remigino (USA): 100-Meter-Lauf und 4-mal-100-Meter-Staffel Andy Stanfield (USA): 200-Meter-Lauf und 4-mal-100-Meter-Staffel George Rhoden (Jamaika): 400-Meter-Lauf und 4-mal-400-Meter-Staffel Harrison Dillard (USA): 100-Meter-Lauf und 4-mal-100-Meter-Staffel Folgende hier siegreiche Leichtathleten hatten bereits bei früher ausgetragenen Olympischen Spielen Goldmedaillen errungen: Emil Zátopek, (Tschechoslowakei) – 10.000-Meter-Lauf, Wiederholung seines Erfolgs von 1948, hier außerdem siegreich im 5000-Meter- und Marathonlauf, damit jetzt vierfacher Olympiasieger Harrison Dillard, (USA) – 110-Meter-Hürdenlauf, 1948 siegreich im 100-Meter-Lauf und mit der 4-mal-100-Meter-Staffel, hier außerdem wieder siegreich mit der 4-mal-100-Meter-Staffel, damit jetzt vierfacher Olympiasieger Mal Whitfield, (USA) – 800-Meter-Lauf, zweiter Sieg in Folge, 1948 außerdem siegreich mit der 4-mal-400-Meter-Staffel, damit jetzt dreifacher Olympiasieger John Mikaelsson, (Schweden) – 10.000-Meter-Bahngehen, Wiederholung seines Erfolgs von 1948, damit jetzt zweifacher Olympiasieger Bob Mathias, (USA) – Zehnkampf, Wiederholung seines Erfolgs von 1948, damit jetzt zweifacher Olympiasieger Arthur Wint, (Jamaika) – 4-mal-400-Meter-Staffel, 1948 siegreich im 400-Meter-Lauf, damit jetzt zweifacher Olympiasieger
Resultate Männer 100 m
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Lindy Remigino 10,4 s 10,79 s 2 Herb McKenley 10,4 s 10,80 s 3 McDonald Bailey 10,4 s 10,83 s 4 Dean Smith 10,4 s 10,84 s 5 Wladimir Sucharew 10,5 s 10,88 s 6 John Treloar 10,5 s 10,91 s Finale am 21. Juli
Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum: Werner Zandt (Viertelfinale) und Erich Fuchs (Vorläufe) Hans Wehrli-Frei (Viertelfinale) sowie Fritz Griesser und Willy Schneider (Vorläufe)
200 m
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 Andy Stanfield 20,7 s ORe 20,81 s 2 Thane Baker 20,8 s 20,97 s 3 James Gathers 20,8 s 21,08 s 4 McDonald Bailey 21,0 s 21,14 s 5 Leslie Laing 21,2 s 21,45 s 6 Gerardo Bönnhoff 21,3 s 21,59 s Finale am 23. Juli
Wind: +1,0 m/s
Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum: Werner Zandt (Halbfinale) und Peter Kraus (Viertelfinale) Fred Hammer und Roby Schaeffer (Vorläufe) Willy Eichenberger, Ernst Mühlethaler und Hans Wehrli-Frei (Vorläufe)
400 m
Platz Athlet Land Offiz. hand-gestoppteZeit Inoffiz.elek-tron. Zeit 1 George Rhoden 45,9 s OR 46,09 s 2 Herb McKenley 45,9 s OR 46,20 s 3 Ollie Matson 46,8 s 46,94 s 4 Karl-Friedrich Haas 47,0 s 47,22 s 5 Arthur Wint 47,0 s 46,24 s 6 Mal Whitfield 47,1 s 46,30 s Finale am 25. Juli
Weitere Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum: Hans Geister (Halbfinale) Jean Hamilius, Fred Hammer und Gérard Rasquin (Vorläufe)