mini|Reformierte Kirche Kloten (2013) Die reformierte Kirche Kloten ist eine Querkirche von Johann Jakob Haltiner im Stil des Rokoko.

Geschichte Der Neubau der Kirche Kloten erfolgte als Reaktion auf das starke Bevölkerungswachstum. Der Architekt Johann Jakob Haltiner führte das Kirchenschiff 1785–1786 aus. Der Turm wurde 1788–1790 hinzugefügt.

Äusseres Das Gebäude bildet ein quergerichtetes Kirchenschiff und folgt damit einem seit dem Bau der Kirche Wädenswil in der Region Zürich beliebten Bauschema. An beiden Längsfassaden der Kirche befinden sich Risalite, die mit geschweiften Voluten und Dreiecksgiebeln abgeschlossen sind. Über hohen halbrunden Fenster befinden sich Ovalfenster, in den Risaliten folgt darüber noch eine Zeile mit Rundbogenfenstern. Die Vorzeichen sind mit geschweiften Hauben versehen. Der Turm verfügt über eine Kuppelhaube.

Inneres Der festliche Innenraum wurde von Peter Anton Moosbrugger gestaltet. Ionische Pilaster leiten zu den Stichkappen und zur reich verzierten Rokoko-Decke über. Das Schema mit Kanzel an der Südwand und steiler U-Empore an den übrigen Seiten erinnert stark an das Vorbild der Kirche Wädenswil.

Glocken In den 1790 neu erbauten Kirchturm wurden vier aus vor-reformatorischer Zeit stammende Glocken mit der Schlagtonfolge f – as – c – es übernommen. Die grosse Glocke (1268 kg schwer) trug die Jahreszahl 1510, die Inschrift +O REX GLORIAE CHRISTE VENI CUM PACE+ und vier Bilder: Jesus mit der Weltkugel, Maria mit dem Kinde, Christus mit der Dornenkrone, Hirten. Die Gemeindeglocke (856 kg) mit der Jahreszahl 1495 und einer der gotischen Inschrift +HILF IM MARIA, WER MICH HÖR, DASS GOTT IHM ALLES LEID ZERSTÖR+ soll nach einer Überlieferung zu Zeiten des Schwabenkrieges irgendwo 'draussen' abgehängt worden sein. Die Betzeitglocke (397 kg) schätze Hermann Rüetschi im Jahr 1904 etwa 600 Jahr alt. Die kleinste Glocke (172 kg) trug dieselbe Inschrift wie die grosse Glocke. Die Gemeindeglocke hatte schon seit den 1840er Jahren einen kleinen Sprung. Die Betzeitglocke fiel einmal ab und blieb im Glockenstuhl hängen. Die grosse Glocke verloren den Klöppel während des Läutens, worauf der Klöppel auf den Boden fiel und sich dort tief in die Erde eingrub. 1905 entschloss man sich, das Geläute durch vier neue Glocken der Glockengiesserei H. Rüetschi, Aarau komplett zu ersetzen.

Bis 1922 wurden die Glocken von Hand geläutet, seither mit elektrischem Antrieb. 1963 kam eine weitere Glocke der Glockengießerei Bachert in Karlsruhe mit Schlagton g' hinzu.Gutachten des Glockenexperten Willy Joos, Kilchberg über die neue Glocke g' für die ref. Kirche Kloten, geliefert von Gebr. Bachert in Karlsruhe. Datiert 16.12.1963 2023 wurden das Geläute einer Gesamtsanierung unterworfen. Die bisherigen Klöppel wurden durch deutlich leichtere Klöppel ersetzt. Der Glockenstuhl hydraulisch angehoben und neu auf eine Isolationsmatte gestellt. Zugleich wurden die Fallhämmer an einzelnen Glocken durch Magnethämmer ersetzt.

+Übersichthttps://www.youtube.com/watch?v=W_9paxrvQ5U youtube.com: KLOTEN: Geläute der Reformierten KircheGlockeNameGussjahrSchlagtonGewichtInschrift 1 Grosse Glocke1905b°3454 kgEhre sei Gott in den Höhen und Friede auf Erden, den Menschen ein Wohlgefallen! 2 Gemeindeglocke1905d'1702 kgSiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt! 3 Betzeitglocke1905f' 1003 kgWachet, ihr wisset nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt! 4 Neue Glocke1963g'695 kgFürchte dich nicht, glaube nur 5 Kleine Glocke1905b'421 kgLasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes!

Siehe auch Kirche Christkönig, römisch-katholische Pfarrkirche in Kloten

Literatur Hermann Wettstein: Chronik der Kirchgemeinde Kloten. Festschrift zur Feier des 150jährigen Bestehens der neuen Kirche 1786–1936. Hrsg.: Kirchenpflege Kloten. Buchdruckerei Bassersdorf AG (1936) Kunstführer durch die Schweiz – Band 1, Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, Bern 2005. Heinrich Schneider: Entdeckungsreise – Reformierter Kirchenbau in der Schweiz. Stäubli, Zürich 2000. ISBN 3-7266-0044-2. Michael D. Schmid: Quergebaut. Querkirchen im Kanton Zürich, Stutz Medien, Wädenswil 2018, ISBN 978-3-85928-200-1.

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Reformierte Kirche Kloten

Einzelnachweise

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