mini|hochkant=1.25|Zieldurchfahrt beim GP Österreich 2002, umstrittene Stallorder bei Ferrari mini|hochkant=1.25|Neues Team: Allan McNish im Toyota TF102 beim GP Frankreich 2002 Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2002 war die 53. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 17 Rennen in der Zeit vom 3. März 2002 bis zum 13. Oktober 2002 ausgetragen.
Michael Schumacher gewann seinen fünften Fahrer-Titel und seinen dritten in Folge. Ferrari wurde zum 4. Mal in Folge Gewinner der Konstrukteursmeisterschaft und errang mit Vizeweltmeister Rubens Barrichello auch einen Doppelsieg in der Fahrerwertung. Schumacher stellte in dieser Saison den Rekord auf, als einziger Fahrer der Formel-1-Geschichte in jedem Rennen einer Saison einen Podiumsplatz zu belegen (11 Siege, 5 zweite Plätze und ein dritter). Außerdem war er der erste, der schon im siebtletzten Rennen den Titel sichergestellt hatte.
Änderungen 2002 Reglement Zu Beginn der Saison wurden keine Änderungen des Reglements durchgeführt, was es u. a. Ferrari erlaubte, die ersten Saisonrennen noch mit dem im Vorjahr erfolgreichen Fahrzeug F2001 zu bestreiten. Entwicklungen innerhalb der Saison führten allerdings dazu, dass nach der Saison eine Stallorder untersagt wurde.
Rennstrecken
Der Rennkalender blieb gegenüber 2001 weitestgehend unverändert, einzig der Große Preis von Frankreich und der Große Preis von Großbritannien tauschten ihre Plätze.
Der Hockenheimring, Austragungsort des Großen Preises von Deutschland, wurde nach dem Rennen von 2001 umfassend umgebaut: Lediglich die Streckenführung um die Zielgerade und das „Motodrom“ blieb erhalten, während der Rest der Strecke gänzlich neu gebaut wurde. Der traditionelle Streckenverlauf mit den Waldgeraden war damit passé.
Auch der Nürburgring, auf dem wie in den Vorjahren der Große Preis von Europa stattfand, wurde umgebaut und um den Streckenabschnitt „Mercedes-Arena“ erweitert.
Teams Der Automobilhersteller Toyota brachte nach langer und ausgiebiger Vorbereitung mit Toyota Racing einen eigenen Rennstall an den Start.
Das vormalige Benetton-Team, das bereits im März 2000 vom französischen Automobilkonzern Renault erworben worden war, trat ab 2002 unter dem Namen Renault F1 Team an.Renault gibt sein Debüt, motorsport-total.com vom 7. November 2001; Zugriff am 29. August 2021
Das Formel-1-Team Prost war nach der Saison 2001 insolvent und beendete sein Formel-1-Engagement damit. Der von Arrows unterstützte britische Rennstall Phoenix Finance versuchte, mit Prost-Chassis und älteren Hart-Motoren an der Saison 2002 teilzunehmen, erhielt aber keine Zulassung.
Motoren Minardi gab die eigens weiterentwickelten Ford-Motoren auf und verwendete stattdessen die ursprünglich von Peugeot entwickelten Asiatech-Motoren, die im Vorjahr bei Arrows gelaufen waren. Arrows ließ sich dagegen mit Cosworth-Motoren ausrüsten, die das Ford-eigene Jaguar-Team in diesem Jahr erstmals an Kundenteams weitergab.
Reifen McLaren wechselte von Bridgestone- auf Michelin-Reifen. Toyota als neuer Wettbewerber griff ebenfalls auf Reifen von Michelin zurück.
Fahrer Mika Häkkinen beendete am Ende der Saison 2001 seine Formel-1-Karriere.Häkkinen beendet seine Karriere, motorsport-total.com vom 8. Juli 2001; Zugriff am 29. August 2021 Häkkinens Platz bei McLaren übernahm Kimi Räikkönen, der bisher für Sauber gestartet war. Räikkönens Platz wurde bei Sauber durch Felipe Massa übernommen, der damit seine erste Formel-1-Saison bestritt. Jarno Trulli und Giancarlo Fisichella tauschten die Cockpits: Trulli startete ab der Saison 2002 für Renault, während Fisichella für Jordan antrat. Der zweite Startplatz bei Jordan wurde vom Formel-1-Neuling Takuma Satō übernommen. Der zweite bisherige Jordan-Pilot Heinz-Harald Frentzen wechselte zu Arrows.
Der bisher für Arrows startende Jos Verstappen sowie die bisherigen Minardi-Piloten Tarso Marques und Fernando Alonso bekamen in der Saison 2002 keinen neuen Formel-1-Rennstall. Alonso wurde 2002 Testfahrer für das Renault-Team. Die bisherigen Prost-Piloten Jean Alesi und Gastón Mazzacane beendeten ihre Formel-1-Karrieren. Neu im Starterfeld der Grand Prix waren Mark Webber für Minardi und Allan McNish sowie nach einem Jahr Pause Mika Salo für Toyota.
Teams und Fahrer
Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Rennen Test-/Ersatzfahrer 130px|zentriert|Ferrari F2002 Ferrari F2001BFerrari F2002Ferrari 3.0 V10 1 1–17 2 1–17 130px|zentriert|McLaren MP4-17 McLaren MP4-17 Mercedes-Benz 3.0 V10 3 1–17 4 1–17 130px|zentriert|Williams FW24 Williams FW24 BMW 3.0 V10 5 1–17 6 1–17 130px|zentriert|Sauber C21 (in Lackierung der Saison 2003) Sauber C21 Petronas 3.0 V10 7 1–17 8 1–15, 17 16 130px|zentriert|Jordan EJ12 Jordan EJ12 Honda 3.0 V10 9 1–17 10 1–17 130px|zentriert|BAR 004 BAR 004 Honda 3.0 V10 11 1–17 12 1–17 130px|zentriert|Renault R202 Renault R202 Renault 3.0 V10 14 1–17 15 1–17 130px|zentriert|Jaguar R3 Jaguar R3Jaguar R3B Ford Cosworth 3.0 V10 16 1–17 17 1–17 130px|zentriert|Arrows A23 Arrows A23 Ford Cosworth 3.0 V10 20 1–12 — 21 1–12 130px|zentriert|Minardi PS02 Minardi PS02 Asiatech 3.0 V10 22 1–12, 15–17 13, 14 23 1–17 130px|zentriert|Toyota TF102 Toyota TF102 Toyota 3.0 V10 24 1–17 25 1–17
Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 3. März (Melbourne) 307,574 (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 2 17. März (Sepang) 310,408 (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW) -BMW 3 31. März (São Paulo) 305,909 (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Williams-BMW) (Williams-BMW) 4 14. April (Imola) 305,609 (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW) (Ferrari) (Ferrari) 5 28. April (Montmeló) 307,323 (Ferrari) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) 6 12. Mai (Spielberg) 307,146 (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW) (Ferrari) (Ferrari) 7 26. Mai (Monte Carlo) 262,860 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Ferrari) 8 9. Juni (Montréal) 305,270 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Williams-BMW) (Williams-BMW) 9 23. Juni (Nürburg) 308,863 (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Williams-BMW) (Ferrari) 10 7. Juli (Silverstone) 308,355 (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Ferrari) 11 21. Juli (Magny-Cours) 305,886 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (McLaren-Mercedes) (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) 12 28. Juli (Hockenheim) 306,458 (Ferrari) (Williams-BMW) (Williams-BMW) (Ferrari) (Ferrari) 13 18. August (Mogyoród) 306,075 (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW) (Ferrari) (Ferrari) 14 1. September (Spa-Francorchamps) 306,592 (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW) (Ferrari) (Ferrari) 15 15. September (Monza) 306,720 (Ferrari) (Ferrari) (Jaguar-Cosworth) (Williams-BMW) (Ferrari) 16 29. September (Indianapolis) 306,016 (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) 17 13. Oktober (Suzuka) 307,317 (Ferrari) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari)
Rennberichte Großer Preis von Australien
Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:35:36,792 2 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 18,628 3 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes + 25,067 4 Eddie Irvine Jaguar-Cosworth + 1 Runde 5 Mark Webber Minardi-Asiatech + 1 Runde 6 Mika Salo Toyota + 2 Runden
Der Große Preis von Australien auf dem Albert Park Circuit in Melbourne fand am 3. März 2002 statt und ging über 58 Runden (307,574 km).
Rubens Barrichello erreichte vor Michael und Ralf Schumacher die Pole-Position. Durch einen Unfall von Ralf Schumacher mit Barrichello in der ersten Runde, konnte Michael Schumacher seine Führung unbedrängt behaupten.
Direkt nach dem Start fielen Giancarlo Fisichella, Felipe Massa, Nick Heidfeld, Jenson Button, Olivier Panis und Allan McNish durch eine Kollision aus. In der achten Runde drehte sich Jarno Trulli wegen Öl auf der Strecke aus dem Rennen. Später musste auch David Coulthard, Jacques Villeneuve und Takuma Satō jeweils wegen technischen Problemen das Rennen frühzeitig beenden.
Mark Webber konnte in seinem ersten Rennen im unterlegenen Minardi Punkte holen.Traumhaftes Debüt für Mark Webber, motorsport-total.com vom 4. März 2002; Zugriff am 29. August 2021 Mit dem sechsten Platz von Mika Salo debütierte auch das neue Toyota-Team mit einer Punktplatzierung.
Großer Preis von Malaysia
Platz Fahrer Team Zeit 1 Ralf Schumacher Williams-BMW 1:34:12,912 2 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 39,699 3 Michael Schumacher Ferrari + 1:01,794 4 Jenson Button Renault + 1:09,766 5 Nick Heidfeld Sauber-Petronas + 1 Runde 6 Felipe Massa Sauber-Petronas + 1 Runde Der Große Preis von Malaysia auf dem Sepang International Circuit in Kuala Lumpur fand am 17. März 2002 statt und ging über 56 Runden à 5,543 km über insgesamt 310,408 km.
Die Pole-Position erreichte Michael Schumacher vor Juan Pablo Montoya und Rubens Barrichello. Schumacher und Montoya kollidierten aber bereits kurz nach dem Start. Schumacher musste zum Wechsel des Frontflügels in die Box und fiel auf den letzten Platz zurück. Montoya konnte von Platz acht weiterfahren. Die Rennleitung sah in Montoya den Unfallverursacher und belegte ihn mit einer Boxengassendurchfahrt-Strafe.
Von diesem Unfall profitierten Barrichello und Ralf Schumacher, die nun die Führung übernahmen. Da Barrichello später mit einem Motorschaden ausfiel, konnte Ralf das Rennen gewinnen. Montoya fuhr in 1:38,049 Minuten die schnellste Rennrunde.
Großer Preis von Brasilien
Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:31:43,663 2 Ralf Schumacher Williams-BMW + 0,558 3 David Coulthard McLaren-Mercedes + 59,109 4 Jenson Button Renault + 1:06,883 5 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 1:07,563 6 Mika Salo Toyota + 1 Runde Der Große Preis von Brasilien auf der Rennstrecke Interlagos in São Paulo fand am 31. März 2002 statt und ging über 71 Runden à 4,309 km über insgesamt 305,909 km.
Juan Pablo Montoya sicherte sich vor Michael Schumacher und Ralf Schumacher den ersten Startplatz. Beim Start überholte Michael Schumacher Montoya. Montoya versuche zu kontern und fuhr von hinten in den Ferrari von Schumacher, so dass in der Box ein neuer Frontflügel montiert werden musste und Montoyas Chance auf den Sieg verloren war. In der 60ten Rennrunde fuhr Montoya dennoch die schnellste Rennrunde in 1:16,079 Minuten.
In der Folge lieferten sich Michael und Ralf Schumacher ein enges Rennen, das von Michael Schumacher gewonnen werden konnte. Heidfeld, Trulli, Panis, Frentzen, Bernoldi, Barrichello und Fisichella fielen aufgrund von technischen Defekten aus. Massa und McNish konnten aufgrund von Unfällen das Rennen nicht beenden. Villeneuve und Räikkönen komplettierten die Liste der Ausfälle, kamen jedoch noch in die Wertung.
Großer Preis von San Marino
Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:29:10,789 2 Rubens Barrichello Ferrari + 17,907 3 Ralf Schumacher Williams-BMW + 19,755 4 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 44,725 5 Jenson Button Renault + 1:23,395 6 David Coulthard McLaren-Mercedes + 1 Runde Der Große Preis von San Marino auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari in Imola fand am 14. April 2002 statt und ging über 62 Runden à 4,943 km über insgesamt 306,466 km.
Michael Schumacher erreichte vor Rubens Barrichello und Ralf Schumacher die Pole-Position. Ralf Schumacher konnte beim Start Barrichello überholen. Beim ersten Boxenstopp gelang es Barrichello den zweiten Platz zurückzuerobern, so dass die Podiumsplätze schließlich der Reihenfolge in der Startaufstellung entsprachen.
Barrichello fuhr in 1:24,170 Minuten die schnellste Rennrunde.
Großer Preis von Spanien
Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:30:29,981 2 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 35,630 3 David Coulthard McLaren-Mercedes + 42,623 4 Nick Heidfeld Sauber-Petronas + 1:06,697 5 Felipe Massa Sauber-Petronas + 1:18,973 6 Heinz-Harald Frentzen Arrows-Cosworth + 1:20,430