mini|Kazem Kazemi

Mohammad Kazem Kazemi (; * 10. Januar 1968 in Herat, Afghanistan) ist ein afghanischer Dichter, Schriftsteller, Literaturkritiker und ausgebildeter Bauingenieur. Kazemi ist Vorstandsmitglied der Zeitschriften Dorr-e Dari () und Khat-te-Sevom () und gilt als einer der bedeutendsten persischsprachigen Dichter der Gegenwart. Im Jahr 1991 wurde er durch sein ikonisches Gedicht „Die Rückkehr“ national und international bekannt.Aria Fani: Poetry. One Tongue, No Tongue: 'Return' and Afghan-Iranian Dialogue. Frontline, 13. Mai 2012.

Seitdem hat er zahlreiche Bücher über Afghanistan und afghanische Dichter und Schriftsteller geschrieben. Kazemi lebt zurzeit in Maschhad in Iran. The IRAS Institute

Leben Herkunft und Familie Kazem Kazemi wurde am 10. Januar 1968 in Herat als Sohn eines sozial und politisch aktiven muslimischen Geschäftsmannes geboren. Sein Großvater, Hāddsch Mohammad Kazem, war ebenfalls Dichter und Schriftsteller.

Kindheit und Jugend Kazemi verbrachte seine Kindheit in Herat in sehr einfachen Verhältnissen. Im Jahr 1975 zog er, aufgrund der immer instabiler gewordenen politischen Situation in Herat, nach Kabul und ging dort weiter zur Schule. Im Jahr 1984 verließ er Afghanistan und emigrierte in die Islamische Republik Iran. So wollte er einem Wehrdienst und damit einem Einsatz gegen die Aufständischen während des Sowjetisch-Afghanischen Kriegs entgehen.

Ausbildung und Anfang der literarischen Karriere In den Jahren 1984–1987 besuchte er das Gymnasium in Maschhad. Danach studierte er von 1987 bis 1991 an der Firdausi-Universität Maschhad Bauingenieurwesen. Nach dem Studium hat er allerdings nie als Bauingenieur gearbeitet. Während seiner Studienzeit kam Kazemi mit einigen berühmten iranischen Dichtern in Kontakt, die ihn in seiner späteren Karriere als Dichter und Schriftsteller inspirierten. Obwohl Kazemi schon als Kind lyrische Texte geschrieben hatte und sein erstes komplettes und professionelles Gedicht im Alter von vierzehn Jahren verfasste, war es auf literarischen und Poesieveranstaltungen im Iran, wo er auf Werke von bekannten Dichtern, wie die von Abdul Qader Bedil, Khalilullah Khalili und Ali Moalem Damghani, aufmerksam wurde. Diese Dichter hinterließen in den Werken von Kazemi prägende Einflüsse.

Lyrik Einige Gedichte Kazemis erschienen in Schulbüchern.Zuzanna Olszweska: The Pearl of Dari: Poetry and Personhood Among Young Afghans in Iran. (Public Cultures of the Middle East and North Africa) Indiana University Press, Bloomington 2015, S. 121 Mit dem Gedicht Baazgascht (), das Kazemi im Jahre 1991 schrieb, erreichte er nationale und internationale Bekanntheit. „Die Rückkehr“, welches von der Rückkehr eines afghanischen Immigranten nach Afghanistan erzählt, gilt als eines der bedeutendsten und ikonischsten Gedichte der gegenwärtigen persischen Poesie. Die starken, aber teilweise auch ironischen Metaphern in dem Gedicht, mit denen Kazemi das Leid der afghanischen Immigranten im Iran, aber auch die kulturellen und religiösen Gemeinsamkeiten der beiden Nationen schildert, machen das Gedicht zur Ikone einer ganzen Kriegsgeneration. Kazemi fängt das Gedicht mit den folgenden vier Versen an (Übersetzung von Ebrahim Fazly):

Bei der Dämmerung, wenn der Atem der Straße noch warm ist, werde ich gehen Zu Fuß kam ich hierher und zu Fuß werde ich gehen Der Bann meiner Verbannung wird heute Abend gebrochen und das Sofra, welches leer war, wird eingewickelt werden.

In seinem literarischen und poetischen Stil ist Kazemi von Dichtern und Schriftstellern wie Bidil, Khalilullah Khalili und Ali Moalem Damghani beeinflusst. In einem Interview mit einer iranischen Website sagte er einmal, er könne 3000 Verse aus Bidils Gedichten auswendig aufsagen. Andere berühmte Gedichte Kazemis sind „Masnavi-e-Kufran“ (), „Shatranj“ () und „Shab Hamchenan Siyah ast“ ().

Andere literarische Werke Kazemi beschäftigte sich sehr intensiv mit afghanischer oder im Allgemeinen persischer Literatur und hat in diesem Bereich bisher zahlreiche Kritiken in Büchern und Artikeln verfasst. Zudem hat er das Buch Rosaneh (), von dem die vierte Auflage im Frühjahr 2012 herausgegeben wurde, als Poesiefachbuch geschrieben. In dem im Jahr 2003 veröffentlichten Buch Ham-Sobani, Bi-Sobani () betreibt Kazemi ethnolinguistische Forschung an der persischen Sprache und untersuchte dabei die Sprache in den drei persischsprachigen Ländern Afghanistan, Iran und Tadschikistan.

Kritiken Kazemi und seine Werke wurden bei Kritiken überwiegend positiv aufgenommen. Viele Kritiker lobten seine Werke und seine ehrgeizigen Bestrebungen den Iranern, aber auch dem internationalen Leserkreis im Allgemeinen, die afghanische Literatur näherzubringen. Kazemis Umgang mit den Politikern im Iran wurde aber von einigen Kreisen in Afghanistan und in der Diaspora lebenden Iranern kritisch beurteilt. Ebenso sind die Gedichte, die er Ruhollah Chomeini widmete, in einigen afghanischen Kreisen negativ aufgenommen worden. Seine Teilnahme an einer von Ali Chamene’i veranstalteten Poesierunde war ebenso in einigen Kreisen sehr umstritten.

Werke Poesie des Widerstands in Afghanistan (), 1991 Persische Poesie (), 1. Auflage, 2000 Eine Sprache, Nicht eine Sprache (), 1. Auflage, 2003 Der Schlüssel einer geöffneten Tür (), 1. Auflage, 2008 Obszönität, (), 2. Auflage, 2009 Ausgewählte Ghasals von Bidel (), 2. Auflage, 2009 Zu Fuß kam ich hierher (), 3. Auflage, 2009 Die Süße Persische Sprache(), 1. Auflage, 2010 Beobachtung des Morgens (), 2. Auflage, 2011 Geschichte der Steine und der Ziegel (), 6. Auflage, 2011 Fenster (), 4. Auflage, 2012

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Einzelnachweise

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