mini|Museum am Dom (2022)
Das Museum am Dom Trier (bis 2010 Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum) ist ein Museum des Bistums Trier, das die Aufgabe hat, die Kultur- und Frömmigkeitsgeschichte des Bistums Trier zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Darüber hinaus erforscht das Museum die spätantiken Vorgängerbauten des Trierer Doms, der ältesten deutschen Bischofskirche.
Sammlung Als zentrales Stück der Sammlung sind die Konstantinischen Deckenmalereien anzusehen. Sie wurden in der unmittelbaren Nachkriegszeit 1945/46 durch den Bistumsarchäologen Dr. Theodor K. Kempf bei Grabungen unterhalb des Domes in ca. 3,50 m Tiefe geborgen. Die aufgefundenen ca. 30.000 Fragmente stammen von einer antiken Putzdecke, die sich in einer ausgedehnten Wohnanlage befand. Diese Wohngebäude waren um 330 n. Chr. zur Errichtung der frühchristlichen Doppelkirchenanlage, später Dom und Liebfrauen, niedergelegt worden. In den 15 rechteckigen Feldern sind im Wechsel fliegende Erotenpaare, Eros und Psyche sowie insgesamt sieben lebensgroße Brustbilder dargestellt, darunter in der Mitte ein Bildnis, das als Porträt der Maxima Fausta gedeutet wird. Die in zehnjähriger Arbeit zusammengesetzten Bruchstücke werden seit 1988 in einem eigenen Raum präsentiert.
Die Sammlung umfasst darüber hinaus liturgische Gewänder und Geräte, Christus- und Marienbilder, Ikonen sowie Exponate religiöser Volkskunst, die die seit 1512 stattfindenden Wallfahrten zum Heiligen Rock dokumentieren.
Grabmonumente bilden einen weiteren Schwerpunkt in der Sammlung. Dazu zählen sowohl Reliefs antiker Grabmonumente sowie Stücke mit frühchristlichen Grabinschriften. Aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit stammen die Fragmente von vier herausragenden Bischofsgrabmälern aus dem Trierer Dom und der Liebfrauenkirche. Das künstlerisch bedeutendste ist sicherlich das 1462 von dem Bildhauer Nikolaus Gerhaert von Leyden geschaffene Grabmal für Erzbischof Jakob von Sierck.Siehe die Beiträge in Liebfrauenkirche in Trier, Architektur und Ausstattung von der Gotik bis zur Gegenwart. Hg. von Andreas Tacke, Stefan Heinz mit Aufnahmen von Rita Heyen. Petersberg: Michael Imhof Verlag, 2016
Leiter 1904–1924: Johannes Wiegand 1924–1952: Nikolaus Irsch 1952–1984: Theodor Konrad Kempf 1985–2010: Winfried Weber 2010–2026: Markus Groß-Morgen 2026–: Jürgen von Ahn
Literatur
Markus Groß-Morgen: Einblicke wahrnehmen. Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum Trier, Druckerei Ensch GmbH Tier, 2010, ISBN 978-3-9811830-5-4
Weblinks Internetseite des Museums
Einzelnachweise
Kategorie:Museum in Trier Kategorie:Kirchliches Museum (römisch-katholisch) Kategorie:Diözesanmuseum