Das 1. und 2. Regiment Leichte Infanterie wurde im Mai 1809 aus allen zum Scharfschützen ausgebildeten Infanteristen der sächsischen Armee zusammengestellt, damals noch in Bataillonsstärke.

Organisation Unterstellung 1809 Grande Armée IX. Armeekorps (Sachsen) Sächsische Korps

1811 2. Sächsische Division Brigade leichte Infanterie 1. Regiment Leichte Infanterie 2. Regiment Leichte Infanterie Jägerkorps

1812 Grande Armée VII. Armeekorps Graf Reynier (Sachsen) 1. Division General v. Le Coq 1. Regiment leichte Infanterie 2. Division General v. Gutschmid später General v. Funck 2. Regiment Leichte Infanterie

1818 Halbbrigade Leichte Infanterie 1. Schützenbataillon 2. Schützenbataillon 3. Schützenbataillon

1821–1853 IX. Bundesarmeekorps Brigade Leichte Infanterie alle 3 Schützenbataillone

1849–1853 2. Sächsische Division Halbbrigade Leichte Infanterie Bei allen Übungen in dieser Zeit wurden die 4 Bataillone den 4 Infanterie-Brigaden unterstellt. Sie bildeten eine Spezialeinheit der Infanterie.

1853–1866 IX. Bundesarmeekorps Jägerbrigade alle 4 Jägerbataillone

1866 Die Jägerbataillone werden im Deutschen Krieg jeweils einer Infanteriebrigade unterstellt. I. Bataillon 1. Infanterie-Brigade II. Bataillon 2. Infanterie-Brigade III. Bataillon 3. Infanterie-Brigade IV. Bataillon 4. (Leib-)Brigade

Geschichte der Leichten Infanterie Garnison I. Bataillon Ort Jahr DöbelnJanuar 1810OschatzDezember 1818Dresden 1829–1830Oschatz1831Leipzig1849

II. Bataillon Ort Jahr EilenburgJanuar 1810LeipzigDezember 1818Dresden 1829–1830Leipzig1831Oschatz1849Leipzig1850

III. Bataillon Ort Jahr Wurzen1819Dresden1849Wurzen 1850

IV. Bataillon

Ort Jahr Leipzig1849

Aufstellung 1793 Durch die Änderungen der Kriegsführung in Europa wurden ab 1793 in der Sächsischen Armee in jedem Regiment der Infanterie die besten Schützen zu Scharfschützen ausgebildet. Diese Soldaten sollten überall dort Verwendung finden, wo der einzelne Soldat selbstständig handeln muss.

Von jedem Bataillon wurde je 1 Offizier und 1 Trommler und von jeder Kompanie ein Unteroffizier und 8–10 Mann zur Spezialausbildung befohlen. Die Trommler wurden ab 1804 durch Hornisten ersetzt. Diese gaben ab dann die Signale für die Schützen im Gefecht.

Laut Reglement stellen die Schützen innerhalb eines Regimentes immer die Avantgarde sowie die Arrieregarde. Sie sollen mit ihrem schnellen Eingreifen und exzellenten Schießen das Aufmarschieren der Linieninfanterie und andere Bewegungen innerhalb des Verbandes abdecken.

Durch diese schwierigen Anforderungen an die Truppe konnten nur die körperlich kräftigsten und mutigsten Angehörigen der Sächsischen Infanterie zum Scharfschützen ausgebildet werden. Die Ausbildung war innerhalb der Truppe eine hohe Auszeichnung für den einzelnen Soldaten.

1809 Im Rahmen des Feldzuges Napoleons gegen Österreich wurden im Mai des Jahres aus allen Scharfschützen der Infanterieregimenter zwei Bataillone Leichte Infanterie aufgestellt.

1810 Durch 1683 Mann Abgaben von anderen Regimentern wurden aus den 2 Bataillonen 2 Regimenter Leichte Infanterie. Gemeinsam mit dem 1809 gegründeten Jägerkorps bildeten sie die Brigade Leichte Infanterie. Brigadekommandeur wurde der Generalmajor Sahrer von Sahr.

1812–1815 Durch starke Verluste und fehlenden Ersatz wurden die Regimenter zweimal in Bataillone zurückformiert.

1815 Die zwei Regimenter Leichte Infanterie wurden in Schützenbataillone umgewandelt. Aus dem Jägerkorps wurde das 3. Schützenbataillon gebildet. Alle drei Bataillone bildeten eine Halb-Brigade.

1853 Im Jahre 1853 wurde eine Jägerbrigade mit vier Bataillonen gegründet. 1867 Im Zuge der Eingliederung in den Norddeutschen Bund wurde die Halbbrigade leichte Infanterie aufgelöst. Jedes Bataillon formte aus Abgaben eine 5. Kompanie. Das Los entschied welche Kompanie des einzelnen Bataillons die neue Stammeinheit des I. Bataillon des Schützen-Füsilier-Regiment „Prinz Georg“ (Königlich Sächsisches) Nr. 108 bildete. Außerdem wurde aus dem 1. Bataillon das 1. Königlich Sächsisches Jäger-Bataillon Nr. 12, das 2. Bataillon bildete das II.Bataillon des Schützen-Regiments, das 3. Bataillon wurde zum 2. Königlich Sächsisches Jäger-Bataillon Nr. 13 und das 4. Bataillon wurde zum III. Bataillon des Schützen-Regiments.

Ende der Leichten Infanterie und Traditionsweitergabe Die Geschichte der Leichten Infanterie als eigenständige Einheit ist mit dieser Umwandlung beendet. Die oben stehenden Jägerbataillone und das Schützen-Regiment Nr. 108 übernehmen die Tradition der Leichten Infanterie.

Bewaffnung und Ausrüstung Uniform Bei der Gründung der Leichten Infanterie waren die einzelnen Soldaten immer noch ihren Einheiten unterstellt und hatten darum die einzelnen Infanterieuniformen an. Nachdem die Schützenbataillone 1809 gegründet wurden und die Soldaten wieder in der Heimat ankamen, wurden sie komplett neu eingekleidet. Sie erhielten einen Grünen Rock mit schwarzem Kragen, außerdem wurde das Horn auf die Patrontaschen genäht. Das Horn wurde ab 1824 auf dem Rockschoß getragen. 1822 fielen die Federstutze, das Wahrzeichen der Schützen, weg.

Die Gradabzeichen der Offiziere rückten 1832 vom Kragen auf die Epaulettes. Außerdem erhielten die Offiziere einen Grünen Überrock mit schwarzem Sammetkragen. Die einzelnen Bataillone unterschieden sich durch die verschieden farbigen Patten auf dem Waffenrock, auch die Stirnbänder der Mützen trugen diese Bataillonsfarbe. 1838 wird auch das Stirnband der Feldmütze schwarz.

1835 erhält der Tschako seine Sonnendekoration. Offiziersbezeichnungen 1833 wurde die Bezeichnung der Offiziere verdeutscht. Aus dem Kapitän wird der Hauptmann. Aus dem Premierleutnant der Oberleutnant und aus dem Souslieutnant der Leutnant.

Bewaffnung Im Jahre 1820 werden die Schützen mit glatten Gewehren (Steinschlossgewehr) ausgerüstet. Diese sind nicht so präzise wie gezogene Büchsen, welche die Jäger bekamen, aber besser für den Bajonettangriff geeignet. Als Hauptwaffe galt noch immer das Seitengewehr und das Fechten war der wichtigste Ausbildungszweig der Schützen.

Viele Offiziere wurden an deutschen Fürstenhäusern als Fechtmeister eingestellt. Ab 1838 wurden die Schützen mit Perkussionsgewehren ausgestattet. Auch hier wurde noch ein Bajonett aufgepflanzt.

Kommandeure 1. Regiment Kommandeure Dienstgrad Name DatumKapitän von Metzsch1809–1811GeneralLe Coq 1811–1815

2. Regiment Kommandeure Dienstgrad Name DatumHauptmann später Oberstleutnantvon Edigy 1809–1812 gefallenGeneralSahrer von Sahr 1812–1818 Von den einzelnen Schützenbataillonen ab 1818 sind kaum Kommandeure niedergeschrieben.

Halbbrigade Leichte Infanterie Dienstgrad Name DatumOberstleutnantBevilaqua1819Generalvon Le Coq1825Oberstleutnantvon Leonhardt1832Oberstvon Buttlar1845OberstSchubauer1848OberstFreiherr von Wagner1866

Feldzüge Fünfter Koalitionskrieg (1809)

1809 Die ersten Gefechte der Leichten Infanterieregimenter fanden im Feldzug gegen Österreich statt. Unter dem General von Gutschmid zeichneten sich die Bataillone bei den Gefechten von Linz und Neumarkt aus. Ein gefangen genommener feindlicher Führer schrieb: „Nicht wie Menschen, wie Rasende haben die Schützen bei Neumarkt gestürmt.“

Am Vorabend der Schlacht bei Wagram am 5. Juli 1809 finden wir die Schützenregimenter in der Avantgarde der Französischen Armee. Das 1. Bataillon wurde der Französischen Division Dupas unterstellt und nahm am Sturm auf das Dorf Parbasdorf teil. Trotz starker Verluste konnte das Dorf nicht komplett besetzt werden und der Rückzug wurde befohlen. Das 2. Bataillon griff mit der Division Zezschwitz von Raasdorf aus Wagram direkt an. Aber auch das Bataillon von Edigy musste sich wieder zurückziehen, weil die Franzosen dem Gegenangriff des Österreichischen Kaisers nicht standhielten. Am Morgen des 6. Juli vereinigten sich die beiden Divisionen und griffen gemeinsam den Ort Raasdorf an, aber auch dieses Gefecht ging verloren, denn die Ordnung der Französischen Infanterie war mehr als ungenügend. Außerdem wichen die Franzosen auch hier zurück, sobald der Feind ernsthaft angriff. Im allgemeinen Rückzug erschien Napoleon mit frischen Truppen und entschied das Gefecht zu seinen Gunsten.

Am 11. Juli Gefecht bei Marchegg ohne nennenswerten Feindkontakt. Den größten Erfolg der sächsischen Armee in diesem Feldzug errang das 2. Bataillon in der Nähe des Städtchens Stampfen. Gemeinsam mit 2 Eskadronen Kavallerie wurde ein Karree gesprengt und 12 Offiziere und 340 Mann sowie 2 Kanonen und 1 Fahne erbeutet. Als Anerkennung für diese Leistung durfte das 2. Bataillon fortan in seinem Dienststempel eine Fahne und eine Kanone tragen.

Mit dieser Tat zeigten die Schützen außerdem ihrem König, dass sie als Eigenständige Einheit ihre Berechtigung in der neu strukturierten Sächsischen Armee hatten. Am 1. Oktober 1809 wurde auf Königlichen Erlass das 1. und 2. Bataillon Leichte Infanterie offiziell formiert.

Verluste I. Bataillon

4 Offiziere 328 Mannschaften (Tod, Vermisst, Verwundet)

II.Bataillon

3 Offiziere 191 Mannschaften (Tod, Vermisst, Verwundet)

Befreiungskriege (1812–1815)

1812 Das VII. Armeekorps marschierte zu Beginn des Feldzuges gegen Russland in Richtung Lemberg. Napoleon wollte die Aufmerksamkeit der Russen auf ihren linken Flügel lenken, um dann auf seinem linken Flügel im Norden anzugreifen. Das erste Marschziel war Lublin. Nachdem die Täuschung der Russen nicht funktionierte und diese nicht auf die Finte Napoleons hereinfielen, musste das Korps zurück Richtung Warschau und dann zum Narew. Die Russen sammelten ihre Kräfte im Norden, um der drohenden Gefahr entgegenzutreten. Während die Sachsen Richtung Norden marschierten und versuchten, die Russen einzuholen, machten sie Bekanntschaft mit den reitenden Kosaken. Um dieser Bedrohung Herr zu werden, wurde die Kavallerie gemeinsam mit der leichten Infanterie als Avantgarde des VII. Korps eingesetzt. Die als Vorhut des Korps geschlagenen Gefechte mit den Kosaken waren fast täglich und mit hohen Verlusten, auf beiden Seiten, verbunden.

Es galt die Vereinigung der russischen Armee in Wolhynien mit der aus der Moldau heranrückenden Armee zu verhindern. Das VII. Korps unter General Reynier wurde gegen die Armee von General Tormassow gesandt. Tormassows Armee bedrohte den Nachschubweg der Richtung Moskau marschierenden Grande Armée. Das VII. Korps war der russischen Armee zahlenmäßig unterlegen. Besonders die schwache Kavallerie machte den Sächsischen Truppen zu schaffen. Die Aufgaben der Kavallerie, z. B. die Flankendeckung und Vorhutarbeit, mussten die Schützen der Leichten Infanterie übernehmen. Ein kräfteraubender Alltag mit enormen Verlusten. Nachdem die Russen die sächsische Brigade von Krengel eingeschlossen und gefangen genommen hatten (Mitte Juli), zog sich Reynier mit seinem Korps nach Slonim zurück und vereinigte sich mit den Österreichern unter Schwarzenberg.

In den kommenden Monaten kämpften die Sachsen zusammen mit den Österreichern. Gemäß einem Befehl des Kaisers, wonach das VII. Korps gemeinsam mit den Österreichern die Russen zu schlagen habe, stellte man sich am 12. August trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit und mit kaum vorhandener Kavallerie den Russen beim Dorf Gorodeczno zur Schlacht. Die Leichte Infanterie wurde als Voraustrupp und als Flankenwache eingesetzt. Es gelang der Armee Schwarzenberg unter dem Grafen Reynier, die Russen zu besiegen und sie zum Rückzug zu zwingen. Dieser Sieg war für die Sachsen mit viel Blut erkämpft worden. Allein die Leichten Regimenter hatten 95 Tote und 444 Verwundete zu beklagen.