Ein Segeltuch (auch „Segelleinwand“ oder „Segelleinen“, seemännisch „das Tuch“) ist ein aus starkem Garn dicht und fest gewebter Stoff, der auch an Windmühlen Verwendung fand. auf boot.de, abgerufen am 7. April 2016.
mini|Historisches Segeltuch Geschichte Der Begriff „Segeltuch“ stammt aus der historischen Verwendung in der Schifffahrt, er bedeutet „Tuch für Segel“. Ursprünglich waren Stoffe für Segeltuche meist aus reinem Hanf und/oder Leinen, aber auch aus anderen Naturfasern wie Wolle, Nesselstoff und anderen gefertigt; Baumwolle wurde erst ab Anfang des 19. Jahrhunderts verwendet.Jenny Bennett: Sailing into the Past: Learning from Replica Ships. Seaforth Publishing, 2009, ISBN 978-1-84832-013-0, S. 184.
Heutige moderne Segeltuche werden fast nur noch aus verschiedenen ChemiefasernHans-Peter Degischer, Sigrid Lüftl: Leichtbau: Prinzipien, Werkstoffauswahl und Fertigungsvarianten. John Wiley & Sons, 28. Februar 2012, ISBN 978-3-527-65986-9, S. 112. hergestellt, da diese keine Nässe binden und ein geringeres Gewicht bei gleicher Haltbarkeit aufweisen. Jedoch finden auch traditionell gewebte Tuche aus Naturfasern nach wie vor ihre Anwendung. auf doylesails.com, abgerufen am 9. April 2016. Diese traditionellen Segeltuche sind auch unter den englischen Bezeichnungen Canvas sowie Duck bekannt.
Anforderungen und Material mini|hochkant|Segeltuch aus PET (Dacron); Spinnaker aus Nylon mini|hochkant|Windmühle in Holland mit teilweiser Bespannung Die Anforderungen an Segeltuche sind bedingt durch ihre Verwendung als Segel auf Segelschiffen und an Windmühlen; auch für Seesäcke wurde reißfestes Tuch gebraucht. Wichtig bei der Herstellung sind Reißfestigkeit Wetterbeständigkeit Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung Formstabilität und Dehnbarkeit (fachmännisch: Reck) und ein geringes Gewicht Chemiefasern haben gegenüber Naturfasern Vorteile in Bezug auf die Wasserdichtigkeit durch schnelleres Trocknen, längere Lebensdauer und langsamere Entstehung von Stockflecken und Schimmelpilzen.
Unterschiedliche Eigenschaften erhält das gewebte moderne Segeltuch durch die Tuchkonstruktion, in dem zum Beispiel die „Schussgarne“ stärker als die „Kettgarne“ ausgelegt werden. Man spricht dann von einem „schussorientierten“ Tuch. Nach dem Weben wird das Segeltuch ausgerüstet, d. h. mit einer Kunstharzappretur beschichtet. Dadurch wird das Gewebe stabilisiert und imprägniert. Besonders die Diagonalfestigkeit erhöht sich durch diese Ausrüstung entscheidend.
Gute Tuche zeichnen sich durch enge Zwischenräume zwischen den Fäden aus, der Aufwand in der Herstellung ist aber größer und teurer. Dichtere Gewebe brauchen auch weniger Harz, sie sind darum auch nicht so steif und weniger knickanfällig.Segelmaterial. (PDF; 623 kB), auf diekow-segel.de, abgerufen am 10. April 2016.
Segel aus Laminat sowie Membransegel sind keine „Segel“-„Tuche“, denn diese werden nicht gewebt, sondern geklebt.
Anwendungen Durch die hohe Stabilität werden moderne Segeltücher aus Chemiefasern neben der Anwendung als Schiffssegel auch für Schlechtwetter-, Sonnen- und Sichtschutz, Zeltplanen, LKW-Abdeckungen, Persenninge, Sitzsäcke, Taschen, Transport- und Rucksäcke sowie als Tragflächen für Ultraleichtflugzeuge verwendet.Leichtflugzeug mit Segeltuch. (PDF; 2,84 MB), auf lightwing.ch, abgerufen am 11. April 2016.
Moderne Segeltuche werden auch wieder recycelt bzw. upcycelt um daraus neue Produkte herzustellen.
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Einzelnachweise
Kategorie:Segel Kategorie:Flachgewebe