rahmenlos|rand|rechts|hochkant=0.58

Deutschland nahm in London an den Olympischen Spielen 2012 (27. Juli bis 12. August) teil. Es war die insgesamt 23. Teilnahme an Olympischen Sommerspielen. Vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) waren 392 Athleten in 23 Sportarten nominiert worden. Weitere 16 Sportler wurden als sogenannte Ersatzathleten mit P-Akkreditierung nominiert, sie wurden jedoch nicht im olympischen Dorf untergebracht und zählten nicht zum offiziellen Aufgebot. Der DOSB benannte die Teilnehmer in drei Nominierungsrunden. Am 31. Mai wurden zunächst 85 Athleten in elf Sportarten nominiert. In der zweiten Nominierungsrunde am 25. Juni wurden weitere 79 Athleten in sieben Sportarten nominiert. Die abschließende Nominierungsrunde fand am 4. Juli statt und umfasste 216 Athleten in zehn Sportarten. Am 7. und 8. Juli 2012 wurden die 13 qualifizierten Reitsportler benannt.Deutsche Vielseitigkeitsmannschaft für London nominiert, Deutsche Reiterliche Vereinigung, 7. Juli 2012.Olympische Spiele: Deutsches Dressurteam steht fest, Deutsche Reiterliche Vereinigung, 8. Juli 2012.Olympische Spiele: Deutsches Springteam steht fest, Deutsche Reiterliche Vereinigung, 8. Juli 2012. Ebenfalls am 8. Juli wurden abschließend zwei Leichtathleten und zwölf Hallen-Volleyballer namentlich benannt. Bereits am 4. Juli wurden zudem 279 Betreuer benannt, die das deutsche Aufgebot nach London begleiten. Chef de Mission ist Michael Vesper.

Das deutsche Aufgebot von 392 Athleten war das kleinste seit der Wiedervereinigung, was vor allem der geringen Zahl der qualifizierten Mannschaftssportarten geschuldet war. Die Wettbewerbe im Fußball, Handball und Basketball fanden ohne deutsche Beteiligung statt, so dass in 23 der insgesamt 26 Sportarten Athleten antraten.

Fahnenträger Bei der Eröffnungszeremonie trug Hockeyspielerin Natascha Keller die deutsche Fahne und führte das Feld der deutschen Athleten an; zum Fahnenträger bei der Abschlusszeremonie wurde der Schlagmann des siegreichen Deutschland-Achters, Kristof Wilke, auserkoren.

Umstrittene Nominationen Die Leichtathleten Ariane Friedrich, Ralf Bartels und Matthias de Zordo sowie im Bahnradsport die Verfolgerinnen Charlotte Becker, Lisa Brennauer und Madeleine Sandig wurden trotz verpasster nationaler Kriterien per Härtefallentscheid nominiert. Der Bahnsprinter Robert Förstemann profitierte von einer Regelung der UCI, die ihm einen Start im Bahnsprint ermöglichte, obwohl er im Mountainbike nominiert worden war. Im Tennis musste Andrea Petković ihre Teilnahme verletzungsbedingt absagen, es rückten für das Einzel Mona Barthel und für das Doppel Anna-Lena Grönefeld nach. Auch Philipp Kohlschreiber sagte kurzfristig seine Teilnahme ab. Philipp Petzschner, der ursprünglich nur für das Doppel und Mixed vorgesehen war, ersetzte den verletzten Kroaten Ivo Karlović. Da zu diesem Zeitpunkt keine Einzelspieler mehr nachnominiert werden konnten, rückte Petzschner als bestplatzierter Doppelspieler nach. Das Pferd Monte Bellini des Springreiters Philipp Weishaupt fiel eine Woche vor den Olympischen Spielen krankheitsbedingt aus. Für Weishaupt rückte Meredith Michaels-Beerbaum in die Mannschaft nach., Pressemitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, 20. Juli 2012. Kurz vor Beginn der Spiele musste Staffelläufer Niklas Zender seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen, für ihn rückte Benjamin Jonas nach. Für die verletzte Rhythmische Sportgymnastin Regina Sergeeva wurde Judith Hauser nachnominiert. Kontrovers verlief die Nominierung des Duos Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher im Segeln, das sich in der mannschaftsinternen Qualifikation gegen Susann Beucke und Tina Lutz knapp durchsetzte. Das unterlegene Duo klagte gerichtlich ein, ebenfalls vom Deutschen Segler-Verband (DSV) zur Nominierung vorgeschlagen zu werden, so dass die endgültige Entscheidung beim DOSB gelegen hätte. Der Antrag wurde jedoch zurückgewiesen. Grund für die Klage war eine vermeintliche Benachteiligung bei der entscheidenden Qualifikationsregatta, der Weltmeisterschaft in Perth. Da Kadelbach und Belcher in der nationalen Wertung führten, segelten sie nicht auf Platzierung, sondern versuchten, eine gute Platzierung ihrer Kontrahentinnen zu verhindern. Dass diese Renntaktik erlaubt ist, wurde erst wenige Tage vor Beginn der WM-Regatta von der ISAF entschieden, was dem Duo Kadelbach und Belcher, nicht aber ihren Kontrahentinnen bekannt war.

Zielvereinbarungen Kurz vor Ende der Spiele waren die Zielvereinbarungen bekannt geworden, die der DOSB 2008 mit den Fachverbänden geschlossen hatte.Funktionäre reden Zieldebakel klein, spiegel.de, 10. August 2012, abgerufen am 20. November 2016 Dabei ging man für 2012 von 86 Medaillen, darunter 28 Goldmedaillen aus.Deutsche Zielvereinbarungen: Verteidigungshaltung, faz.net, 11. August 2012, abgerufen am 20. November 2016 Zum Teil wurden diese Vorgaben wie im Schwimmen mit einer statt acht oder dem Schießen mit keiner statt fünf Medaillen klar verfehlt. Ferner waren z. B. im Handball Medaillen eingerechnet worden, obwohl sich weder das Damen- noch das Herrenteam für die Spiele qualifiziert hatten. Die Veröffentlichung der Zahlen erfolgte erst, nachdem zwei Journalisten mit einer Klage, mit der sie die Veröffentlichung erreichen wollten, vor Gericht Recht bekamen.DOSB-Spitze verteidigt Olympia-Zielvereinbarungen, welt.de DOSB-Präsident Thomas Bach bezeichnete die Debatte als Missverständnis einer falschen Wortwahl. Es sei nie um Zielvereinbarungen, sondern um Fördervereinbarungen gegangen. Alle Beteiligten seien sich darüber im Klaren gewesen, dass nicht jede in der Vereinbarung enthaltenen Medaillen gewonnen werden konnte und es „keine Absicht gab, China im Medaillenspiegel anzugreifen“.

Öffentlichkeit, Medien und Politik nahmen die Vereinbarungen größtenteils als illusorisch auf, was eine allgemeine Debatte über die Sportförderung in Deutschland auslöste.Politiker kritisieren überzogene Medaillen-Erwartung, sueddeutsche.de Diese wurde schon vor den Spielen von der Fechterin Imke Duplitzer angestoßenDuplitzer verdient für ihre Kritik Anerkennung, welt.deMit spitzer Waffe, spiegel.de und im weiteren Verlauf der Spiele von diversen weiteren Sportlern, die sich wie die Olympiasieger Robert Harting, zeit.de, 8. August 2012 und Sebastian BrendelOlympiasieger kritisiert Deutschlands Fördersystem, welt.de in Deutschland weit unterfördert sahen, aufgenommen. Am Ende gewannen die deutschen Athleten eine größere Zahl Medaillen als noch vier Jahre zuvor in Peking, wo jedoch mehr Goldmedaillen errungen werden konnten.

Medaillen Medaillenspiegel Medaillenspiegel Deutschland Platz Sportart18px|Goldmedaille – Olympiasieger18px|Silbermedaille – 2. Platz18px|Bronzemedaille – 3. PlatzGesamt 1 Kanu 3 2 3 8 2 Reiten 2 1 1 4 3 Rudern 2 1 - 3 4 Leichtathletik 1 4 3 8 5 Radsport 1 4 1 6 6 Beachvolleyball 1 - - 1 Hockey 1 - - 1 8 Gerätturnen - 3 - 3 9 Judo - 2 2 4 10 Fechten - 1 1 2 11 Schwimmen - 1 - 1 12 Tischtennis - - 2 2 13 Taekwondo - - 1 1 Total11191444

Medaillengewinner 18px|Goldmedaille – 1. Platz Gold Name Sportart Wettkampf Sandra AuffarthMichael JungIngrid KlimkeDirk SchradePeter Thomsen Reiten Vielseitigkeit Mannschaftswertung Michael Jung Reiten Vielseitigkeit Einzelwertung Filip AdamskiAndreas KuffnerEric JohannesenMaximilian ReineltRichard SchmidtLukas MüllerFlorian MennigenKristof WilkeMartin Sauer (Steuermann) Rudern Achter Männer Miriam WelteKristina Vogel Radsport Teamsprint Frauen Karl SchulzePhilipp WendeLauritz SchoofTim Grohmann Rudern Doppelvierer Männer Robert Harting Leichtathletik Diskuswurf Sebastian Brendel Kanu Einer-Canadier 1000 m Männer Peter KretschmerKurt Kuschela Kanu Zweier-Canadier 1000 m Männer Franziska WeberTina Dietze Kanu Zweier-Kajak 500 m Frauen Julius BrinkJonas Reckermann Beachvolleyball Männer Max WeinholdOskar DeeckeFlorian FuchsMoritz FürsteMartin HänerTobias HaukeOliver KornMaximilian MüllerJan-Philipp RabenteThilo StralkowskiChristopher WesleyBenjamin WessTimo WessMatthias WitthausChristopher ZellerPhilipp Zeller Hockey Hockey Herren

18px|Silbermedaille – 2. Platz Silber Name Sportart Wettkampf Britta Heidemann Fechten Degen Einzel Frauen Sideris Tasiadis Kanu Einer-Canadier Slalom Männer Ole Bischof Judo Klasse bis 81 kg Männer Julia RichterCarina BärAnnekatrin ThieleBritta Oppelt Rudern Doppelvierer Frauen Judith Arndt Radsport Einzelzeitfahren Straße Frauen Tony Martin Radsport Einzelzeitfahren Straße Männer Kerstin Thiele Judo Mittelgewicht (bis 70 kg) Frauen Marcel Nguyen Gerätturnen Mehrkampf Einzel Männer David Storl Leichtathletik Kugelstoßen Männer Lilli Schwarzkopf Leichtathletik Siebenkampf Marcel Nguyen Gerätturnen Barren Einzel Männer Fabian Hambüchen Gerätturnen Reck Einzel Männer Dorothee SchneiderKristina SpreheHelen Langehanenberg Reiten Dressur Mannschaftswertung Maximilian Levy Radsport Keirin Männer Tina DietzeCarolin LeonhardtFranziska WeberKatrin Wagner-Augustin Kanu Vierer-Kajak 500 m Frauen Christina Obergföll Leichtathletik Speerwurf Frauen Thomas Lurz Schwimmen 10 km Marathon Männer Björn Otto Leichtathletik Stabhochsprung Männer Sabine Spitz Radsport Mountainbike Frauen

18px|Bronzemedaille – 3. Platz Bronze Name Sportart Wettkampf Sandra Auffarth Reiten Vielseitigkeit Einzelwertung Hannes Aigner Kanu Einer-Kajak Slalom Männer Dimitrij Ovtcharov Tischtennis Einzel Männer Dimitri Peters Judo Halbschwergewicht (bis 100 kg) Männer Maximilian LevyRené EndersRobert Förstemann Radsport Teamsprint Männer Andreas Tölzer Judo Schwergewicht (über 100 kg) Männer Peter JoppichBenjamin KleibrinkSebastian BachmannAndré Weßels Fechten Florett Mannschaft Männer Max Hoff Kanu Einer-Kajak 1000 m Männer Martin HollsteinAndreas Ihle Kanu Zweier-Kajak 1000 m Männer Timo BollDimitrij OvtcharovBastian Steger Tischtennis Mannschaft Männer Linda Stahl Leichtathletik Speerwurf Frauen Raphael Holzdeppe Leichtathletik Stabhochsprung Männer Betty Heidler Leichtathletik Hammerwurf Frauen Helena Fromm Taekwondo Klasse bis 67 kg Frauen

Erfolgsprämien Für die erfolgreichsten Sportler wurden durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe – wie auch bereits in den vorangegangenen Spielen – Prämien für die Platzierten bis Rang acht ausgelobt: 15.000 Euro für den Gewinn einer Goldmedaille, 10.000 für Silber, 7.500 für Bronze, 4. Rang 4.000, 5. Rang 3.000, 6. Rang 2.500, 7. Rang 2.000, 8. Rang 1.500. Damit blieben die Prämien seit Sydney 2000 unverändert. Insgesamt schüttete die Stiftung über 1,25 Millionen Euro an erfolgreiche Athleten aus., Presseinformation auf sporthilfe.de vom 11. August 2012

Teilnehmer nach Sportarten Als geistliche Vorbereitung und seelsorgerische Begleitung für alle deutschen Sportler reisten die Pfarrer Hans-Gerd Schütt und Thomas Weber mit.

35px|klasse=skin-invert-image|Logo Badminton Badminton Athleten Wettbewerb Gruppenphase Achtelfinale Viertelfinale Halbfinale Finale Rang Gegner Ergebnis Punkte Rang Gegner Ergebnis Gegner Ergebnis Gegner Ergebnis Gegner Ergebnis Frauen Juliane Schenk Einzel K. GavnholtL. Griga 2:0(21:18, 21:14)2:0(21:12, 21:14) 4:0(84:58) 1 R. Intanon 0:2(16:21, 15:21) ausgeschieden 9 Männer Marc Zwiebler Einzel M. A. RasheedD. Zavadsky 2:0(21:9, 21:9)2:1(17:21, 21:10, 21:16) 4:1(101:65) 1 Chen J. 1:2(21:19, 12:21, 9:21) ausgeschieden 9 Ingo KindervaterJohannes Schöttler Doppel Cai Y.Fu H.R. J. SmithG. Warfe 0:2(20:22, 16:21)2:0(21:13, 21:14) 2:2(78:68) 3 ausgeschieden 9 Mixed Birgit MichelsMichael Fuchs Doppel Zhang N.Zhao Y.C. AdcockI. Bankier 0:2(6:21, 7:21)2:1(21:18, 12:21, 21:19) 2:3(67:100) 2 – T. AhmadL. Natsir 0:2(15:21, 9:21) ausgeschieden 5

35px|klasse=skin-invert-image Beachvolleyball