Richard O’Sullivan (* 7. Mai 1944 in Chiswick; † 4. September 2026 in London) war ein irisch-britischer Schauspieler, der vor allem durch Hauptrollen in englischen Fernsehserien der 1970er und 1980er Jahre bekannt wurde. Der Durchbruch zum TV-Star gelang ihm mit der Rolle des Robin Tripp, den er in den Sitcoms Man About the House (1973–1976) und Robin’s Nest (1977–1981) verkörperte.

Leben Frühe Jahre O’Sullivan, Sohn eines in England lebenden irischen Ehepaars, wuchs in Brentford, Middlesex, auf, wo er eine katholische Schule besuchte. Ersten Schauspielunterricht erhielt er als Kind an der Corona Stage Academy, angeblich, weil seine Eltern hofften, dass er durch die damit verbundene Sprechausbildung seinen starken irischen Akzent ablegen würde.

Karriere Bereits als Kind trat O’Sullivan als Theaterdarsteller und in Musicals auf; ab seinem neunten Lebensjahr war er, meist in Nebenrollen, in diversen englischen Spielfilmproduktionen, zumeist Komödien, zu sehen, unter anderem auch in Filmen mit Cliff Richard. 1963, im Alter von 19 Jahren, erhielt er seine erste und einzige Rolle in einer großen Hollywoodproduktion: In dem in Italien gedrehten Monumentalfilm Cleopatra spielte er an der Seite von Elizabeth Taylor und Richard Burton Kleopatras Bruder, Pharao Ptolemaios XIII. Nach eigener Aussage verbrachte O’Sullivan für die Dreharbeiten zu Cleopatra neun Monate in Italien, obwohl er für seine relativ kleine Rolle nur acht Tage vor der Kamera stand.

In den folgenden Jahren konzentrierte sich O’Sullivan ganz auf Rollen in TV-Produktionen und war vor allem in kleineren Rollen in diversen britischen Fernsehserien zu sehen, so beispielsweise in einer Serienverfilmung von Charles Dickens’ Great Expectations. Einem breiteren Publikum wurde er in England durch die Rolle des Arztes Dr. Lawrence Bingham in den Comedy-Serien Doctor at Large (1971) und Doctor in Charge (1972–1973) bekannt; parallel dazu verkörperte er eine Hauptrolle in der kurzlebigen Comedy-Show Alcott and Gander (1972).

Der Durchbruch zum Fernsehstar gelang O’Sullivan mit der Rolle des unangepassten, aber sympathischen Lebenskünstlers Robin Tripp, den er in den beiden von der britischen Produktionsfirma Thames billig hergestellten, aber überaus erfolgreichen Sitcoms Man About the House (1973–1976) (deutsch: Ein Mann im Haus) und Robin’s Nest (1977–1981) (deutscher Titel Robins Nest) verkörperte, die beide in synchronisierten Fassungen auch im deutschsprachigen Raum zu sehen waren. Als typisch britische Komödienproduktionen werden die Serien dem Genre Britcom zugerechnet. Die erste Folge der Serie wurde im englischen Fernsehen im August 1973 gezeigt, die letzte im April 1976; sie war beim Publikum überaus populär, die einzelnen Folgen erreichten bis zu 16 Millionen Zuschauer. Insgesamt wurden 39 Folgen in sechs Staffeln produziert, dazu ein Kinofilm (1974) und ein US-Remake (Three’s Company 1977–1984, deutsch unter dem Titel Herzbube mit zwei Damen). O’Sullivan, der die Titelmelodie der Serie komponiert hatte, vermarktete seinen Erfolg als Robin Tripp zudem in Form eines von ihm verfassten Kochbuchs, das auch autobiographische Erläuterungen enthält.

Parallel zu den Dreharbeiten zu Robin’s Nest spielte O’Sullivan in Dick Turpin (1979–1982), einer komödiantischen Abenteuerserie für Jugendliche, die Titelrolle des legendären englischen Straßenräubers des 18. Jahrhunderts (31 Folgen in vier Staffeln). Unter den Titeln Die Abenteuer des Dick Turpin bzw. Die tolldreisten Streiche des Dick Turpin lief die Serie auch im deutschsprachigen Fernsehen. O’Sullivans letzte Hauptrolle in einer TV-Serie war die eines alleinerziehenden Vaters einer Tochter im Teenageralter in Me and My Girl (1984–1988, 52 Folgen). Die Serie war in ihrem Entstehungsland England mäßig erfolgreich und kam nicht auf den internationalen Markt.

Die Einstellung von Me and My Girl 1988 stellte de facto auch das Ende von O’Sullivans Schauspielerkarriere dar: In den folgenden Jahren trat er nur noch sporadisch im Fernsehen, teilweise in Werbespots (z. B. für British Gas), auf, ab Mitte der 1990er Jahre zog er sich – abgesehen von einigen wenigen Kurzauftritten in Fernsehshows – weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Zeitungen berichteten über psychische Probleme (Depressionen, Alkoholismus) und daraus resultierende finanzielle Schwierigkeiten O’Sullivans.

Privatleben O’Sullivan galt in seiner Heimat in den 1970er und 1980er Jahren als männliches Sexsymbol und hatte viele weibliche Fans. Nach einer früh gescheiterten ersten Ehe führte er während der Dreharbeiten zu Man About the House eine vor der Öffentlichkeit geheimgehaltene dreijährige Beziehung mit Sally Thomsett, der Darstellerin der Jo. Von 1978 bis 1985 war er mit Tessa Wyatt, seiner Serienpartnerin aus Robin’s Nest, liiert; aus dieser Beziehung stammt sein einziges Kind, ein Sohn. Eine später eingegangene zweite Ehe mit der Schauspielerin Christine Smart wurde Mitte der 1990er Jahre geschieden.

2003 erlitt O’Sullivan einen schweren Schlaganfall, der bleibende körperliche Beeinträchtigungen verursachte, zwei Jahre später brach er sich bei einem Sturz beide Beine. Er lebte dann im Brinsworth House in Twickenham im Südwesten von London, einem Pflegeheim, das vom Entertainment Artistes’ Benevolent Fund, einer Sozialhilfeorganisation für in Not geratene Schauspieler und Bühnenkünstler, betrieben wird. Er starb im September 2026 im Alter von 82 Jahren.

Filmografie (Auswahl) Film

Literatur Richard O’Sullivan: Man About the Kitchen. With Cartoons by Larry. London (Elm House) 1980, ISBN 090-7-12001-6. Mark Lewisohn: Radio Times Guide to TV Comedy. BBC Books, London 1998, ISBN 978-0-563-48755-5. Tex Fisher: Man About the House - George and Mildred: The Definitive Companion. Deck Chair Publishing, Elland 2010, ISBN 978-0-9565634-0-8.

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Einzelnachweise

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