miniatur|Fassadendetail Hoyerswerdaer Straße 39 in Dresden, mit Herfurths Architektensignatur (rechts) Curt Herfurth (auch Kurt Hermann Herfurth) (* 21. April 1880 in Dresden; † 2. April 1942 ebenda) war ein deutscher Architekt und Baumeister.

Leben mini|Grab von Curt Herfurth auf dem Johannisfriedhof in Dresden Herfurth absolvierte zunächst eine Lehre zum Maurer und besuchte parallel dazu eine Baugewerkschule. Im Alter von 24 Jahren begann er ein Architekturstudium an der Kunstakademie Dresden. 1904 wurde er Mitglied des Corps Lusatia Dresden.Erwin Willmann (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Rudolstädter Corpsstudenten. (AH. Liste des RSC.), Ausgabe 1928, Nr. 1824 Zu seinen Lehrern gehörten Ernst Herrmann und Paul Wallot. Im Jahr 1907 schloss Herfurth sein Studium erfolgreich ab. Er beteiligte sich an verschiedenen Architekturwettbewerben und gewann schließlich den Wettbewerb um den Bau einer Volksschule in Rockau. Mit dem Preisgeld gründete Herfurth sein eigenes Architekturbüro und arbeitete ab 1910 als selbständiger Architekt. Herfurth spezialisierte sich schon bald auf Siedlungsbauten, die in ganz Dresden entstanden. Zu seinen Bauten zählen u. a. der zweite und dritte Bauabschnitt der Eigenheimsiedlung Briesnitz sowie die Wohnanlagen an der Hansastraße und Conradstraße. In Löbtau entwarf Herfurth den Wohnhof der Eisenbahner-Baugenossenschaft an der Malterstraße und Essener Straße. Charakteristisches Element seiner Bauten war die Verwendung von Klinker als Schmuckelement im Stil des Expressionismus.

Neben Siedlungs- und Wohngruppenbauten schuf Herfurth vor allem in seiner produktivsten Zeit, den 1920er-Jahren, Kirchen, Stifte, Verwaltungsgebäude, Schulen, Krankenhäuser, Geschäftshäuser, Fabrikanlagen, Hochhäuser, Turnhallen sowie Einfamilienhäuser.Hermann Heine (Einleitung): Curt Herfurth. (vgl. Literatur) Dazu zählt auch sein erstes eigenes Wohnhaus, Eisenstuckstraße 39 in Dresden, das er 1924 erbaute und welches 1945 zerstört wurde.

Das Büro von Herfurth befand sich in seinem Wohnhaus in der Eisenstuckstraße. Es gehörte viele Jahre lang zu den aktivsten Büros von Dresden. Mitarbeiter an den Projekten waren vor allem die Architekten W. Haverkamp, Paul Voges, Fritz Rühle, August Linden und Willy Romberger. Als Herfurth Mitte der 1930er-Jahre schwer erkrankte, musste er seine Arbeit als Architekt aufgeben. Er starb 1942 in Dresden und wurde auf dem Johannisfriedhof beigesetzt.

Bauten (Auswahl) mini|Siedlung Hansastraße mini|Wohnhof der Eisenbahner-Baugenossenschaft mini|Chemische Fabrik v. Heyden, Forststraße, 2008 1910: Wohn- und Geschäftshaus Hoyerswerdaer Straße 39 in Dresden 1910: Erneuerung der Kirche in Steinbach/Erzgebirge um 1910: Rathaus in Auerbach/Vogtland um 1910: Krankenhaus der Brüderanstalt in Moritzburg 1912: Bethlehemsstift Neudorf/Erzgebirge 1912: Turnhalle der Volksschule in (Dresden-)Stetzsch 1913: Villa Reinwart, Neuwelt 1913: Heimstättenkolonie AuerswaldeLändliche Siedelungspolitik in Sachsen. Vortrag gehalten in der Oekonomischen Gesellschaft i.K.S. zu Dresden am 28. Januar 1916, Hans Kruschwitz, S. 17–26. 1914: Wohnhausgruppe Leutewitzer Straße / Mörickestraße in Dresden-Cotta 1914: Wohnhausgruppe der Eisenbahner-Baugenossenschaft an der Vorwerkstraße in Dresden-Friedrichstadt 1916–1939: Siedlung der Baugenossenschaft Feuerwerkslaboratorium in Radeberg 1919: Wohnhausgruppe in Dresden-Strehlen, Teplitzer Straße / Mockritzer Straße 1919–1921: Wohnhausgruppe Mohorner Straße / Frankenbergstraße in Dresden-Löbtau 1919–1927: Eigenheimsiedlung Dresden-Briesnitz; 2. und 3. Bauabschnitt 1920: Wohnhausgruppe Dresden-Räcknitz, Friedrich-Wilhelm-Str. 1922: Wohnbebauung Frankenbergstraße 34–36 in Dresden-Löbtau 1922–1924: Wohnhaus Mockritzer Straße 8 in Dresden 1924: Haus C. Herfurth, Eisenstuckstr. 38, Dresden (kriegszerstört) 1924: Wohnhaus Eisenstuckstraße 39 in Dresden (zerstört, erhaltenes Portal in Neubau integriert) 1924: Wohnhaus Nöthnitzer Straße 36 in Dresden 1926: Siedlung Borna der Eisenbahner-Baugenossenschaft Chemnitz 1926: Siedlung der Eisenbahner-Baugenossenschaft, Hansastraße in Dresden 1926: Wohnanlage Conradstraße in Dresden 1926: Haus Deubener Straße 10 in Dresden 1926: Wohnhausgruppe Zauckeroder Straße 4–6 und 8–10, Wallwitzstraße 27–29 in Dresden-Löbtau 1926: Genossenschaftsheim Frankenberger Straße 60 in Dresden 1926–1927: Wohnhausgruppe Frankenberger Straße 52–58 in Dresden 1927: Wohnhof der Eisenbahner-Baugenossenschaft in Dresden 1927: Wohnanlage in Dresden-Cotta, Lönsweg / Grillparzerstraße 1927: Siedlung Gommern, Baugenossenschaft Heidenau, Am Lughang 1, 3, 4, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19 vor 1928: Geschäftshaus Jakubeit, Thum im Erzgebirge vor 1928: Wohnhausgruppe der Eisenbahner-Baugenossenschaft in Dresden, Münchner Straße 40–60 vor 1928: Wohnhausgruppe in Dresden-Gruna, Zwinglistraße / Schneebergstraße 1934: Fabrikationsgebäude Forststraße in Radebeul (Zuschreibung unsicher) 1935: Sechsfamilienhaus Kaitzer Str. 57, Flurstück 445, DresdenFrühausgabe Dresdner Nachrichten, 17. September 1935, S. 8. 1936: Einfamilienhaus Sedanstraße, Dresden.Illustriertes Tageblatt, Baugenehmigungen, S. 8. 1936: Einfamilienhaus Liebigstraße, Dresden.Illustriertes Tageblatt, Baugenehmigungen, S. 8. 1939: "Gelbe Häuser", Achtfamilienwohnhaus Kaitzer Str. 55, Flurstück 446, DresdenIllustriertes Tageblatt, 5. Juli 1939, S. 10. Siedlung Hilbersdorf der Eisenbahner-Baugenossenschaft Chemnitz Villa für den Fabrikbesitzer A. Hoffmeister in Neustadt (Sachsen) Wohnhaus Liebigstr. 29, Dresden Haus Hohe Str. 5, Dresden

Literatur Hermann Heine: Curt Herfurth. Mit einer Einleitung des Verfassers. (= Neue Werkkunst). F. E. Hübsch, Berlin / Leipzig 1928. Tom Henke: Architekten in Cotta. Teil 1: Curt Herfurth und seine Bauten. In: Cottaer Froschpost, Nr. 1/2007, S. 6–7. Bernhard Sterra et al.: Dresden und seine Architekten. Strömungen und Tendenzen 1900–1970. Verlag der Kunst Dresden, Husum 2011, S. 82, S. 184. Elke Butze, Birgit von Rüdiger, Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden: Eigenheimsiedlung Dresden-Briesnitz, Gestaltungsfibel für das Denkmalschutzgebiet, 2013

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Einzelnachweise

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