200px|mini|Bundeshaus in Bern:Sitz des Schweizer Parlaments Die Schweizer Parlamentswahlen 1967 fanden am 29. Oktober 1967 statt. Dabei waren die 200 Mandate des Nationalrats sowie 31 der 44 Mandate im Ständerat neu zu vergeben. Diese 38. Legislaturperiode dauerte vier Jahre bis Oktober 1971. Es waren die letzten Nationalratswahlen, bei denen nur Männer stimmberechtigt waren.

Grosser Wahlsieger war der Landesring der Unabhängigen (LdU), dessen Vertretung im Nationalrat um 6 auf 16 Nationalräte stieg und der im Kanton Zürich einen Ständeratssitz gewinnen konnte. Dies war das beste Ergebnis in der Parteigeschichte des Landesrings. Zulegen konnten zudem Kleinparteien vom linken und rechten Rand. Die kommunistische Partei der Arbeit erreichte erstmals seit 1953 wieder Fraktionsstärke., Statistik der Fraktionen seit 1912. Am anderen Ende des politischen Spektrums wurde mit James Schwarzenbach der erste Vertreter der „Nationalen Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat“ (heute Schweizer Demokraten) in den Nationalrat gewählt.

Im Nationalrat kam es zu aussergewöhnlich hohen Verlusten für die Sozialdemokraten. Die SP verlor aber dennoch nur 2 Sitze. Kleinere Verluste erlitten auch die anderen Regierungsparteien KCV (heute CVP), FDP und BGB (1971 in der neu gegründeten SVP aufgegangen)., je-d-17.02.03.04.01

Im Kanton Wallis trat der sozialdemokratische Nationalrat Karl Dellberg, den seine Partei nicht für eine weitere Amtszeit nominieren wollte, auf einer eigenen Liste (Sozialistische Volkspartei – parti socialiste populaire) an und wurde gewählt.Bbl 1967, S. 1140. Im Nationalrat schloss sich Dellberg wieder der Sozialdemokratischen Fraktion an.https://www.parlament.ch/de/ratsmitglieder, Karl Dellberg

Im Ständerat gab es keine grossen Veränderungen. BGB und LdU legten um je 1 Sitz zu, die SP verlor 1 Sitz.

Die Wahlbeteiligung bei den Nationalratswahlen 1967 erreichte mit 65,7 % ihren damals tiefsten Wert seit der Einführung der Proporzwahl 1919, sie sank aber bei folgenden Wahlen noch weiter und erreichte 1995 ihren vorläufigen Tiefpunkt. (je-d-17.02.03.02.02)

Wahlmodus Nationalrat Die Nationalräte werden seit 1919 nach dem Proporzwahlsystem gewählt, d. h. die Sitze werden nach dem Wähleranteil der Parteilisten in den einzelnen Kantonen verteilt und erst innerhalb der Liste gemäss den Personenstimmen. Die Anzahl Sitze pro Kanton werden anhand der Einwohnerzahl bestimmt.

Ausführlicher hierzu: Nationalrat (Schweiz) – Wahlverfahren

Ständerat Jeder Kanton wählt seit 1848 zwei Vertreter für den Ständerat (Halbkantone: einen Vertreter). Die Ständeratswahlen richten sich nach kantonalem Recht. In den meisten Kantonen wurde auch die Ständevertretung am 29. Oktober gewählt. Dabei kam es zu mehreren 2. Wahlgängen. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Glarus, Nidwalden und Obwalden wählten die Landsgemeinden die Ständeräte. Die Kantone Graubünden (Wahlperiode von 1968 bis 1972) und Zug (1966–1970) hatten abweichende Wahltermine. In den Kantonen Bern, Freiburg und Neuenburg wurden die Ständeräte vom Kantonsparlament gewählt.Tabelle "Ständeratswahlen: Ergebnisse der Kandidierenden für die 38. Legislaturperiode (PDF) In den Kantonen Basel-Stadt, Genf und Waadt waren Frauen stimmberechtigt; in diesen Kantonen kandidierten auch insgesamt drei Frauen (erfolglos) für den Ständerat.ipu.org, S. 4

Ausführlicher hierzu: Ständerat – Wahlverfahren

Resultate Nationalrat

Parteien, Stimme, Sitze Die landesweiten Ergebnisse sahen wie untenstehend dargestellt aus. Resultate aus den Kantonen finden sich unter Schweizer Parlamentswahlen 1967/Resultate Nationalratswahlen.

Partei Stimmen % (+/-) Sitze (+/-) Sozialdemokratische Partei 233'87323,53 % −3,09 % 50−3 Freisinnig-Demokratische Partei 230'09523,15 %−0,79 % 49−2 Konservativ-Christlichsoziale Volkspartei der Schweiz 219'18422,05 %−1,36 % 45−3 Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei 109'62111,03 %−0,32 % 21−1 Landesring der Unabhängigen 89'9509,05 %+4,04 % 16+6Partei der Arbeit 28'7232,89 %+0,70 % 5+1Liberale Partei der Schweiz23'2082,34 %+0,10 % 6 ±0 Evangelische Volkspartei 15'7281,58 %−0,05 % 3+1 Demokratische Partei 14'2701,44 %−0,33 % 3−1 Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und HeimatDas Bundesamt für Statistik führte in der Originalquelle die Baselstädtische und die Zürcher Liste getrennt, die Liste im Kanton BS trug aber den vollständigen Parteinamen (Nationale Aktion gegen die Überfremdung von Volk und Heimat, Bbl. 1967, S. 1105) und wird auch in einer aktuellen Resultatesammlung in die gleiche Kategorie wie die Zürcher NA getan (, Tabelle "Nationalratswahlen 1967: Stärke der Parteien und Wahlbeteiligung, nach Kantonen, 1967", su-d-17.02.03.03.zm.1967.k), vgl. auch https://anneepolitique.swiss/APS/de/APS_1968/APS1968_III_a.html 6'2750,63 %+0,63 % 1+1Sozialistische Volkspartei (VS) 5'1070,51 %+0,51 % 1+1Liste für freie Meinungsäusserung im Parlament (ZH)4'4380,45 %+0,45 % 0Team 67 (AG)3'1860,32 %+0,32 % 0Freie Stimmberechtigte und parteilose Wähler (AG)2'1040,21 %−0,00 % 0 Vigilance (GE) 1'6960,17 %+0,17 % 0Aktion Kanton Basel (BL)1'4540,15 %−0,16 % 0Mouvement social indépendant (VS)1'4110,14 %+0,14 % 0 Parti libéral-radical indépendant (BE) 1'1170,11 %+0,11 % 0Parti unitaire romand (VD)9010,09 %+0,09 % 0Vereinigte Bürgerparteien (ZH)5460,05 %+0,05 % 0Christlich-demokratische Volkspartei (AG) 2990,03 %+0,03 % 0Schweizervolk-Partei (ZH)2640,03 %+0,02 % 0Parteilose (SO)530,01 %+0,01 % 0Vereinzelte Stimmen in Einerwahlkreisen (AI, NW, OW, UR)3450,03 %−0,03 % 0Total993'848100 % 200

Wähleranteile in den Kantonen (mit mehreren Sitzen) Wählerzahlen, Prozente kleinerer Parteien und Namen der Gewählten unter Schweizer Parlamentswahlen 1967/Resultate Nationalratswahlen. KantonSPFDPKCVBGBLdUPdALPSEVPDPNA/V28,3 %15,4 %20,2 %14,7 %11,7 %2,7 %33,1 %22,8 %13,8 %14,5 %10,8 %29,5 %16,8 %12,0 %15,8 %6,8 %16,7 %2,4 %34,4 %17,4 %6,3 %30,9 %7,4 %2,8 %17,8 %25,5 %47,7 %9,1 %16,1 %18,5 %13,9 %12,1 %20,9 %13,8 %4,7 %11,3 %15,0 %40,4 %33,3 %9,1 %33,8 %48,6 %8,5 %34,5 %23,4 %19,3 %22,8 %42,0 %40,3 %17,7 %30,2 %44,4 %25,3 %16,8 %28,1 %47,8 %7,3 %15,7 %41,0 %37,0 %2,7 %3,6 %27,4 %21,6 %26,7 %24,3 %26,1 %31,9 %4,7 %8,7 %14,3 %12,7 %7,4 %18,3 %57,9 %1,4 %49,0 %51,0 %22,2 %14,8 %10,7 %13,0 %23,0 %2,6 %4,8 %3,0 %3,0 %Schweiz23,5 %23,2 %22,1 %11,0 %9,1 %2,9 %2,3 %1,6 %1,4 %0,8 %

Sitzverteilung in den Kantonen Stimmen und Prozente in den Kantonen sowie die Namen der Gewählten unter Schweizer Parlamentswahlen 1967/Resultate Nationalratswahlen. Kanton Total SP FDP KCVBGBLdU LPS PdA EVP Dem NA SozVP 13 4 2 −1 3 2 2 +1 2 1 1 1 1 5 2 1 1 1 8 3 2 1 1 1 33 12 6 2 10 −1 2 1 +1 6 1 2 3 10 2 2 1 −1 1 +1 2 2 2 1 1 5 1 2 2 9 1 3 5 5 2 1 −1 1 1+1 1 1 1 1 2 1 1 3 1 1+1 1−1 7 2 3 2 13 2 4 6 1 7 1 3 3 6 2 1 1 2 1 1 16 4 6 1 1 2 2 7 0−1 1 5 1 +1 2 1 1 35 8−2 5 −1 4 −1 5 9+4 2 1−1 1+1 Schweiz 200 50 −3 49 −2 45 −3 21 −1 16 +6 6 ±0 5 +1 3 +1 3 −1 1 +11 +1

Resultate Ständerat

Die Ständeräte der 38. Legislaturperiode verteilen sich wie folgt: Sitzverteilungen

Partei Mandate Veränd.KCV18±0FDP14±0BGB3+1LPS3−1DP3±0SP2−1LdU1+1

Gewählte Ständeräte KantonBbl. 1967, S. 1146 ff., Partei und bisherig neu: https://www.parlament.ch/de/ratsmitglieder 1. Ständeratssitz 2. Ständeratssitz Ernst Bachmann, FDP (bisher)Robert Reimann, KCV (bisher) Hans Nänny, FDP (bisher) nur 1 Sitz Carl Dobler, KCV (bisher) nur 1 Sitz Werner Jauslin, FDP (bisher) nur 1 Sitz Willi Wenk, SP (bisher) nur 1 Sitz Dewet Buri, BGB (bisher) Maurice Péquignot, FDP (bisher) Alphonse Roggo, KCV (bisher) Paul Torche, KCV (bisher) Alfred Borel, FDP (bisher) Éric Choisy, LPS (bisher) Heinrich Heer, DP (bisher) Fridolin Stucki, DP (bisher) Gion Darms, KCV (bisher) Arno Theus, DP (bisher) Christian Clavadetscher, FDP (bisher) Franz Xaver Leu, KCV (bisher) Jean-Louis Barrelet, FDP (bisher) Blaise Clerc, LPS (bisher) Eduard Amstad, KCV (neu) nur 1 Sitz Gotthard Odermatt, KCV (bisher) nur 1 Sitz Kurt Bächtold, FDP (bisher) Konrad Graf, BGB (bisher) Heinrich Oechslin, KCV (bisher) Josef Ulrich, KCV (neu) Werner Vogt, SP (bisher) Ulrich Luder, FDP (neu) Paul Hofmann, KCV (bisher)Willi Rohner, FDP (bisher) Ferruccio Bolla, FDP (bisher) Alberto Stefani, KCV (bisher) Heinrich Herzog, BGB (bisher) Hans Munz, FDP (neu) Ludwig Danioth, KCV (bisher) Emil Wipfli, KCV (bisher) Louis Guisan, LPS (bisher) Jean-Pierre Pradervand, FDP (neu) Marius Lampert, KCV (bisher) Hermann Bodenmann, KCV (neu) Hans Hürlimann, KCV (bisher) Augustin Lusser, KCV (bisher) Albin Heimann, LdU (neu) Fritz Honegger, FDP (neu)

Weblinks Bundesblatt vom 30. November 1967 mit amtlichen Schlussresultaten Bundesamt für Statistik: Nationalratswahlen 1967 – (Statistische Quellenwerke der Schweiz Heft 436) Internationale Parlamentarische Union, Ergebnisse der Wahlen 67 (englisch) (PDF; 30 kB) Anzahl der Kandidaturen nach Kanton

Einzelnachweise

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