Die folgende Liste von Wassermühlen in Pfronten enthält Wassermühlen (historische Wasserkraftanlagen) in Pfronten im bayerisch-schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Die Mühlen werden angetrieben durch das Wasser der Faulen Ach, der Dürren Ach (Steinacher Achen) und der Vils.

Getreidemühlen Die Mühlen dienten in erster Linie zum Mahlen von Getreide mit meist zwei Mahlgängen und einem Gerbgang zum Entspelzen von Gerste. Oft gehörten zu ihnen auch eine Sägemühle und eine Knochenstampfe. Obwohl die Mahlmühlen hier erst am Ende des 16. Jahrhunderts urkundlich nachgewiesen werden können, sind sie sicher viel früher entstanden. Alle alten Mühlen in Pfronten hatten ein Gemeinderecht. Faule Ache Moosmühle Erstnennung 1576 als „Müllen unter Cappell“Thaddäus Steiner: Historisches Ortsnamenbuch, Füssen. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 2005, ISBN 3-7696-6861-8; zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgebrochen Lenzemühle Erstnennung 1645; abgebrochen vor 1900Bertold Pölcher: Lenzenmühlenweg. In: Pfronten Mosaik (Informationen und Nachrichten der Gemeinde Pfronten), Heft 51, 2009 Kasparsmühle Erstnennung Müller Leonhard HaslachGemeindearchiv Pfronten: Steuerbeschreibung 1675; Mühle vor 1945, Säge vor 1960 stillgelegt Stoffelsmühle Erstnennung Müller Martin Seuter 1587; Betrieb vor 1945? stillgelegt 1612 wird in Pfronten-Meilingen eine „Schneggenmühle“ genannt. Sie ist entweder mit der Lenzemühle oder mit Kasparsmühle identisch, wahrscheinlich mit letzterer. Außerdem führt Scholz zwischen Lenze- und Kasparsmühle noch eine Mahlmühle mit der Bezeichnung „Raiserjörge“ auf, die ca. 1740 abgebrochen wurde. Diese Nachricht lässt sich durch Akten nicht belegen.

Dürre Ach Driendlmühle Erstnennung 1592; stillgelegt Josemühle Neubau 1702Gemeindearchiv Pfronten: Akten A 052 (1702DI03); Mühle vor 1925, Säge vor 1990 stillgelegt, nun: Stromerzeugung

Vils Bläsismühle Erstnennung 1589; als Knopffabrik um 1956 stillgelegt, seit 2004: Mühlenmuseum

Gipsmühlen, Sägen Alle diese Wasserkraftwerke sind kurz vor oder bald nach 1800 entstanden und haben deshalb kein Pfarrrecht mehr erhalten. Die Wasserkraftwerke, die durch das Wasser der Dürren Ach angetrieben wurden, liegen alle an einem Werkkanal, der oberhalb von Felixe-Säge aus der Dürren Ach abgeleitet wird. Nur die Fallmühle bildet da in beiden Punkten eine Ausnahme.

Name Art Standort Bemerkung Faule Ach Stichs Säge Gipsmühle/Säge Pl.- Nr. 495 genannt 1828Gemeindearchiv Pfronten: Conkurrenzrolle 1828, abgebrochen; nun: Betriebsgelände Firma Heer Achsäge Schleifmühle/Säge Pl.- Nr. 1216 1910 abgebrochen Saliter-Säge Säge Panoramaweg 14 (als Manzesäge?) 1841 erbaut; noch in Betrieb Dürre Ach Fallmühle Gipsmühle/Säge Achtalstraße 62 1782 als Ölmühle erbautHauptstaatsarchiv Augsburg HA NA A 2301; nun: Stromerzeugung Felixe-Säge Säge Gschönweg 10 erbaut vor 1830?, Neubau 1889; nun: Stromerzeugung Baders Gipsmühle (Hammerschmiede)/Gipsmühle/Säge Gschönweg 11 und 13 stillgelegt, nun: Stromerzeugung Poliermühle Gipsmühle/mech. Werkstätte Gipsmühlweg 15 stillgelegt Eberle-Mühle (Zementmühle) Gipsmühle/mech. Werkstätte Gipsmühlweg 13 als Lager genutzt Wannemachers Mühle Gipsmühle Pl.- Nr. 1127 erbaut 1805Dokumente im Besitz der Familie Kretschmer (Pfronten), Bearbeitung Bertold Pölcher (Dokument Nr. 5); abgebrochen Semelers Säge Säge Pl.- Nr. 1128/4 ca. 1870 erbaut; nun: elektrisch in Betrieb Friedrichsturm (Veste und Lixe Gipsmühlen) Gipsmühle Scheiberweg 32 erbaut 1832Gemeindearchiv Pfronten: Güterwechselbuch A 048, Eintrag I. Quartal 1842/43; nun: stillgelegt Steigers Säge Gipsmühle Krokusweg 9 erbaut vor 1842Archiv Pölcher: Bauplan (Kopie);stillgelegt Karolusse (Wangers Gipsmühle)Gipsmühle/Säge Krokusweg 11 erbaut 1828Gemeindearchiv Pfronten: Akten 070 (1828DM01); nach 1910 stillgelegtLiborius Scholz: Mühlen- und Wasserwerksbesitzer und deren Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte in Pfronten. In: Pfrontener Bote Nr. 22, 1910 Untere Wannemacher (beim Jäger) Gipsmühle/mech. Werkstätte Tiroler Straße 139 erbaut 1821; stillgelegt, nun: Stromerzeugung Steinhauser-Säge (Tischlers Säge) Gipsmühle/Säge Zirmenweg 11 erbaut vor 1848Erstnennung in: Gemeindearchiv Pfronten: Gemeinderechnungen 1848/49; elektrisch in Betrieb Vils Berg und Tal Säge Vilstalstraße 93 erbaut 1878Ludwig Holzner: Geschichte der Gemeinde Pfronten, Gemeinde Pfronten (Hg.) 1956, S. 65; bald vor 1970 stillgelegt Schochers Säge (Ernle-Säge) Säge Vilstalstraße 91 erbaut ca. 1850; stillgelegt 1966?, nun: Stromerzeugung Schlossers Säge Säge Vilstalstraße 89 erbaut ca. 1850; stillgelegt 1965 Steinsäge zwischen Schlossers Säge und Bläsismühle bestand nach Scholz um 1850 Randel-Säge Säge Vilstalstraße 71 erbaut 1932; nun elektrisch in Betrieb und Stromerzeugung

Hammerschmieden Pfannenschmiede auch Waffen- oder Sensenschmiede, Erstnennung 1595Gemeindearchiv Pfronten: Protokollbuch 1636, fol. 139f; stillgelegt Hammerschmiede in der Ob Erstnennung 1588Gemeindearchiv Pfronten: Protokollbuch 1636, fol. 102f; 1928 stillgelegt (Neubau im Weidach) Hammerschmiede am Walk Erstnennung wohl 1550 (als Paul Wetzers Schmiede)Gemeindearchiv Pfronten: Akten 052 (1702DI03), später zur Josemühle gehörig; nun Stromerzeugung

Einzelnachweise

Literatur Liborius Scholz: (Chronik von Pfronten) Mühlen- und Wasserwerksbesitzer und deren Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte in Pfronten. In: (Unterhaltungsblatt zum) Pfrontener Bote, Verlag J. Gimber Nesselwang, Nr. 22, 1910 Bertold Pölcher: Erinnerung an die Wasserkraftwerke entlang der Dürren Ach. In: Rund um den Falkenstein (Mitteilungsblatt des Heimatvereins Pfronten). 1. Teil: Nr. 22, S. 437; 2. Teil: Nr. 23, S. 465; 3. Teil: 24, S. 497 und Nachtrag: Nr. 25 (1990), S. 546

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