U 47 war ein U-Boot, das im Rahmen eines Kriegsauftrags als MS-(Mobilmachungs)-Typ für die deutsche Kaiserliche Marine gebaut wurde.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 48.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 33.

Bau und Indienststellung Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, konzipiert in einem Amtsentwurf als Hochseeboot für die ozeanische Verwendung. Der Auftrag zum Bau des Bootes wurde am 4. August 1914 an die Kaiserliche Werft in Danzig erteilt. Der Stapellauf erfolgte am 16. August 1915, die Indienststellung am 28. Februar 1916 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Heinrich Metzger, der auch die einzigen beiden Einsätze des Boots befehligte.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 68.U 47 auf uboat.net englisch, abgerufen am 11. Januar 2025.

Technik Das U-Boot war 65 m lang, 6,2 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,74 m sowie eine Verdrängung von 725 Tonnen über und 940 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 36 Mann, darunter vier Offiziere. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren zwei Sechs-Zylinder-Viertakt Dieselmotoren S 6 V 41/42 von MAN mit zusammen 1.471 kW (2.000 PS). Zur Unterwasserfahrt kamen zwei SSW-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit 880 kW (1.200 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 15,2 kn (über Wasser) bzw. 9,7 kn (unter Wasser) möglich. Der Aktionsradius betrug bis zu 11400 NM bei 8 kn Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn Marschgeschwindigkeit wurden 51 NM erreicht, bei einer maximalen Tauchtiefe von 50 Meter. Die sechs mitgeführten Torpedos konnten über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 36.

Einsätze und Verbleib U 47 führte während des Ersten Weltkriegs zwei, nach anderen Quellen elfBodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 123.,Feindfahrten in der Nord- und Ostsee sowie im Atlantik und Mittelmeer durch. Dabei wurden insgesamt 14 Handelsschiffe der Entente und neutraler Staaten mit einer Gesamttonnage von 24.075 BRT versenkt. Ab Juni 1917 fuhr U 47 wegen technischer Probleme keine weiteren Einsätze.

Kurz vor der Aufgabe des Marinehafens von Pola (damals Österreich-Ungarn) wurde U 47 am 28. Oktober 1918 von der eigenen Besatzung gesprengt. Das U-Boot sank etwa auf der folgenden Position nahe der Küste: .Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 89.

Kommandanten

+ Kommandanten von U 47 Dienstgrad Name von bis Kapitänleutnant Heinrich Metzger 28. Februar 1916 27. August 1917 Kapitänleutnant Johannes Feldkirchner 28. August 1917 29. Oktober 1917 Oberleutnant zur See Otto Gerke 30. Oktober 1917 10. März 1918 Kapitänleutnant Wilhelm Canaris 14. Januar 1918 14. Juni 1918 Kapitänleutnant Adolf Franz 11. März 1918 31. März 1918 Kapitänleutnant Erich Gerth 15. Juni 1918 11. September 1918 Kapitänleutnant Carl Bünte 12. September 1918 28. Oktober 1918

Versenkte Schiffe (Auswahl) Die folgende Liste enthält Schiffe mit einer Tonnage von mehr als 1000 Bruttoregistertonnen.Versenkungsliste von U 47 auf uboat.net englisch, abgerufen am 11. Januar 2025.

Einzelnachweise

Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Schiffsverlust durch Selbstversenkung Kategorie:Schiffsverlust 1918 Kategorie:Kaiserliche Werft Danzig