mini|3D-Ansicht des digitalen Geländemodells Die Imbsenburg, auch Burg Östinghusen oder Oystinckhusen genannt, ist eine abgegangene Turmhügelburg (Motte) bei Paderborn-Wewer in Nordrhein-Westfalen.

Lage Ihre Reste liegen etwa 1000 Meter westlich des Gutes Wilhelmsburg im Sammtholz.

Geschichte Die Anlage war im Spätmittelalter vom Stift Heerse an das Ministerialengeschlecht von Brobeck verlehnt. Dem Namen Oystinckhusen nach war die Burg Bestandteil einer gleichnamigen heute wüsten Siedlung. Das Lehen umfasste denn auch neben dem „Amtshof“ von 10 Hufen auch sieben abhängige Höfe und es finden sich im umgebenden Wald Spuren der Wölbäcker des Ortes. Nach dem Fund eines vergoldeten Bronzebeschlags wird eine Besiedlung des Ortes seit der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts vermutet.Rudolf Bergmann: Mittelalterliche Kleinburgen im Kreis Paderborn, in: Archäologie in Westfalen-Lippe 2018, LWL-Archäologie für Westfalen (Hrsg.), S. 240 ff.

1608 gab Wilhelm von Krevet in einem Rechtsstreit mit der Stadt Salzkotten an, dass die Krevet das Amt „Oistinghusen“ „vur 5, 10, 20, 30, 50, 100 vnnd mehr Jahren ruhig beseßen“ haben.Eugen von Sobbe: Ausgegangene Ortschaften und Ansiedlungen in der Umgebung der Stadt Salzkotten, in: Westfälische Zeitschrift 35 (1877), S. 117–121.

Der Name Imbsenburg ist eine neuere Namensgebung, die wahrscheinlich auf die Familie von Imbsen zurückgeht. Die Familie von Imbsen war gemeinsam mit der Familie von Brenken nach der Auflösung des Stift Heerse im Jahr 1810 zeitweise mit dem Sammtholz belehnt worden. 1608 wurde die vor 1401 zerstörte Burganlage einfach „an der Burg“ genannt.

Heute werden die Flächen von Burg und Wüstung als Wald genutzt.

Beschreibung Sie besteht aus einem 15 × 20 Meter großen und knapp acht Meter hohem Turmhügel an der nordwestlichen Ecke einer ungefähr rechteckigen Vorburg. Die Wälle der Vorburg und des Turmhügels grenzen im Norden und Westen an eine Bachschlucht. In der nordwestlichen Ecke der Vorburg befand sich eine Zisterne. Das Bachbett ist nahe der Imbsenburg aufgestaut gewesen, sodass eine Annäherung an die Burg von zwei Seiten deutlich erschwert war. Die Wälle und Gräben der Imbsenburg sind teilweise erhalten und gut erkennbar.

Siehe auch Liste deutscher Turmhügelburgen

Literatur Philipp R. Hömberg: Die Imbsenburg bei Wewer. In: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Band 20: Paderborner Hochfläche, Paderborn, Büren, Salzkotten. Philipp von Zabern, Mainz 1975, S. 248–250. Rudolf Bergmann: Mittelalterliche Kleinburgen im Kreis Paderborn, in: Archäologie in Westfalen-Lippe 2018, LWL-Archäologie für Westfalen (Hrsg.), S. 240–243, Digitalisat Isa Freifrau von Elverfeldt, Wewer, Mein Heimatbuch, Band I Wewer, 2011. Isa Freifrau von Elverfeldt, Wewer, Band V, Die Freiherren von Imbsen, Wewer, 2016.

Weblinks

Einzelnachweise

Imbsenburg, Motte Kategorie:Bauwerk in Paderborn Kategorie:Motte Kategorie:Abgegangenes Bauwerk im Kreis Paderborn Kategorie:Burg im Kreis Paderborn Kategorie:Burg in Europa