Carl Steuernagel, auch Karl Steuernagel (* 21. März 1848 in Biedenkopf;genealogieonline.nl: † 6. Februar 1919 in Köln;Sterbeurkunde, Standesamt Köln III, Urk. Nr. 158/1919. vollständiger Name: Carl Wilhelm Johann Steuernagel), war ein deutscher Bauingenieur und Baubeamter, der vor allem als Kölner Stadtbaurat wirkte.
Leben Während seines Studiums wurde Steuernagel im Wintersemester 1864/65 Mitglied der Burschenschaft Alemannia Gießen.Paul Wentzcke: Burschenschafterlisten. Zweiter Band: Hans Schneider, Georg Lehnert: Gießen – Die Gießener Burschenschaft 1814 bis 1936. Görlitz 1942, T. Alemannia. Nr. 48. Nach seinem Studium und Examen arbeitete er zunächst in der Stadtverwaltung von Mainz, bevor er 1880 eine Stelle als Stadtingenieur in Barmen annahm. Diese Stelle gab er jedoch nach rund einem Jahr auf, um als Mitarbeiter und Stellvertreter von Josef Stübben nach Köln zu wechseln.
Ab 1881 beschäftigte er sich mit den Problemen der Kölner StadtentwässerungDer Beginn der Stadtentwässerung. steb-koeln.de; abgerufen am 26. Mai 2012 und entwickelte für Stübbens Pläne der Kölner Stadterweiterung die Fortführung der Altstadtentwässerung mit dem Neubau der Entwässerung der Kölner Neustadt.Feldaufenthalt III - Adjusting Hypermetropolis (Im Kronleuchtersaal). netzspannung.org; abgerufen am 26. Mai 2012 Eindrucksvollstes Bauwerk im Rahmen dieser Anlagen ist der 1890 fertiggestellte Kronleuchtersaal in der Kölner Kanalisation.
Steuernagel oblagen außer der Kanalisation auch Aufgaben im Bereich des Straßenbaus. Außerdem betrieb er bei den von ihm geleiteten Tiefbau-Arbeiten archäologische Forschungen und veröffentlichte die Ergebnisse in Fachzeitschriften.
1885 heiratete er Katharine Willmeroth (* 1862). Ihr Sohn war der spätere Reichsbahndirektor Karl Steuernagel.
Auszeichnungen 1904: Ritterkreuz 1. Klasse des Großherzoglich Badischen Ordens vom Zähringer Löwen 1907: preußischer Roter Adlerorden 4. Klasse 1916: Ehrentitel Geheimer Baurat 1919: Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.) der Technischen Hochschule Darmstadt
Schriften (gemeinsam mit Rudolf Schultze): Colonia Agrippinensis. Ein Beitrag zur Ortskunde der Stadt Köln zur Römerzeit. Bonn 1895 (= Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinland, Heft 98; mit 17 Tafeln). Fundbericht über die Reste der „Porta Paphia“ bei Niederlegung derselben im Dezember 1897. In: Bonner Jahrbücher, 1898, 103, S. 154–163; . Die Probekläranlage zu Köln-Niehl. In: Mitteilungen aus der Königlichen Prüfanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung zu Berlin, 1904, Heft 4.
Literatur Mitteilungen aus der königlichen Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung zu Berlin, Jahrgang 1907, Heft 8. (mit 10 Tafeln, 35 Textfiguren und 1 Tabelle) Th. Weyl (Hrsg.): Die Assanierung von Cöln. 1906 (mit 67 Abbildungen im Text und 37 Tafeln). Hiltrud Kier: Die Kölner Neustadt. Planung, Entstehung, Nutzung. (= Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland, Band 23.) Schwann, Düsseldorf 1978, ISBN 3-590-29023-4. Marcus Trier: Archäologie in Kölner Kanälen. In den Fußstapfen von Rudolf Schultze und Carl Steuernagel. In: H. G. Horn, H. Hellenkemper, G. Isenberg, J. Kunow (Hrsg.): Von Anfang an. Archäologie in Nordrhein-Westfalen. Philipp von Zabern, Mainz 2005 (= Schriften zur Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen, Band 8).
Einzelnachweise
Kategorie:Bauingenieur Kategorie:Stadtbaurat Kategorie:Ehrendoktor der Technischen Universität Darmstadt Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Ritter I. Klasse) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Burschenschafter (19. Jahrhundert) Kategorie:Person (Köln) Kategorie:Geheimer Baurat Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben 1919 Kategorie:Mann