mini|Pfarrkirche St. Cyriacus in Edling Edling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim, die zwischen Ebersberg und Wasserburg am Inn liegt.

Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt im Alpenvorland auf einer flachen Schotterebene inmitten einer Moränen- und Schotterlandschaft des Inngletschers der letzten Eiszeit, der Ort Edling selbst im Osten des Gemeindegebietes. Von dort aus sind es nach Rosenheim 26 Kilometer und in die Landeshauptstadt München 50 Kilometer. Die Ebrach durchquert die Gemeinde und den gleichnamigen Hauptort.

Gemeindegliederung

Es gibt 36 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Natur mini|Luftbild des Landschaftsschutzgebiets Schutz von Landschaftsteilen um den Staudhamer See in den Gemeinden Steppach, Soyen, Attel und Edling Folgende Schutzgebiete berühren das Gemeindegebiet: Naturschutzgebiet Hochmoor am Kesselsee (NSG-00156.01) Landschaftsschutzgebiet Schutz von Landschaftsteilen um den Staudhamer See in den Gemeinden Steppach, Soyen, Attel und Edling (LSG-00164.01) Landschaftsschutzgebiet Attel (LSG-00106.01) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Moore um Wasserburg (7939-371) Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Attel (7938-371) Geotop Der Stoa von Edling (ein riesiger Findling) (187R022)

Geschichte Edling findet 1041 in den Urkunden des Klosters Attel erstmals Erwähnung und war wohl Sitz Wasserburger Ministerialen (der Ettelinger). Später gehörte der Ort zum Rentamt München und zum Landgericht Wasserburg des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern wurde Edling 1818 Sitz einer selbständigen politischen Gemeinde.

Gebietsreform Vor der Gemeindegebietsreform gehörte Edling zum Landkreis Wasserburg am Inn. Am 1. April 1971 wurde die Gemeinde Steppach eingegliedert. Das geschah in der freiwilligen Phase der Gebietsreform. 1972 kam ein Großteil des Landkreises Wasserburg am Inn und mit ihm auch Edling zum Landkreis Rosenheim.

Der Freistaat Bayern schlug die Gemeinde Edling mit Wirkung vom 1. Mai 1978 dem Gebiet der Stadt Wasserburg am Inn zu, die damit für den Zentralitätsverlust im Rahmen der Landkreisgebietsreform 1972 entschädigt werden sollte. Mit seinem Urteil vom 29. April 1981 entschied der Bayerische Verfassungsgerichtshof, dass die Eingemeindung nichtig war. Seitdem ist die Gemeinde Edling wieder selbständig.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3152 auf 4584 Einwohner bzw. um 45,4 %.

Politik Erster Bürgermeister ist seit Mai 2008 der Werkzeugmacher Matthias Schnetzer. Sitzverteilung im Gemeinderat Edling seit 2002202620202014Kommunalwahlen in Bayern 2008 2002 Sitze insgesamt 1616 16 16 16 CSU68 8 7 5 UBG 44 4 5 4 ÜWG 64 4 4 6 FDP – – – – 1

Wappen

Sehenswürdigkeiten mini|Freilufttheater am Stoa

Die Pfarrkirche St. Cyriakus wurde Anfang des 19. Jahrhunderts barockisiert. Das Langhaus wurde 1898 nach Entwurf des Münchner Architekten Joseph Elsner neu errichtet. Die Deckengemälde schuf 1912 Anton Ranzinger.Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bayern IV: München und Oberbayern, Sonderausgabe 1990, S. 209. Freilufttheater am StoaDer „Stoa“ (bairisch für Stein) ist ein eiszeitlicher Findling (Felsblock), der bei Kiesabbauarbeiten gefunden wurde. Auf Grund seiner Größe war er nicht abtransportierbar. Entstanden ist der Stein untermeerisch vor ca. 160 Millionen Jahren. Vor etwa 15.000 Jahren gab das Eis den Stein frei, der aber zunächst unter den angeschwemmten Kies- und Schottervorkommen begraben blieb. Nachdem der Kiesabbau eingestellt worden war, wurden vom Kultur- und Heimatverein im Laufe mehrerer Jahre rund um den Findling Steintreppen in Anlehnung an antike Amphitheater errichtet. Hier finden viele kulturelle Veranstaltungen statt, unter anderem Open-Air-Inszenierungen der Wasserburger Theater Belacqua und Das Narrenschiff sowie Open-Air-Vorführungen des Wasserburger Kinos Utopia. Wasserturm, erbaut 1926

Bildung Edling ist Sitz der Franziska-Lechner-Schule. Die Grundschule dort besuchen Kinder aus der Gemeinde Edling und zu kleinen Teilen aus den Gemeinden Pfaffing und Soyen, während sich der Mittelschulsprengel zusätzlich noch über die Gemeinden Pfaffing und Albaching sowie zwei Ortsteile von Frauenneuharting und einen Ortsteil von Emmering erstreckt. Zusammen besuchen knapp 400 Kinder in Edling die Schule. Die Mittelschule ist Mitglied im Schulverbund „Wasserburger Land“.

Verkehr Straße: Die Bundesstraße 304 durchquert das Gemeindegebiet von West nach Ost und berührt den Ort Edling im Norden. Weiter östlich kreuzt sie die B 15. Schiene: Edling hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Grafing–Wasserburg (Filzenexpress), der stündlich bedient wird. Ein zweiter Haltepunkt im Gemeindeteil Brandstätt wurde am 13. Dezember 2014 stillgelegt. Busverkehr: Edling ist mit fünf Buslinien an den Regionalverkehr Oberbayern angebunden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Gottlieb Joseph von Manteuffel (1736–1822), kurfürstlich pfalzbayerischer Kämmerer und kurbayerischer Offizier Franziska Lechner (1833–1894) wurde in Edling geboren und verbrachte hier ihre Kindheit. Bekannt wurde sie als sozial engagierte Ordensschwester und Gründerin der Kongregation der Töchter der göttlichen Liebe in Wien. Nach ihr ist die Volksschule Edling benannt. Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Franz Xaver Eßlinger (1859 – nach 1918), Brauereibesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstags Franz Josef von Manteuffel (1663–1727), Truchsess und kurbayerischer Kämmerer

Weblinks

Gemeinde Edling

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Rosenheim Kategorie:Ersterwähnung 1041 Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)